Ein Artikel von Michael Bickel, Co-Gründer und Geschäftsführer von Sachkundegurus
Digitale Weiterbildung ist längst ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags von Versicherungsmaklern. Doch zwischen einem aufgezeichneten Webinar und einem wirklich wirksamen Lernprozess liegen Welten. Wer Weiterbildung heute digital denkt, muss sie neu konzipieren und darf bestehende Präsenzformate nicht einfach ins Netz übertragen. Entscheidend ist die Frage, wie Makler tatsächlich im Berufsalltag lernen und was sie brauchen, damit Wissen nicht nur konsumiert, sondern nachhaltig angewendet wird.
Digitale Weiterbildung gewinnt nicht zuletzt vor dem Hintergrund gesetzlicher Weiterbildungsverpflichtungen und steigender fachlicher Anforderungen an Bedeutung. Für Versicherungsmakler geht es längst nicht mehr nur darum, formale Weiterbildungsstunden zu erfüllen, sondern fachlich souverän, rechtssicher und effizient beraten zu können. Weiterbildung wird damit zunehmend zu einem strategischen Faktor für Qualität, Wettbewerbsfähigkeit und Vertrauen im Kundengespräch.
Was digitale Weiterbildung wirklich bedeutet
Digitalisierung in der Weiterbildung ist kein Selbstzweck. Es geht nicht darum, Inhalte lediglich online verfügbar zu machen, sondern Lernprozesse so zu gestalten, dass sie sich an der Realität der Zielgruppe orientieren. Digitale Weiterbildung bedeutet u. a. zeit- und ortsunabhängiges Lernen, modulare Inhalte statt starrer Seminarblöcke, eine individuelle Lerngeschwindigkeit sowie unmittelbare Rückmeldungen zum Lernfortschritt.
Damit unterscheidet sich digitale Weiterbildung grundlegend von klassischen Präsenzformaten – nicht nur im Medium, sondern vor allem im didaktischen Ansatz. Der Fokus verschiebt sich vom reinen Durcharbeiten von Inhalten hin zur aktiven Auseinandersetzung mit Wissen. Lernen wird messbar, nachvollziehbar und wiederholbar.
Warum Weiterbildung von Anfang an digital gedacht werden muss
Ein häufiger Fehler besteht darin, analoge Formate lediglich zu digitalisieren: Präsentationen werden abgefilmt, Seminare aufgezeichnet, Skripte als PDF bereitgestellt. Das Ergebnis sind häufig lange Videos mit geringer Aufmerksamkeitsspanne und wenig nachhaltigem Lernerfolg.
Digital gedachte Weiterbildung setzt früher an. Inhalte werden von Beginn an so strukturiert, dass sie digital funktionieren: kurze Lerneinheiten, klare Lernziele, Übungen, Wiederholungen und Kontrollfragen. Statt eines achtstündigen Seminartags entstehen viele Lernmomente, die sich flexibel in den Arbeitsalltag integrieren lassen.
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