Hand aufs Herz: Gab es auch schon mal Streit?
E Natürlich gibt es auch bei uns mal Meinungsverschiedenheiten oder einen Tag, an dem einer von uns einfach nicht so gut drauf ist, das gehört schließlich dazu. Wir haben, denke ich, eine gute Kommunikationsebene. Wir sind beide überhaupt nicht nachtragend. So bleibt nichts lange zwischen uns stehen und wir finden immer gemeinsam einen Weg.
Auch in anderen Situationen ist es besonders und wir merken gegenseitig meistens sofort, wenn den anderen etwas beschäftigt. Oft reicht schon ein Blick und wir wissen, dass etwas nicht stimmt. Genau das macht unsere Zusammenarbeit als Geschwister aus: Wir können ehrlich miteinander sein, ohne dass etwas lange zwischen uns stehen bleibt.
Fabienne, was ist dein langfristiger Plan? Co-Spitze mit Enrico?
F Ich werde in naher Zukunft auch ein Teil der Geschäftsführung sein. Mein Bruder und ich werden unser Familienunternehmen dann gemeinsam und auf Augenhöhe führen. Da unser Unternehmen kräftig gewachsen ist, sehen wir beide eine Doppelspitze als genau den richtigen Ansatz für die Zukunft.
Viele denken ja auch an den Unternehmensverkauf. Für euch als Familienunternehmen war das nie eine Option?
F Wir haben dieses Jahr 40-jähriges Jubiläum unserer Firma. Das war für uns von Anfang an nie eine Option.
Mein Bruder hatte nach seinem Schulabschluss bereits den Plan, das Familienunternehmen irgendwann mal zu übernehmen. Im Juli 2019 erfolgte dann sein Einstieg. Mit der Zeit hat sich immer mehr abgezeichnet, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen werden. Umso mehr freue ich mich, dass es nun tatsächlich so gekommen ist und wir die nächste Generation unseres Familienbetriebs gemeinsam gestalten dürfen.
Fabienne, was steht konkret als nächster größerer Schritt für dich an – sowohl in Sachen Ausbildung als auch im Unternehmen selbst?
F Mein nächster Schritt wird sein, im Herbst die Qualifikation nach § 34d GewO abzuschließen. Im Unternehmen selbst möchte ich mich schnellstmöglich in alle Abläufe und die Fachgebiete einarbeiten und Schritt für Schritt Verantwortlichkeiten übernehmen. Mir ist wichtig, die bestehenden Werte und die persönliche Kundenbetreuung fortzuführen und gleichzeitig neue Ideen und Impulse einzubringen.
Seite 1 Zwei Generationen, ein Weg: Wenn die Zukunft in der Familie bleibt
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