Werbung muss als Werbung kenntlich sein | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Werbung muss als Werbung kenntlich sein
08. November 2019

Werbung muss als Werbung kenntlich sein

Das OLG Frankfurt am Main hat einer Influencerin und YouTuberin untersagt, auf ihrem Instagram-Konto Bilder zu präsentieren, auf denen sie Waren und Dienstleistungen bewirbt und auch auf die Accounts der jeweiligen Hersteller bzw. Anbieter verlinkt, da sie diese Verlinkungen nicht als Werbung kenntlich gemacht hat.

2 / 2


Das OLG Frankfurt am Main hat einer Influencerin und YouTuberin untersagt, auf ihrem Instagram-Konto Bilder zu präsentieren, auf denen sie Waren und Dienstleistungen bewirbt und auch auf die Accounts der jeweiligen Hersteller bzw. Anbieter verlinkt, da sie diese Verlinkungen nicht als Werbung kenntlich gemacht hat.


Werbung muss als Werbung kenntlich sein
Instagram-Account stellt geschäftliche Handlung dar

Vor dem OLG Frankfurt am Main sah es nun anders aus. Das Gericht gibt der Klägerin Recht. Die Beklagte betreibe mit ihrem Instagram-Account eine geschäftliche Handlung. Sie versuche mit ihrer Präsentation den Absatz der betroffenen Produkte zu steigern und die Popularität der vorgestellten Markennamen zu erhöhen. Sie stelle sich auch zweifellos nicht als Werbeperson auf dem Account dar, sondern versuche möglichst als authentische Privatperson wahrgenommen zu werden.

Gegenleistung für Beiträge erhalten

Auch sah das Gericht es als bewiesen an, dass die Influencerin eine Gegenleistung für ihre Beiträge erhielt. Als Beleg zog das Gericht heran, dass sie sich unter zwei ihrer Bildbeiträge ausdrücklich bei Unternehmen für die Reiseeinladung bedankt hatte.

Influencerin profitiert als Autorin auch direkt

Entgegen des Eindrucks, den sie erwecken wollte, sei der Instagram-Account der Beklagten auch ansonsten als kommerziell einzuordnen, entschied das Gericht. Schließlich bewerbe sie auch ihr eigenes Buch, welches mittlerweile ein Spiegel-Online-Bestseller ist. Somit erzielt sie als Resultat ihrer Tätigkeit auf Instagram Einkünfte.

Gemäß des Urteilspruchs muss die Influencerin zukünftig alle Links auf die Seiten oder Instagram-Konten von Herstellern und Anbietern als Werbung kenntlich machen. Das Urteil ist nicht anfechtbar. (tku)

OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 24.10.2019, Az.: 6 W 68/19

Bild: © Chaay_tee – stock.adobe.com

Seite 1 Werbung muss als Werbung kenntlich sein

Seite 2 Instagram-Account stellt geschäftliche Handlung dar




Ähnliche News

Ein Gegenstand, der im Fahrzeug transportiert wird, ist bei einem Unfall unter Umständen nicht durch die Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Dies gelte, laut OLG Jena, auch für den Transport im privaten Bereich und nicht nur bei der Beförderung zu unternehmerischen Zwecken. weiterlesen
Das OLG Frankfurt am Main hat in einer Grundsatzentscheidung beschlossen, dass private Dienstleister keine Verkehrsüberwachung betreiben dürfen. Bußgeldbescheide, die auf dieser Grundlage erlassen wurden, sind rechtswidrig. weiterlesen
Gefahren lauern in der digitalen Arbeitswelt überall, gerade für datenschutzsensible Institutionen wie Versicherer und Vermittlerbetriebe. Wie man die Sicherheit am mobilen Arbeitsplatz verbessern kann und welche Basics dabei zu beachten sind, erklärt Marco Föllmer, IT-Experte und Geschäftsführer der EBF GmbH. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.