Interview mit Carina Lentfort-Wietheger, Geschäftsführerin bei Wietheger OHG, dem Versicherungs- und Finanzmakler im Münsterland
Frau Lentfort-Wietheger, Sie sind als Maklerin und Geschäftsführerin im Bereich Frauen und Finanzen engagiert. Wer kommt zu Ihnen und mit welchen Erfahrungen bzw. welchem Know-how?
Im Rahmen meiner Tätigkeit erlebe ich v. a. zwei Zielgruppen oft: zum einen selbstständige Frauen, zum anderen zunehmend auch angestellte Frauen, die sich aktiv mit ihrer finanziellen Zukunft auseinandersetzen möchten. Altersmäßig bewegt sich der Großteil zwischen Ende 20 und Ende 40 – also genau in der Lebensphase, in der wichtige Weichen für Vermögensaufbau und Altersvorsorge gestellt werden. Vereinzelt kommen aber auch jüngere oder ältere Kundinnen. Was das vorhandene Wissen betrifft, zeigt sich ein klares Bild: Viele Kundinnen bringen ein grundsätzliches Interesse mit, fühlen sich jedoch gleichzeitig nicht ausreichend informiert. Es besteht oft Unsicherheit darüber, welche Möglichkeiten es gibt und welche Entscheidungen langfristig sinnvoll sind. Häufig besteht auch das Gefühl, bislang nicht optimal für die Zukunft vorgesorgt zu haben.
Was sind Ihre Ziele in der Beratung und was machen Sie anders als Maklerinnen und Makler, die nicht auf die Beratung von Frauen spezialisiert sind?
Mein zentrales Ziel in der Beratung ist, meinen Kundinnen Wissen, Sicherheit und Klarheit zu vermitteln. Sie sollen ihre finanzielle Situation verstehen, einen strukturierten Überblick über ihre Absicherung erhalten und mit einem guten Gefühl in die Zukunft blicken können. Gleichzeitig ist mir wichtig, sie langfristig zu begleiten. Ein Fokus liegt darauf, die eigene finanzielle Unabhängigkeit zu stärken, also sich nicht ausschließlich auf den Partner, der oft Hauptverdiener ist, zu verlassen.
Was mich unterscheidet, ist v. a. die Beratung auf Augenhöhe: verständlich, transparent und individuell. Viele Kundinnen berichten, dass sie zuvor eher unsicher aus Gesprächen gegangen sind. Das möchte ich vermeiden, indem ich mir Zeit nehme, Zusammenhänge erkläre und gemeinsam fundierte Entscheidungen erarbeite. So entstehen Vertrauen und die notwendige Sicherheit für eine persönliche Finanzplanung. Sowohl die Veranstaltungen als auch die Beratung biete ich flexibel vor Ort oder online an, je nachdem, was für die Kundinnen am besten passt.
Wie viel Potenzial steckt denn Ihres Erachtens für die Maklerschaft noch in der Zielgruppe „Frau“?
Aus meiner Sicht steckt in der Zielgruppe „Frau“ weiterhin ein sehr großes Potenzial. Insbesondere strukturelle Themen wie der Gender Pay Gap und die nach wie vor hohe Teilzeitquote führen dazu, dass Frauen häufig mit besonderen finanziellen Herausforderungen konfrontiert sind – v. a. im Hinblick auf Vermögensaufbau und Altersvorsorge. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für diese Themen spürbar. Viele Frauen möchten ihre finanzielle Situation aktiv in die Hand nehmen, stellen gezielte Fragen und suchen nach verständlicher, persönlicher Beratung. Genau hier liegt eine große Chance für Maklerinnen: nicht nur Produkte anzubieten, sondern echte Orientierung und langfristige Begleitung zu schaffen.
Sie halten auch Vorträge. Wie erfahren die Menschen davon und was sind Ihre Themen?
Privatkunden werden in der Regel über E-Mail, persönlich oder telefonisch sowie über unsere Social-Media-Kanäle auf die Vorträge aufmerksam. Inhaltlich geht es hier häufig um grundlegende Themen wie die Absicherung der Arbeitskraft oder den strukturierten Vermögensaufbau. Im Unternehmenskontext erfolgen die Anfragen meist über bestehende Kontakte oder Empfehlungen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der betrieblichen Vorsorge, v. a. darauf, wie Arbeitgeber durch gezielte Benefits – etwa im Bereich Altersvorsorge oder Gesundheitsleistungen – Mitarbeitende langfristig binden und gleichzeitig ihre Attraktivität als Arbeitgeber stärken können.
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Seite 2 Wie viel Zeit stecken Sie denn in diese Vorträge und warum lohnt sich das für Sie?
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