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22. Februar 2026
„Ich habe festgestellt, dass alle nur mit Wasser kochen“

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„Ich habe festgestellt, dass alle nur mit Wasser kochen“

„Ich habe festgestellt, dass alle nur mit Wasser kochen“

Können Sie ein Beispiel nennen, wo so etwas möglich wäre und wo Sie die Bürokratie als nicht sinnig betrachten?

Zum Beispiel die Dokumentierungspflichten, die ja eigentlich gedacht sind, um den Kunden zu schützen. In der Praxis werden die Dokumentierungen des Versicherungsmaklers als Vordruck genommen, die die Rechte des Maklers stärken, also eigentlich eine Umkehr des Gewollten. Man könnte meines Erachtens auf die gesamten Dokumentationspflichten aus dem VVG verzichten, da sie den Kunden keinerlei Mehrwert bringen. Wenn die Kunden profitieren sollen, dann müssten sie selbst eigentlich die Dokumentation er­stellen, damit der Versicherungsmakler sieht, ob sie die Aussagen richtig verstanden haben.

Jetzt aber können Sie sich ganz auf Ihre eigenen Wünsche und Pläne konzentrieren. Welche wären das?

Ich hatte immer eine eigene Maklerfirma als „Nebentätigkeit“, die von einer sehr guten Geschäftsführerin geleitet wird. Zudem hat meine Frau eine Firma, mit der sie für die Branche tätig ist. Ich habe bei beiden an­geklopft, ob sie noch Verstärkung brauchen.

Also werden Sie weiterhin in der Branche aktiv sein?

Ich bleibe in der Branche in den beiden Firmen. Das eine ist versicherungsmarkt.de. Sie machen schwerpunktmäßig Websites für Versicherungsmakler, haben über 500 Kunden und sind auch als Dienstleister für Versicherer und die VEMA tätig. Die Maklerfirma ist DH Versicherungsmakler. Beide zusammen haben ungefähr 20 Mitarbeiter.

Welchen persönlichen Appell möchten Sie abschließend gerne an die Branche richten?

Der Appell ist, den Blick des Kunden nicht zu vergessen. Wir befassen uns zu oft mit uns selbst oder mit Versicherern oder Versicherer mit Versicherungsmaklern. Wir müssen mehr den Kunden als solchen im Blick halten. Ich habe immer noch dieses Bild in mir, dass wenn heute der Kunde einen Antrag abschließt, wir das Ganze dann dunkel verarbeiten können. Wir drücken aufs Knöpfchen und die Police geht raus. Und das Gleiche wünsche ich mir auch bei Schäden. Der Kunde meldet den Schaden und hat eine Stunde später das Geld auf dem Konto. Das funktioniert im Moment so nicht.

Das Thema Schadenbearbeitung ist ja gerade ein Thema in der Branche ...

Der Makler neigt dazu, Einzelfälle, die eskalieren, auf alle anderen Fälle zu übertragen, was häufig so nicht korrekt ist. Ich gehe davon aus, dass überschlägig mindestens 90% der Schäden vernünftig durchlaufen. An den anderen 10% muss man arbeiten. Das ist eine Schätzung aus meiner eigenen Maklerfirma. Gleichwohl gibt es bei den 90%, die „normal“ laufen, immer noch zu viel Hin und Her, wo ich sage: Mit der Meldung müsste es so weit sein, dass das dunkel beim Versicherer reinläuft und automatisiert die Zahlung angewiesen wird. Die Technik dazu gibt es. Sie wird von vielen nur noch nicht angewandt. Und da wollen wir auch mit der VEMA weiterkommen, um ein positives Kundenerlebnis zu schaffen.

Und was sagen Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen bei der VEMA?

Ich bedanke mich bei ihnen herzlich für das Vertrauen, das sie mir über die 22 Jahre als Genossenschaftsmitglieder geschenkt haben. Ich bedanke mich für den herzlichen Austausch. Ich wünsche mir, dass sie dieses Vertrauen auch meinen Nachfolgern entgegenbringen, und bin dankbar dafür, dass sie mit ihrem wichtigsten Gut, ihrem Geschäft, die VEMA groß gemacht haben. Denn im Prinzip waren es unsere Mitglieder, die die VEMA in der Art ermöglicht haben.

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