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Weiter keine Spur von Krise am deutschen Wohnungsmarkt
06. Oktober 2020

Weiter keine Spur von Krise am deutschen Wohnungsmarkt

Am Investmentmarkt für Wohnimmobilien ist von der Corona-Krise weiter wenig zu spüren. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Transaktionsvolumen sogar um fast ein Drittel zugenommen. Auch Berlin bleibt trotz oder gerade wegen des Mietendeckels gefragt.


Am Investmentmarkt für Wohnimmobilien ist von der Corona-Krise weiter wenig zu spüren. Im Vergleich zum Vorjahr hat das Transaktionsvolumen sogar um fast ein Drittel zugenommen. Auch Berlin bleibt trotz oder gerade wegen des Mietendeckels gefragt.


Weiter keine Spur von Krise am deutschen Wohnungsmarkt

Große Transaktionen in Wohnimmobilien sind weiter hoch begehrt. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres wechselten laut Savills Wohnimmobilien für etwa 15,8 Mrd. Euro den Eigentümer. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Anstieg um 29%. Auch das Fünf-Jahres-Mittel wurde um 29% übertroffen. Die Zahl der gehandelten Einheiten belief sich in den vergangenen neun Monaten auf nahezu 125.000 und lag damit um 39% über dem Vorjahreswert.

Nachfrage ungebrochen hoch

Maßgeblich verantwortlich hierfür war laut Savills aber das Auftaktquartal und dabei vor allem die Übernahme von Adler Real Estate durch Ado Properties. In den beiden „Corona-Quartalen“ Q2 und Q3 lagen die Volumina mit jeweils etwa 3,2 Mrd. Euro um 24 % bzw. 27 % unter dem Quartalsdurchschnitt der vergangenen fünf Jahre. „Dass die Volumina in den vergangenen zwei Quartalen unterdurchschnittlich waren, ist jedoch kein Ausdruck einer Zurückhaltung der Investoren. Die Investorennachfrage nach Wohnimmobilien ist ungebrochen und nimmt sogar spürbar zu. Limitierender Faktor bleibt das Angebot“, konstatiert Karsten Nemecek, Managing Director Corporate Finance – Valuation bei Savills Germany.

Unternehmensübernahmen als Treiber

Vor allem aufgrund der Übernahme von Adler Real Estate entfielen im bisherigen Jahresverlauf fast 40% des Transaktionsvolumens auf Unternehmensübernahmen. Das ist der höchste Anteil seit dem Jahr 2015, als unter anderem aufgrund der Übernahmen der Gagfah und der Südewo mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumens auf solche Transaktionen entfiel. „Die voranschreitende Konsolidierung unter den Wohnimmobilien-AGs lässt immer dominantere Akteure am Wohnungsmarkt entstehen. Dadurch werden potenzielle Übernahmekandidaten aber zunehmend rar. Um das langfristige Portfoliowachstum abzusichern, setzen viele Wohnimmobilien-AGs mittlerweile auch auf den Neubau und übernehmen Projektentwickler und deren Pipeline“, erläutert Nemecek.

Berlin bleibt gefragt

Mit einem Transaktionsvolumen von über 2,6 Mrd. Euro war Berlin erneut der mit Abstand umsatzstärkste Markt, nicht zuletzt aufgrund des Ankaufs von etwa 3.900 Wohnungen durch den schwedischen Investor Heimstaden Bostad. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging das Transaktionsvolumen in der Hauptstadt jedoch um 42% zurück. „Weiterhin sorgt im Berliner Markt der Mietendeckel für eine hohe Verunsicherung. Einige Investoren machen daher vorerst einen Bogen um die Stadt“, beobachtet Nemecek und gibt zu bedenken: „Der geringere Bieterwettstreit bietet opportunistischen Akteuren allerdings auch die Chance, jetzt in größerem Umfang in den Markt einzusteigen“. (mh)

Bild: © pirom – stock.adobe.com




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