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Unternehmensmeldungen

„Dinge nicht nur verbessern, sondern Nutzer begeistern“

Der Versicherer Markel dient als positives Beispiel in Sachen Digitalisierung. Der Spezialversicherer hofft, dass die aktuelle Dynamik in den Prozessen der Branche anhält. Im Unternehmen selbst wird nach modernen Methoden gearbeitet. Jüngstes Ergebnis ist das Maklerportal „MarkelNow“.

<h5>Interview mit Frederik Wulff, Vorstandsvorsitzender der Markel Insurance SE</h5><h5>Herr Wulff, wie sieht die Zukunft der Versicherer in der digitalen Welt aus? Und gibt es eine einfache Antwort auf diese Frage?</h5><p>Wow, das ist gleich eine starke Frage zum Einstieg. Kundenbedürfnisse ändern sich. Gleichzeitig entwickeln sich die technischen Möglichkeiten mit einer großen Geschwindigkeit weiter. In dieser Umgebung muss sich auch die Versicherungswirtschaft weiterentwickeln. Die Versicherer, die sich dieser Herausforderung proaktiv stellen, werden als Gewinner aus dem Veränderungsprozess hervorgehen. Wie bei jedem Prozess braucht es für den Erfolg ein starkes Team, das Veränderungen positiv begleitet, eine Kultur, die Innovation fördert und fordert, und eine generelle Bereitschaft zur Weiterentwicklung und zu lebenslangem Lernen. Wenn man als Versicherer diese Kernelemente umsetzt, hat man aus meiner Sicht eine extrem spannende Zukunft vor sich.</p><h5>Die Begriffe Ökosysteme, Blockchain und KI hallen durch die Flure der Versicherer. Aber liegen die eigentlichen Probleme heute nicht noch bei der Bereinigung von Alt- und Bestandssystemen?</h5><p>Ich bin froh über diese diversen Schlagworte auf den Fluren unserer Branche. Ohne Einbezug der verschiedenen Trends wird es für Versicherer sehr schwierig, ein Bild für die eigene Zukunft zu entwickeln. Je breiter die Grundlage, desto detaillierter und abgerundeter wird das Eigenbild. Diese Trends reflektieren nur die aktuellsten Entwicklungen auf der Technik- und Kundenseite und bringen interessante Ansätze, mit denen man sich wenigstens intellektuell befasst haben muss, um die richtigen Antworten in Bezug auf die eigene Systemlandschaft zu finden.</p><h5>Nun hat die Pandemie in der Digitalisierung einiges angestoßen. Wird das ein dauerhafter Prozess?</h5><p>Covid-19 war und ist eine sehr unangenehme Erfahrung für uns alle. Gleichzeitig ist die Pandemie aber auch ein positiver Katalysator in einigen Bereichen. Die Flexibilisierung der Arbeitswelt zum Beispiel ist eine Entwicklung, die lange sehr schleppend voranging und nun schnell Fahrt aufgenommen hat. Gleiches gilt für den Breiteneinsatz von Videokonferenzen oder die Akzeptanz von digital unterzeichneten Dokumenten. Diese Errungenschaften werden uns dauerhaft erhalten bleiben. Gleichzeitig würde es mich freuen, wenn wir das positive Beispiel der Entwicklungs- und Adaptionsgeschwindigkeit in der Pandemie als Vorbild für weitere Digitalisierungsschritte nehmen würden.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Wir kennen Ihre Begeisterung für Technik und Digitales. Wie viel lässt sich von Ihren Ideen konkret in der Praxis umsetzen?--><h5>Wir kennen Ihre Begeisterung für Technik und Digitales. Wie viel lässt sich von Ihren Ideen konkret in der Praxis umsetzen?</h5><p>Ich liebe ein Zitat von Steve Jobs in diesem Zusammenhang: „Stay hungry, stay foolish!“ Aus meiner Sicht ist das ein wunderbarer Ansatz. Hungrig bleiben, neue Dinge zu machen, und dabei Raum für echte Innovation schaffen. Diesen Ansatz verfolgen wir auch in Bezug auf Technik und Digitales bei uns, und das kommt auch mir sehr entgegen, weil wir bei Markel Ideen schnell umsetzen. In jedem Fall lernen wir immer etwas Neues und schaffen zum Teil wirklich tolle neue Lösungen.</p><h5>Wagen Sie auch mal den Schritt: „Wir verändern radikal“ oder „Wir beginnen von vorne“?</h5><p>Wir verfolgen eigentlich immer die Idee, Dinge nicht nur ein bisschen zu verbessern, sondern die Nutzer mit neuen Lösungen zu begeistern. Das erfordert allerdings eine offene Denkweise – im Sinne von radikaler Veränderung oder einem neuen Ansatz. Wir haben einige Beispiele auf der Technik- oder Produktseite, wo wir sicherlich einen für unsere Branche ungewohnten Weg gegangen sind. Das macht uns aus und das wollen wir uns auch in jedem Fall bewahren, weil es auch Teil unserer Innovationskultur ist.</p><h5>In Richtung Vertriebspartner haben sich Ihre Bestrebungen in einem noch jungen Markel Maklerportal niedergeschlagen. Wie ist der aktuelle Stand, welche weiteren Pläne gibt es dafür?</h5><p>MarkelNow ist ein gutes Beispiel für eine Neuerung, bei der wir bemüht sind, nicht nur etwas gut zu machen, sondern unsere Makler zu begeistern. In MarkelNow kann der Makler zu all unseren Produkten jederzeit ein Angebot oder gleich eine fertige Police erstellen. Nicht nur die Breite ist einzigartig für einen Spezial­versicherer in Deutschland, sondern auch die einfache und intuitive Bedienung ist besonders. Wir entwickeln unsere Plattform mit großer Geschwindigkeit weiter. Demnächst werden wir neben dem jetzt schon möglichen Upselling und dem Jahresmeldeprozess Änderungen über MarkelNow ermöglichen. Den Königsschritt der Vernetzung mit den verschiedenen Maklerverwaltungsprogrammen sind wir ebenfalls bereits angegangen. Es wird also noch einiges kommen, MarkelNow macht aber schon heute eine Menge Spaß.</p><h5>Für Maklerbetriebe stellt sich die Frage, wie sie mit einer Vielzahl von Versicherer-Portalen zurechtkommen. Sehen Sie da Fortschritte?</h5><p>Aktuell entwickelt unsere Branche Frontend-Lösungen, die einen guten Prozess ermöglichen, wenn der Makler bereit ist, Daten strukturiert zu erfassen. Unserer Meinung nach kann das nur ein erster Schritt in eine richtige Richtung sein. In einer weiteren Entwicklungsstufe muss der Versicherer dem Makler einen optimalen Prozess anbieten. Unabhängig davon, ob der Makler eine E-Mail mit einem Antrag an den Versicherer schickt, über das Maklerportal des Versicherers einen Vorgang erledigt oder in seinem MVP einen Prozess im System des Versicherers anstößt, darf perspektivisch keinen Unterschied machen. Der Versicherer muss all diese Varianten mit gleicher Qualität und Geschwindigkeit anbieten. Insofern sehe ich Fortschritte, aber noch eine Strecke zur echten Begeisterung!</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Markel ist ein Spezialversicherer in der gewerblichen Haftpflichtver­sicherung. Das Thema gewinnt an Bedeutung. Profitiert Markel davon?--><h5>Markel ist ein Spezialversicherer in der gewerblichen Haftpflichtver­sicherung. Das Thema gewinnt an Bedeutung. Profitiert Markel davon?</h5><p>Die Bedeutung von Haftpflicht­risiken nimmt auch unserer Wahrnehmung nach zu. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig. Mit unserer klaren Fokussierung auf gewerbliche Haftpflichtrisiken profitieren wir als Spezialversicherer von dieser Entwicklung. Das macht uns aber nicht träge in unserem Anspruch, immer besser zu werden und noch bessere Lösungen anbieten zu können.</p><h5>Können Sie sich auch Erweiterungen in andere Bereiche vorstellen?</h5><p>Wir sind und bleiben Spezialversicherer. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht auch andere Bereiche vorstellen können. Naheliegend ist für uns die Betriebshaftpflichtversicherung, wo wir unser Angebot deutlich ausweiten wollen. Drei große Themen treiben uns aktuell besonders an. Zum einen wollen wir die persönliche Betreuung unserer Maklerpartner in der Fläche deutlich verbessern und als qualifizierter Gesprächspartner auf Augenhöhe mit unseren Maklerpartnern neue vertriebliche Ansätze entwickeln und umsetzen. Die Weiterentwicklung von MarkelNow zur Verbesserung der digitalen Zusammenarbeit mit dem Makler ist ein weiteres wichtiges Thema. Schlussendlich möchten wir unseren erfolgreichen Ansatz aus der Berufs- und Vermögensschadenhaftpflicht auch anwenden, um marktführende Produkte in der Betriebshaftpflicht für ausgewählte Zielgruppen zu entwickeln. Sie sehen: Wir haben bei Markel weiterhin viel vor.</p><h5>Das Interview begann mit der Frage, wie die Zukunft der Versicherer in der digitalen Welt aussieht. Enden wollen wir mit der Frage: Wie sieht konkret die Zukunft von Markel in Deutschland aus?</h5><p>In einem Wort: sonnig! Spaß beiseite, wir haben ein sensationelles Team mit vielen super Ideen und einer starken Innovationskultur, eine tolle Zusammenarbeit mit vielen Maklern in Deutschland und einen Markt, der uns viele Möglichkeiten bietet. Was kann man sich mehr wünschen?</p><h5>Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 08/2021 und in unserem <a target="_blank" href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-08–2021/65793634" target="_blank" >ePaper.</a></h5><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Markel</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/9EB365FF-20EC-435C-B8E1-52DDE5D66CC7"></div>

 

„Makler werden sich auf einen Intermediär konzentrieren“

Die VEMA eG und ihre Partnerbetriebe trotzen der Corona-Pandemie. Die Genossenschaft konnte in der Vergangenheit immer weitere Maklerbetriebe anbinden und sieht gute Chancen für die Weiterentwicklung auch in einem sich konsolidierenden Markt.

Interview mit Andreas Brunner und Hermann Hübner, Vorstände der VEMA Versicherungsmakler Genossenschaft eG
Seit einigen Monaten erleben wir, dass mittelständische Versicherungsmakler zu einer Asset-Klasse von Private-Equity-Investoren werden. Wie ordnen Sie das ein?

Hermann Hübner: Im Wesentlichen zeigt das, wie unheimlich viel Kapital am Markt in unserem Niedrigzinsumfeld nach attraktiven Anlagemöglichkeiten sucht. InsurTechs versuchen seit Jahren recht erfolglos, sich in der Versicherungsbranche durchzusetzen, und müssen immer mehr an neuem Fremdkapital einsammeln, um weitermachen zu können. Da wurde und wird so unverständlich viel Geld verbrannt, das niemals zurückfließen kann. Da sind etablierte Versicherungsmaklerbetriebe mit einer funktionierenden Maschinerie und echten Erträgen das wesentlich interessantere Investment. Da folgt die erste Rendite bereits zum Ende des nächsten Geschäftsjahrs. Wir von der VEMA sind bei den größer werdenden Maklergruppen ein gefragter Partner, weil wir die notwendigen Digitalisierungsschritte mit unseren Diensten hervorragend unterstützen können.

Sie berichten, dass VEMA-Makler gut durch die Corona-Krise gekommen sind. Trotzdem scheint Covid-19 zu einer – eigentlich schon lange erwarteten – Konsolidierung zu führen, oder?

Andreas Brunner: Die Anzahl registrierter Versicherungsmakler ist in den vergangenen Jahren immer relativ konstant geblieben. Die Umsätze der Maklerkollegen wuchsen aber immer stärker als der Markt. Das zeigt, dass das Geschäftsmodell „Versicherungsmakler“ dauerhaft funktioniert und mehr als tragfähig ist. Zu Konsolidierungen bei Versicherungsmaklern kommt es daher normalerweise auch nicht aus Gründen des Kostendrucks, sondern vielmehr im Rahmen der Betriebsnachfolge.

Ein gut laufender Maklerbetrieb mit einem gesunden Bestand kostet sein Geld – Private-Equity-Investoren fällt es oft leichter, einen angemessenen Firmenwert auch zu bezahlen. Bei kleineren und mittleren Maklerhäusern, die zumeist noch inhabergeführt sind, beobachten wir aber, dass es doch überwiegend Betriebsnachfolger aus den eigenen Reihen sind, die ihre Chance bekommen, die Firma in die Zukunft zu führen. Natürlich unterstützen wir unsere Kollegen bei der internen und externen Betriebsnachfolge auf vielfältige Weise.

Macht sich ein Maklerdienstleister an der Stelle aber nicht vielleicht doch auch Sorgen?

Hermann Hübner: Nein, Sorgen machen wir uns da in keiner Weise. Wir sehen da eher die Chancen. Bei Konsolidierungen waren wir immer gefragter Partner, insbesondere dann, wenn ein Unternehmen die VEMA aktiv genutzt hat. Überdies werden die Vorteile, die wir bieten können, weiter in die Gruppe hinein­getragen, was für uns natürlich nicht negativ ist. Wir sind davon überzeugt, dass sich Versicherungsmakler vermehrt auf einen „Intermediär“ konzentrieren, der ein weitgehendes Dienstleistungsangebot hat, das passt. Da unser Geschäftsmodell nicht auf „Pooling“ ausgerichtet ist, können wir bei Zusammenschlüssen von Maklerhäusern sehr gut punkten.

Dann schildern Sie uns doch mal: Wie ist die VEMA bisher durch die Corona-Pandemie gekommen?

Andreas Brunner: Als es so richtig losging, hatten wir in den Deckungsnoten unserer Tarifrechner schon einen deutlichen Einbruch. Das war so März und April 2020, also in der Phase der Orientierung, wie man mit der neuen Situation umgeht und sich arrangiert. Wir stellten fast sofort Hilfestellungen bereit und informierten über betriebsorganisatorische Dinge, stellten Technik zur Videoberatung – VEMA-Live – bereit und alles, was zur Kundenkommunikation nötig war. Dadurch konnten unsere Maklerkollegen schnell einen neuen Rhythmus für ihre Arbeit finden und sich wieder der Betreuung ihrer Kunden zuwenden. Bereits im Mai hatten wir bei den Deckungs­noten wieder den Stand des Vorjahres erreicht und bis Jahresende schlossen wir mit fast 10% mehr Deckungsnoten gegenüber 2019 ab. Das gilt nur für Komposit, nur direkt über unsere Tarifrechner, ohne Betrachtung Kfz.

Stornos im Lebenbereich verzeichneten wir nur vereinzelt. Man kann sagen, ab Mitte 2020 ging es wie gewohnt, wenn auch auf neuen Wegen und mit neuen Mitteln, einfach weiter. Das hält für 2021 bisher so an. Betriebsintern waren wir technisch ohnehin bereits so aufgestellt, dass nahezu alle Bereiche unserer Firma onlinebasierend arbeiteten. So war es einfach, die Belegschaft fast komplett vom Home-Office aus arbeiten zu lassen. Negative Auswirkungen auf unsere Servicestandards oder die Arbeitsleistung konnten wir dabei auch keine ausmachen.

Momentan führen wir eine betriebswirtschaftliche Auswertung unter unseren Maklern durch. Auch diese spiegelt eine positive Grundstimmung wider. So gaben 63% der Teilnehmer an, dass sich ihr Jahresumsatz 2020 gegenüber dem Vorjahr gesteigert hat. Und auch was das laufende Jahr angeht, geht bereits jetzt deutlich über die Hälfte der Kollegen von einer weiteren Steigerung aus.

Was lässt Sie hoffen, dass Sie und die Maklerbetriebe im Allgemeinen weiterhin gut bestehen können?

Hermann Hübner: Wir hoffen nicht, sondern wir wissen, dass der klassische Versicherungsmakler in Verbindung mit einem starken Intermediär wie der VEMA eine sehr erfolgreiche Zukunft haben wird. Ausschließlichkeitsvertriebe werden durch das eingeschränkte Produktangebot verlieren, rein digitale Anbieter werden sich nicht durchsetzen. Und alle brauchen persönliche Berater für spürbare Erfolge. Bankberater waren noch nie wirklich gute Versicherungsverkäufer – klammert man die Lebensversicherung mal aus. Bei den FinTechs braucht es das aktive Signal des überwiegend sehr jungen Kunden, deshalb wird sich da nicht viel tun. Bedeutende Marktplayer kann man an einer Hand abzählen. Die Zukunft für Versicherungsmakler sieht rosig aus.

Nun kommen die Bundestags­wahlen und eventuell geht damit ein Regierungswechsel einher. Sehen Sie dem entspannt entgegen oder fürchten Sie sogar bestimmte Konstellationen?

Andreas Brunner: Seit mindestens 20 Jahren gab es keine politische Entscheidung bezogen auf die Versicherungsbranche mehr, die als positiv bewertet werden kann. Dabei war es recht egal, wer die Regierung bildete. Die Branche hat immer reagiert und sich darauf eingerichtet. So wird es auch mit der nächsten Regierung sein. Natürlich können einem bei Durchsicht des ein oder anderen Wahlprogramms die Haare zu Berge stehen – aber keine Partei wird alleine regieren können und spätestens wenn Wahlprogramm auf Realität trifft, kommt alles anders als gedacht. Es bringt wenig, bereits jetzt Energien in „Was-wäre-wenn-Denkspiele“ zu investieren.

Wo sich bei uns die Stirnfalten bilden, ist, dass ein Staat, der sich auch in „guten Jahren“ immer mehr verschuldet hat und die Zinsen gedrückt halten muss, da er sie sonst nicht mehr bedienen kann, als Heils­bringer für eine eigene kapitalgedeckte Altersvorsorge aufschwingt. Die Gelder in einem Staatsfonds für die Altersvorsorge werden früher oder später auch zweckentfremdet werden.

Wir sehen den Staat zwischenzeitlich als „Raupe Nimmersatt“. Eine Kehrtwende zu mehr Eigenverantwortung und weniger staatlicher Bürokratie und Fürsorge wäre notwendig. Selbstständigkeit muss sich wieder lohnen. Da sehen wir aber leider bei keinem Regierungsbündnis einen wirklichen Trend in diese Richtung.

Die Digitalisierung ist auch so ein zweischneidiges Schwert. Es geht voran, aber schleppend und mancherorts wohl auch schmerzvoll. Wie weit sind Versicherer und Makler in der digitalen Kommunikation noch auseinander?

Hermann Hübner: Wir können nicht feststellen, dass es schleppend vorangeht. Aktuell ist ein guter Stand gegeben. Die Anträge in den Massensparten werden meist digital angeliefert und automatisiert verarbeitet – da haben unsere VEMArechner einen merklichen Anteil daran. Druckstücke landen digital in der VEMA-Postbox, um nur ein Beispiel zu nennen.

Natürlich ist noch richtig „Luft nach oben“ – da sind auch wir gut dabei. Für die Digitalisierung braucht es Intermediäre wie VEMA. Da wird nichts direkt zwischen Versicherer und kleinen oder mittelgroßen Versicherungsmaklern laufen.

Was sind hier Ihre nächsten Schritte?

Hermann Hübner: Basierend auf dem zentralen Dokumentenabruf in der VEMA-Postbox arbeiten wir derzeit weiter an der Auswertung dieser Dokumente, um Automatismen für die nächsten logischen Schritte darstellen zu können. In der Praxis kann dies dann zum Beispiel so aussehen, dass ein Makler eine Mail von uns erhält, in der mitgeteilt wird, dass bei diesen 100 Privathaftpflichtverträgen eine Bestandsaktualisierung auf den aktuellen Tarif möglich ist. Möchte der Makler das, genügt ein Klick und unser System nimmt alles Nötige vor und informiert die Kunden per Mail. Auch in Sachen Bestandsarbeit werden sich hier viele Möglichkeiten wie zum Beispiel Upselling-Aktionen auftun.

Die Weiterbildung für Makler ist ein großes Thema der VEMA. Nun hören wir stetig, dass die IHKs bei der Anerkennung von Seminaren genau hinsehen. Können Sie das bestätigen?

Andreas Brunner: Anfangs wirkte es, als ob die IHKs selbst noch nicht so genau wüssten, wie die Kontrolle der Weiterbildungspflichterfüllung dargestellt und umgesetzt werden soll. Das führte zu mehreren oft nicht nachvollziehbaren Aussagen und Entscheidungen. Inzwischen scheint man seinen Weg gefunden zu haben. Den genauen Blick auf Seminarinhalte können wir bestätigen.

Wir empfehlen den Maklern, mehr Zeit in Fortbildungen über die VEMAakademie zu investieren, dann sind sie auf der sicheren Seite und haben keine Diskussionen mit der örtlichen IHK, wenn die einen Schulungsinhalt nicht akzeptiert. Die meisten VEMA-Partner gehen so damit um.

Haben Sie denn eigene Erfahrungen damit gemacht?

Andreas Brunner: Fälle, bei denen die Akzeptanz der Weiterbildungszeit unserer Angebote angezweifelt wurden, kennen wir nur vereinzelt. In der Regel konnten solche Zweifel mit Übersendung der Schulungsinhalte dann auch ausgeräumt werden.

An die VEMA sind einige Gewerbemakler angeschlossen. Wie sehr waren diese von dem Thema der Betriebsschließungsversicherung betroffen?

Hermann Hübner: Das Thema wird medial überbewertet. Im Durchschnitt dürfte jeder Vermittler nur um die zwei Verträge im Bestand haben. Erklärt man einem betroffenen Kunden, dass die Betriebsschließungsversicherung nie für Pandemien gedacht war, und erläutert alle Hintergründe, dann entschließen sich viele, einen Vergleich anzu­nehmen und nicht zu klagen. Man wird sehen, wie der BGH entscheidet. Ich ziehe den Hut vor den Versicherern, die die Ansprüche vollständig beglichen haben. Keine Selbstverständlichkeit für mich.

Was glauben Sie, wie hoch ist der bleibende Imageschaden der Branche?

Hermann Hübner: Ich sehe keinen Imageschaden. Das Thema wird größtenteils nur innerhalb der Branche hochgespielt.

Erwarten Sie eine Eintrübung der Maklergeschäfte aufgrund möglicher Insolvenzen im Gewerbebereich oder anderer Einflüsse?

Andreas Brunner: 2020 hatten wir einen Tiefstand an Insolvenzen und auch 2021 erwarten wir keine steigenden Insolvenzen. Im Gegenteil – viele Firmen nutzten die Pandemie, um sich besser für die Zukunft aufzustellen.

2021 wird also mit Blick auf die Geschäftszahlen wieder ein gutes Jahr für die VEMA?

Andreas Brunner: Ja.

Hermann Hübner: Ja, absolut.

Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 08/2021 und in unserem ePaper.

Bild oben:  © sdecoret – stock.adobe.com; Porträtfotos: © VEMA

 
Interview mit
Andreas Brunner
Hermann Hübner

Modellbahnversicherung: Märklin und Mannheimer kooperieren

ARTIMA, die Kunst- und Sammlungsversicherung der Mannheimer, hat eine Spezialversicherung für Modellbahnen im Angebot. Bei deren Entwicklung griff ARTIMA auf das Know-how von Märklin zurück. Nun haben ARTIMA und der Modelleisenbahnhersteller eine Zusammenarbeit vereinbart.

Modellbahnen wurden bis Anfang 2021 auf Wunsch über eine Hausratversicherung abgedeckt, was nicht immer ausreichend war. ARTIMA, die Kunst- und Sammlungsversicherung der Mannheimer Versicherung AG, bietet auch eine eigene Versicherungslösung für Modellbahnen. Bei der Entwicklung der Speziallösung griff ARTIMA auf die Erfahrungswerte und das Fachwissen von der Gebr. Märklin & Cie. GmbH zurück. Das 1859 von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin gegründete Unternehmen entwickelte sich von einer kleinen Fabrik für Blechspielwaren zum heute weltweit bekannten Marktführer im Modellbahnbereich. Im Austausch mit den Experten von Märklin konzipierte ARTIMA ein eigenes Bedingungswerk für die Bedürfnisse der Zielgruppe Modellbahnsammler und -landschaftsbauer: „ARTIMA für Modellbahnen“.

Spezielle Modellbahnenversicherung

Als Allgefahrenversicherung deckt die spezielle Modellbahnenversicherung Schäden an Lokomotiven, Waggons und an individuell gebauten Modelllandschaften und Konstruktionen ab. Eingeschlossen ist das elektro-/digitaltechnische Zubehör sowie die Wiederaufbaukosten für die Modelllandschaft nach einem Schadenfall. Die wenigen Ausschlüsse sind im Bedingungswerk explizit aufgeführt.

Sonderkonditionen für Clubmitglieder von Märklin

Die Versicherung steht jedem Modellbahner offen. Im Rahmen der Kooperation, die ARTIMA und Märklin nun bekannt gegeben haben, sollen Clubmitglieder von Märklin profitieren. Mit der Zusammenarbeit wird das Thema „Sammlerwerte sichern und schützen“ im Bereich der ARTIMA®-Modellbahnenversicherung zum Nutzen der Märklin-Clubmitglieder nachhaltig ausgebaut.

„Wir sind immer auf der Suche nach Kooperationen, die für unsere Clubmitglieder von Nutzen sind. Eine spezielle Versicherung für die oft sehr wertvollen Modellbahnen und Modelllandschaften im Innen- und Außenbereich ist sehr sinnvoll. Deshalb hat Märklin nicht gezögert, als es darum ging, bei der Entwicklung von diesem Spezialangebot beratend zu unterstützen. Die Versicherung steht zwar jedem Modellbahner offen, unsere Mitglieder des INSIDER Clubs, des TRIX Clubs und des LGB Clubs profitieren im Rahmen dieser Kooperation jedoch besonders durch die vergünstigten Sonderkonditionen“ , erklärt Jörg Iske, Leiter Marketing bei Gebr. Märklin & Cie. GmbH.

„Während der Entwicklungszeit des Modellbahn-Spezialkonzeptes zeigten sich für mich viele verbindende Elemente zwischen Märklin und ARTIMA. So wie Märklin mit Sorgfalt und Präzision Modelle für den Design-, Technik- und Bahnenthusiasten erstellt, bietet ARTIMA die Sicherheit eines gründlich konzipierten und besonders umfassenden Schutzes. In beiden Fällen sind die Kunden Sammler, die mit Herzblut ihrer Leidenschaft nachgehen. Beide Marken stehen für ein besonderes Zielgruppenverständnis und Marktführerschaft in ihren Spezialgebieten. Ich bin deshalb sehr überzeugt von dieser Kooperation“, so Birgit Rolfes, Leiterin ARTIMA. (tk)

Bild: © fl0ri0604 – stock.adobe.com

 

InsurTech FINLEX erhält Millionen frisches Kapital

Mit BlackFin Capital Partners als Lead-Investor und Segenia Capital als Co-Investor hat das Frankfurter InsurTech FINLEX zwei Kapitalgeber an Land gezogen und eine Finanzierungsrunde über 8 Mio. Euro abgeschlossen. Mit dem Kapital sollen die Plattform ausgebaut und die Produktpalette erweitert werden.

Frisches Kapital für FINLEX, um den Wachstumskurs weiter voranzutreiben: Das Frankfurter InsurTech hat eine 8-Millionen-Series-A-Finanzierung abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von dem paneuropäischen und auf die Finanzbranche fokussierten Fonds BlackFin Capital Partners als Lead-Investor und der Beteiligungsgesellschaft Segenia Capital als Co-Investor. Wie das InsurTech weiter mittelt, führen alle bestehenden Anteilseigner ihre Beteiligung fort und die Gründer behalten die deutliche Mehrheit am Unternehmen.

Versicherungsplattform für Gewerbe- und Industriekunden

FINLEX bietet eine Online-Versicherungsplattform für Gewerbe- und Industriekunden mit dem Fokus auf Financial Lines wie D&O-, Cyber-, Strafrechtsschutz- und PI-Versicherungen. Für Gewerbemakler ist eine White-Label Lösung im Angebot, um eine digitale Infrastruktur mit erforderlichen Informationen und Tools zu bauen. Versicherern ermöglicht die Plattform das automatisierte Underwriting für Financial Lines-Produkte und Zugang zu führenden Industriemaklern in Deutschland.

„Wir sind vollkommen von der Dynamik des Marktes für Financial Lines überzeugt, einschließlich der Cyberversicherung, für die es einen klaren Bedarf gibt. Dank der Qualität der Plattform, der unübertroffenen Marktkenntnisse des Gründerteams und der Unterstützung durch BlackFin ist FINLEX bestens positioniert, um eine führende Rolle in Europa zu spielen“, erklärt Maxime Mandin, Investment Director bei BlackFin.

 „Wir sind beeindruckt von den Gründern und ihrer Plattformlösung, die auf einzigartige Weise Versicherungsmakler und Versicherer zusammenbringt und dadurch zu effizienten, automatisierten und gleichzeitig maßgeschneiderten Financial-Lines-Versicherungslösungen, wie D&O und Cyber für Firmenkunden, führt. FINLEX ist nun gut aufgestellt für weiteres Wachstum“, ergänzt Carsten Radtke, Managing Director bei Segenia Capital Management GmbH.

Ausbau der Plattform und Erweiterung der Produktpalette

Das zusätzliche Kapital soll insbesondere in den Ausbau der Plattform und die Erweiterung der Produktpalette fließen. So sollen weitere Dienstleistungen und Funktionen sowie neue Schlüsseltechnologien hinzukommen. Bis zum Spätsommer 2022 plant FINLEX, seine Mitarbeiterzahl zu verdoppeln. „Mit dieser Finanzierung können wir unser dynamisches Wachstum beschleunigen, unsere Technologieplattform auf die nächste Stufe heben sowie unsere Kernproduktpalette auf dem lokalen Markt stärken und ausbauen“, betont Sebastian Klapper, Gründer und Geschäftsführer von FINLEX. (tk)

Bild: © orcea david – stock.adobe.com

 

Gothaer veröffentlicht ersten Nachhaltigkeitsbericht

Anfang August hat die Gothaer ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2020 veröffentlicht. Das Unternehmen will damit zeigen, dass es seinen Anspruch, „Glaubhaft nachhaltig“ zu sein, sehr ernst nimmt.

<p>Die Hochwasserkatastrophe als Folge des menschengemachten Klimawandels zeigt einmal mehr, wie zentral der Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken für Versicherungen ist. Um das Thema im Unternehmen voranzutreiben, hat der Gothaer Konzern im Januar 2020 einen eigenen Bereich Nachhaltigkeitsmanagement gegründet. Unter der Leitung von Svetlana Thaller-Honold wird hier die Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickelt und gemeinsam mit einem das gesamte Unternehmen umspannenden Netzwerk umgesetzt.</p><p>Anfang August hat die Gothaer nun ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2020 veröffentlicht. „Wir wollen mit dem Nachhaltigkeitsbericht zeigen, dass wir unserem Anspruch, ‚Glaubhaft nachhaltig‘ zu sein, sehr ernst nehmen. Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit im gesamten Gothaer Konzern zu implementieren. Dazu zählen die Kapitalanlage, unsere Produkte, CO<sub>2</sub>-neutrale Standorte und die Förderung von Nachhaltigkeit in der Gesellschaft“, so Svetlana Thaller-Honold. Im Jahr 2020 konnten in allen drei Feldern bereits erste Meilensteine erreicht werden. So hat die Gothaer mittlerweile 1,3 Mrd. Euro in erneuerbare Energien investiert, die CO<sub>2</sub>-Emissionen seit 2018 um 26% auf 13.329 t reduziert und im Jahr 2020 die Gothaer Stiftung zur Förderung von Nachhaltigkeit gegründet.</p><p>Der Bericht wurde gemäß Berichtstandard des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) erstellt. Der DNK umfasst 20 Kriterien zu den Bereichen Strategie, Prozesse, Umwelt und Gesellschaft. Das berichtende Unternehmen muss ausführlich darlegen, welche Ziele und Managementkonzepte es in den jeweiligen Bereichen verfolgt und anhand vorgegebener Indikatoren die Fortschritte darlegen. Die Entsprechenserklärungen werden in der DNK-Datenbank der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Damit sind sie vergleichbar und es wird maximale Transparenz hergestellt.</p><p>Auch in Bezug auf die Kapitalanlage rückt das Thema Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus: Seit 2018 berücksichtigt der Gothaer Konzern explizit ökologische und soziale Aspekte sowie Kriterien der Unternehmensführung (ESG-Kriterien). Nach dem Beitritt zu UN PRI, einer Initiative rund um Prinzipien für verantwortliches Investieren, im Mai 2020 ging die Gothaer im September 2020 mit der Mitgliedschaft bei dem Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB) einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltige Kapitalanlage. GRESB ist das führende Bewertungssystem zur Messung der Nachhaltigkeitsperformance von Immobilienunternehmen und Immobilienfonds. (ad)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/1C1893E2-D1E8-4263-8D13-4AC43A8E8EE8"></div>

 

VHV: Ausbau versicherungsnaher Dienstleistungen

Die InterEurope AG, ein Dienstleistungsunternehmen, das Kfz-Unfälle im Ausland und Kfz-Schäden von Ausländern im Inland im Auftrag von Versicherungsunternehmen bearbeitet, gehört nun zur VHV Gruppe.

Die VHV Holding AG erwirbt die Mehrheit an der InterEurope AG mit Sitz in Düsseldorf. Nach dem Erwerb der Eucon GmbH im Jahr 2020 ist dies die zweite entsprechende Transaktion im Rahmen der VHV-Strategie der Erweiterung erfolgreicher Geschäftsfelder durch erprobte und versicherungsnahe Dienstleistungen.

Die InterEurope AG ist ein unabhängiges, eigentümergeführtes Dienstleistungsunternehmen, das insbesondere Schadenfälle im Rahmen des Grüne-Karte-Systems, also Kfz-Unfälle im Ausland sowie Kraftfahrzeugschäden von Ausländern im Inland, im Auftrag von Versicherungsunternehmen bearbeitet. Darüber hinaus reguliert sie europaweit Transport- und Kaskoschäden, Regresse sowie weltweit Rechtsschutzfälle. InterEurope wurde 2004 gegründet und beschäftigt derzeit rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für über 200 Kunden aus ganz Europa tätig sind.

Die VHV erwartet, dass die neu erworbene InterEurope insbesondere mit der Eucon GmbH wechselseitig signifikante positive Effekte erreichen kann und beide Unternehmen sich gegenseitig in ihren jeweiligen Marktstrategien und Kompetenzen stärken. Die InterEurope AG bleibt als eigenständiges Unternehmen innerhalb der VHV Gruppe – unabhängig vom Versicherungsgeschäft der VHV – am Unternehmenssitz in Düsseldorf bestehen. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Die Gründungsvorstände der InterEurope AG, Holger Backu und Holger Zündorf, bleiben weiterhin als Vorstände in der Unternehmensleitung, der Vorstandsvorsitzende der InterEurope AG, Holger Backu, wird nach dem Erwerb der Mehrheit durch die VHV Holding AG CEO und Gesellschafter bleiben. (ad)

Bild: © Kzenon – stock.adobe.com

 

Kommunikation und gemeinsame Ziele als Gerüst der „Pool-EU“

„Die Zukunft gehört wenigen großen und vielen kleineren Unternehmen mit enger Kooperation“, begründet Michael Becker, Geschäftsführer des DFV-Maklerservice, im AssCompact Interview die Mitgliedschaft seines Pools in der „Pool-EU“.

Herr Becker, Ihr Unternehmen DFV-Maklerservice ist Mitglied der sogenannten Pool-EU, eines Verbunds von Maklerpools und Vertrieben, der von blau direkt initiiert wurde. Was sind Ihre Beweggründe?

Die technische Grundlage der Pool-EU ist überragend. Zudem hat bei blau direkt das Zwischenmenschliche und Persönliche einen genauso hohen Wert wie bei uns. Das Hervorragende an der Pool-EU ist die gegenseitige Unterstützung, die wir uns ermöglichen.

Verstehen wir es richtig, dass Sie einen Großteil der blau-direkt-Infrastruktur in Anspruch nehmen?

Ganz genau. Wir verwalten auch unsere Direktanbindungen über blau direkt und pflegen andere Dienstleister ein.

Bezahlen Sie Gebühren oder wie funktioniert das Zusammenspiel?

Ja wir zahlen Gebühren.

Die Digitalisierung steht hier sicherlich im Vordergrund. In welchen Bereichen profitieren Sie insbesondere von den Synergien?

Die Digitalisierung steht ganz klar im Vordergrund. Die Kunden-App simplr, RoboSave und das ganze Maklerverwaltungsprogramm erleichtern uns die Arbeit. Natürlich passen wir als Gesellschafter der D-IQ FinExpert Analysesoftware auch Prozesse an blau direkt an, um die Synergieeffekte noch besser auszuschöpfen.

Wo sehen Sie in Sachen Technologie akuten Handlungsbedarf?

Grundsätzlich sind wir mit der Technologie von blau direkt sehr zufrieden. Handlungsbedarf bestünde bei der Überarbeitung einiger Tarifrechner – daran arbeitet der Infrastrukturdienstleister allerdings bereits.

Welche anderen Themen sind für Sie dringend? Bei einem Ihren letzten Treffen standen beispielsweise auch neue Maklerrenten-Modelle im Fokus.

Ja genau. Das ist ein Thema, uns geht es vorwiegend um Vertriebsthemen und darum unsere angebundenen Partner zu schützen.

Nun wollen nicht nur Sie von dem Verbund profitieren, sondern es sollen auch die angebundenen Makler der jeweiligen Mitglieder davon profitieren. Was stellen Sie den Makler- bzw. Vermittlerbetrieben zur Verfügung, was Sie sonst nicht könnten?

Wir haben den Kopf frei. Andere Pools müssen sich selbst um das Herzstück ihrer Systeme kümmern, das Maklerverwaltungsprogramm. So können wir uns durch die Kooperation auf Vertriebsthemen konzentrieren, die sich verkaufsfördernd auf unsere Partner auswirken. Wer an unseren Netzwerktagungen teilgenommen hat, kann dies bestätigen.

Welche Entwicklung sehen Sie in der Pool- oder auch Vertriebslandschaft? Weitere Zusammenschlüsse oder Übernahmen?

Die technischen Anforderungen an die Digitalisierung steigen für Pools und größere Vermittler immer schneller, während die Anbieter in Serie geschluckt werden. Als kleinerer Anbieter würde man früher oder später geschluckt. Mit Kooperation lassen sich Freiheit, Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit unter einen Hut bringen. Die Zukunft gehört wenigen großen und vielen kleineren Unternehmen mit enger Kooperation.

Und wie wird man Mitglied in der Pool-EU?

Es gibt keinen Mitgliedsantrag, sondern es ist eine aktuell noch formlose Zusammenkunft.

Es gibt kein bürokratisch fixiertes Gefängnis. Kommunikation und gemeinsame Ziele bilden das Gerüst der Pool-EU. Es ist ein Geben und Nehmen. Wer in der Mitgliedschaft Vorteile durch die Gemeinschaft erhalten will, muss seinerseits schauen, was er den anderen geben kann.

Über die „Pool-EU“

In der „Pool-EU“ haben sich sechs Pools zusammengetan, das sind blau direkt, Wifo, Insuro, Finanz-Zirkel, Arisecur und DFV Maklerservice. Weitere Mitglieder sind die Vertriebe Königswege, Inpunkto, ZVO, Value Factory und FinanzNet.

Bild: © DFV-Maklerservice

 

APKV erstattet 131 Mio. Euro zurück

Versicherte der Allianz Private Krankenversicherung (APKV), die 2020 keine Leistungen aus ihrer Vollversicherung in Anspruch genommen haben, bekommen bis zu 30% ihrer Beiträge zurückerstattet. Die APKV im Rahmen ihres Bonus-Programms für 2020 über 131 Mio. Euro als Beitragsrückerstattung aus.

<p>Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) zahlt Kunden im Rahmen ihres Bonus-Programms für das Jahr 2020 insgesamt über 131 Mio. Euro als Beitragsrückerstattung aus. Versicherte, die 2020 keine Leistungen aus ihrer Vollversicherung in Anspruch genommen haben, bekommen bis zu 30% ihrer Beiträge zurückerstattet – in einigen Tarifen sogar bis zu 50%. Haben Kunden im Laufe des Jahres schon Rechnungen eingereicht, können sie im Folgejahr noch nachträglich wählen, was für sie lohnenswerter ist. </p><p>Jeder fünfte APKV-Vollversicherte nutze aktuell die Beitragsrückerstattung. Angestellte und Selbstständige erhielten oft Zahlungen von deutlich über 1.000 Euro, sagt Jan Esser, Vorstand der APKV. Die Kunden können sich ihre Beitragsrückerstattung entweder auszahlen lassen oder in die sogenannte Vorsorgekomponente umwandeln. Damit sorgen sie für ihr Alter vor: Die APKV legt die Gelder an und reduziert ab einem Alter von 65 Jahren die Beiträge.</p><p>Wechseln Versicherte von einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung zur APKV, können sie ihre leistungsfreie Zeit von dort anrechnen lassen. Sie erhalten damit sofort eine höhere Erstattung, da sie in der Bonus-Staffel gleich weiter oben einsteigen. (ad)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Richard Villalon – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/9A41CDB2-8A90-4731-9BCA-347DBC061192"></div>

 

MAXPOOL startet Mehrwerteprogramm für Makler

In einem neuen Mehrwerteprogramm bietet der Hamburger Maklerpool MAXPOOL seinen angebundenen Maklern in Zukunft exklusive Angebote mit einer ausgewogene Mischung aus Entertainment und Business. Die Teilnahme erfolgt automatisch durch die Einreichung geschriebener Geschäfte.

<p>Der Hamburger Maklerpool MAXPOOL setzt zukünftig noch stärker auf eine langfristige Geschäftsbeziehung zu seinen Maklern und launcht sein neues Mehrwerteprogramm für angebundene Partner. Exklusive Angebote, Deals und Vorteile erweitern die Bandbreite zusätzlicher Mehrwerte, die über das bestehende Leistungsspektrum hinausgehen. </p><p>Dabei wird auf eine ausgewogene Mischung aus Entertainment und Business gesetzt: Neben fachlichen Unterstützungsleistungen oder umfassendem Marketingsupport erhalten Makler im Rahmen des neuen Programms auch die Möglichkeit, an exklusiven Veranstaltungen teilzunehmen oder Sonderkonditionen bei Partnerunternehmen wie Mercedes Benz, Mont Blanc und Fitness First zu nutzen. </p><p>Die Vorteile des Mehrwerteprogramms sind nach Kategorien gestaffelt, die sich aus dem eingereichten Courtageumsatz des einzelnen Maklers ergeben. Auf diese Weise profitieren besonders jene Makler, die intensiv mit MAXPOOL zusammenarbeiten. Die Chance, von den wechselnden Angeboten und zeitlich begrenzten Deals zu profitieren, sind jedoch grundlegend für alle Kooperationspartner gleich. Die Teilnahme erfolgt automatisch durch die Einreichung geschriebener Geschäfte.</p><p>Alle Informationen zum Mehrwerte-Programm von MAXPOOL finden sich <a href="https://www.maxpool.de/mehrwerteprogramm.html&quot; target="_blank" >hier</a>. (ad)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Chinnapong – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/5328FDBB-02F9-426C-AADD-5471FC387C99"></div>

 

Regulatorisch konforme Kundenbetreuung? Ohne digitale Lösungen wird’s schwer!

Die regulatorischen Anforderungen steigen. Um effizient und rechtssicher arbeiten zu können, setzen immer mehr Vermittler auf digitale Lösungen. Eine Full-Sevice-Dienstleistung bietet die BCA-Gruppe samt ihrem Haftungsdach, der BfV Bank für Vermögen AG.

<h5>Ein Beitrag von Karsten Kehl, Vorstand der BfV Bank für Vermögen AG</h5><p>Das Profil des Beraters hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Mehr denn je werden digitale Anwendungen wichtiger Faktor im Büro des Versicherungs- und Investment­profis, um Kundenberatung und -betreuung prozessoptimiert durchführen zu können. In Bezug auf den Finanzanlagenvermittler und mit Blick auf die novellierte FinVermV sind etwa die gesetzlichen Anforderungen an Beratung und Dokumentation deutlich gestiegen. Zudem werden Berater mit Zusatzkosten belastet – wenn man etwa Themen wie Taping oder den möglichen Aufsichtswechsel zur BaFin berücksichtigt.</p><h5>Fehler können gravierende Folgen haben</h5><p>Generell fordert die FinVermV nicht nur die fundierten Kenntnisse vom Vermittler über Produkte und Risikoklassen, sondern unter anderem ebenso die einwandfreie Erstellung und Archivierung der Beratungs­dokumentation und des Protokolls über die Geeignetheitserklärung. Mangelhaftigkeiten an dieser Stelle können bestenfalls teuer, in bestimmten Fällen gar existenzbedrohend für den Finanzdienstleister sein – zumal etwa Vermögensschadenversicherer generell nur dann bei Fehlberatung leisten, wenn zumindest die Dokumentation gesetzeskonform eingehalten wurde.</p><p>Die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen in Bezug auf die Aufzeichnungs-, Dokumentations-, Aufbewahrungs- und Benachrichtigungspflicht telefonischer und elektronischer Kundenkommunikation hat zudem Einfluss auf den Unternehmenswert. Spätestens wenn der Vermittler sein Unter­nehmen verkaufen möchte, könnten etwaige Mängel an dieser Stelle bzw. dadurch bedingte Haftungsrisiken, die im Rahmen der Due Diligence auftreten, zum deutlichen Wertverlust oder gar zur Ablehnung durch den möglichen Käufer führen.</p><h5>Digitale Anwendungen sind inzwischen unverzichtbar</h5><p>Die zunehmenden Anforderungen machen daher die Nutzung gesetzeskonformer und digitalisierter Beratungstools zum unverzichtbaren Mittel. Unterstützung erhalten Vermittler hierbei von Finanzdienstleistern, die umfassend digitale Lösungen bereitstellen. Wichtig ist, dass die digitalen Tools ebenso eine lückenlos archivierte Dokumentation wie auch eine erstklassige und sichere Datenqualität gewährleisten. Daneben müssen sie natürlich auch den Beratungsablauf vereinfachen und eine aufeinander abgestimmte Komplettlösung ergeben.</p><p>Mit ihrem Haftungsdach bietet die BfV Bank für Vermögen AG als Teil der BCA-Gruppe eine Full-Service-Dienstleistung, damit Vermittler, Vermögensverwalter und Private Banker ihre Finanzanlageberatungsprozesse rechtssicher und effizient halten können. Da Wertpapierhandelsbanken sich in der Regel den Regulierungsvorgaben früher als zum Beispiel Maklerpools stellen müssen, fließt diese Expertise bei der BCA AG direkt ins ganze Unternehmen ein. Gerade in Bezug auf die Serviceplattform DIVA ist dies ein wichtiger Vorteil. Aktuell wurde zum Beispiel die Investmentsoftware auf den derzeitigen regulatorischen Bedarf eines Finanzprofis abgestimmt. Hiervon profitiert natürlich jeder Partner der BCA-Gruppe: unabhängig davon, ob er als Versicherungsmakler und/oder Investmentvermittler mit dem Pool zu­sammenarbeitet oder als Partner des Haftungsdachs bzw. der CARAT AG tätig ist.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Regulierungskonforme Beratung--><h5>Regulierungskonforme Beratung</h5><p>Die neue Investmentlösung bündelt alle relevanten Daten auf einer Plattform. Alle Maßnahmen wie zum Beispiel Produktauswahl mitsamt Depoteröffnung inklusive digitaler Unterschrift per IP-Adresse und notwendiger Legitimationsprüfung, Depot-Reporting, Nutzung des Investment-Shops oder der hauseigenen Vermögensverwaltung etc. werden über eine Oberfläche mittels Schnittstellen ermöglicht. Nach dem Motto „compliant by design“ werden doppelte Dateneingaben oder Datenverarbeitungsbrüche durch externe Systemvoraussetzungen quasi auf null gesetzt.</p><p>Standardisierte und digitale Beratungsstrecken inkl. automatisierter Geeignetheitsprüfung und zielmarktkonformer Produktportfolios, vollständiger Dokumentationserstellung und Archivierung ermöglichen eine regulatorisch konforme und effiziente Kundenbetreuung sowie -datenpflege. Transaktionen mit den Depotbanken laufen vollständig elektronisch ab. Papier­ablagesysteme werden künftig nicht mehr benötigt, da alle Unterlagen digital im System abgelegt und modifiziert werden. In Bezug auf das gemäß MiFID II und FinVermV verpflichtende „Taping“ bei der Anlageberatung wird Beratern darüber hinaus ein endgeräteunabhängiges Telefonaufzeichnungs-Tool zur Verfügung gestellt.</p><h5>Know-how bleibt wichtigster Baustein</h5><p>Bei aller Digitalisierung ist es das umfassende Finanz- und Anlagewissen, das einen sehr guten Berater auszeichnet. So hilft die Technik schlussendlich, Fachwissen noch besser bei den Anlageanalysen oder zur Markteinschätzung einzusetzen. Daneben können Berater natürlich auch auf die Investmentkompetenz von Finanzdienstleistern zurückgreifen. Die BfV AG unterstützt etwa mit einem Investment-Research-Angebot. Hierdurch erhalten Haftungsdachpartner aktuelle Markteinschätzungen, Analysen und Hintergründe geliefert. Daneben ermöglicht ein kostenfreier Depot-Check, die historische Renditeerwartung von Depots zu ermitteln oder auch das entsprechende Gesamtrisiko der Anlagen zu messen. Natürlich hilft das Team auch, das Depot bei Bedarf anzupassen.</p><p>Finanzprofis, die sich mehr oder weniger komplett administrativer und aufsichtsrechtlicher Aufgaben entledigen möchten, um sich komplett auf die Anlageberatung zu fokussieren, sollten zudem über eine Anbindung an ein Haftungsdach nachdenken. Die BfV AG stellt diesbezüglich verschiedene Leistungsstufen bereit und kümmert sich um die Aus- und Weiterbildung. Übrigens: Angebundene Anlageberater behalten natürlich sowohl ihre Unabhängigkeit als auch ihren guten Namen. Zudem hat ein gutes Haftungsdach keinerlei Umsatzvorgaben und gewährleistet immer die Bestandsfreigabe bei Beendigung der Kooperation.</p><h5>Den Artikel lesen Sie auch in AssCompact 08/2021 und in unserem <a target="_blank" href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-08–2021/65793634" target="_blank" >ePaper.</a></h5><p><i class="font-twelve-italic" >Bild oben: © grapestock – stock.adobe.com; Porträtfoto: © BCA</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/5DC29EE1-0EB9-4888-8EE5-9971826ABC6A"></div>

 
Ein Artikel von
Karsten Kehl