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Unternehmensmeldungen

agencio an BiPRO-BOX von Mr-Money angeschlossen

Das Softwarehaus Mr-Money meldet einen weiteren Neuzugang für die BiPRO-BOX: Mit der agencio Versicherungsservice AG wurde ein weiteres Unternehmen angebunden. Bei dem Assekuradeur aus Westerstede stehen digitale und klimafreundliche Versicherungslösungen im Fokus.

Mit der agencio Versicherungsservice AG wurde eine weitere Gesellschaft an die BiPRO-BOX von Mr-Money angebunden. Versicherungsvermittler können ab sofort auf die Produktpalette von agencio zurückgreifen, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, und Geschäftsvorfälle automatisiert abrufen. Der im niedersächsischen Westerstede ansässige Assekuradeur hat nach eigenem Bekunden digitale und klimafreundliche Versicherungslösungen ins Zentrum seiner Geschäftspolitik gestellt.

Wie das Softwarehaus Mr-Money weiter mitteilt, sind mittlerweile Dokumente von insgesamt 120 Gesellschaften über die BiPRO-BOX abrufbar. Der abermals vergrößerte Kreis teilnehmender Assekuranzen erhöhe wiederum die Reduzierung von Alltagsarbeiten im Maklerbüro und verschaffe den Vermittlern mehr Freiräume für die Beratung ihrer Kunden, so Mr-Money weiter. (tk)

Bild: © alphaspirit – stock.adobe.com

 

Unwetter in Europa trüben Quartalsergebnis der Allianz

Schäden durch Naturkatastrophen sind der Allianz im dritten Quartal des laufenden Jahres teuer zu stehen gekommen. Das operative Ergebnis des Konzerns verringert sich um fast 15%. Insgesamt sieht sich das Unternehmen jedoch auf gutem Weg, das Jahresziel zu erreichen.

Die Allianz hatte im abgelaufenen Quartal mit teuren Unwetterschäden zu kämpfen. Das operative Ergebnis verringerte sich um 14,5% auf 3,5 Mrd. Euro, getrieben durch die Bereiche Schaden und Unfall.

Die Schaden-Kosten-Quote wurde durch außergewöhnlich hohe Schäden verursacht durch Naturkatastrophen in Höhe von 7,3% beeinflusst – das ist der höchste Wert seit einem Jahrzehnt, wie die Allianz mitteilt. Hierzulande hatten Unwetter vor allem im Süden Deutschlands Schäden angerichtet, in Slowenien, Österreich und Italien kam es zu Überschwemmungen.

Das gesamte Geschäftsvolumen erhöhte sich im dritten Quartal des laufenden Jahres um 4,5% auf 36,5 Mrd. Euro.

Konzern hält an Jahresziel fest

In Hinblick auf die ersten neun Monate des Jahres konnte das operative Ergebnis um 3,6% auf 11 Mrd. Euro gesteigert werden. Dies könne insbesondere auf die Geschäftsbereiche Lebens- und Krankenversicherung zurückgeführt werden, so der Konzern.

Insgesamt verzeichnete der Konzern in den ersten drei Quartalen ein „robustes Wachstum“, wie der Vorstandsvorsitzende der Allianz SE, Oliver Bäte, kommentiert. „Mit 212% haben wir außerdem unsere Solvency-II-Kapitalisierungsquote weiter gesteigert“, so Bäte weiter.

Damit sieht sich die Allianz insgesamt auf einem guten Weg, ihr geplantes Jahresergebnis von 14,2 Mrd. Euro – plus oder minus 1 Mrd. Euro – zu erreichen. (js)

Bild: © www.allianz.com

 

Gute Geschäftsentwicklung: Munich Re erhöht Jahresprognose

Eine relativ glimpflich verlaufene Hurrikan-Saison hat der Munich Re ein positives drittes Quartalsergebnis beschert. Der Rückversicherer bestätigt aufgrund der besser als erwarteten Geschäftsentwicklung seine neue Jahresprognose von 4,5 Mrd. Euro.

Die Munich Re-Gruppe hat ihr Ergebnis für das abgelaufene dritte Quartal vorgelegt – und die Ergebnisse können sich sehen lassen: Das Unternehmen kann zum dritten Mal in Folge mit einem Konzernergebnis oberhalb der anteiligen Jahreserwartung aufwarten. So hat der Versicherer unter dem Strich im laufenden Jahr bereits 3,6 Mrd. Euro verdient. Im gerade abgelaufenen Quartal können die Münchener mit einem Konzernergebnis von knapp 1,2 Mrd. Euro aufwarten, ein Anstieg von etwa 6% gegenüber dem Vorjahresquartal.

Glimpfliche Hurrikan-Saison trägt zum positiven Ergebnis bei

Zum positiven Ergebnis beigetragen hat dabei die relativ milde Hurrikan-Saison im Nordatlantik, so das Unternehmen. Im Vorjahresquartal hatten vor allem Schäden verursacht durch Hurrikan Ian teuer zu Buche geschlagen. Trotz Schäden in Höhe von rund 200 Mio. Euro (nominaler Wert) verursacht durch den Waldbrand in Maui (Hawaii) fiel die Gesamtbelastung durch Großschäden für das dritte Quartal 2023 mit 770 Mio. Euro auf rund ein Drittel der Großschadenbelastung im Vorjahresquartal (2,13 Mrd. Euro).

Ergebnisse der ERGO veröffentlicht

Der Konzern stellte im Zuge der Veröffentlichung auch Zahlen des Tochterkonzerns ERGO vor. Demnach konnte Munich Re im Geschäftsfeld ERGO im vergangenen Quartal ein Ergebnis von 173 Mio. Euro erzielen – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal, als die ERGO 251 Mio. Euro erwirtschaftete. Für die ersten drei Quartale insgesamt stieg das Ergebnis jedoch von 554 Mio. Euro im vergangenen Jahr auf 643 Mio. Euro im laufenden Jahr.

Vor allem im deutschen Geschäft musste man im Vergleich zu 2022 Verluste hinnehmen: Das Segment ERGO Leben/Gesundheit Deutschland erzielte im dritten Quartal ein Ergebnis von 52 Mio. Euro, verglichen mit 221 Mio. Euro im Vorjahr, im Segment ERGO Schaden/Unfall Deutschland fiel das Ergebnis von 103 Mio. Euro im Vorjahr auf 31 Mio. Euro. Im internationalen Geschäft erging es der ERGO besser. Hier konnte man aufgrund einer günstigen Schadenentwicklung – trotz Belastungen aus Naturkatastrophen in Griechenland – ein Ergebnis von 90 Mio. Euro erzielen, nach einem Verlust von 73 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Jahresprognose auf 4,5 Mrd. Euro angepasst

Insgesamt sei Munich Re auf einem sehr guten Weg, das bisherige Jahresziel von 4 Mrd. Euro zu übertreffen, heißt es vonseiten des Versicherers. Der Konzern bestätigte damit seine neue Jahresprognose von 4,5 Mrd. Euro. Das neue erhoffte Konzernergebnis hatte Munich Re bereits im Rahmen der Veröffentlichung der vorläufigen Quartalszahlen im Oktober mitgeteilt. (js)

Bild: © Munich Re

 

germanBroker.net ist BiPRO-Partner

Seit Kurzem gehört auch der Maklerverbund germanBroker.net AG zum Mitgliederkreis von BiPRO e.V., dem Brancheninstitut für Prozessoptimierung. Zu den BiPRO-Partnern zählen Branchenmitglieder wie Versicherer, Vermittler und Dienstleister.

<p>Das Brancheninstitut für Prozessoptimierung BiPRO e.V. erarbeitet IT-Standards für die Versicherungs- sowie Finanzdienstleistungsbranche. Die BiPRO-Normen gelten als Grundlage für effiziente digitale Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zu den BiPRO-Partnern zählen Branchenmitglieder wie Versicherer, Vermittler und Dienstleister. Seit Kurzem ist auch der Maklerverbund germanBroker.net AG (gBnet) Mitglied im BiPRO e.V.</p><p>„Die BiPRO-Normen sind auch für uns das Mittel der Wahl zum Erhalt der Autonomie unserer Partner“, erklärt Hartmut Goebel, Vorstand von gBnet. „Zum Großteil benötigen die in der heutigen Zeit notwendigen Online- und Plattformlösungen Schnittstellen zu den jeweiligen Systemen der Makler und Versicherer.“ Mit der M1-Schadenplattform beispielsweise hat gBnet eine zentrale Online-Plattform zur Bearbeitung von Schäden entwickelt. Diese wird mit BiPRO-Schnittstellen ausgestattet, sodass der Start der Schadenbearbeitung für den gBnet-Partnermakler aus seinem Maklerverwaltungsprogramm heraus erfolgen kann. Auch der Wiedereinstieg oder der Dokumentenaustausch sind möglich. </p><p>„Da die MVP-Landschaft unserer Partner heterogen ist und auch so bleiben soll, können nur normierte Schnittstellen das Zusammenspiel der Systeme ermöglichen. Hierfür hat der BiPRO e.V. die Grundlagen geschaffen“, so Goebel weiter. „Wir freuen uns, als neues Mitglied das gemeinsame Ziel, die Digitalisierung durch Prozessoptimierung, in der Branche voranzutreiben.“</p><p>Frank Schrills, geschäftsführender Präsident des BiPRO e.V. zur Mitgliedschaft von germanBroker.net im Verein: „germanBroker.net betreibt konsequent Digitalisierung. Deshalb passt der Maklerverbund als neues Vereinsmitglied ausgezeichnet zur BiPRO-Community. Gemeinsam werden wir die digitale Automatisierung und Prozessoptimierung weiter vorantreiben und damit die Zukunftsfähigkeit der Versicherungsbranche im Allgemeinen und die der Makler im Besonderen sichern.“ (tk)</p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/62BE9D79-B488-498C-9A47-D70027E2B0AF"></div>

 

ÖKOWORLD: Das hat die neue Unternehmensleitung vor

ÖKOWORLD hat bewegte Monate hinter sich. Nach dem Rückzug von Gründer Alfred Platow übernahmen im August 2023 drei neue Vorstände das Ruder. Wie wollen sie den Anbieter weiterentwickeln? Und wie denken sie über den Vertrieb von nachhaltigen Kapitalanlagen?

Interview mit Katrin Hammerich, Andrea Machost und Torsten Müller, Vorstandsmitglieder der ÖKOWORLD AG
Vorgänger Alfred Platow prägte die ÖKOWORLD AG über Jahrzehnte. Was bedeutet sein Abschied für das Unternehmen?

Andrea Machost Der Generationswechsel ist für ÖKOWORLD ein markanter Einschnitt. Alfred Platow hat unser Unternehmen fast 50 Jahre lang erfolgreich aufgebaut und weiterentwickelt. Er hat es geprägt. Er hat viel bewegt und sehr viel erreicht. Unsere dunkelgrünen Nachhaltigkeitsfonds verwalten heute ein Vermögen von rund 3 Mrd. Euro. Dieses Geld gibt uns wichtigen Einfluss auf Unternehmen, und diesen Einfluss nutzen wir, um unsere Welt sozial, ökologisch und ethisch nachhaltiger zu machen. An dieser Strategie hat sich nach dem Ausscheiden von Alfred Platow selbstverständlich nichts geändert. Unser engagierter Einsatz für eine bessere und nachhaltigere Welt geht mit dem neuen Führungsteam unverändert und mit voller Kraft weiter.

Welche neuen Möglichkeiten mit Blick auf Kunden und Produkte ergeben sich für ÖKOWORLD mit dieser personellen Neuaufstellung an der Spitze?

Katrin Hammerich Das neue Vorstandsteam wird die erfolgreiche Arbeit des Firmengründers fortsetzen. Hierfür hat das neue Vorstandsteam drei wichtige Handlungsfelder definiert: „Neue Themen“, „Neue Produkte“ und „Neue Zielgruppen“. Bei einigen nachhaltigen Themen wollen wir den Dialog intensivieren. Beispielsweise plant die Bundesregierung die Einführung einer kapitalgedeckten Rente. Hier geht es um nicht weniger als die Sicherheit der Rentenzahlung künftiger Generationen. Bei diesem Thema muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die angelegten Gelder nur in Unternehmen investiert werden, die zu 100% ethisch, ökologisch und sozial werteorientiert aufgestellt sind.

AM Sowohl auf der Anlageseite als auch im Vorsorgebereich sehen wir Chancen für eine Weiterentwicklung unserer dunkelgrünen Produkte. Beispielsweise wollen wir für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge auch ratierliche Anlagen mit in unser Angebot aufnehmen. Zusätzlich planen wir, unsere Aktivitäten im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge weiter auszubauen.

Torsten Müller ÖKOWORLD war in der Vergangenheit stark auf eine ältere Zielgruppe ausgerichtet. Das wollen wir ändern. Wir wollen in Zukunft deutlich stärker auch jüngere Menschen ansprechen, ohne unsere bisherige Zielgruppe zu vernachlässigen. Jüngere Menschen sind überaus umweltbewusst und engagieren sich sehr stark für Nachhaltigkeit und gegen den Klimawandel. Diese Veränderung wird Einfluss haben auf unsere Aktivitäten in den Bereichen Marketing und Vertrieb.

In den letzten Jahren hat das Bewusstsein für nachhaltige Kapitalanlagen stetig zugenommen. Welche Top-Herausforderungen und Top-Chancen sieht die neue Vorstandschaft gegenwärtig für ÖKOWORLD in diesem Wachstumsmarkt?

TM Allein in Deutschland liegt das Gesamtvolumen nachhaltiger Geldanlagen inzwischen bei mehr als 500 Mrd. Euro. Das zeigt, dass sehr viele Anlegerinnen und Anleger ihr Geld auch tatsächlich nachhaltig investieren wollen. Und da wir diejenigen sind, die sich seit Gründung im Jahr 1975 auf ethisch-ökologische Geldanlagen spezialisiert haben und ausschließlich zu 100% nachhaltige Fonds anbieten, sehen wir hier weiterhin große Wachstumschancen. Viele Verbraucher sind inzwischen verunsichert und was wir brauchen, ist dringend mehr Orientierung für die Verbraucher.

KH Ja, leider ist nicht überall Nachhaltigkeit drin, wo Nachhaltigkeit draufsteht. Das führt zu einer deutlichen Verunsicherung der Verbraucher. Das sehen wir beispielsweise auch bei Stiftung Warentest. In der September-Ausgabe von Finanztest wurden rund 1.000 nachhaltige Fonds auf ihre Nachhaltigkeit hin untersucht. Rund die Hälfte ist bereits beim ersten Screening durchgefallen und nur 8 von 1.000 erhielten die Bestnote von fünf Sternen  darunter natürlich die zwei getesteten ÖKOWORLD-Fonds. Von dieser Transparenz brauchen wir dringend mehr. Auch wir sehen uns hier in der Verpflichtung, für noch mehr Transparenz zu sorgen. Nachhaltigkeit ist ein komplexes Thema und wir müssen in einfachen, aber klaren Botschaften den Kundinnen und Kunden vermitteln, dass unsere Fonds echte Nachhaltigkeit enthalten.

Nachhaltigkeit kann auf viele Arten interpretiert werden – von Umweltschutz über soziale Verantwortung bis hin zu guter Unternehmensführung. Bislang dominiert am Markt die Berücksichtigung von Umweltschutzbelangen. Wird sich das in absehbarer Zeit verändern? Und wie reagiert ÖKOWORLD darauf?

AM ÖKOWORLD war schon immer der Meinung, dass Nachhaltigkeit mehr ist als nur Umweltschutz. Deshalb haben wir bereits vor über 20 Jahren entschieden, dass wir bei unseren Fonds nur dort investieren, wo neben unseren ökologischen Anforderungen auch unsere ethischen und sozialen Bedingungen erfüllt werden. Diese breite Definition von Nachhaltigkeit ist für unsere Gesellschaft und für unseren Planeten extrem wichtig. Leider fehlen hier immer noch allgemeingültige strenge Regeln. Einen Ansatz in die richtige Richtung liefern hier die EU-Taxonomien. Nur leider ist dieser Prozess sehr politisch, weshalb hier zu viele Kompromisse gemacht werden. Es ist beispielsweise ein absolutes Unding, dass Atomkraft laut der EU-Taxonomie als nachhaltige Energie eingestuft wird. Und bei der Social-Taxonomie kommt die EU leider aus politischen Gründen aktuell überhaupt nicht voran. Das ist sehr schade, denn eine EU-weite Definition von menschenwürdiger Arbeit und angemessenen Lebensstandards würden wir als ersten Schritt in die richtige Richtung sehr begrüßen.

Es gibt eine wachsende Debatte darüber, ob nachhaltige Kapitalanlagen auch konkurrenzfähige Renditen im Vergleich zu traditionellen Anlagen bieten können. Wie begegnet ÖKOWORLD diesem Thema und welche Argumente haben Sie für Skeptiker?

TM Selbstverständlich müssen nachhaltige Fonds auch eine marktkonforme Rendite bringen. Aber das können sie auch. Nehmen wir mal unseren größten Fonds: ÖKOWORLD ÖKOVISION Classic. Dieser hat in den vergangenen zehn Jahren sieben Mal eine zweistellige Rendite geschafft, einmal war die Rendite einstellig und nur zweimal war sie leider negativ. Besonders im Jahr 2022 hat uns der Ukraine-Krieg schwer zu schaffen gemacht. Dieser hat einen regelrechten Boom bei Unternehmen mit fossilen Energien ausgelöst. Aber daran ist nichts nachhaltig. An einer solchen Entwicklung können und wollen wir deshalb auch nicht partizipieren.

Angesichts der globalen Herausforderungen wie Klimawandel, soziale Ungleichheit und Biodiversitätsverlust: Welche Rolle spielt ÖKOWORLD in der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft und wie wollen Sie das Unternehmen in den nächsten Jahren strategisch ausrichten?

AM Wir wollen weiter wachsen. Je mehr Kundinnen und Kunden ihr Geld in unsere Fonds anlegen, desto mehr Einfluss können wir im Sinne von sozialer, ökologischer und ethischer Nachhaltigkeit auf Unternehmen, Politik und Gesellschaft ausüben. In einer global entwickelten Wirtschaft ist Geld das entscheidende Mittel, um Veränderungsprozesse voranzutreiben. Wir wollen gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden die Gesellschaft nachhaltig, ökologisch und sozial verändern.

Jüngst bezog unter anderem das Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V. Stellung zur Nachhaltigkeitsabfrage in der Finanzanlagenvermittlung. Das Fazit: zu komplex, zu wenig anlegerfreundlich. Ist dieses Fazit für ÖKOWORLD nachvollziehbar?

KH Diese Einschätzung teile ich. Deshalb haben wir uns auch als ein wichtiges Ziel gesetzt, für mehr Transparenz im Markt für Nachhaltigkeitsfonds zu sorgen. Wir müssen den Investorinnen und Investoren verständliche und zugleich nachvollziehbare Guidelines an die Hand geben, mit deren Hilfe sie leichter erkennen können, wer wirklich nachhaltig ist und wer nur Greenwashing betreibt.

Bild: © t0pkul3 – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Andrea Machost
Katrin Hammerich
Torsten Müller

PROJECT Immobilien: Insolvenzverfahren eröffnet

Das Amtsgericht Nürnberg hat mittlerweile die Insolvenzverfahren über Gesellschaften der PROJECT Immobilien-Gruppe eröffnet. Derweil verhandelt der Insolvenzverwalter weiter über die Fortsetzung laufender Bauprojekte. Unbebaute Grundstücke werden in einem Investorenprozess vermarktet.

Bei der insolventen PROJECT Immobilien-Gruppe kommen die Bemühungen zur Fortsetzung der laufenden Bauprojekte weiter voran – so heißt es vonseiten der Insolvenzverwalter. Das zuständige Amtsgericht Nürnberg hat inzwischen die Insolvenzverfahren über die Gesellschaften der PROJECT Immobilien-Gruppe eröffnet, die in der ersten August-Hälfte Insolvenz angemeldet hatten (AssCompact berichtete: PROJECT Immobilien meldet Insolvenz für Unternehmen an).

Als Insolvenzverwalter für die PROJECT Immobilien Holding und den Großteil der Konzerngesellschaften wurde der Rechtsanwalt Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun bestellt. Für zwei weitere Gesellschaften hat das Gericht Dr. Elske Fehl-Weileder und Katharina Franke als Insolvenzverwalterinnen bestellt, ebenfalls von der Kanzlei Schultze & Braun.

Ziel der Bemühungen sei nach wie vor, möglichst viele der begonnenen Bauprojekte abzuschließen und den wirtschaftlichen Schaden für die betroffenen Käufer sowie Fondsanleger zu minimieren.

80 von 119 Projekten betroffen

Die PROJECT Immobilien-Gruppe unterhält insgesamt 119 Projektgesellschaften mit Projekten in unterschiedlichen Bau- und Verkaufsstadien. Diese reichen von unbebauten Grundstücken über erste Rohbauarbeiten bis kurz vor oder sogar nach Fertigstellung. Davon befinden sich 80 in der Insolvenz. „Wir sind mit Verfahrenseröffnung so weit, dass wir für jede Fallgruppe eine Vorgehensweise definiert haben, die so werterhaltend wie möglich ist und wirtschaftliche Nachteile bei allen Beteiligten so gut wie möglich vermeidet“, erklärt Volker Böhm, Insolvenzverwalter der Holdinggesellschaft. „Das gilt insbesondere für die mehr als 1.400 betroffenen Käufer der rund 1.850 Wohnungen. Bei stecken gebliebenen Bauvorhaben in Insolvenzverfahren ist das nicht ganz einfach. Deswegen kommt es nicht selten vor, dass diese längere Zeit stillstehen oder sogar als Bauruinen enden“, so Böhm weiter.

Für 39 Projektgesellschaften sei noch kein Insolvenzantrag gestellt worden, diese würden deshalb auch nicht dem Insolvenzverwalter unterstehen. Doch wie Böhm unterstreicht, würden auch für die Projekte Lösungsansätze erstellt, die noch nicht von Insolvenz betroffen sind. Bei diesen Projekten liege die Entscheidung, wie es weitergehe, laut Böhm aber bei den Gesellschaftern.

Optionen und Stand der Verhandlungen bei Bauprojekten

Der Insolvenzverwalter hat die Optionen für die Bauprojekte geprüft und Angebote von Baufirmen zur Fertigstellung der Gebäude eingeholt. Wie Böhm hierzu mitteilt, könne ein Teil der laufenden Bauprojekte voraussichtlich in Zusammenarbeit mit Generalunternehmern fertiggestellt werden, die die Bauleistungen und Gewährleistung übernehmen. Bereits im September konnte für drei Nürnberger PROJECT-Baustellen ein lokal ansässiger Bauunternehmer für deren Fertigstellung gewonnen werden. Kunden würden im Gegenzug auf eine Verzögerungsentschädigung verzichten. Inzwischen liegen Angebote von Generalunternehmern für sieben weitere Projekte vor.

Sieben weitere Bauprojekte seien dem Insolvenzverwalter zufolge bereits so weit fortgeschritten, dass kein Generalunternehmer bereit war, den Weiterbau zu übernehmen. Fortgeschrittene Baustellen seien im Gegensatz zu Baustellen im Rohbau für einen Generalunternehmer eine Black-Box, so Böhm, und sie seien nicht bereit, dafür die Gewährleistung zu übernehmen. Hier sollen die Voraussetzungen zur Fertigstellung über eine Eigentümergemeinschaft geschaffen werden. Sechs laufende Bauvorhaben würden sich in einer so frühen Phase befinden, dass die Projekte rückabgewickelt werden und die Grundstücke weiterverkauft werden können.

Investorenprozess für Grundstücke beginnt

Sämtliche unbebauten Grundstücke von PROJECT Immobilien sollen in einem gemeinsamen Investorenprozess vermarktet werden. Dies soll mit einem spezialisierten Immobilienmakler erfolgen und auch internationale Investoren sollen angesprochen werden.

Die Grundstückskäufe wurden über Publikumsfonds finanziert. Laut Böhm sollen alle Grundstücke bestmöglich zugunsten der Anleger verwertet werden.

Verkauf ohne Rückabwicklung

Bei weiteren neun laufenden bzw. fortgeschrittenen Bauprojekten seien keine privaten Käufer betroffen, da die Projekte entweder ganz oder weit überwiegend für gewerbliche Nutzung gedacht sind. Etwaige Wohneinheiten seien noch nicht verkauft. Diese Projekte sollen entweder für die bisherigen Auftraggeber fertiggestellt oder im Zuge des Investorenprozesses vermarktet und verkauft werden.

Abgeschlossene Bauprojekte

Bei 40 Projekten ist der Bau bereits abgeschlossen und es sind noch einige Mängel zu beseitigen. „Wir werden den Käufern Vergleichslösungen anbieten, die den unterschiedlichen Positionen bestmöglich gerecht werden: dem Interesse der Käufer an einer mangelfreien Wohnung und dem Interesse der Gläubiger und Anleger, einen möglichst hohen Anteil der letzten Kaufpreisrate zu realisieren“, erklärt Böhm. Bei 21 Projekten sind Bau und Mängelbeseitigung bereits abgeschlossen und sie befinden sich in der fünfjährigen Gewährleistungsphase. Hier bestehe das geringste Schadenrisiko für die betroffenen Käufer, da in der Regel auch Gewährleistungsansprüche der Projektgesellschaften gegen den Nachunternehmer bestehen würden, die an die Käufer abgetreten werden können, so der Insolvenzverwalter weiter. (tk)

Bild: © TIMDAVIDCOLLECTION – stock.adobe.com

 

Plattform onpier gewinnt weitere Versicherer als Partner

Die onpier GmbH hat neue Kooperationspartner: Mit SIGNAL IDUNA und der Versicherungsgruppe die Bayerische schließen sich zwei weitere Gesellschaften der Plattform an. Zum Start können Kunden der beiden Versicherer den Kfz-Zulassungsservice nutzen.

Die onpier-Plattform hat mit der Versicherungsgruppe die Bayerische und SIGNAL IDUNA zwei weitere Versicherer als Kooperationspartner an Bord. Neben den beiden Neuzugängen sind bereits HUK-COBURG, LVM Versicherung, HDI und WGV an die branchenoffene B2B2C-Plattform für Mehrwertservices angeschlossen. HUK-COBURG und die LVM Versicherung sind Teilhaber von onpier.

Kfz-Zulassungsservice

Zum Start ermöglicht es onpier, dass die Kunden der Versicherungsgruppe die Bayerische und der SIGNAL IDUNA den Service „Fahrzeugzulassung“ nutzen können. Diese Dienstleistung wird direkt bei Abschluss der Kfz-Versicherung oder einem Fahrzeugwechsel angeboten. „Mit nur wenigen Klicks kann die Leistung ganz einfach in einer digitalen Abschlussstrecke gebucht werden“, erklärt Alexander Hund, Geschäftsführer von onpier. Servicepartner hierfür ist die Christoph Kroschke GmbH. Buchung und Bezahlung erfolgen auf einer onpier-Whitelabel-Abschlusstrecke.

Nach der Buchung der Dienstleistung und Bestätigung durch den Servicepartner versendet der Kunde die erforderlichen Dokumente zur Zulassung an Kroschke. Deren Mitarbeiter übernehmen die Zulassung vor Ort und schicken die Unterlagen zurück.

Weniger Aufwand für Kunden

Wie onpier unterstreicht, können Zulassungsdienstleister Vorgänge bündeln und die Termine beim Amt effizienter nutzen. Die Zulassung erfolgt somit oft deutlich schneller. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die notwendigen Schritte bei einer Anmeldung, Ummeldung oder Abmeldung zu vereinfachen. Bisher musste oftmals ein Urlaubstag und viel Zeit zur Zulassung eines Fahrzeuges geopfert werden. Hier kommen wir ins Spiel. Wir nehmen den Fahrzeughaltern diesen Aufwand ab. Und dank unserer neuen Schnittstelle gehören wir zu den ersten Anbietern, die Zulassungen auch komplett digital mit den Behörden abwickeln können”, erläutert Philipp Kroschke, Sprecher der Geschäftsführung der Christoph Kroschke GmbH.

Kundenbindung mit Zusatzservices stärken

onpier verfolgt das Ziel, Versicherer und ihre Vertriebspartner dabei zu unterstützen, die Kundenbindung zu stärken – und zwar durch ein erweitertes Serviceangebot, das über das klassische Kerngeschäft der Versicherer hinausgeht und Kunden einen Zusatznutzen bietet. (tk)

Bild: © fotomek – stock.adobe.com

 

W&W-Konzern passt IFRS-Ergebnisprognose an

Die W&W-Gruppe passt angesichts außergewöhnlicher Belastungen ihre Erwartungen für das IFRS-Konzernergebnis für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 an. Ein Grund liegt in den gestiegenen Aufwendungen für die Kfz-Versicherung. Gleichzeitig bestätigt der Konzern die Prognose für das HGB-Ergebnis.

<p>Die Wüstenrot & Württembergische AG (W&W) passt angesichts außergewöhnlicher Belastungen ihre Erwartungen für das IFRS-Konzernergebnis für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 an. Bei gestiegenem Neugeschäft sorgen die Zunahme an Unwetterereignissen und höhere Schadenaufwendungen insbesondere in der Kraftfahrtversicherung 2023 dafür, dass das IFRS-Konzernergebnis unterhalb des mittelfristigen Zielkorridors von 220 bis 250 Mio. Euro liegen wird. Gerechnet wird mit einem Wert in der Bandbreite von 130 bis 160 Mio. Euro. </p><p>Für 2024 geht die W&W aufgrund der inflationsbedingten Steigerung der Schadenaufwendungen sowie der anhaltenden Schwäche auf dem Immobilienmarkt von einem IFRS-Konzernergebnis über dem des Geschäftsjahres 2023, jedoch unter dem mittelfristigen Zielkorridor von 220 bis 250 Mio. Euro aus. </p><p>An der Prognose für das HGB-Ergebnis nach Steuern von 120 Mio. Euro für 2023 hält das Unternehmen fest. Für 2024 wird ein HGB-Ergebnis von 130 Mio. Euro erwartet. Das Unternehmen rechnet weiter mit Dividendenkontinuität sowie einer positiven Neugeschäftsentwicklung. (bh)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: W&W-Campus. Quelle: W&W-Gruppe</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/AF7DA8CD-5DC9-4A88-A9AC-59EA85AAE709"></div>

 

NÜRNBERGER korrigiert Jahresziel 2023 nach unten

Die hohe Inflation der vergangenen Monate zeigt Wirkung: Aufgrund der Kostenexplosion in der Schadenversicherung passt die NÜRNBERGER Versicherung ihr Jahresergebnis an. Auch das vermehrte Auftreten von Starkregen in der zweiten Jahreshälfte wirkt auf das Ergebnis.

Die NÜRNBERGER Versicherung muss ihr Konzernjahresergebnis 2023 nach unten korrigieren. Aufgrund außergewöhnlicher Belastungen in der Schadenversicherung geht der Versicherer nicht mehr von 60 Mio. Euro aus, sondern von jetzt 45 Mio. Euro.

Der Versicherer spricht von einer Kostenexplosion insbesondere in der Versicherung von Kfz und Leitungswasser. Die Inflation und die Häufigkeit der Schäden belasten demnach das Ergebnis. In der Halbjahresberichterstattung wurde die Jahresprognose noch bestätigt, im August folgten dann aber weitere Schadenereignisse. „Im August gab es eine massive Häufung von einzelnen Starkwetterereignissen über ganz Deutschland verteilt. Die Schäden daraus fallen mit über 20 Mio. Euro allein in diesem Monat unerwartet hoch aus, denn auch hier treibt neben der Häufigkeit die Inflation die Kosten in die Höhe. Wir brauchen Lösungen, wie derartige Schäden nicht nur in diesem Jahr für uns, sondern zukünftig für unsere Gesellschaft finanzierbar bleiben. Aus unserer Sicht kann das nur durch Prävention und der damit einhergehenden Reduktion der Schadenhöhen und -frequenzen funktionieren“, erklärt dazu Jürgen Voß, CFO der NÜRNBERGER. Unter die Rückversicherung fallen die Schäden aufgrund des vereinbarten Selbstbehaltes nicht.

Voß betont, dass der Geschäftsverlauf in den anderen Geschäftsfeldern auf Planniveau oder sogar darüber liege. Insbesondere mit den Sparten Lebens- und Krankenversicherung sowie bei den Bankdienstleistungen sei man sehr zufrieden. Mit Blick nach vorne sagt Voß: „Für das Folgejahr veröffentlichen wir keine Ergebniserwartung. Ich kann aber unsere bisherige Kommunikation voll bestätigen: In drei bis vier Jahren wollen wir bei einem Konzernergebnis von über 100 Mio. Euro liegen.“ Eine konstante oder steigende Dividende sei das vorrangige Ziel. Voß: „Das haben wir seit Gründung unserer Holdinggesellschaft vor 34 Jahren immer zuverlässig geschafft. Ich habe keinen Zweifel, dass das so bleiben wird.“ Auch wenn man sich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte, sei man als Versicherer darauf ausgerichtet, Kunden in Notsituationen beiseite zu stehen und ein verlässlicher Partner zu sein, so Voß. (bh)

Bild: Dr. Jürgen Voß, CFO der NÜRNBERGER Versicherung. Quelle: Nürnberger

 

Sparmotive: Wohneigentum vor Konsum auf Rang 2

Der Verband der Privaten Bausparkassen hat die Deutschen erneut nach ihren Sparmotiven gefragt. Demnach sparen die Bundesbürger weiterhin vor allem für die Altersvorsorge. Auf Platz 2 rangiert jetzt „Wohneigentum“ und landet damit erstmals seit dem Frühjahr 2010 wieder vor dem Sparmotiv „Konsum“.

Im Rahmen der Herbstumfrage 2023 zu den Sparmotiven der Bundesbürger hat das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren befragt. Wie die Ergebnisse zeigen, liegt die Altersvorsorge in der Liste der Sparmotive nach wie vor vorne. 56% der Befragten nannten die Altersvorsorge in der Herbstumfrage – 57% waren es im Sommer.

Sparen für Eigenheim vor Sparen für größere Anschaffungen

Das Sparmotiv „Wohneigentum“ legte um 5 Prozentpunkte auf 42% zu und rangiert jetzt erstmals seit dem Frühjahr 2010 wieder vor dem Sparmotiv „Konsum“, gaben wie in der Sommerumfrage 41% an.

„Die Diskussion über das Heizungsgesetz hat viele Menschen völlig verunsichert“, sagte Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen. „Niemand weiß genau, was auf ihn an finanzieller Belastung zukommt. Klar ist aber: Es wird teuer.“ Diejenigen, die sparen können, würden ihr Geld nun lieber zusammenhalten, um sich ein Finanzpolster aufzubauen.

Die „Kapitalanlage“ als Sparmotiv kommt auf nur noch 26% – das sind 2 Prozentpunkte weniger als in der Umfrage im Sommer. Das Sparmotiv „Notgroschen“ nennen nun 4% nach 8% im Sommer. 3% statt zuvor 4% geben als Sparmotiv die „Ausbildung der Kinder“ an. (tk)

Bild: © Kiattisak – stock.adobe.com