Versicherungsombudsmann: Beschwerderückgang in der Lebensversicherung | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Versicherungsombudsmann: Beschwerderückgang in der Lebensversicherung
23. Mai 2019

Versicherungsombudsmann: Beschwerderückgang in der Lebensversicherung

Der Versicherungsombudsmann hat aktuell seinen Jahresbericht für 2018 vorgelegt. Demnach ist die Anzahl der zulässigen Beschwerden im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Einen beachtlichen Beschwerderückgang gab es in der Lebensversicherung. Merklich zugenommen haben hingegen die Beschwerden in der Gebäudeversicherung.


Der Versicherungsombudsmann hat aktuell seinen Jahresbericht für 2018 vorgelegt. Demnach ist die Anzahl der zulässigen Beschwerden im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Einen beachtlichen Beschwerderückgang gab es in der Lebensversicherung. Merklich zugenommen haben hingegen die Beschwerden in der Gebäudeversicherung.

Versicherungsombudsmann: Beschwerderückgang in der Lebensversicherung

Prof. Dr. Günter Hirsch, Versicherungsombudsmann von 2008 bis März 2019, und sein Nachfolger, Dr. h. c. Wilhelm Schluckebier, haben ihren Jahresbericht 2018 vorgelegt und aus diesem Anlass über die Beschwerdetätigkeit informiert: Laut der aktuellen Beschwerdestatistik haben im Berichtsjahr 2018 insgesamt 14.147 zulässige Beschwerden die Schlichtungsstelle erreicht. Gegenüber dem Jahr 2017 bedeute dies eine Verringerung um 5,1%. Die durchschnittliche Verfahrensdauer der zulässigen Beschwerden habe mit 2,6 Monaten im Durchschnitt weiter gesenkt werden können.

Lebensversicherung: Weiterhin viele Widersprüche nach § 5a VVG a. F.

Bei der näheren Betrachtung der einzelnen Versicherungssparten falle vor allem der Rückgang von Eingaben in der Lebensversicherung um 19,7% auf (von 3.877 zulässigen Beschwerden im Vorjahr auf 3.115 im Jahr 2018). Die Themenschwerpunkte hätten sich hier im Vergleich zum Vorjahr aber kaum verändert: Beschwerden, in denen Versicherer Widersprüche nach § 5a VVG a. F. (Fassung vor 2008) sowie Rücktritte nach § 8 Absatz 5 VVG a. F. zurückwiesen, kam auch diesmal eine große Bedeutung zu.

Den größten Beschwerdezuwachs, nämlich fast 25%, verzeichnete die Schlichtungsstelle 2018 hingegen in der Gebäudeversicherung. Hierzu erreichten den Ombudsmann im Berichtsjahr 1.456 (Vorjahr: 1.167) zulässige Beschwerden. Wie in der Vergangenheit machten auch im aktuellen Berichtsjahr Sturm-, Leitungswasser- und Rohrbruch- sowie Elementarschäden den größten Anteil der eingehenden Beschwerden aus. Dabei sei es hauptsächlich darum gegangen, ob überhaupt ein versicherter Schaden eingetreten sei oder in welchem Umfang der Versicherer eine Entschädigungsleistung schuldete.

Rechtsschutzversicherung: Nutzerkonten bei Facebook im Fokus

Angeführt werde die Beschwerdestatistik noch immer von der Sparte der Rechtsschutzversicherung mit einem Anteil von über 25%, auch wenn hier das Beschwerdeaufkommen 2018 von 4.015 auf 3.773 zulässige Beschwerden leicht zurückgegangen sei. Der Ombudsmann berichtete hier von einer Häufung an Beschwerden zu einem bestimmten Thema, wie es sie bereits in den Vorjahren gegeben habe. Im aktuellen Berichtsjahr 2018 seien dies Beschwerden im Zusammenhang mit den Nutzerkonten bei Facebook gewesen, in denen es um (temporäre) Löschungen und Sperrungen der Konten gegangen sei. Die Eingaben seien fast ausschließlich von einer hierauf spezialisierten Anwaltskanzlei eingereicht worden und hätten sich maßgeblich gegen zwei Rechtsschutzversicherer gerichtet. Hintergrund dieser Beschwerden sei das am 01.09.2017 in Kraft getretene Netzwerkdurchsuchungsgesetz (NetzDG), das Anbietern von sozialen Netzwerken bestimmte Berichts- und Verhaltenspflichten vorschreibt.

Mit insgesamt 283 (Vorjahr: 297) Vermittlerbeschwerden sei deren Anzahl auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre geblieben. Typisch sei auch diesmal der hohe Anteil an Eingaben, die nicht bis zur Zulässigkeit gelangten. Waren im Vorjahr bei 49% die Zulässigkeitskriterien erfüllt, fiel der Wert im Jahr 2018 auf 36%. (ad)

Bild: © Nuthawut – stock.adobe.com



Kommentare

von Herbert Dirksen am 23.05.2019 um 15:48 Uhr
Das erklärt sich zumeist, daß der Ombudsmann in den Schuhen der Versicherungen steht.
Nach dem Motto: Es hat ja sowieso keinen Zweck. Geht man an die guten Verbraucherzentralen, hat man mehr davon.
Einzig Gutes ist, daß man über den Weg eine kostenlose Verjährungsverlängerung erreicht, Aber der Ombudsmann findet in der Regel keine Kritik an der Gesellschaft.


Ähnliche News

Die DKM, die vom 22. bis 24.10.2019 in Dortmund ihre Tore öffnet, bietet auch in diesem Jahr neben Messebetrieb, Speaker’s-Corner-Vorträgen, Kongressen und Workshops wieder ihre bewährten Abendveranstaltungen, die zum Netzwerken, Genießen und Relaxen einladen. weiterlesen
Die neue FinVermV und die 34f-BaFin-Aufsicht sind noch nicht beschlossen. Einige Marktteilnehmer halten die Umsetzung der vorgelegten Pläne jedoch schon für sehr realistisch. Sollte also, wer Fondsvermittler werden will, jetzt schnell handeln? weiterlesen
Der BVK hat erste Ergebnisse seiner aktuellen Strukturanalyse präsentiert. Beim Gewinn geht die Bandbreite weit auseinander: Während ein Drittel der Vermittler unterhalb der Grenze von 50.000 Euro landet, verdient ein weiteres Drittel über 100.000 Euro pro Jahr. Besonders deutlich ist die Kluft beim Gewinn pro Stunde. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.