Das Analysehaus Franke und Bornberg hat sein Rating Private Krankenvollversicherung aktualisiert und dabei das Bewertungsverfahren in vier Punkten angepasst. Bereits seit dem letzten Update werden Ergebnisse aus dem map-report einbezogen: finanzielle Stärke, langfristige Beitragsentwicklung sowie Unterstützung und Services für Kunden. Diese Faktoren werden nun von der möglichen Punkteanzahl her stärker gewichtet. Außerdem fließt nun auch der Nachhaltigkeits-Score von Franke und Bornberg ein.
Transportkosten als neuer Mindeststandard
Weitere Anpassungen betreffen das Beschaffungsmanagement bei Hilfsmitteln. Steuerungsinstrumente bewertet Franke und Bornberg angesichts steigender Gesundheitskosten nicht mehr per se negativ. Für die Höchstnote FFF+ reicht künftig eine Erstattung von 100% für Hilfsmittel, auch wenn der Versicherer dabei ein Beschaffungsmanagement vorschreibt.
Tarife ohne Leistungsanspruch auf Transportkosten zu ambulanten Therapien wie Dialyse oder Strahlentherapie kommen künftig über die Note F+ (ausreichend) nicht mehr hinaus. Neu aufgenommen in den Kriterienkatalog haben die Rater die ambulante Palliativmedizin und stationäre Hospizdienste. Insgesamt erfolgt die Bewertung anhand von 112 Detailkriterien in 20 Untersuchungsbereichen.
Jeder elfte Tarif mit Höchstnote
74 von 799 Tarifen können die Höchstnote hervorragend (FFF+) einheimsen. Das entspricht einem Anteil von rund 9%. Zum Vergleich: Im Vorjahresrating erhielten 70 von insgesamt 897 untersuchten Tarifen die Bestwertung, also rund 8%. Für die Höchstnote FFF+ braucht es mindestens 85% der Punkte. Außerdem muss jeder Tarif Mindeststandards erfüllen. Für FFF+ sind dies unter anderem weltweiter Versicherungsschutz, freie Arztwahl, Erstattung über die Höchstsätze der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ohne vorherige Genehmigung, volle Kostenübernahme im Ein- und Zweibettzimmer sowie mindestens 50 Sitzungen ambulante Psychotherapie pro Jahr. Verfehlt ein Tarif einen Mindeststandard, erfolgt unabhängig von der Punktzahl eine Herabstufung.
Fast jeder zweite Tarif kommt über die Note befriedigend nicht hinaus
185 Tarife bzw. rund 23% erhalten die Note sehr gut (FFF). 173 der Tarife bzw. rund 22% bescheinigen die Analysten die Note gut (FF+). Für 344 Tarife und damit für 43% reicht es nur für die Note befriedigend (FF). 23 Tarife und damit 2,9% kommen über die Note ausreichend (F+) nicht hinaus. Laut Franke und Bornberg hakt es bei allen dieser 23 Angebote am Mindeststandard für Transportkosten zu ambulanten Therapien.
Bei den 799 Tarifen im Notenspiegel handelt es sich um eine Auswahl aus über 1.400 Tarifkombinationen, die Franke und Bornberg insgesamt beleuchtet. Den Analysten zufolge sind Tarife für spezielle Zielgruppen wie Ärzte mangels Vergleichbarkeit im Notenspiegel nicht enthalten.
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