Interview mit Tarik El Bouazzaoui, Gründer der LMTLS Performance Beratungsagentur
Hi, Tarik, bei deiner Jungmakler-Award-Teilnahme 2024 wolltest du der „digitalste Versicherungsmakler Deutschlands“ werden. Was ist seitdem passiert?
Da ist so einiges passiert. „Digital“ ist für mich heute kein echtes Unterscheidungsmerkmal mehr, sondern vielmehr Standard. Ich habe meine gesamten Prozesse sowie alle Schritte vor und nach der Beratung vollständig digitalisiert.
Im Anschluss an die Reise beim Jungmakler Award hatte ich dann zwei Fußballer in der Beratung. Das hat mir nicht nur Spaß gemacht, sondern mir auch eine Frage aufgeworfen, die mich seitdem nicht mehr losgelassen hat: Profifußballer verdienen viel Geld, aber warum schaffen es die meisten trotzdem nicht, echtes Vermögen aufzubauen?
Das war für mich ein klarer Wendepunkt und zugleich der Beginn einer Mission, die ich mir selbst gesetzt habe. Denn genau das ist mein Element: nachhaltiger Vermögensaufbau mit intelligenten, individuellen Investments.
Ich habe bei diesen beiden aus nächster Nähe gesehen, wie das System funktioniert. Sie verdienen viel Geld, haben viele Einflüsse und viele Meinungen aus dem persönlichen Umfeld, aber keine klare Struktur in den eigenen Finanzen gehabt. Und genau das hat meine Perspektive komplett verändert.
Du bist also strategisch etwas umgeschwenkt?
Genau. Ich habe angefangen, mich intensiv mit der Realität nach der Profifußball-Karriere zu beschäftigen.
Und die Zahlen sind leider eindeutig: Ein erheblicher Teil der Profis hat bereits wenige Jahre nach dem Karriereende finanzielle Probleme. Je nach Studie sprechen wir hier von Größenordnungen, bei denen etwa jeder zweite Spieler in den ersten Jahren echte Schwierigkeiten bekommt.
Das hat mich ehrlich gesagt überrascht und auch schockiert. Allerdings nicht, weil das Einkommen fehlt, sondern weil häufig die Struktur fehlt. Meist fehlt sogar die Basis wie eine klare Kontenstruktur. Einnahmen und Ausgaben laufen über ein und dasselbe Konto. Genau hier wurde mir klar: Das ist ein systemisches Problem, hier möchte ich unterstützen.
Würdest du sagen, dass spezielle Zielgruppen der Schlüssel zum Erfolg sind im Vergleich zum klassischen „Generalisten“?
Ja, unbedingt, und ich glaube, man muss es noch klarer sagen: Wer alle berät, versteht niemanden wirklich.
Profisportler haben eine spezielle wirtschaftliche Realität. Dazu zählt ein kurzes Zeitfenster für hohes Einkommen, hohe Dynamik, internationale Strukturen und gleichzeitig ein Umfeld, das stark mitredet. Das kann man nicht nebenbei verstehen. Das wollte ich gezielt verstehen.
Wie bist du zu deiner jetzigen Zielgruppe gekommen?
In erster Linie über die zwei Profis, die mich damals über Instagram angeschrieben haben, dort habe ich eine etwas größere Followerschaft. Und über eine einfache, aber sehr direkte Frage: Warum schaffen es so viele Profis nicht, aus einem sehr hohen Einkommen ein Vermögen aufzubauen, das auch ein Leben nach der Karriere trägt?
Wenn man tiefer hineingeht, erkennt man schnell ein Muster. Es gibt sehr selten ein übergeordnetes System, das alle finanziellen Themen zusammenführt. Genau dort entsteht der Bruch. Deshalb gehe ich heute nicht nur in die individuelle Beratung, sondern auch direkt in die Vereine. Ich führe hier Workshops vom Nachwuchsbereich bis hin zu den Profis durch und vermittle die Grundlagen von Finanzstruktur, Risiko und Vermögensaufbau, und das, bevor überhaupt große Einkommen entstehen. Dabei arbeite ich praxisnah und orientiert an der Realität im Profisport.
Was ist von deinem digitalen Ansatz übrig geblieben?
Alles, aber in einer anderen Rolle. Digitalisierung ist heute die Grundlage dafür, dass Prozesse sauber, effizient und transparent laufen. Aber sie macht nicht den Unterschied. Der entsteht durch persönliche Beratung, fachliche Kompetenz und vor allem aber durch Diskretion und Vertrauen. Beides muss man sich kontinuierlich erarbeiten.
Seite 1 „Wer alle berät, versteht niemanden wirklich“
Seite 2 Hat sich dein Geschäftsmodell somit verändert?
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