Mehr Service, bessere Selektion, zusätzliche Abschlusschancen
In der praktischen Anwendung kann die MSK-Starkregenzone deshalb weit mehr als nur ein Analysewerkzeug sein. Für Makler wird sie zum Hebel für eine intelligentere Bestandsarbeit. Bestände lassen sich auf Einzelrisikoebene bewerten, auffällige Exponierungen identifizieren und Kundenansprachen deutlich gezielter vorbereiten. Das ist nicht nur für das einzelne Objekt relevant, sondern auch für die Sicht auf Kumulationsrisiken im Bestand. Gerade wer größere Wohngebäude- oder Gewerbebestände betreut, gewinnt dadurch eine zusätzliche Steuerungsperspektive.
Der Nutzen ist dabei doppelt: Auf der Serviceseite erhalten Kunden eine fundiertere Einschätzung ihres individuellen Starkregenrisikos. Das stärkt die Beratungsqualität und die Position des Maklers als risikoorientierter Partner. Auf der Vertriebsseite entstehen konkrete, gut begründbare Anlässe für Zusatzgeschäft. Der Makler kann gezielt auf Deckungslücken hinweisen, den Elementarschutz neu platzieren oder bestehende Absicherungslösungen überprüfen. Besonders wertvoll ist das in Fällen, in denen ein erhöhtes Risiko bereits vorliegt, der Versicherungsschutz aber noch ohne erhebliche Preisnachteile organisiert werden kann. So wird die Bestandsarbeit zugleich kundenorientierter und wirtschaftlich attraktiver.
Doppelter Nutzen für Makler
Auch aus operativer Sicht spricht viel für diesen Ansatz. Die Starkregenzonierung ist einsatzbereit und kann auf unterschiedliche Weise bereitgestellt werden, etwa über eine API, einen Webservice oder ein interaktives Kartentool. Das erleichtert die Integration in bestehende Prozesse. Für Makler ist entscheidend, dass aus komplexen Daten kein zusätzlicher Beratungsaufwand entsteht, sondern ein praktikables Instrument zur Priorisierung und Kundenansprache. Je besser sich Risiken adressgenau einordnen lassen, desto leichter wird es, Beratungsressourcen auf die richtigen Fälle zu konzentrieren. Dabei muss der Makler nur die Adresse des Kunden kennen und keine weiteren Informationen abfragen.
Starkregen ist damit nicht nur ein möglicher Schadenanlass, sondern auch ein datenbasierter Ansatzpunkt für eine bessere Beratung und eine gezielte vertriebliche Entwicklung. Für Makler ergibt sich ein doppelter Nutzen: Kunden erhalten eine deutlich präzisere Einschätzung ihres individuellen Starkregenrisikos, und zugleich lassen sich genau die Objekte identifizieren, bei denen erhöhter Absicherungsbedarf auf noch attraktive Versicherungsmöglichkeiten trifft. Das verbessert den Service – und schafft zusätzliche Chancen im Bestand.
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Florian Bohl - Anmelden, um Kommentare verfassen zu können