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Was passiert 2020 mit den Baufinanzierungszinsen?
18. Dezember 2019

Was passiert 2020 mit den Baufinanzierungszinsen?

2019 sind die Zinsen für Baufinanzierungen noch weiter gesunken. Bestzinsen für Darlehen mit zehnjährigen Zinsbindungen lagen zeitweise bei unter 0,5%. Bleibt es bei diesen historischen Niedrigzinsen oder besteht 2020 die Chance auf eine kleine Zinswende?


2019 sind die Zinsen für Baufinanzierungen noch weiter gesunken. Bestzinsen für Darlehen mit zehnjährigen Zinsbindungen lagen zeitweise bei unter 0,5%. Bleibt es bei diesen historischen Niedrigzinsen oder besteht 2020 die Chance auf eine kleine Zinswende?


Was passiert 2020 mit den Baufinanzierungszinsen?

Die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte auf ihrer ersten geldpolitischen Sitzung klar, dass sie die Notenbank anders führen wird als ihre Vorgänger. Die Fed lieferte die erwartete geldpolitische Verschnaufpause und veröffentlichte einen überraschend positiven Ausblick auf 2020. Die Baufinanzierungszinsen haben darauf im Dezember mit einem leichten Anstieg geantwortet. Trotz der jüngsten leichten Aufwärtstendenzen sind die Bauzinsen aber nach wie vor historisch niedrig.

Aktuelle Zinsentwicklung

Die zehnjährigen Zinsbindungen waren seit September bei 0,46% verharrt. Anfang Dezember machten sie laut Qualitypool einen leichten Sprung, lagen aber immer noch bei lediglich 0,61%. Die 15-jährigen Zinsbindungen sanken Anfang November zunächst von 0,89% auf 0,86% und stiegen anschließend bis Anfang Dezember auf 0,95%. Wie es im nächsten Jahr weitergehen könnte, damit hat sich Jörg Haffner, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH beschäftigt.

Impulse der Notenbanken

Beim Ausblick auf 2020 verweist Haffner unter anderem auf die neue EZB-Chefin Christine Lagarde. Diese habe zum Einstand deutlich gemacht, dass sie die bisherige Strategie der Notenbank genauestens analysieren und überarbeiten wird – unter anderem dahingehend, ob das Ziel einer Inflation „nahe 2%“ noch zeitgemäß ist. „Sie lässt prüfen, welche geldpolitischen Instrumente der EZB überhaupt zur Verfügung stehen, nachdem Anpassungen des Leitzinses und Anleihekäufe nahezu ausgeschöpft sind“, so Haffner. Bis Ende 2020 sollen neue Maßnahmen umgesetzt werden. Auch von der USA dürften keine Impulse für einen Zinsanstieg ausgehen. „Für das gesamte kommende Jahr – in dem die US-Präsidentschaftswahlen stattfinden werden − plant die Fed keine Zinsschritte“, prognostiziert der Qualitypool-Experte.

Kein anhaltender Aufwärtstrend

Insgesamt könne nicht von einem anhaltenden Aufwärtstrend gesprochen werden. „Man sollte nicht vergessen, dass sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen nach wie vor im negativen Bereich bewegt. Zu viele politisch motivierte Unsicherheiten bleiben bestehen. So ist auch nach den Wahlen in Großbritannien und der Aussicht auf einen harten Brexit Ende Januar keine Entspannung am Markt zu bemerken“, gibt Haffner zu Bedenken.

Bauzinsen dürften 2020 niedrig bleiben

Darüber hinaus seien viele Wirtschaftsdaten nicht überzeugend. „Die Inflation in der Eurozone lässt zu wünschen übrig, in Deutschland sank zuletzt erneut die Industrieproduktion“, so Haffner. „Dies alles spricht dafür, dass keine Zinserhöhungen der Notenbanken anstehen, die Situation auf dem Anleihenmarkt bestehen bleibt und wir von anhaltend niedrigen Bauzinsen in 2020 ausgehen können“, so Haffner. Ob es auf der anderen Seite 2020 sogar faktische Negativzinsen für Finanzierungskunden geben wird, sei allerdings nicht absehbar. (mh)

Bild: © bluedesign – stock.adobe.com




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