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bAV: Optimierungsbedarf vor allem in kleineren und mittleren Betrieben
21. Oktober 2019

bAV: Optimierungsbedarf vor allem in kleineren und mittleren Betrieben

Das Altersvorsorgethema ist zwar bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland hoch relevant und sehr präsent – trotzdem hat nur jeder Zweite eine bAV. Und fast drei Viertel der Erwerbstätigen kennen das BRSG bisher überhaupt nicht. Das sind Ergebnisse des Trendmonitors Finanzdienstleistungen 2019 des Marktforschungsinstituts NORDLIGHT research.


Das Altersvorsorgethema ist zwar bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland hoch relevant und sehr präsent – trotzdem hat nur jeder Zweite eine bAV. Und fast drei Viertel der Erwerbstätigen kennen das BRSG bisher überhaupt nicht. Das sind Ergebnisse des Trendmonitors Finanzdienstleistungen 2019 des Marktforschungsinstituts NORDLIGHT research.

bAV: Optimierungsbedarf vor allem in kleineren und mittleren Betrieben

Das Anfang 2018 in Kraft getretene Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) soll die Verbreitung der bAV stufenweise vorantreiben. In der Praxis hapert es damit aber noch deutlich: Fast drei Viertel (71%) der Erwerbstätigen kennen das BRSG bisher überhaupt nicht, und die Mehrheit der Arbeitnehmer zeigt sich vom Engagement ihrer Arbeitgeber zur bAV nur wenig begeistert. Daran hat auch der Anfang 2019 für Neuverträge verpflichtend eingeführte Arbeitgeber-Zuschuss von mindestens 15% des umgewandelten Entgelts (bei Sozialversicherungsersparnis) bislang wenig geändert. Das sind Ergebnisse des aktuellen „Trendmonitor Finanzdienstleistungen“, in dessen Rahmen das Marktforschungsinstitut NORDLIGHT research GmbH Hürden, Potenziale und Perspektiven für bAV und BU unter die Lupe genommen hat.

Nur jeder zweite Beschäftigte hat eine bAV

Demnach verhalten sich viele Arbeitgeber – insbesondere kleinere und mittlere Betriebe, die den Großteil der Beschäftigungsverhältnisse ausmachen – in punkto bAV weiterhin passiv und motivieren ihre Mitarbeiter nur wenig zum Abschluss. Aktuell hat nur etwa jeder zweite sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland eine bAV abgeschlossen, obwohl die Altersvorsorge-Thematik bei den Befragten hoch relevant und sehr präsent ist.

Haupthürde für den Abschluss einer bAV stellt aus Sicht der Erwerbstätigen denn auch die mangelnde Aktivität der Arbeitgeber dar. Daneben spielen aber auch die Höhe des Eigenbetrags und Zweifel an der Rentabilität eine Rolle („Ich bezweifle, dass sich für mich wirklich Steuervorteile ergeben“ bzw. „Die bAV-Produkte lohnen sich nicht, da die Zinsen bzw. die Rendite zu gering ist“). Kommt es zum Abschluss einer bAV, wird dies dem Trendmonitor zufolge in drei Viertel der Fälle (74%) vom Arbeitgeber initiiert, deutlich seltener von den Arbeitnehmern selbst. Kenntnisse und Aktivitäten der Beschäftigten zur bAV sind im Durchschnitt gering ausgeprägt. Aktuell ist etwa ein Drittel der bisher abgeschlossenen bAV-Verträge rein arbeitgeberfinanziert, zwei Drittel hingegen über Entgeltumwandlung (mit Arbeitgeberzuschuss).

Zufriedenheit mit flexiblen, arbeitgeberfinanzierten Angeboten

Gut zwei Fünftel der Befragten geben im Trendmonitor Finanzdienstleistungen 2019 an, mit der bAV, die ihnen ihr Arbeitgeber ermöglicht, zufrieden zu sein. Es steht bei den Umfrageteilnehmern hoch im Kurs, wenn das bAV-Angebot freiwillig ist, sich flexibel an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt und die Informationen transparent und bequem zu erhalten sind. Zufriedenheit herrscht außerdem ganz besonders dann, wenn die bAV arbeitgeberfinanziert ist, sich der Arbeitgeber Mühe gibt, gute Angebote für die Mitarbeiter zu finden und die Arbeitnehmer in einem größeren Unternehmen tätig sind. In kleineren und mittleren Betrieben ist die Unzufriedenheit der Erwerbstätigen mit dem Engagement und den Angeboten der Arbeitgeber zur bAV laut Trendmonitor tendenziell etwas stärker ausgeprägt als in großen. Dies deutet auf einen Optimierungsbedarf insbesondere in den KMU hin.

Fachmännische Maklerunterstützung gefragt

„Zentrale Stellschraube für die Stärkung der bAV sind die Arbeitgeber“, sagt Dr. Torsten Melles, Geschäftsführer bei Nordlight Research. Um die politischen Ziele des BRSG zu erreichen, brauche es insbesondere für kleinere und mittlere Arbeitgeber stärkere Impulse. Ansatzpunkte könnten vermehrte fachliche Unterstützung, positive Vermittlungsanreize und auch eine Reduzierung der Verwaltungsaufwände sein. Hier sind vor allem auch die Makler gefragt, den Arbeitgebern mit ihrem Know-how unterstützend zur Seite zu stehen.

Über die Studie

Die Studie „Trendmonitor Finanzdienstleistungen 2019“ von der NORDLIGHT research GmbH liefert umfangreiche Ergebnisse zu den vorsorgerelevanten Schwerpunktthemen bAV und BU. Rund 1.000 erwerbstätige Bundesbürger ab 18 Jahren wurden dafür ausführlich zu ihren Einstellungen und ihrem Verhalten zu den Vorsorgeprodukten bAV und BU befragt. Die Untersuchung liefert Produktgebern und Vermittlern zahlreiche Detailanalysen und Differenzierungen nach soziodemografischen Merkmalen, Berufsgruppen, Produkt- und Anbieterpräferenzen etc. sowie Impulse für die Produktgestaltung und Kundenansprache. (ad)

Lesen Sie auch: Berufsunfähigkeit: Das wollen die Kunden

Bild: © magele-picture – stock.adobe.com




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