Der Bestandsversicherer Frankfurter Leben steht laut Medienberichten kurz vor Abschluss eines Deals für den Kauf der deutschen Tochtergesellschaft der Athora Holding. Das berichtete das Nachrichtenportal Bloomberg zuerst. Laut Angaben von Bloomberg könnte die Transaktion noch im laufenden Monat bekannt gegeben werden. Die Gespräche könnten jedoch auch noch scheitern oder weitere Bieter hinzukommen, wie Insider gegenüber Bloomberg angeben.
Eine Stellungnahme zu der Transaktion gibt es weder von der Frankfurter Leben, die mehrheitlich zur chinesischen Unternehmensgruppe Fosun gehört, noch von Athora, wie mehrere Branchenmedien übereinstimmend berichten.
Wachstumsambitionen offenbar nicht erfüllt
Im Februar 2025 hatte Athora noch über seine Wachstumsambitionen im deutschen Markt berichtet. Demnach wollte das in Bermuda ansässige Unternehmen in Deutschland wachsen, zunächst als Ankäufer, doch auch Neugeschäft hatte der Run-off-Spezialist nicht ausgeschlossen. Diese Pläne haben sich offenbar nicht erfüllt. In anderen europäischen Ländern wie Italien, Belgien und den Niederlanden betreibt das Unternehmen auch Neugeschäft in der Lebensversicherung.
Im Jahr 2025 soll Athora bis zuletzt im Rennen um die Übernahme des hessischen Run-off-Spezialisten Viridium gewesen sein, doch schlussendlich hatte ein von der Allianz geführtes Konsortium sich durchgesetzt.
Zudem musste Athora im Jahr 2024 bekannt geben, dass eine Vereinbarung zwischen der deutschen Tochter der Athora und dem Versicherer AXA über den Erwerb eines geschlossenen Lebensversicherungsbestandes mit rund 900.000 Verträgen geplatzt war.
Kaufpreis ist unbekannt
Angaben zu einem Kaufpreis gibt es nicht, im Branchenmedium Versicherungsmonitor heißt es allerdings, dass die Frankfurter Leben bereit sei, bis zu 200 Mio. Euro für die deutsche Athora-Tochter zu zahlen, eine solch hohe Summe aber überraschend wäre, sowohl aufgrund der eher bescheidenen Gewinne als auch aufgrund der veralteten IT-Systeme des Unternehmens.
Die Frankfurter Leben-Gruppe beschäftigt laut der Website des Unternehmens etwa 170 Mitarbeiter und verwaltet ca. 700.000 Lebensversicherungsverträge in Deutschland. Die Gruppe betreibt als Bestandsversicherer kein Neugeschäft. (js)
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