Die private Krankenversicherung in Deutschland ist insgesamt solide aufgestellt. Das ist das Ergebnis des aktuellen KV-Unternehmensratings des Analysehauses MORGEN & MORGEN. Für die diesjährige Auflage wurden 30 deutsche Krankenversicherer anhand ihrer Unternehmenskennzahlen aus den Bilanzjahrgängen 2021 bis 2025 untersucht. Für das Rating bewertet das Haus Kennzahlen, die ausschließlich aus öffentlich zugängliche Unternehmensdaten wie Geschäftsberichten und Solvency-II-Berichten stammen. Produktdaten fließen nicht in die Bewertung ein. Für jede Kennzahl und jedes Bilanzjahr werden Benchmarks definiert und regelmäßig an die Marktgegebenheiten angepasst, erklärt MORGEN & MORGEN.
So ist die Situation in der privaten Krankenversicherung
Das Rating zeigt, dass in der Branche derzeit ein differenziertes Bild vorherrscht. Die Bestände entwickeln sich insgesamt positiv – allerdings von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich. Im Allgemeinen nimmt jedoch das Wachstum in der Vollversicherung zu, und auch die Ergänzungsversicherung befindet sich auf dem Wachstumskurs, heißt es. Die Kapitalanlage hat sich stabilisiert und im Bereich der Solvabilität bleiben die betrachteten Krankenversicherer weiterhin deutlich über den regulatorisch erforderlichen 100%.
Allerdings bleiben steigende Leistungsausgaben eine Herausforderung für die Unternehmen: Sie hinterlassen zum Teil deutliche Spuren in den Unternehmenskennzahlen, etwa bei der versicherungstechnischen Ergebnisquote, die weiterhin auf eher niedrigem Niveau liegt. „Insgesamt zeigt sich die Branche diesen Herausforderungen gegenüber aber weiterhin solide aufgestellt“, erklärt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik und Rating bei MORGEN & MORGEN.
Teilrating Erfolg
Das Bild auf Ertragsseite bleibt gemischt, erklärt MORGEN & MORGEN. Sowohl die Nettoverzinsung als auch die Überzinsquote bleiben im Vergleich zum Vorjahr stabil. Der durchschnittliche Rechnungszins dagegen ist nach Jahren der fallenden Tendenz erstmals wieder leicht angestiegen und liegt bei 2,1%. Abschluss- und Verwaltungskosten sind minimal zurückgegangen.
Bei den Leistungsausgaben sieht man den Einfluss auf die Kennzahlen deutlicher. Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote bewegt sich mit 7,6% (Vorjahr: 7%) immer noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Zwar sei eine gewisse Stabilisierung zu beobachten, doch der Druck aus den steigenden Leistungsausgaben bleibt bestehen. Im Teilrating erreichen sieben Unternehmen die Höchstbewertung von fünf Sternen, weitere zehn erhalten vier Sterne.
Teilrating Bestand
Die Bestandsentwicklung fällt insgesamt positiv aus. In der Vollversicherung liegt die durchschnittliche Wachstumsrate der natürlichen Personen bei 0,5%, und steigt dabei sogar an (Vorjahr: 0,3%). In der Zusatzversicherung liegt die Wachstumsrate mit 2,2% leicht unter dem Vorjahreswert von 2,7%. Einzelne Versicherer erzielen in beiden Bereichen deutlich überdurchschnittliche Wachstumsraten.
In diesem Teilrating erreichen gleich 10 der 30 analysierten Unternehmen die Höchstbewertung, die übrigen verteilen sich vergleichsweise breit auf die restlichen Ratingstufen.
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