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3. Juni 2026
Vermietungssituation bei offenen Immobilienfonds
Vermietungssituation bei offenen Immobilienfonds

Vermietungssituation bei offenen Immobilienfonds

Laut Analysehaus Scope bewegen sich die Vermietungsquoten offener Immobilienfonds derzeit auf stabilem Niveau. Die Branche trotzt dem Druck durch die Objektverkäufe, die zur Liquiditätsbeschaffung erforderlich sind. Scope rechnet zum Jahresende mit einem konstanten bis leicht sinkenden Niveau.

Das Analysehaus Scope hat sich die Vermietungsquoten offener Immobilienfonds näher angesehen. Demnach haben sich die Quoten zuletzt konstant auf solidem Niveau gehalten. Sowohl im einfachen Durchschnitt als auch auf volumengewichteter Basis beträgt die Quote 92,4%. Bei vier der fünf größten Fonds zeigen sich überdurchschnittliche Vermietungsquoten.

Mit dieser Quote bleiben die Fonds auf einem soliden Niveau. Die nahezu konstante Entwicklung der vergangenen anderthalb Jahre werten die Analysten von Scope als Beleg für aktives Vermietungsmanagement. Obwohl die Branche teilweise in großem Umfang gut aufgestellte Immobilien verkauft hat, konnte sie das Vermietungsniveau stabilisieren.

Deutliche Unterschiede bei den einzelnen Fonds

Je nach Fonds lassen sich allerdings spürbare Unterschiede beobachten: Die Bandbreite reicht von 83,1% bis 99,2%. Sieben Fonds erzielen Vermietungsquoten von über 95% und sind damit nahezu vollvermietet. Die höchsten Quoten haben momentan der Deka-ImmobilienMetropolen, der UniInstitutional German Real Estate und der REALISINVEST EUROPA mit jeweils über 97%. Am unteren Ende der Liste rangieren der UBS (D) Euroinvest Immobilien, der grundbesitz Fokus Deutschland und der Deka-ImmobilienNordamerika mit Quoten zwischen 83% und 86%.

US-Büroimmobilien setzen global ausgerichteten Fonds zu

Vor allem global ausgerichtete Fonds befinden sich unter Druck. Dafür sorgen zunehmende Leerstände bei US-Büroimmobilien, die sich mit Verzögerung in den Portfolios niederschlagen. In den USA sind Mietvertragslaufzeiten oft kürzer, sodass sich Marktveränderungen schneller auf die Vermietungssituation auswirken. Erste positive Signale seien aber laut Scope erkennbar – so ging die Büroleerstandsquote in den USA im ersten Quartal leicht zurück.

Das Wohnsegment weist keine strukturellen Nachfrageprobleme auf. Jedoch können Projektentwicklungen, die neu in Fondsportfolios übernommen und erst nach und nach vermietet werden, vorübergehend die Vermietungsquote drücken.

Stabilisiert werde die Vermietungssituation offener Immobilienfonds zum einen durch inflationsindexierte Mietverträge, zum anderen durch langfristige Vereinbarungen aus der Corona-Zeit. Die durchschnittliche Restmietvertragslaufzeit liegt bei soliden 5,9 Jahren, heißt es von Scope.

Marktumfeld birgt weiterhin Herausforderungen

Trotz dieser Faktoren und des leicht gestiegenen Niveaus der Vermietungsquote bleiben die Herausforderungen hoch. So nehmen die Leerstände bei Büroimmobilien zu, was vor allem die B-Lagen betrifft – unter anderem durch eine reduzierte Flächennachfrage infolge von Home-Office und KI. Zum anderen müssten Vermieter verstärkt Anreize wie mietfreie Zeiten oder Ausbaukostenzuschüsse schaffen, um Mieter in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu gewinnen. Darüber hinaus steige laut Scope der Druck auf die Fonds durch höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Analysehaus im Durchschnitt konstante bis leicht abnehmende Vermietungsquoten. Zugleich könnte ein rückläufiges Angebot neuer Flächen – etwa durch geringere Bautätigkeit – für Stabilisierung sorgen.

Die vollständige Studie bietet Scope auf seiner Website zum Download. (tik)

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