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22. Juni 2026
Bildungsimmobilien als strategische Asset-Klasse
Bildungsimmobilien als strategische Asset-Klasse

Bildungsimmobilien als strategische Asset-Klasse

Bildungsimmobilien rücken zunehmend in den Fokus von Investoren. Welche Bedeutung privatem Kapital beim Ausbau von Bildungseinrichtungen haben kann und warum Bildungsimmobilien als eigenständige Asset-Klasse an relevanter werden, war Thema einer Expertenrunde.

Deutschlands Bildungsinfrastruktur steht unter enormem Druck. Der kommunale Investitionsbedarf im Bildungsbereich beläuft sich auf rund 68 Mrd. Euro. Zugleich mangelt es vielerorts unter anderem an finanziellen Mitteln, um Neubau- und Sanierungsprojekte eigenständig zu realisieren. Vor diesem Hintergrund rücken Bildungsimmobilien zunehmend in den Fokus von Investoren, Projektentwicklern und Kommunen. Welche Rolle privates Kapital beim Ausbau von Schulen, Kitas und weiteren Bildungseinrichtungen spielen kann und warum Bildungsimmobilien als eigenständige Asset-Klasse an Bedeutung gewinnen, war Gegenstand eines von RUECKERCONSULT organisierten Online-Pressegesprächs. Zu den Diskussionsteilnehmern zählten Robert Feldt, Investment Director bei CapMan, Tanja Volksheimer, Geschäftsführerin und CIO von NEXT Generation Invest, sowie Jan Trenn, CEO von CELLS.

Nordische Länder machen es vor

In den nordischen Ländern gehören Bildungs- und Sozialimmobilien bereits seit Jahren zu den etablierten Anlageklassen. Hohe staatliche Bildungsinvestitionen, langfristige Mietverträge und eine starke Bonität der öffentlichen Hand würden dort stabile Rahmenbedingungen für Investoren schaffen. Soziale Infrastruktur gilt laut RUECKERCONSULT in Skandinavien nicht als Nischenmarkt, sondert ist Bestandteil institutioneller Immobilienportfolios.

Steigender Investitionsbedarf

Der Investitionsbedarf im deutschen Bildungssektor steigt seit Jahren, während viele Kommunen finanziell zunehmend vor Herausforderungen stehen. Für institutionelle Investoren ergibt sich laut der Expertenrunde dadurch ein Markt, der gesellschaftliche Relevanz mit langfristig stabilen Erträgen verbinde. Langlaufende Mietverträge, häufig öffentliche oder öffentlich finanzierte Nutzer sowie indexierte Mietvereinbarungen würden für planbare Cashflows und ein attraktives Rendite-Risiko-Profil sorgen. Je nach Standort, Objektqualität und Nutzerstruktur betragen die Renditen für Schulimmobilien aktuell zwischen rund 3,8 und 5,9%.

Nach Ansicht von Tanja Volksheimer, Geschäftsführerin und CIO von NEXT Generation Invest, befindet sich der deutsche Markt noch am Anfang einer Entwicklung, die in den nordischen Ländern bereits deutlich weiter fortgeschritten ist. Bildungsinfrastruktur umfasst heute weit mehr als Schulen. Akademien, Weiterbildungszentren, Bibliotheken oder gemischt genutzte Bildungscampi dürften künftig eine immer größere Rolle spielen, so Volksheimer.

Umnutzung bestehender Gebäude

Die Diskussionsrunde ging auch auf ein aktuelles Projekt ein, dass zeigt, wie Bildungsinfrastruktur schneller entstehen kann. In CELLS in Frankfurt am Main wurde eine Büroimmobilie, die Sitz der ehemaligen Deutschen Börse war, zu einem Schulcampus mit über 40.000 m² Fläche für mehrere tausend Schüler umgebaut. Heute ist das Objekt für 30 Jahre an die Stadt Frankfurt am Main vermietet. Der Frankfurter Schulcampus entstand innerhalb von nur zweieinhalb Jahren. Werde ein neuer Schulstandort auf der grünen Wiese entwickelt, würden im Falle eines Bebauungsplanverfahrens nicht selten zehn Jahre oder mehr bis zur Fertigstellung vergehen, erläutert Jan Trenn, CEO von CELLS. Durch die Umnutzung bestehender Gebäude würden sich dringend benötigte Schulplätze deutlich schneller schaffen lassen, so Trenn weiter. Neben dem Zeitgewinn verweist er auch auf ökologische Vorteile. Gleichzeitig sei die Nachfrage langfristig abgesichert. (tik)

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