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Das sind die Themen beim Makler-Summit Süd-West 2026

Am 29.04.2026 lädt der Makler-Summit Süd-West zum fachlichen Austausch und Netzwerken nach Kornwestheim bei Stuttgart. Die Fachbesucher erwartet ein breites Programm mit hochkarätigen Vorträgen, unter anderem zur Altersvorsorgereform, zur Dynamik am Poolmarkt oder auch zur künftigen Rolle der MVPs.

Vor den Toren Stuttgarts auf dem W&W-Campus in Kornwestheim trifft sich die Branche am 29.04.2026, um über die Trends und Entwicklungen im Makler- und Versicherungsmarkt zu sprechen. Beim Makler-Summit Süd-West auf dem W&W-Campus haben die Fachbesucherinnen und Fachbesucher nicht nur Gelegenheit, Fachwissen zu tanken und Weiterbildungszeit zu sammeln, sondern das Event bietet auch einen idealen Rahmen zum Austausch mit Vermittlerkollegen und Experten der anwesenden Aussteller vor Ort.

Vielfältiges Vortragsprogramm

Das breit gefächerte Vortragsprogramm deckt die Themen ab, die Vermittler aktuell bewegen. Umbrüche im Maklermarkt, die fortschreitende Konsolidierung und technologische Abhängigkeiten verändern die Spielregeln. Der Makler-Summit bietet Orientierung für wichtige strategische Entscheidungen der kommenden Jahre.

Keynotes der Top-Speaker

Die Bandbreite an Themen reicht von der privaten Altersvorsorge über Umbrüche im Markt der Maklerpools und Verbünde bis hin zu aktuellen Entwicklungen im Bereich der Maklerverwaltungsprogramme. Das sind die Keynotes der Top-Speaker:

  • Klaus-Jürgen Baum, Inhaber von KJB Consulting: „Pool- und Verbundmarkt: blau direkt und Netfonds treiben die Marktkonzentration auf neues Rekordhoch“
  • Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer beim Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP): „Konsequenzen aus dem geplanten Gesetz zur privaten Altersvorsorge“
  • Marc Rindermann, Geschäftsführer der Acturis Deutschland GmbH/ASSFINET GmbH: „KI-Integration im MVP: Was heute geht – was morgen kommt“

Infos zu den weiteren Vorträgen, zum Programmablauf und zur Anmeldung finden Sie auf der Webseite zum Makler-Summit Süd-West 2026.

Aussteller

Adam Riese GmbH | ALH Gruppe Alte Leipziger – Hallesche | ARAG SE, ARAG KV, Interlloyd Versicherungs-AG | ASSFINET GmbH | blau direkt GmbH | Canada Life Assurance Europe plc | DELA Lebensversicherungen | DLVAG – Deutsche Lebensversicherungs-AG / Allianz | Die Haftpflichtkasse VVaG | DOMCURA AG | INTER Versicherungsgruppe | NAMMERT® Boot besser versichert. | NÜRNBERGER Versicherung | WIFO GmbH | Württembergische Vertriebspartner GmbH | Wüstenrot Bausparkasse AG (Stand: 12.03.2026)

 

BCA setzt bei Vertrags- und Antragserfassung auf KI

Die BCA AG führt zur weiteren Automatisierung ihrer digitalen Serviceplattform zwei KI-gestützte Funktionen ein. In der Kundenapp „Ihr FinanzCockpit“ (IFC) und in der Vermittlerplattform DIVA übernimmt künstliche Intelligenz künftig zentrale Schritte bei der Vertrags- und Antragserfassung.

Der Maklerpool BCA startet zwei neue KI-basierte Funktionen zur Unterstützung bei der Vertrags- und Antragserfassung. Künftig liest künstliche Intelligenz Versicherungsverträge direkt aus der Kundenapp „Ihr FinanzCockpit“ (IFC) aus. Endkunden können in der App Verträge ab sofort fotografieren oder als Datei hochladen. Eine integrierte KI erkennt relevante Vertragsdaten automatisiert und überträgt sie strukturiert in die Anwendung. Medienbrüche und manuelle Übertragungsfehler werden so deutlich verringert und die Datenqualität erhöht. Vermittler verfügen somit über einen aktuellen digital erfassten Vertragsbestand.

Automatisierte Antragserfassung in DIVA

Außerdem hat die BCA ihre Vermittlerplattform DIVA um eine KI-gestützte Dokumentenauslese ergänzt. Versicherungsanträge lassen sich per PDF-Upload oder Drag & Drop in die Antragsstrecke einbinden. Die KI erkennt Pflichtangaben automatisch – und zwar unabhängig davon, ob das Dokument digital erstellt oder eingescannt wurde. Die Daten werden direkt in die jeweiligen Felder übertragen. Wie der Maklerpool mitteilt, befindet sich die Funktion in der Einführungsphase und soll praxisnah weiterentwickelt werden.

Weiter heißt es von der BCA AG, die hochgeladenen Dokumente würden ausschließlich zur jeweiligen Datenextraktion verarbeitet. Eine Nutzung für Trainingszwecke von KI-Modellen erfolge nicht. (tik)

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Weitere News rund um neue Services, Tools und Dienstleistungen finden Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

Cyber 2026: Das größte Risiko liegt in Abhängigkeiten

Cyber-Schäden entstehen 2026 immer häufiger dort, wo Unternehmen voneinander abhängig sind. Viele Unternehmen sind heute „digital verkettet“. Für Makler bedeutet das: Nicht nur IT-Schutzmaßnahmen abfragen, sondern Abhängigkeiten sichtbar machen und die Policenlogik daran spiegeln.

Ein Artikel von Jannik Stuckstätte, Leiter CERT bei Stoïk GmbH

IT-Sicherheit wurde lange als „Schutzzaun rund ums eigene Haus“ verstanden: Firewall, regelmäßige Updates, Mitarbeiterschulungen, Backups. Diese Grundlagen bleiben zwingend. Die aktuelle Schadenpraxis zeigt aber eine Verschiebung: Der Einstieg passiert zunehmend dort, wo Unternehmen voneinander abhängig sind. Das sind banal gesprochen „Bausteine und Helfer“, die viele Firmen gleichzeitig nutzen. Zum Beispiel weitverbreitete Software, zentrale IT-Dienste (etwa E-Mail oder Anmeldedienste), Cloud-Zugänge sowie IT-Dienstleister, die für mehrere Kunden arbeiten und dafür oft sehr weitreichende Rechte benötigen. Genau diese Abhängigkeiten erhöhen die Gleichläufigkeit.

Vier Muster, die Underwriting und Schaden verändern
Software-Lieferkette: Reichweite schlägt Raffinesse

Wenn ein verbreiteter Software-Baustein manipuliert ist, wirkt das wie ein „verseuchtes Ersatzteil“: Er kann über reguläre Updates in sehr viele Systeme gelangen. Dann lautet die operative Kernfrage nicht mehr: „Welches Update war es?“, sondern: „Wo steckt dieser Baustein überall drin?“ – in welchen Anwendungen, in welchen Versionen, in welchen Systemen? Das macht die Wiederherstellung anspruchsvoll, weil man den Betrieb erst dann stabil wieder hochfahren kann, wenn klar ist, wo überall aufgeräumt und abgesichert werden muss – sonst verteilt man den Fehler im Zweifel erneut.

Dienstleister-Domino: Ein Zugang, viele Kunden

Managed Service Provider, Cloud- und Operations-Partner arbeiten oft mit identischen Tools, Rollen und Fernzugängen in mehreren Mandanten. Wird ein Dienstleister kompromittiert, kann daraus eine Schadenkaskade über mehrere Kunden werden. In der Bewertung zählt daher weniger die reine Lieferantenliste, sondern die Frage nach privilegierten Zugriffen, Logging-Pflichten oder Wartungsfenstern.

Cloud als Kostenangriff: Monetarisierung in Echtzeit

Ein Trend aus Incident-Response-Fällen 2025: Wenn Angreifer Cloud-Zugänge kompromittieren, müssen sie nicht mehr zwingend verschlüsseln oder erpressen, um Geld zu verdienen. Sie nutzen stattdessen die Cloud-Infrastruktur des Opfers. Ein häufiger Fall: Die Cloud-Infrastruktur wird für Krypto-Mining genutzt. Auf Kosten des Unternehmens schürfen die Angreifer Bitcoin und Co. Der Schaden ist dabei oft sofort sichtbar, weil die Cloud-Abrechnung nach Verbrauch funktioniert und die Kosten binnen Stunden stark ansteigen können.

Wichtig ist: Der Kostenschaden entsteht nicht nur, weil „mehr Rechenleistung“ läuft. In der Cloud greifen häufig Automatismen: Wenn plötzlich ungewöhnlich viel Last entsteht, stellt die Plattform selbstständig mehr Kapazität bereit und jede zusätzliche Nutzung wird abgerechnet. Entscheidend ist deshalb, ob der Kunde Kostenbremsen und Frühwarnung eingerichtet hat wie zum Beispiel Warnmeldungen oder Limits. Existiert ein klarer Notfallablauf, der auch unter Stress funktioniert? Wer darf im Ernstfall was stoppen, wie schnell und in welcher Reihenfolge? So lässt sich verhindern, dass aus einem Vorfall binnen Stunden eine Kostenlawine wird.

Großstörung wirkt wie Angriff: Erst klassifizieren, dann eskalieren

Ausfälle bei zentralen Plattformen sind operativ kaum von einem Cyberangriff zu unterscheiden: Zugriff auf Systeme geht verloren, Services degradieren, nachgelagerte Prozesse kippen. In der Akutphase entscheidet die saubere Einordnung – Angriff, Kollateralschaden über Dritte oder technische Störung – über Gegenmaßnahmen, Meldewege, Krisenkommunikation und die versicherungsseitige Zuordnung.

Ein konkretes Szenario: Ein Unternehmen kann plötzlich nicht auf seinen Cloud-Provider zugreifen. Sind die Systeme gehackt? Ist es ein Angriff auf den Provider? Oder nur eine technische Störung? Die ersten 30 Minuten entscheiden: Wird ein echter Angriff zu spät erkannt, weil man von einem technischen Ausfall ausging, können die Schäden erheblich sein.

Was all diese Muster verbindet? Sie nutzen zentrale Abhängigkeiten und „legitime“ Zugänge. Einmal mehr wird also klar, dass Cyberrisiken systemisch sind. Für Makler wird damit auch die Schnittstelle zwischen Cyberdeckung und Cybersicherheit wichtiger.

 

Cyber 2026: Das größte Risiko liegt in Abhängigkeiten

 

Was Makler und Versicherer 2026 konkreter prüfen sollten

Der größte Hebel ist ein einfacher Perspektivwechsel: Cyberrisiken entstehen heute oft nicht „im eigenen Haus“, sondern dort, wo Unternehmen von anderen abhängig sind – von Cloud-Plattformen, Identitätsdiensten, Standard-Software und IT-Dienstleistern. Genau deshalb sollte die Prüfung nicht nur technisch geführt werden, sondern immer auch über Prozesse und die Policen-Logik: Passt das, was im Betrieb tatsächlich passiert, zu dem, was versichert ist? Und zu dem, was im Ernstfall schnell entschieden werden muss?

Ein pragmatischer Einstieg in die Beratung ist der 72-Stunden-Realitätscheck: Welche Kernprozesse laufen weiter, wenn ein zentraler Anbieter drei Tage nicht verfügbar ist, etwa der Login/Identitätsdienst, die E-Mail-Plattform oder der Cloud-Provider? Diese Frage zwingt zu Klarheit, ohne sich in Technikdetails zu verlieren. Sie zeigt schnell, wo ein echter „Single Point of Failure“ sitzt, ob es Ausweichwege gibt und ob Notfall- und Wiederanlaufpläne wirklich belastbar sind, also nicht nur auf dem Papier existieren.

Im zweiten Schritt lohnt es sich, das Thema Zugänge in den Mittelpunkt zu stellen, weil viele Vorfälle über missbrauchte, aber formal „legitime“ Zugänge laufen. Beispiele sind gestohlene Passwörter, gekaperte Sessions, zu weitreichende Dienstleisterrechte. Für Makler und Vermittler heißt das zur soliden Kundenberatung: konsequente Zwei-Faktor-Anmeldung, Vier-Augen-Prinzip bei wichtigen Finanzvorgängen, getrennte Admin-Konten, Rechte nach dem Prinzip „so wenig wie möglich“ und bei externen Dienstleistern Zugänge nur zeitlich begrenzt.

Lesen Sie auch: Cybersicherheit ist auch im Maklerhaus Pflicht

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Ein Artikel von
Jannik Stuckstätte

Digital Insurance Podcast: Kundenbeziehung und Digitalisierung

In dieser Live-Aufzeichnung einer Paneldiskussion im November 2025 in Kooperation mit Liferay in München präsentiert Jonas Piela den zweiten Teil der „Digital Insurance Show“. In der Diskussion geht es darum, die Kundenbeziehung mittels Digitalisierung relevant zu gestalten.

Im Rahmen der Paneldiskussion des Digital Insurance Podcasts, aufgezeichnet im November 2025 in Kooperation mit Liferay in München, beleuchteten Branchenexperten die drängendsten Fragen der digitalen Transformation in der Versicherungsbranche. Unter der Moderation von Jonas Piela entstand eine tiefgreifende Debatte über die Notwendigkeit von Kundenzentrierung, technologische Modernisierung und die sich wandelnde Rolle der Beratung in einer zunehmend digitalisierten Welt.

Rolle von User Experience in einer vergleichbaren Produktwelt

Ein zentrales Thema der Diskussion war die Erkenntnis, dass sich Versicherungsprodukte in einem gesättigten Markt immer stärker ähneln, was den Preisdruck durch Vergleichsportale massiv erhöht. Die Experten waren sich einig, dass eine herausragende „Total Experience“ – also die ganzheitliche Erfahrung für Kunden, Makler und Innendienst – zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal wird. Es gehe nicht mehr nur um den reinen Abschluss, sondern darum, den Kunden über die gesamte Vertragslaufzeit digital zu begleiten und Mehrwerte zu schaffen, die über das konventionelle Versichern hinausgehen. Als Beispiel wurden hier Assistenzleistungen und Präventionsmaßnahmen genannt, die durch digitale Schnittstellen wie Sensoren oder Apps realisiert werden können.

Dilemma der IT-Legacy und Einzug der künstlichen Intelligenz

Die Diskussion legte jedoch auch die erheblichen Hürden offen, die der Branche im Weg stehen. Insbesondere die veralteten IT-Systeme, die oft noch auf Strukturen aus den 1970er-Jahren basieren, erschweren eine schnelle Modernisierung. Ein einfacher Verzicht auf den postalischen Briefversand zugunsten digitaler Kommunikation stelle viele Unternehmen bereits vor gewaltige IT-Herausforderungen. In diesem Kontext wurde die Rolle der künstlichen Intelligenz (KI) als notwendiges Instrument bewertet, um Effizienzsteigerungen zu erzielen und individualisierte Kundenansprachen in Echtzeit zu ermöglichen. KI sei kein kurzfristiger Hype wie die Blockchain, sondern eine überlebenswichtige Technologie für Versicherer, um im Wettbewerb mit Technologiegiganten bestehen zu können.

Beratung als menschlicher Anker in der digitalen Welt

Trotz des Fokus auf Technologie betonten die Panelteilnehmer, dass der Faktor Mensch nicht an Bedeutung verliert. Ein interessanter Gegentrend zur reinen Digitalisierung sei die gezielte Einbindung von Beratern in digitale Underwriting-Prozesse. Durch persönliche Vor-Ort-Besuche und individuelle Beratung könne ein Qualitätsniveau erreicht werden, das rein algorithmische Prüfungen derzeit noch nicht bieten. Die Vision einer „Phygital“-Strategie – der Verknüpfung von physischer Präsenz und digitalen Plattformen – kristallisierte sich als Idealweg heraus. Letztlich sei „Einfachheit“ das oberste Ziel: Digitale Prozesse müssen so intuitiv gestaltet sein, dass sie dem Kunden Zeit sparen und ein Gefühl der Sicherheit vermitteln.

Hier geht es zur Folge:
Über den Podcast

Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

Weitere Podcasts
 

Kfz-Tarifsuche per KI: Vermittler noch gefragt?

Immer mehr junge Leute, die nach einer Kfz-Versicherung Ausschau halten, setzen auf KI-Suchmaschinen. Laut einer Analyse von Sirius Campus nehmen Kunden aber auch die Grenzen von KI-Nutzung wahr und wenden sich dann an einen Vermittler. Oder sie lassen sich via KI auf die Beratung vorbereiten.

Ein Viertel der Gen Z (bis 30 Jahre) lassen sich bei der Suche nach einer neuen Kfz-Versicherung von künstlicher Intelligenz (KI) unterstützen. Bei Kunden über 30 Jahren sind es lediglich 5%. Bei der jüngeren Generation hat sich der Anteil derjenigen, die auf KI-Tools bei der Suche setzen, innerhalb eines Jahres verdoppelt. Zum Vergleich: 2024 lag der Anteil bei den unter 30-Jährigen bei 13%. Dies geht aus einer Marktuntersuchung von Sirius Campus hervor.

Neben der Suche nach günstigen Tarifen befragen Kunden die KI-Suchmaschinen auch nach Qualitätsunterschieden und der Relevanz einzelner Leistungen. Teilweise lassen sich versierte Anwender auch Vergleichstabellen für ihr Auto erstellen und verzichten auf Vergleichsportale. 16% der KI-Nutzer finden so direkt eine passende Kfz-Police. Weitere 23% fühlen sich nach der KI-Nutzung sicher genug für einen eigenständigen Direktabschluss beim Kfz-Versicherungswechsel, wie es von Sirius Campus heißt.

20% setzen auf KI-Tools, um sich auf die Beratung mit einem Vermittler vorzubereiten.

Womit KI-Suchmaschinen bei Kunden punkten

An den Ergebnissen der KI-Suche schätzen die Kunden insbesondere die übersichtliche Aufbereitung, die Sortierung mit einem klaren Ranking und die dialogische Vertiefungsmöglichkeit. Zwar würden laut Sirius Campus ChatGPT oder Gemini in den Antworten regelmäßig die Nutzung eines Vergleichsportals empfehlen, aber nur Check24-Fans würden dorthin dann auch weitersuchen.

Vertrauen in KI, aber auch Bewusstsein um Grenzen

Wie die Analyse weiter zeigt, geben KI-affine Kunden bei der Produktsuche ausführlich und offen alle relevanten Informationen zu ihrer Person oder zu ihrem Wohnort in der KI-Suchmaschine an.

„Nutzer von KI-Suchmaschinen bringen ihrem ‚digitalen Buddy‘ ein erschreckend hohes Vertrauen entgegen. Aber sie nehmen auch Grenzen bei der KI-Nutzung wahr und suchen dann den Kontakt zu ihrem bestehenden oder zu einem neuen Vermittler“, erläutert Dr. Oliver Gaedeke, Gründer und Geschäftsführer von Sirius Campus.

Große und kleine Anbieter sowie Relevanz von Rankings

Gemini und ChatGPT berücksichtigen große Versicherermarken öfter. Doch die KI-Tools schlagen auch kleinere oder spezialisierte Anbieter vor. Der Marktuntersuchung zufolge ist das Ranking in der Vorschlagsliste für einen Tarif zwar von großer, aber nicht entscheidender Bedeutung für die KI-Nutzer.

Vertiefende Dialoge mit der KI würden teilweise neue Tarife von anderen Anbietern hervorbringen, mit denen sich die Kunden dann mit höherer Aufmerksamkeit befassen. Die direkten und dialogischen Vertiefungsmöglichkeiten in konkrete Tarife würden häufiger dazu führen, dass Kunden sich im nächsten Schritt direkt mit dem jeweiligen Versicherer in Verbindung setzen, so die Experten von Sirius Campus.

„Versicherer und auch Vermittler sollten ihre Kontaktformulare und Landingpages für eine Terminvereinbarung optimieren, um von der zunehmenden KI-Nutzung zu profitieren“, sagt Dr. Oliver Gaedeke.

KI-Nutzung im Versicherungsvertrieb

Neben Versicherungsnehmern wurden auch Versicherungsvertreter aus Ausschließlichkeitsorganisationen zu KI befragt. Wie sich zeigt, wollen praktisch alle KI-Anwendungen in ihre Arbeit integrieren. Vor allem jüngere Vertreter wollen KI in der Kundenkommunikation und für Verwaltungstätigkeiten sowie Serviceprozesse einsetzen. Wie die Umfrage weiter zeigt, wünschen sich Vertreter hierbei mehr Unterstützung von ihren Versicherern. „Versicherer sollten mit einem ganzheitlichen Blick vom Kunden bei der ersten KI-Nutzung bis hin zum Vermittler- oder Direktabschluss ihre KI-Strategien entwickeln. Punktuelle Aktivitäten werden eindeutig zu kurz greifen“, beton Dr. Oliver Gaedeke. (tik)

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FiNet setzt auf Vergleichsplattform comparit

Die FiNet Financial Services Network AG stellt ihren angebundenen Vermittlern ab sofort die Vergleichsrechner der cpit comparit GmbH bereit. Durch die Einbindung der comparit-Vergleichsplattform baut das Unternehmen seine Systemlandschaft weiter aus.

Die FiNet Financial Services Network AG hat die unabhängige Vergleichsplattform comparit in ihre Systemlandschaft integriert. An FiNet angebundene Vermittler können ab sofort auf die Vergleichsrechner der cpit comparit GmbH zugreifen. Damit setzt ein weiteres Unternehmen auf die neutrale Lösung für Versicherungsvergleiche und digitale Antragsprozesse. Die Plattform basiert auf einem API-First-Ansatz und ermöglicht eine nahtlose Einbindung in bestehende Systemumgebungen. Kundendaten können strukturiert übernommen, Vergleichsergebnisse medienbruchfrei weiterverarbeitet und Antragsprozesse digital abgebildet werden.

Wie die Unternehmen mitteilen, wollen sie mit der technischen Anbindung von comparit ihre Kooperation weiter ausbauen und die digitale Infrastruktur im Maklerumfeld stärken. Die Zusammenarbeit sei Ausdruck eines gemeinsamen Verständnisses: Digitale Vergleichstechnologie soll im Interesse unabhängiger Vermittler weiterentwickelt und flexibel in unterschiedliche Systemlandschaften integrierbar sein. 

„Digitale Infrastruktur ist heute ein zentraler Wettbewerbsfaktor“, unterstreicht Stefan Klapproth, verantwortlich für den Vertrieb und die Partnerbetreuung bei FiNet. „Mit comparit erweitern wir unser digitales Angebot um eine leistungsfähige Vergleichslösung, die wir unseren Partnerinnen und Partnern innerhalb unserer Systemlandschaft zur Verfügung stellen.“

Matthias Brauch, CEO der cpit comparit GmbH, ergänzt: „Unser Ziel ist es, unabhängige Vermittler mit moderner Technologie zu unterstützen und eine Vergleichslösung bereitzustellen, die Beratungsqualität und Effizienz gleichermaßen stärkt.“ (tik)

Lesen Sie auch: comparit startet neue Sach- und PKV-Vergleichsrechner

Weitere News rund um neue Services, Tools und Dienstleistungen finden Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.

 

aB-Agenta integriert neue KI-Bürokraft von InsurMagic

Das Start-up InsurMagic hat sein Produktangebot um eine KI-gestützte Bürokraft für Makler erweitert. Das Tool „HalloFelix“ übernimmt die vollständige telefonische Erstbearbeitung eingehender Anrufe. Zum Start ist die Lösung in das MVP aB-Agenta der artBase! Software GmbH eingebunden.

Die InsurMagic GmbH, die bereits WhatsApp-Lösungen für Versicherungsmakler im Portfolio hat, hat ihr Produktportfolio um „HalloFelix“ ausgebaut. Es handelt sich dabei um eine KI-basierte Bürokraft für Versicherungsmakler, die die vollständige telefonische Erstbearbeitung eingehender Anrufe erledigt. Die artBase! Software GmbH hat das Tool bereits in ihr Maklerverwaltungsprogramm aB-Agenta integriert. Die Lösung baut auf der bestehenden Zusammenarbeit zwischen InsurMagic und artBase! Software auf und soll das digitale Ökosystem erweitern, wie die Unternehmen mitteilen.

KI-Tool für strukturierte Prozessunterstützung

„HalloFelix“ übernimmt als digitale Bürokraft eingehende Anrufe rund um die Uhr, also auch außerhalb regulärer Bürozeiten. Anliegen werden nicht nur entgegengenommen, sondern systematisch erfasst, kategorisiert und direkt an aB-Agenta übergeben. Zum Funktionsumfang gehören außerdem eine strukturierte Lead-Qualifizierung mit vollständiger Datenerfassung, Schadenaufnahme mit standardisierter Abfrage relevanter Informationen sowie eine Terminkoordination inklusive Kalenderabgleich und Bestätigung. Je nach Anliegen und Verfügbarkeit erfolgt eine intelligente Weiterleitung. Es gibt eine automatische Dokumentation im MVP aB-Agenta. Die KI-Lösung erkennt Bestands- und Neukunden und kann unerwünschte Vertriebsanrufe systematisch abwehren.

DSGVO-konforme Verarbeitung

Die Verarbeitung erfolgt DSGVO-konform auf europäischen Servern. Die erzeugten Gesprächsprotokolle werden strukturiert in das MVP überführt und stehen dort unmittelbar zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung.

„Mit HalloFelix verstehen wir KI nicht als reines Assistenztool, sondern als operative Bürokraft, die aktiv Prozesse vorbereitet und strukturiert. Die enge Integration in aB-Agenta ist dabei entscheidend, um Medienbrüche zu vermeiden“, betont Janik Sauerbier, Geschäftsführer der InsurMagic GmbH.

Weiterentwicklung geplant

Für das Jahr 2026 soll die KI-Lösung schrittweise ausgebaut werden. Perspektivisch soll „HalloFelix“ neben Telefonie auch E-Mail- und WhatsApp-Kommunikation integrieren und zudem eigenständig Aktionen in aB-Agenta vorschlagen und auslösen. (tik)

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„KI macht die Vorarbeit, der Makler übernimmt den Abschluss“

 

Digital Insurance Podcast: Was passiert nach dem Vertrieb?

In dieser Live-Aufzeichnung eines Expertenpanels im November 2025 in München präsentiert Jonas Piela den ersten Teil der „Digital Insurance Show“. In der Diskussion geht es darum, wie sich die digitale Beziehung zum Kunden so relevant gestalten lässt, dass echte Loyalität entsteht.

Am 19.11.2025 traf sich vor der Kulisse der Versicherungsgruppe die Bayerische in München ein hochkarätiges Expertenpanel bei „Digital Insurance Show“. Vor der Kulisse der Bayerischen Versicherung versammelte sich ein hochkarätiges Expertenpanel, um eine der drängendsten Fragen der Branche zu beantworten: Wie lässt sich die digitale Beziehung zum Kunden so relevant gestalten, dass echte Loyalität entsteht? Die Diskussion verdeutlicht schnell, dass es nicht mehr ausreicht, lediglich Apps anzubieten. Vielmehr geht es um die Erschaffung digitaler Welten, in denen sich Versicherungskunden dauerhaft aufgehoben fühlen.

Zwischen KI-Utopie und menschlichem Vertrauen

Ein zentraler Streitpunkt der Debatte war die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) im Beziehungsmanagement. Während die These im Raum stand, dass Algorithmen durch ihre ständige Verfügbarkeit und Emotionslosigkeit eine höhere Verlässlichkeit als Menschen bieten könnten, zeigten sich die Experten differenziert. Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen, betonte zwar das enorme Potenzial von KI, unterstrich jedoch, dass gerade in komplexen Beratungsfeldern wie der Privaten Krankenversicherung (PKV) Vertrauen oft noch an die menschliche Interaktion gebunden sei. Robert Müthing von Liferay ergänzte hierzu, dass Kunden am Ende vor allem Lösungen für ihre Probleme suchen – ob diese durch einen sympathischen Algorithmus oder einen Menschen geliefert werden, wird zunehmend zweitrangig, sofern die Qualität stimmt.

Effizienzsprünge in der Leistungsregulierung

Besonders deutlich wurden die Vorteile der Digitalisierung im Bereich der Leistungs- und Schadensabwicklung. Lars Fuchs von der DOMCURA und Fabian Ober von der Versicherungskammer Bayern erörterten, wie automatisierte Prozesse die Wartezeiten für Kunden dramatisch senken können. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass die KI bei der Bayerischen bereits einfache Fälle wie die Zahnprophylaxe in Bruchteilen von Sekunden reguliert. Die Experten waren sich einig, dass diese Effizienzgewinne den Maklern den Rücken freihalten, damit diese sich wieder verstärkt auf ihre Rolle als „menschlicher Filter“ und Vertrauensperson bei komplexen Risiken konzentrieren können.

Datenschutz als europäischer Wettbewerbsvorteil

Abschließend thematisierte die Runde die regulatorischen Hürden und die Bedeutung des Datenschutzes. Trotz der hohen Kosten und der Komplexität wurde die europäische Herangehensweise an die Datensicherheit als langfristiger Vorteil gewertet. Ein „Datenkonto“, über das der Kunde die volle Souveränität behält, wurde als Vision für die Zukunft skizziert. Dieser erste Teil der Show legte den Grundstein für eine tiefgreifende Analyse der Branchentransformation, deren Fortsetzung in der kommenden Woche erwartet wird.

Hier geht es zur Folge:
Über den Podcast

Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

Weitere Podcasts
 

„KI macht die Vorarbeit, der Makler übernimmt den Abschluss“

Bei der Produktplattform Snoopr ist eine autonome KI-Assistentin namens AVA integriert. Was die KI kann, inwiefern Makler profitieren und was AVA mit dem T-800 aus Terminator 2 gemeinsam hat, erläutert Markus Heussen, Gründer und CEO der b-tix GmbH und Ava GmbH, Betreiberin von Snoopr, im Interview.

Herr Heussen, mit der Plattform Snoopr verfolgen Sie einen anderen Ansatz als herkömmliche Vergleichsportale. Worin bestehen die konkreten Unterschiede – und Mehrwerte für Vermittler?

Die meisten Menschen fühlen sich von Versicherungsvergleichen überfordert – zu viele Felder und Informationen, zu viele Fachbegriffe und zu lange Listen. Am Ende vertrauen sie darauf, dass der Vergleicher schon richtig sortiert hat, und wählen meist unter den Top 5. Mit Snoopr ist das anders: Ein Satz im Gespräch mit der KI-Assistentin AVA reicht, und sie übernimmt alles Weitere. Das fühlt sich nicht mehr nach Versicherung an, sondern wie ein modernes Tech-Produkt. Für Makler ist genau das spannend: Wenn Verbraucher natürlicher und offener mit einer KI sprechen, entstehen qualifizierte Anfragen, die sie über klassische Vergleichsportale nicht bekommen. Makler können zusätzlich ihre eigenen Produkte direkt bei Snoopr listen und werden so Teil dieser KI-gestützten Suche. Das schafft Sichtbarkeit und einen digitalen Vertriebsweg, den Vergleichsportale ihnen nicht bieten.

Sie haben Ihre Plattform gerade in einer neuen Version vorgestellt. Welche zentralen Neuerungen wurden eingeführt?

Bislang war Snoopr aufgebaut wie eine Suchmaschine mit einem Suchschlitz wie bei Google. Doch die klassische Suche stirbt. Menschen interagieren zunehmend mit KI, und diese übernimmt die Suche inzwischen schneller und sogar präziser, als wir es selbst könnten. Genau deshalb haben wir Snoopr von Grund auf neu entwickelt und eine der ersten autonomen Versicherungs-KI unserer Branche zum Leben erweckt.

Herzstück des Systems ist die bereits erwähnte KI-Assistentin AVA. Was kann AVA alles und inwiefern profitieren Vermittler?

AVA macht die Suche persönlich: Nutzer schildern ihr einfach ihre Situation – AVA versteht den Kontext, recherchiert eigenständig weiter, bewertet konsequent aus Verbrauchersicht und organisiert sogar selbstständig Angebotsanfragen. Sie findet und erklärt Produkte und vermittelt zwischen Kunden und Maklern. Dabei wirkt sie ein wenig wie der T-800 aus Terminator 2 – mit einem einzigen Ziel: dich zu schützen. Makler profitieren davon: AVA führt das Vorgespräch und liefert qualifizierte Leads, Makler bringen ihre Expertise ein und übernehmen den Abschluss.

AVA übernimmt also relativ viele Aufgaben eigenständig. Wie stellen Sie sicher, dass diese Prozesse transparent bleiben und Makler weiter die Kontrolle über ihre Daten und Empfehlungen behalten?

Auch wenn AVA viele Schritte selbstständig übernimmt, bleibt der Prozess für Verbraucher und Makler jederzeit transparent. AVA zeigt offen, welche Informationen sie nutzt und welche Produkte sie gefunden hat. Sie zitiert aus Produktinformationen, die Nutzer selbst einsehen können, und erläutert nachvollziehbar, wie sie zu ihren Einschätzungen kommt. Nichts passiert im Hintergrund, ohne dass es nicht sichtbar wäre. Weil AVA aufgrund ihrer Eigenschaften unter den Hochrisikobereich des EU AI Acts fällt, bleibt der Mensch immer eingebunden. In der Welt der KI-Agenten nennt man das den „Human in the Loop“ – und genau deshalb gehören Makler als Partner von AVA ebenfalls zum Herzstück unserer Plattform. Die KI übernimmt die Vorarbeit, doch der Makler prüft, begleitet und verantwortet den Abschluss. So arbeiten Mensch und Maschine Hand in Hand.

Die Plattform sucht auch Spezial- und Nischenversicherungen aus dem privaten und gewerblichen Bereich, die auf Vergleichsportalen oft nicht erscheinen. Wie gelingt es der KI, diese Produkte zuverlässig einzuordnen und vergleichbar zu machen?

Unsere KI arbeitet nicht wie ein Vergleichsrechner, der nur Tarife aus einer festen Datenbank abbilden kann und Produkte direkt gegenüberstellt. AVA versteht zuerst die Situation des Nutzers und leitet daraus ab, welche Schwerpunkte für genau diesen Fall relevant sind. Auf dieser Basis findet und ordnet sie auch Spezial- und Nischenprodukte ein. Dabei vergleicht sie Produkte nicht direkt miteinander, sondern indirekt, indem sie deren Eigenschaften mit den Anforderungen des Nutzers vergleicht. So entsteht eine Relevanzlogik, die unabhängig von den starren Strukturen klassischer Vergleichsportale funktioniert.

Auf der Plattform lassen sich inzwischen Produkte von nahezu allen Versicherern in Deutschland finden, darunter speziell für KI optimierte Produkte. Was bedeutet „KI-optimiert“ konkret?

AVA ist nicht darauf beschränkt, nur die Produkte zu nutzen, die Anbieter in der Plattform Snoopr hinterlegt haben. Sie kann auch selbstständig Produkte finden, analysieren und in ihre Datenbasis aufnehmen – sie lernt also täglich dazu. Bei KI-optimierten Produkten wird AVA von uns gezielt darauf trainiert, ein Produkt im Detail zu verstehen. Über technische Schnittstellen stellen wir ihr umfangreiche Produktdaten bereit. Dafür nutzen wir die Vernetzungsplattform b-OX LD von b-tix und MCP AgentLink, die KI-Agenten-Schnittstelle der Plattform – eine Art USB-C-Standard für künstliche Intelligenz. Denn je mehr AVA über ein Produkt weiß, desto präziser kann sie es der Situation eines Nutzers zuordnen. Das führt oft zu höherer Sichtbarkeit, weshalb diese Option meist von Assekuradeuren und Versicherern mit BiPRO-Schnittstelle genutzt wird.

Wie muss die Listung von Produkten erfolgen, um künftig in der KI-Welt sichtbar zu sein? Und was ergibt sich daraus für Vermittler?

Für die Sichtbarkeit in einer KI-basierten Suche ist generell entscheidend, wie gut ein Produkt sprachlich beschrieben ist. AVA findet zwar auch Produkte, die gar nicht in Snoopr gelistet sind, doch die höchste Qualität erreicht sie dann, wenn Anbieter ihre Produkte direkt bei uns einstellen und klar formulieren. Besonders effektiv sind BiPRO-Schnittstellen, weil die KI dadurch zusätzliche Produktdaten erhält. Das alles Entscheidende ist jedoch die Sprache: Produkte müssen so beschrieben sein, dass sie die Bedürfnisse der Zielgruppen klar adressieren. Interessanterweise sind Makler den Versicherern an dieser Stelle oft voraus, weil sie die Sprache der Verbraucher sprechen – und AVA liebt solche klaren, alltagsnahen Formulierungen. Wer seine Produktbroschüren, Leistungsbeschreibungen und Bedingungen entsprechend aufbereitet und direkt bei Snoopr listet, sorgt dafür, dass die KI das Produkt besser versteht und es den passenden Nutzern sichtbar macht.

Lassen Sie uns über Ihr Makler-Partnerprogramm sprechen: Welche Leistungen bieten Sie Vermittlern?

Im Makler-Partnerprogramm geht es vor allem darum, dass Makler von unserer KI profitieren können. AVA bringt Verbraucher mit konkretem Bedarf zu den passenden Experten. Diese Angebotsanfragen vermitteln wir an die angeschlossenen Partner. Das ist für viele Makler ein neuer digitaler Zugangsweg, der direkt aus dem realen Verhalten der Nutzer entsteht. Darüber hinaus können Makler ihre eigenen Produkte bei Snoopr listen und so in der KI-Suche sichtbar machen. Makler erhalten also nicht nur qualifizierte Leads, sondern können über das Anbieterprogramm – genauso wie Assekuradeure und Versicherer – ihre Expertise aktiv in die Plattform einbringen.

Welche Erweiterungen planen Sie für die Plattform?

Wir entwickeln Snoopr konsequent zur KI-Plattform für Versicherungen weiter. AVA wird dazulernen und immer autonomer agieren: tiefer recherchieren, Marktsegmente eigenständig erschließen und Nutzer über längere Zeit begleiten. Auch Makler sollen künftig Zugang zur neuen Snoopr-Version erhalten und damit erstmals selbst von einer autonomen Produktrecherche im Zusammenspiel mit Produktgebern profitieren. Parallel verlassen wir den klassischen Branchenpfad: AVA wird als Tech-Produkt vermarktet – mit Kampagnen, die gezielt die KI-affine Generation von 25 bis 40 ansprechen. Mehr Endkunden heißt auch: mehr qualifizierte Leads für Makler.

Wenn die KI künftig noch stärker autonom agiert: Wie verändert das die Rolle des Maklers? Sehen Sie darin eine weitere Entlastung oder eine strukturelle Veränderung des Berufsbilds?

Zum Berufsbild eines Maklers gehört heute noch viel Grundlagenarbeit: Produkte suchen, Bedingungen vergleichen, Angebote einholen und hinterherlaufen. Genau solche Tätigkeiten übernehmen künftig KI-Agenten wie AVA – schneller und präziser. Dadurch werden Makler entlastet und ihr Job verschiebt sich dorthin, wo sie ihren größten Wert haben: nah am Kunden. Sie kennen ihre Kunden, denken mit, übernehmen Verantwortung und schaffen Mehrwerte, etwa indem sie Menschen miteinander vernetzen oder Chancen frühzeitig erkennen.

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Versicherer und KI: Schwindet Skepsis der Verbraucher?

Was die Nutzung von KI in Unternehmen angeht, hat sich die Zustimmung von Verbrauchern in den vergangenen zwei Jahren erhöht. Doch es gibt Unterschiede je nach Branche. In puncto verantwortungsvollem Umgang mit sensiblen Daten bei Versicherern haben Verbraucher offenbar noch Vorbehalte.

Die Mehrheit der Menschen hierzulande steht dem KI-Einsatz durch Unternehmen und Institutionen positiv gegenüber. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung durch forsa im Auftrag des Softwareunternehmens SAS unter 1.000 Verbrauchern. Dabei ging es um die Einstellung zu KI-Nutzung in ausgewählten Branchen. Laut Umfrage befürworten zwei Drittel der Befragten den Einsatz künstlicher Intelligenz insbesondere bei Behörden (66%) und im Gesundheitswesen (64%), Versicherungen folgen mit 58% auf Rang 3. Anders sieht es bei der Nutzung von KI in Banken aus: Zwei Drittel der Befragten sind explizit gegen einen Einsatz der Technologie bei Finanzinstituten.

 

Versicherer und KI: Schwindet Skepsis der Verbraucher?

 

Ein Fünftel der Umfrageteilnehmer lehnt KI-Nutzung generell ab. Männer sprechen sich grundsätzlich häufiger für einen Einsatz der Technologie aus als Frauen. Dies gilt für alle abgefragten Bereiche.

KI und sensible Daten: Versicherer mit Vertrauensdefizit

Bei der Frage, ob Verbraucher einem Unternehmen zutrauen, im Zusammenhang mit KI verantwortungsvoll mit ihren sensiblen Daten umzugehen, zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Hier sind die Versicherungen das Schlusslicht der abgefragten Branchen hinter Gesundheitswesen, Banken und Behörden.

 

Versicherer und KI: Schwindet Skepsis der Verbraucher?

 

So meinen nur 41% der Befragten, ihre Daten seien bei Versicherern im Kontext mit KI in guten Händen. Ganz oben im Vertrauensranking landet das Gesundheitswesen: 65% der Umfrageteilnehmer sind der Ansicht, dass Ärzte, Kliniken und Krankenkassen beim Einsatz von KI sorgfältig mit ihren Daten umgehen.

Skepsis geringer als noch vor zwei Jahren

Im Vergleich zu einer forsa-Umfrage aus dem Jahr 2024 ist das Vertrauen gewachsen. Zwei Jahre zuvor fühlte sich noch eine teilweise deutliche Mehrheit der Befragten eher unwohl bei der Vorstellung, dass KI medizinische Diagnosen stellt und Behandlungsempfehlungen gibt (61%), über staatliche Unterstützungsleistungen entscheidet (65%) oder in Bank- und Versicherungsgeschäften eingebunden ist (69%).

„2026 geht es nicht mehr darum, wer KI als Erster einsetzt. Entscheidend ist, wer funktionierende Rahmenwerke für die verantwortungsvolle Nutzung aufbaut“, erklärt Ingo Macht, Country Leader Deutschland von SAS. Denn nur, wer sich dadurch das Vertrauen und die Akzeptanz von Verbrauchern und Mitarbeitern sichere, schaffe die Grundlage für Wertschöpfung aus intelligenten Technologien. (tik)

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