Das Analysehaus MORGEN & MORGEN hat erneut die Tariflandschaft in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) untersucht. Im aktuellen Ratingjahrgang bewertet MORGEN & MORGEN 636 Tarife und Tarifkombinationen sowie 59 Unternehmen.
Nach Angaben des Ratinghauses konkurrieren immer mehr Tarife im Top-Segment – und damit rücke zunehmend in den Fokus, ob Bedingungen, Anbieterkompetenz, Beitragsstabilität und Antragsfragen im Zusammenspiel auch überzeugen. „Der Wettbewerb verlagert sich zunehmend in die Details“, bestätigt Iris Portugall, Spezialistin für Ratings und Aktuarin bei MORGEN & MORGEN.
So untersucht MORGEN & MORGEN die Tarife
Das Rating analysiert neben der Qualität der Tarifbedingungen auch die Leistungsfähigkeit der Versicherer selbst, insbesondere ihre BU-Kompetenz, die Stabilität der Beiträge sowie die Verbraucherfreundlichkeit der Antragsfragen. Dabei nutzt das Analysehaus neben öffentlich verfügbaren Informationen auch umfangreiche interne Daten der Gesellschaften für die Bewertung, etwa in Zusammenhang mit Erfahrungen in der Bestandsführung, der Umgang mit Leistungsfällen, der Antragsprüfung sowie gerichtlich geführte Prozesse. Auch die Einschätzung der zukünftigen Beitragsstabilität fließt mit in die Bewertung ein, ebenso ob es Neugeschäftsaktionen gegeben hat, bei denen die eigentlich vorgesehene Risikoprüfung umgangen wurde.
Die Gesamtnote ergibt sich aus vier unterschiedlich gewichteten Teilratings: Bedingungen (40%), Kompetenz (30%), Beitragsstabilität (20%) sowie Antragsfragen (10%). Bewertet wird mit einem Stern bis zu fünf Sternen. Um vier oder fünf Sterne zu erreichen, müssen die Tarife eine Reihe von Mindestkriterien voll oder eingeschränkt erfüllen (siehe Grafik).
BU-Leistungsfälle: Psychische Erkrankungen machen fast ein Drittel aus
Neben der eigentlichen Bewertung der Tarife untersucht das Ratinghaus auch weitere Aspekte zur BU. So werden beispielsweise knapp 80% derjenigen, die eine Vorerkrankung haben, ohne Erschwernisse angenommen. Knapp weitere 10% erhalten eine Police mit Ausschlüssen, nur in wenigen Fällen kommt es zu Zuschlägen bzw. Zuschlägen und Ausschlüssen. Abgelehnt werden aufgrund von Vorerkrankungen etwa 2,75% der Anträge.
Zudem bleiben psychische Erkrankungen mit Abstand die häufigste Ursache für eine BU – sie machen fast ein Drittel aller Leistungsfälle aus, vor allem bei jüngeren Versicherten. Erkrankungen des Bewegungsapparats folgen mit rund 18% – anders als bei den psychischen Erkrankungen nehmen diese jedoch mit steigendem Alter deutlich zu. Rund 16% der Leistungsfälle liegen Krebs und andere bösartige Geschwülste zugrunde, Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems, Unfälle und sonstige Nervenkrankheiten liegen alle bei rund 6%.
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