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17. Mai 2026
Wie Kundenerwartungen die Tierversicherung verändern

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Wie Kundenerwartungen die Tierversicherung verändern

Wie Kundenerwartungen die Tierversicherung verändern

Manche Rassen sind für bestimmte Krankheiten prä­destiniert. Wie gehen Sie als Versicherer damit um?

Die Rasse ist für uns ein wesent­liches Tarifierungsmerkmal. Die Höhe des Beitrags orientiert sich unter anderem am jeweiligen rassespezifischen Risiko. So stellen wir sicher, dass jeder Tierhalter einen fairen Beitrag zahlt. Bei besonderen Erkrankungen, die auch rassespe­zifisch sein können, gilt je nach Produktlinie eine verlängerte Wartezeit.

Welche Zahlen liegen Ihnen denn konkret zu Schadenquoten bei verschiedenen Tierarten vor? Welche Tierart weist die meisten Schadenfälle auf?

Die Häufigkeit von Schaden­fällen spielt eine wichtige Rolle, aber auch die Kosten pro Behandlung können stark variieren. Sie hängen unter anderem von Größe oder Gewicht des Tieres ab – eine Katzenbehandlung ist im Schnitt deutlich günstiger als die eines großen Hundes. In der Hundehalterhaftpflicht wiederum sind andere Fak­toren entscheidend, etwa Temperament oder Verhalten des Hundes.

Verbraucherschützer beanstanden Tierversicherungen oft als unnötig und teuer. Zudem kritisieren sie das außerordentliche Kündigungsrecht, nach dem Gesellschaften die Versicherung nach einem Schadenfall kündigen können. Wie sehen Sie das?

Tierversicherungen schützen vor finanziellen Risiken, die viele allein kaum stemmen könnten – und genau deshalb greift diese Kritik aus meiner Sicht zu kurz. Ernsthafte Erkrankungen oder Unfälle können schnell mehrere Tausend Euro kosten; eine Operation kann je nach Aufwand schnell bei 3.000 bis 5.000 Euro liegen. Solche Summen kann kaum jemand spontan abrufen. Wer monatlich 20 Euro für solche Fälle zurücklegt, braucht für einen Betrag in dieser Größenordnung rund 20 Jahre. Eine Versicherung macht diese Kosten planbar und stellt sicher, dass ein Tier im Ernstfall sofort und ohne finanzielle Sorgen behandelt werden kann. Bei unseren neuen Produkten gilt der Kündigungsverzicht im Schadenfall im Übrigen ab dem ersten Tag, und ab dem vierten Versicherungsjahr bieten wir Optionen für lebenslangen Versicherungsschutz. Das zeigt: Wir wollen langfristige Sicherheit bieten und lassen niemanden nach einem Schadenfall fallen.

Seit der Aktualisierung der Gebührenordnung für Tierärzte 2022 haben sich die Kosten für Behandlungen stark erhöht. Laut einer AssCompact Befragung von 2022 geht fast die Hälfte der Makler davon aus, dass die Relevanz von Tierversicherungen in den kommenden Jahren noch steigt. Sehen Sie das ähnlich und wie stark müssen Sie als Versicherer hier immer wieder Anpassungen vornehmen?

Der Markt bleibt in Bewegung. Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau und werden – wenn notwendig – verantwortungsvoll reagieren. Unsere bishe­rigen Erfahrungen helfen uns, die Produkte stabil und zukunftsfähig zu gestalten.

Wie unterstützen Sie Vermittler bei der Beratung zur Tierversicherung?

Vermittler profitieren bei uns von persönlichen Ansprechpartnern in der Region, die speziell für das Thema geschult sind. Darüber hinaus stehen alle wichtigen Informationen in unserem Vertriebs­portal zur Verfügung. Bei indivi­duellen Angebotsfragen unterstützen wir selbstverständlich direkt.

Haben Sie selbst ein Haustier und wie ist es versichert?

Ja, ich habe einen Kater namens Spike. Er ist tatsächlich nicht versichert, weil wir ihn bereits 2020 aufgenommen haben. Die Tierkrankenversicherung der HanseMerkur gibt es erst seit 2022, und zu diesem Zeitpunkt ist Spike leider nicht mehr durch die Gesundheitsprüfung gekommen. Da gibt es auch für Vorstandskatzen keine Extrawurst.

Lesen Sie auch: HanseMerkur stellt überarbeitete Tierversicherungen vor

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Ein Interview mit
Holger Ehses