Die Bedrohungen im Netz werden häufiger und vielfältiger, auch für Privatpersonen. Der Cyberversicherungsmonitor 2026 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt, dass im vergangenen Jahr rund 11% der Internetnutzer hierzulande einer Straftat im Internet zum Opfer gefallen sind. Betrug beim Online-Shopping lag dabei mit 22% auf Platz 1 der häufigsten Cybervorfälle, gefolgt von Datenverlust und Betrug beim Online-Banking. Doch auch Identitätsdiebstahl sowie Deepfake-Vorfälle sind häufiger geworden.
Anzahl der Anbieter und Tarife leicht rückläufig
Trotz dieser Entwicklungen ist der Markt der privaten Cyberversicherung weiterhin relativ klein, so Franke und Bornberg. Das Analysehaus hat den aktuellen Jahrgang seines Cyberratings Privat veröffentlicht. Bei der Untersuchung der Tariflandschaft wird schnell klar: Die Versicherer sind immer noch zurückhaltend, wenn es um eigenständige Tarife in der privaten Cyberabsicherung geht.
Für den aktuellen Jahrgang hat Franke und Bornberg 20 Tarife von 13 Versicherern geprüft. Damit ist sowohl die Anzahl der Anbieter als auch der Tarife leicht rückläufig: Im Vorjahr waren es noch 21 Tarife und 14 Anbieter. Trotz breiter werdendem Risikobild und wachsendem Schutzbedarf bündeln die meisten Versicherer Cyberangebote häufig noch in Bausteinen zu Hausrat-, Haftpflicht- oder Rechtsschutzverträgen, anstatt eigenständige Policen zu entwickeln.
Schutzbriefe tendenziell schlechter aufgestellt
Für die diesjährige Auflage bewertet Franke und Bornberg die Tarife anhand von 69 Detailkriterien in 13 Kategorien. Die Gewichtung mehrerer Kriterien wurde überarbeitet. So wurde die Gewichtung von Konto- und Zahlungsmissbrauch hochgestuft, während psychologische Betreuung, Haftpflicht und Rechtsschutz niedriger gewichtet wurde als bisher. Finanzielle Eigenschäden gewinnen dagegen im Gesamtsystem an Gewicht. Neu berücksichtigt wurde als Teil der Kriterien die Jahreshöchstentschädigung, also die Gesamtleistung für alle Schadenfälle innerhalb eines Versicherungsjahres.
Um die beiden höchsten Ratingklassen FFF+ („hervorragend“) und FFF („sehr gut“) zu erhalten, müssen die Tarife zusätzlich mehrere Mindeststandards erfüllen.
Im Rating wird nicht zwischen eigenständigen Cyberversicherungen, Rechtsschutztarifen mit Fokus auf Internetrisiken und sogenannten Schutzbriefen unterschieden, da laut Franke und Bornberg eine trennscharfe Abgrenzung der Produktarten kaum möglich ist und diese für Verbraucher auch kaum eine Rolle spielt. Jedoch räumt das Analysehaus ein, dass Schutzbriefe im Rating tendenziell schlechter abschneiden, da sie überwiegend Unterstützungsleistungen bieten und finanzielle Eigenschäden häufig nicht abdecken.
Seite 1 Rating Private Cyberabsicherung: Nur ein Tarif mit Bestnote
Seite 2 Dieser Versicherer erhält die Höchstbewertung
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