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9. März 2026
„Erfolgreiche Vermittler starten nicht mit dem Produkt“
„Erfolgreiche Vermittler starten nicht mit dem Produkt“

„Erfolgreiche Vermittler starten nicht mit dem Produkt“

Vor fast einem Jahr ist die Allianz mit einem neuen bKV-Gesamtkonzept an den Start gegangen. Wie die Tarife mit individualisierten Leistungspaketen für Sehhilfen und Zahnersatz im Markt ankommen und welches Potenzial die bKV Vermittlern weiterhin bietet, darüber spricht die Allianz mit AssCompact.

Interview mit Jan Esser, Vorstandsvorsitzender der Allianz Private Krankenversicherung
Herr Esser, im April 2025 ist die Allianz Private Krankenversicherung mit neuen bKV-Tarifen in den Markt gestartet. Nun ist der Launch schon einige Monate her. Wie fällt Ihr erstes Fazit zur Resonanz bei Kunden und Vermittlern aus?

Wir sind mit dem Start unserer neuen Tarife ausgesprochen zufrieden. Die Rückmeldungen von Vermittlern wie auch von Arbeitgebern fallen durchweg positiv aus und bestätigen uns in unserem Kurs. Besonders erfreulich ist, dass wir in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) stärker als der ohnehin sehr dynamische bKV-Gesamtmarkt wachsen. Seit dem Launch der neuen Tarife konnten wir bereits knapp 4.000 Firmenkunden für das neue Konzept gewinnen. Für uns ist das ein klares Zeichen dafür, dass wir mit unserer Produktstrategie richtig liegen und Arbeitgebern die Mehrwerte bieten, die sie sich wünschen.

Um konkreter zu werden: Laut Aussagen der Allianz ist das Unternehmen das einzige auf dem Markt, das unterschiedliche Leistungspakete für Sehhilfe sowie bis zu 100% Erstattung für Zahnersatz außerhalb der Budgettarife anbietet. Stoßen diese Features auf Anklang bei den Unternehmen?

Ja, unsere Firmenkunden fragen diese Leistungen sehr bewusst nach. Sie wollen präzise auswählen können, wofür sie bezahlen und schätzen es, genau die Gesundheitsangebote zusammenstellen zu können, die zu ihnen und den Ansprüchen ihrer Beschäftigten passen. Genau dafür sind unsere neuen Tarife entwickelt worden.

Besonders deutlich zeigt sich das im Zahnbereich. Viele Arbeitgeber wissen, dass klassische Budgettarife bei teurem Zahnersatz oder umfangreichen Behandlungen schnell an ihre Grenzen stoßen. Deshalb ist die Möglichkeit, Zahnersatz außerhalb des Budgets zu bis zu 100% abzusichern, ein echtes Differenzierungsmerkmal. Auch bei der Sehhilfe kommt die neue Struktur gut an: Mit „Sehhilfe Extra“ erhalten Beschäftigte ein zusätzliches Budget in Höhe der gewählten Budgetstufe. Damit werden dann Kosten für Brillen und Kontaktlinsen bis zu 75% übernommen. Arbeitgeber stellen so sicher, dass Vorsorgeuntersuchungen und andere wichtige Leistungen weiterhin voll aus dem regulären Budget genutzt werden können.

Viele Unternehmen agieren angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Moment sehr kostenbewusst. Warum kann die betriebliche Krankenversicherung dennoch – oder gerade jetzt – ein sinnvoller Mitarbeiterbenefit sein?

Aus Arbeitgebersicht ist die bKV ein äußerst effizienter Benefit und erzielt für relativ kleine Beiträge eine große Wirkung in der Mitarbeiterschaft. Gesundheit hat für Beschäftigte einen hohen Stellenwert, und Unternehmen zeigen mit einer bKV eine sehr direkte, spürbare Wertschätzung. Natürlich nehmen wir punktuell auch Zurückhaltung wahr. Doch das war schon immer abhängig von Branchen und Konjunkturzyklen. Gleichzeitig gibt es Bereiche, wie zum Beispiel die Logistik- oder die Gesundheitsbranche, die um Fachkräfte kämpfen und die dringend Personal finden und binden wollen. Genau hier überzeugt die bKV: Laut einer aktuellen Umfrage des PKV-Verbands wünschen sich gut 68% der befragten Beschäftigten eine solche Leistung vom Arbeitgeber. 55% bewerten sie sogar als wichtiger als ein Jobticket oder Firmenhandy. Das ist ein starkes Signal und zeigt, warum so viele Unternehmen trotz Kostenbewusstsein in eine bKV investieren.

Im Moment wird politisch immer wieder intensiv über den hohen Krankenstand diskutiert. Welche Rolle spielt das Thema Mitarbeitergesundheit bei der Entscheidung für eine bKV?

Mitarbeitergesundheit spielt eine große Rolle. Das bestätigt auch unser Austausch mit Firmenkunden. Viele Unternehmen stehen vor demografischen Herausforderungen: Belegschaften werden älter, erfahrene Mitarbeiter sind schwer zu ersetzen, und jeder Krankheitsausfall verursacht hohe Kosten. Arbeitgeber wollen ihre Mitarbeitenden gesund halten, und da ist die bKV ein Baustein, der unterstützen kann: Sie erleichtert und beschleunigt den Zugang zu medizinischer Versorgung, etwa durch Facharztvermittlung oder die Erstattung von Vorsorgeuntersuchungen. So trägt sie dazu bei, dass Mitarbeitende gesund bleiben oder, im Fall einer Krankheit, schneller wieder einsatzfähig sind.

Um Arbeitgeber hier noch mehr zu unterstützen, haben wir unsere medizinischen Services weiter ausgebaut: Alle Tarife enthalten die bewährten medizinischen Assistance-Services der Allianz – darunter die oben schon genannte Facharztvermittlung, eine medizinische 24/7-Hotline, ärztliche Videosprechstunden und die Pflege-Assistance. Als neuer Baustein hinzugekommen ist nun ein telefonisches Coaching bei psychischen Belastungen. Hier begleiten geschulte Expertinnen und Experten Mitarbeitende über drei Monate hinweg – etwa bei beruflichem Stress, familiären Herausforderungen oder Anzeichen von Überlastung. Gerade vor dem Hintergrund steigender psychischer Belastungen in vielen Branchen sehen Arbeitgeber diesen Service als wichtigen Beitrag zu Prävention und Resilienz und stärken gleichzeitig die Motivation und Bindung an das Unternehmen.

Wie können Vermittler eine noch größere Rolle spielen, um die Verbreitung der bKV noch weiter voranzutreiben?

Auch wenn viele Arbeitgeber mittlerweile schon von der bKV gehört haben, bleibt der Beratungsbedarf, und das Potenzial für Vermittlerinnen und Vermittler ist weiterhin enorm. Sie spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, die bKV als Teil der betrieblichen Vorsorge und echtes strategisches Instrument für Arbeitgeber noch mehr in die Breite zu tragen.

Dabei zeigt sich immer wieder: Erfolgreiche Vermittler starten nicht mit dem Produkt, sondern mit der Situation des Unternehmens. Sie hören zu, arbeiten die größten Druckpunkte heraus – vom Wettbewerb um Fachkräfte über Fehlzeiten bis zur Frage, wie Arbeitgeber ihre Attraktivität nach innen und außen stärken können. Erst wenn klar ist, wo der tatsächliche Bedarf liegt, kommt die Produktauswahl. Dieses Vorgehen ist kundenorientiert und entspricht genau dem, was Arbeitgeber sich wünschen: jemanden, der sie ganzheitlich berät und strategisch dabei unterstützt, Themen wie Personalgewinnung, Personalbindung und Gesundheitsmanagement zusammen zu denken.

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