Interview mit Peter Koßmann (Bereichsleiter Makler und Kooperationen Schaden/Unfall bei der ERGO Versicherung AG, Mitte), Christoph Klawunn (Vorstandsvorsitzender der ERGO Direkt AG und Mitglied der Vorstände der ERGO Krankenversicherung AG und der DKV Deutsche Krankenversicherung AG, rechts im Bild) und Dr. Oliver Horn (Vorstandsvorsitzender der ERGO Vorsorge Lebensversicherung AG, links im Bild)
Herr Koßmann, Herr Klawunn, Herr Dr. Horn, welche strategische Bedeutung hat der Maklervertrieb für ERGO?
Peter Koßmann In Schaden/Unfall haben wir uns über die vergangenen Jahre als absatzstärkster Vertriebskanal etabliert. Für mich steht außer Frage, dass wir diese Erfolgsstory fortschreiben wollen. Entscheidend für unseren Erfolg ist dabei, dass wir die Maklerzufriedenheit nachhaltig stärken. Daran arbeiten wir intensiv.
Christoph Klawunn Auch in der Krankenversicherung ist der Maklermarkt neben unseren anderen Vertriebskanälen eine ganz wichtige Säule, in der wir weiter sowohl in Technologie als auch in Personal investieren werden.
Dr. Oliver Horn In der Lebensversicherung investieren wir viel in den Maklermarkt und bauen unsere Betreuung weiter aus. Wir haben unser Personal deutlich aufgestockt und werden es auch künftig ausbauen. Wir setzen auf die Beratung beim Kunden und Makler vor Ort. In den vergangenen Jahren sind wir im Maklermarkt im Schnitt um 30% gewachsen. Für uns ist das ein starkes Wachstumssegment. Dazu haben wir in Produkte, Prozesse und Personal investiert.
Einfache und digitale Prozesse sind dabei ein wichtiges Thema. Wo setzt ERGO konkret an und welche Rolle spielt KI?
OH Die Prozesse müssen stimmen. Es muss dem Makler so einfach wie möglich gemacht werden, weil er die Auswahl zwischen allen Versicherern hat – und das ist auch gut so. Wir werden als ERGO-Konzern in den nächsten fünf Jahren noch einmal mehr als 20 Mio. Euro in die Verbesserung der Prozesse im Maklervertrieb investieren. Dieses Thema muss laufend weiterentwickelt werden.
PK KI ist eminent wichtig und wir investieren stark in die Entwicklung. Ein Beispiel sind große industrielle Ausschreibungen mit umfangreichen Unterlagen und Brandschutzkonzepten. KI kann helfen, diese schnell und effizient auszulesen und zu strukturieren. Dadurch gewinnen wir kostbare Zeit, die wir in den Ausbau unserer Geschäftsbeziehungen einbringen können.
Trotz Digitalisierung und KI setzen Sie also weiterhin auf persönliche Betreuung. Wo bleibt der persönliche Ansprechpartner unverzichtbar?
CK KI wird ein wesentlicher Hebel für Prozessoptimierungen sein. Gleichzeitig nutzen auch Makler und Kunden immer mehr KI-Tools. Aber gerade bei langfristigem Geschäft wie in der Krankenversicherung behält das persönliche Gespräch mit dem Makler, die Erfahrung und Expertise der Maklerbetreuer und Key Account Manager eine hohe Relevanz.
OH KI kann ergänzen und unterstützen, aber die persönliche Beratung nicht ersetzen. Gerade in der Altersvorsorge ist das persönliche Umfeld entscheidend, um eine passgenaue Lösung für den Kunden zu finden.
Der Maklermarkt konsolidiert sich, größere Maklergruppen gewinnen an Bedeutung. Wie verändert das die Zusammenarbeit – und was bedeutet das für kleinere Makler?
PK Ich sehe größere Maklereinheiten zunächst als Chance, weil damit auch eine stärkere Professionalisierung sowie der Aufbau einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur einhergehen. Darauf müssen wir uns ausrichten, insbesondere mit Ansprechpartnern auf Managementebene, aber auch dezentral für die Mitgliedsunternehmen vor Ort. Parallel behalten wir auch kleinere Makler im Fokus. Mit guten digitalen Prozessen wollen wir für alle Makler nahbar und erlebbar sein.
OH Wir Versicherer können und wollen den Maklern nicht vorschreiben, wie sie ihr Geschäft betreiben sollten. Wir machen Angebote: Betreuung vor Ort, aber ebenso die Möglichkeit, Geschäft über Konsolidierer oder Pools einzureichen. Egal, wie sich ein Makler entscheidet, wir unterstützen ihn dabei.
Seite 1 Wie ERGO sich im Maklermarkt positioniert
Seite 2 Herr Koßmann, in Schaden/Unfall wollen Sie insbesondere im Gewerbe- und Industriesegment wachsen. Wo sehen Sie Potenzial?
Seite 3 Herr Klawunn, welche Auswirkungen erwarten Sie durch die geplanten Reformen in der gesetzlichen Krankenversicherung auf die PKV?
Seite 4 Herr Dr. Horn, wie positioniert sich ERGO bei der Reform der geförderten privaten Altersvorsorge und was bedeutet sie für bestehende Riester-Kunden?
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