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22. Februar 2026
„Ich habe festgestellt, dass alle nur mit Wasser kochen“

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„Ich habe festgestellt, dass alle nur mit Wasser kochen“

„Ich habe festgestellt, dass alle nur mit Wasser kochen“

Ende 2025 hat sich Hermann Hübner in den Ruhestand verabschiedet – zumindest als Vorstand der VEMA Versicherungsmakler Genossenschaft eG. AssCompact fragte, welche Bilanz er für die vergangenen zwei Jahrzehnte zieht. Wo sieht er die größten Entwicklungen und wo wünscht er sich noch mehr Fortschritt?

Interview mit Hermann Hübner, langjähriger Vorstandsvorsitzender der VEMA
Herr Hübner, Sie sind Gründungsmitglied der VEMA und seit über 20 Jahren dabei. Wenn Sie einmal Bilanz ziehen, wie blicken Sie auf diese Zeit zurück?

Es waren insgesamt über 20 sehr schöne Jahre. Wir konnten mit unseren Kollegen, mit unseren Mit­arbeitern, mit unseren Geschäftspartnern aus der Versicherungswirtschaft viel erreichen – mehr als man sich bei Gründung oder vor 20 Jahren vorstellen konnte. Wir sind zwischenzeitlich der größte Intermediär am Markt. Wir haben gezeigt, dass man auch als Genossenschaft im Eigentum der Makler viel bewegen kann. Insgesamt blicke ich sehr zufrieden auf die Zeit zurück, sehe aber auch die großen Herausforderungen, die in Zukunft auf meine Nachfolger zukommen.

In welchen Bereichen hat die VEMA Ihrer Ansicht nach denn in dieser Zeit die größten Impulse gegeben bzw. die größten Fortschritte für die Vermittlerbranche angestoßen?

Dazu muss man zurückgehen, was die Gründe für die Gründung der VEMA waren. Das hatte damals mit der EU zu tun. 1997 kam die Deregulierung, durch die man als Versicherungsmakler mit den Versicherungsunternehmen eigene Vertragsbedingungen aushandeln konnte. Im Berufsverband vom VMV Verband Mittelständischer Versicherungsmakler – heute fusioniert in den BDVM – waren überwiegend die mittelgroßen Makler organisiert.

Man hat also gesagt, man ist einzeln zu klein, um das selber zu stemmen, und hatte sich dann zusammen­getan in der Genossenschaft und mit sogenannten Deckungskonzepten dann Vertragsbedingungen für die Versicherungsmakler entwickelt. Man wollte auch diesbezüglich nicht im Nachteil zu den großen Versicherungsmaklern stehen, die ja die Power hatten, das selbst durchzusetzen. Das ist immer noch das Herz der VEMA: bessere Vertragsbedingungen für die Kunden, sprich Deckungskonzepte. Hinzugekommen ist dann in der Folge die technische Abwicklung.

Wie lief das ab?

Ich erinnere mich noch gerne daran, wie wir ganz zu Anfang die Deckungskonzepte per Post versendet haben. Dann ging alles über die doch aus damaliger Sicht sehr fortschrittlich wirkenden Faxgeräte, die zwischenzeitlich abgelöst wurden. Und als wir die ersten E-Mails versandt haben, waren wir sehr stolz auf den Fortschritt. Dass dann komplette Geschäftsvorfälle dunkel abgearbeitet werden über Web-Services usw., war seinerzeit eigentlich überhaupt nicht vorstellbar, obwohl das „erst“ 20 Jahre zurückliegt. Und man wird sicherlich auch in der Zukunft im technischen Bereich, gerade im Hinblick auf KI, noch sehr viele Innovationen am Markt sehen.

Aber das grundsätzliche Konzept „Makler“ hat sich über die Jahre nicht verändert. Ich bin sicher, auch in Zukunft werden Menschen den persönlichen Kontakt bevorzugen – trotz Vergleichsportalen.

Wofür steht die VEMA noch?

Dritter Schwerpunkt, was unter der Führung meines Vorstandskollegen Andreas Brunner ent­wickelt wurde, ist das ganze Thema Aus- und Weiterbildung in der Maklerschaft. Wir haben eine Akademie aufbauen können, die sowohl qualitativ als auch quantitativ sehr viel leistet. Wir spielen hier auch unterschiedlichste Formate – ob vor Ort, ob VEMA-TV, ob Lernplattform, alle modernen Methoden sind mit dabei. Wir sind auch zertifiziert als Fortbildungs­unternehmen. Das sind die drei Schwerpunkte der VEMA, die Säulen, die auch in Zukunft die Firma tragen werden. Hinzu kommt dann noch unsere Unterstützung der Maklerbetriebe in den Bereichen der Unternehmensführung.