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FIDUS Finanz AG: Neuer Finanzdienstleister gegründet

Vermögensverwaltung, Haftungsdach/Fonds-Advisory und Compliance-Beratung – diese drei Geschäftsfelder bietet die neu gegründete FIDUS Finanz AG an. Die Gesellschaft will Beratern wie auch Portfoliomanagern lästige Pflichtaufgaben abnehmen und Kundenvermögen ohne Einsatz von Musterportfolios verwalten.

Frankfurt hat mit der FIDUS Finanz AG ein neues Finanzunternehmen, das die drei Geschäftsfelder individuelle Vermögensverwaltung, Haftungsdach/Fonds-Advisory und Compliance-Beratung umfasst. Mit dieser Aufstellung richtet sich die Gesellschaft einerseits an vermögende Privatkunden und andererseits an professionelle Marktakteure.

Individuelle Vermögensverwaltung

In der Vermögensverwaltung betreut die Gesellschaft bereits mehrere Stammkunden. FIDUS fokussiert sich hierbei laut Firmengründer Volker Henkel auf das individuelle Management liquider Vermögen und verzichtet grundsätzlich auf den Einsatz vorgefertigter Musterportfolios. Stattdessen investiert die Gesellschaft das ihr anvertraute Kapital zum allergrößten Teil direkt in Aktien, Anleihen und Cash. Zielfonds kommen in der Regel allenfalls in Nischenmärkten zum Einsatz.

Übernahme lästiger Pflichtaufgaben

Henkel erwartet, dass Berater wie auch Portfoliomanager im Zuge der schwierigen wirtschaftlichen Situation nach Ausbruch der Corona-Pandemie noch größeren Druck ausgesetzt sind und rechnet daher mit erhöhter Wechselbereitschaft sowie einem vermehrten Gang in die Unabhängigkeit. Diesen Personenkreis will FIDUS mit seinem Fonds-Advisory/Haftungsdach unterstützen, indem die Gesellschaft aufwändige Pflichtaufgaben übernimmt. In der Compliance-Beratung/GWG bietet FIDUS den Finanzdienstleistern etwa ein rechtssicheres Outsourcing des eigenen Compliance-Managements an.

Bild: © Nikolay N. Antonov – stock.adobe.com
 

Corona-Umfrage: Immobilienanleger sehen eher Chancen als Risiken

Immobilieninvestoren blicken relativ gelassen auf die Corona-Krise. Kündigungsängste gehen derzeit noch sollten um. Vier von zehn Investoren wollen zudem durch die Krise entstandene Investitionschancen aktiv nutzen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des FondsForums.

Über das Netzwerk des FondsForums wurde eine groß angelegte Umfrage zur aktuellen Corona-Pandemie bei institutionellen Immobilieninvestoren durchgeführt. Danach war für 38% der institutionellen Anleger die Umstellung auf Backup- bzw. Homeoffice-Betrieb zwar nicht leicht, aber doch machbar und für 48% sogar einfach und unkompliziert. 41% sehen kurzfristig sogar gute Chancen für überlegte Investitionen.

41% wollen Krise aktiv für Neuinvestitionen nutzen

Ein Großteil der Investoren (41%) wollen kurzfristig während der Krise Investitionschancen nutzen, weitere 27% nur sehr fokussierte und ausgewählte Investitionen sowie 29% nur noch bisherige Investitionsentscheidungen umsetzen. 4% stoppen derzeit alle Investitionsaktivitäten. Beginnend mit dem zweiten Quartal meinen 85% der Befragten, dass sich die negativen Effekte auf die Immobilienmärkte zügig noch in 2020 auswirken werden.

Lager- und Logistikimmobilien als Profiteure

Die Mehrzahl der Befragten erwartet den wirtschaftlichen Tiefpunkt im 2. Quartal 2020. Von dieser Gruppe sehen die meisten den Juni 2020 als stärksten Krisenmonat. Bis zu 37% der Befragten sehen Logistik- und Lagerimmobilien als große Profiteure in den Immobiliensegmenten. Danach folgen für bis zu 26% Wohnimmobilien und für bis zu 16% Ärztehäuser sowie für bis zu 14% Fachmärkte.

Das sind die größten Verlierer der Krise

Doch neben Gewinnern gibt es auch in der Immobilienbranche große Verlierer. Für fast alle Teilnehmer stehen die großen Verlierer durch die Corona-Krise in den Sektoren fest. Hotels werden demnach besonders hart betroffen sein, gefolgt von Shopping-Centern und dem Einzelhandel in den Haupteinkaufsstraßen der Innenstädte.

Umstellung des Geschäftsbetriebes überwiegend unproblematisch

Für die meisten Teilnehmer der Umfrage war die Umstellung des Geschäftsbetriebes auf einen Backup- bzw. Home-Office-Betrieb leicht und unproblematisch. Nur 5% bis 14% waren nicht gut vorbereitet und hatten es schwer. Mit rund 78% glaubt die Mehrheit der Befragten an einen guten Schutz durch Hygienemaßnahmen. Nur 8% machen sich ernsthafte Sorgen. Die Mehrzahl der Befragten (über 60%) kann ihre Tätigkeiten gut aus dem Homeoffice heraus ausüben. Bei einem Drittel funktioniert es eher mittelgut. Nur bei 2% bis 9% (je nach Befragtengruppe) ist die Einschätzung schlecht.

Kündigungsangst eher kein Thema

Über 90% der Befragten haben keine Sorge vor einer Kündigung im Zuge der Krise. Lediglich rund 10% haben eher mittlere Sorgen, große Sorgen macht sich nur 1%. Rund 45% der Verantwortlichen und Selbständigen unter den Fondsanbietern können zur persönlichen beruflichen Zukunft derzeit keine Aussagen machen. Bei den institutionellen Anbietern sind 75% und bei den Projektentwicklern, Banken und Dienstleistern rund 69% davon überzeugt, eher von geringen Auswirkungen durch die Krise auf ihr Geschäftsmodell betroffen zu sein. (mh)

Bild: © 1STunningART – stock.adobe.com

 

Finanzprofis bleiben trotz Corona-Krise optimistisch

Deutsche Finanzexperten blicken mehrheitlich zuversichtlich auf den Rest des Anlagejahres. Das das zeigt eine aktuelle Umfrage unter Vertriebspartnern der European Bank for Financial Services GmbH (ebase). Die Mehrheit erwartet demnach steigende Dax-Kurse.

Die aktuelle Vermittler-Fokus-Umfrage unter Vertriebspartnern der B2B-Direktbank zeigt, dass knapp 55% der Befragten davon ausgehen, beim Dax auf Jahressicht einen höheren Indexstand zu sehen als aktuell. Etwas mehr als jeder Zehnte geht in diesem Zeitraum eher von einem seitwärts tendierenden Markt aus. Trotz der vielen dramatischen Bilder und Meldungen rechnen jedoch nur etwas mehr als 30% mit weiteren Kursverlusten.

Optimismus überwiegt leicht

„Trotz des massiven, in dieser Form historisch kaum vergleichbaren Einbruchs an den globalen Märkten überwiegt bei den Finanzexperten offensichtlich mittlerweile der Optimismus wieder leicht“, kommentiert Kai Friedrich, Sprecher der Geschäftsführung von ebase, die jüngst von ebase durchgeführte Umfrage unter 199 Finanzprofis. Zwar stehen die Auswirkungen sowie der Zeitplan und das Ende der Krise noch nicht fest. Die Finanzprofis scheinen aber der Ansicht zu sein, dass das Schlimmste könnte bald überstanden sein könnte.

Günstiger Einstiegszeitpunkt

Ähnliche Erkenntnisse ließen sich auch aus dem Kaufverhalten der ebase Kunden ableiten. So war das Handelsvolumen in den letzten Wochen weit überdurchschnittlich, dabei haben viele Kunden zuvor erzielte Gewinne mitgenommen und ihre Portfolien defensiver aufgestellt. „In Folge der stark gesunkenen Kurse sind zahlreiche Kunden jedoch in den letzten Tagen auch wieder in den Aktienmarkt eingestiegen. Der Zeitpunkt und das Bewertungsniveau wurden wohl vielfach als für einen Einstieg günstig angesehen“, so Friedrich. (mh)

Bild: © bluedesign – stock.adobe.com

 

So haben vermögensverwaltende Fonds den Corona-Crash (nicht) gemeistert

Vermögensverwaltende Fonds (VV-Fonds) sollen in turbulenten Phasen durch ihr aktives Risikomanagement Kapitalerhalt gewährleisten. Entsprechend war der Corona-Crash gerade für sie eine Meisterprüfung. MMD Analyse & Advisory hat nun ausgewertet, wie sie sich in dieser Phase geschlagen haben.

MMD Analyse & Advisory hat analysiert, wie sich VV-Fonds der Kategorien Defensiv, Ausgewogen, Offensiv und Flexibel vom 24.02. bis zum 31.03.2020 geschlagen haben. Kein einziger der über tausend VV-Fonds mit einem Volumen über 10 Mio. Euro konnte demnach ein positives Ergebnis erzielen. Da in diesem Zeitraum alle Anlageklassen verloren haben, sei das aber nicht verwunderlich, zumal die Höhe der Verluste an den Aktienmärkten in so einem kurzen Zeitraum noch nie zuvor aufgetreten war.

Keine Gewinner, aber begrenzte Verluste

Die Streuung über verschiedene Anlageklassen im Rahmen des aktiven Risikomanagements, um negative Wertentwicklungen einer Anlageklasse mit der positiven Wertentwicklung einer anderen abzufedern, konnte laut MMD durch die besonderen Umstände nur geringfügig zur Stabilität beitragen. Die meisten VV-Fonds konnten allerdings die Verluste begrenzen. Allerdings gab es in fast jeder Kategorie – mit Ausnahme der defensiven Kategorie – Ausreißer nach unten, die schlechter abschnitten als der weltweite Aktienindex MSCI World.

Defensive Fonds federn Verluste ab

In der defensiven Kategorie konnten die VV-Fonds die Verluste abfedern. Diese verloren in der aktuellen Verlustphase durchschnittlich -9,3%, gemessen am MMD-Index Defensiv. Unter den defensiven Top-Fonds befanden sich mehrere Wertsicherungsfonds, die eine selbst gesteckte Verlustbarriere nicht unterschreiten sollen. So gehörten die Strategien der Metzler Asset Management GmbH sowohl in der defensiven als auch der ausgewogenen Kategorie zu den Fonds mit den geringsten Verlusten. In der defensiven Kategorie führte der Metzler Wertsicherungsfonds 98 mit -0,9% die Bestenliste an.

Zweistellige Verluste bei ausgewogenen Fonds

Der MMD-Index Ausgewogen, der die Entwicklung in diesem Segment misst, verlor in den beobachteten eineinhalb Monaten -13,8%. Am besten kam der MCVM Fonds-Basisstrategie der MC Vermögensmanagement AG mit -3,8%, gefolgt von dem bereits erwähnten Metzler Wertsicherungsfonds 93 mit -4,9% durch die bisherige Krise. Auf Sicht von drei Jahren gehören diese Fonds hingegen nur zum Mittelfeld und liegen mit jeweils rund 2% im Minus. Als einziger Fonds aus der TopTen-Liste kann der FVM Classic UI Fonds, gemanagt von der Freiburger Vermögensmanagement GmbH, auch auf lange Sicht überzeugen. So erreicht er auf Sicht von drei Jahren +5,2% und die maximale Anzahl von 5 Sterne im MMD Ranking.

Große Verluste bei offensiven Fonds

Die offensiven VV-Fonds verloren im Zeitraum vom 24.02. bis zum 31.03. durchschnittlich 18,2% und waren damit die Kategorie mit den höchsten Verlusten pro Fonds. Am besten kam MFS mit dem MFS Meridian-Prudent Wealth durch die bisherige Krise. Der Fonds konnte die Verluste auf 1,4% begrenzen und verzeichnet auch auf Sicht von drei und fünf Jahren die höchsten Performanceergebnisse mit +24,4% und +31,7%.

Starke Streuung bei flexiblen VV-Fonds

Bei der flexiblen Kategorie gingen die Performancewerte am weitesten auseinander. So lagen zwischen dem besten und schlechtesten Fonds in der Kategorie im Betrachtungszeitraum fast 39 Prozentpunkte. Dies war bedingt durch die Performanceleistung des schwächsten flexiblen VV-Fonds, der über alle Kategorien hinweg die höchsten Verluste verzeichnete. Im Durchschnitt verloren flexible VV-Fonds -16,1%. Dabei erzielte der Ruffer Total Return International Fonds das beste Ergebnis in Höhe von -1,0%. Auf Sicht von drei Jahren liegt er mit einer Performance von -4,3% im oberen Mittelfeld des MMD-Rankings. Besser sieht die langfristige Entwicklung des LO Funds All Roads der Lombard Odier Investment Managers aus, der die Verluste in der Corona-Krise auf -4,5% begrenzte und eine positive Drei-Jahres-Performance in Höhe von 7,5% ausweist und damit zur Spitzengruppe der flexiblen VV-Fonds zählt.

Lehren aus der Vergangenheit

Insgesamt zeigt die Auswertung laut MMD, dass sich das Verlustrisiko durch VV-Fonds verringern lässt. Alle Kategorien liegen im Durchschnitt oberhalb der großen Aktienindizes. Dennoch ist der Anleger auch bei defensiv ausgerichteten Produkten nicht vor Verlusten geschützt. Für eine leistungsgerechte Bewertung des Fondsmanagers sollten die VV-Fonds daher im Detail und über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet werden, zum Beispiel anhand quantitativer Rankings. Ein Blick in die Vergangenheit zeige, dass Krisen und daraus resultierende Kursverluste an den Aktienmärkten keine Seltenheit sind und diese nach dem Ende der jeweiligen Krise meist wieder aufgeholt wurden. Ein Verkauf der VV-Fonds zum jetzigen Zeitpunkt könne daher die Chance verbauen, an steigenden Kursen zu partizipieren. (mh)

Bild: © roobcio – stock.adobe.com

 

Börsencrash lässt Aktieninteresse der Deutschen explodieren

Die Deutschen gelten gemeinhin als Aktienmuffel. Die Corona-Krise hat das Interesse der Bundesbürger am Thema Aktien allerdings massiv gesteigert. Die Google-Suchen zum Thema „Aktien kaufen“ haben sich seit der Ausweitung der Corona-Pandemie mehr als versiebenfacht.

Seit die Ausweitung der Corona-Pandemie zahlreiche Aktienkurse auf Talfahrt schickte, erhöhten sich die Google-Suchanfragen zum Thema „Aktien kaufen“ in Deutschland um 669%. Der Google-Trends-Score, der das relative Suchvolumen angibt, notiert aktuell auf dem höchsten Wert von 100. Das geht aus einer Auswertung von Kryptoszene.de hervor.

Ost-West-Unterschiede

Insbesondere in den alten Bundesländern ist die Nachfrage groß. Baden-Württemberg ist das Bundesland mit den meisten relativen Suchanfragen, dicht gefolgt von Hamburg und Bayern. Mecklenburg-Vorpommern rangiert am anderen Ende der Skala, hier beträgt der Google-Trend-Score 53 – das Interesse der Bürger nach Aktienkäufen befindet sich hier auf einem moderaten Niveau. In keinem der neuen Bundesländer verzeichnet die Nachfrage Spitzenwerte, im Gegenteil: Der durchschnittliche Google-Trends-Score beläuft sich auf 57,8. In den alten Bundesländern sind es wiederum 81.

 
Börsencrash lässt Aktieninteresse der Deutschen explodieren

Je mehr Infizierte, desto mehr Anfragen

Ferner zeigt die Erhebung, dass es eine Korrelation zwischen dem Suchvolumen und der Anzahl an Corona-Infizierten in einem Bundesland gibt. In Ländern mit hoher Fallzahl interessieren sich gegenwärtig bedeutend mehr Menschen für Aktienkäufe. Insgesamt sind börsennotierte Unternehmen gefragter, die Gewinne erzielen und Dividenden ausschütten. „Es scheint, als hätten die Anleger angesichts der jüngsten Talfahrt weniger Angst, als manche vermuten würden“, kommentiert Kryptoszene-Analyst Raphael Lulay. „Sofern der Ausnahmezustand noch länger anhält und weitere Maßnahmenpakete der Regierungen und Zentralbanken folgen, könnte das Interesse für Sachwerte noch stärker ansteigen.“ (mh)

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Corona-Crash: So denken Anleger jetzt über Aktien, Gold und Zinsen

Die Citigroup hat die aktuelle Ausgabe ihres Investmentbarometers veröffentlicht. Die Indikator für die Stimmung privater und professioneller Marktteilnehmer zeigt, wie stark die Turbulenzen an den Finanzmärkten die Anleger derzeit belasten.

Die massiven Turbulenzen an den Aktienmärkten im vergangenen Monat haben deutliche Spuren bei den Anlegern hinterlassen. Knapp ein Drittel der befragten des aktuellen Citi-Investmentbarometers erwartet, dass sich die Corona-Krise in den nächsten drei Monaten weiterhin auf die Kurse auswirken wird und diese daher sinken. Der Anteil der Pessimisten hat sich damit seit Ende letzten Jahres mehr als verdoppelt. Er markiert zudem ein Allzeithoch seit der ersten Erhebung des Barometers im Jahre 2011.

Auch die Optimistenzahl nimmt zu

Allerdings erwarten 31% der Befragten, dass die Aktien in den nächsten drei Monaten steigen werden – und damit so viele wie nie in den vergangenen zwei Jahren. 36% gehen kurzfristig von seitwärts laufenden Kursen aus. Ende 2019 waren es 57%. Mittelfristig, also über zwölf Monate, sind die Befragten zunehmend der Meinung, dass sich Aktien von der momentanen Situation erholen werden. Denn die Bullen dominieren mit 44% deutlich. Das entspricht einer Steigerung um 13 Prozentpunkte. Die Bärenquote liegt hingegen bei nur 19%.

Rekordskepsis bei Gold

Bei Gold gab es im kurzfristigen Sentiment in der neunjährigen Geschichte des Citi-Investmentbarometers – mit Abstand – noch nie so wenige Optimisten. Nur noch 24% sind der Meinung, dass der Preis für die Feinunze in den nächsten drei Monaten weiter steigen wird. Mit 63% erwartet die Mehrheit der Befragten einen Seitwärtstrend. Auf mittlere Sicht erwarten immerhin 48% der Befragten steigende Kurse und nur 42% einen Seitwärtstrend. Im Vergleich zum Vorquartal hat das Seitwärtslager hier zugunsten des Bullenlagers abgenommen.

Anzahl der Zinsbullen hat sich vervielfacht

Bei den Zinsen rechnen derzeit 29% der Befragten kurzfristig mit steigenden Werten. Das sind fast sechs Mal so viele wie noch im Vorquartal. Damals lag der Wert bei 5%. Es ist zudem der höchste Wert seit 2017. Gleichzeitig haben die Bären um fast neun Prozentpunkte zugelegt auf 28%. Dafür denken nur noch 44% der Anleger, dass Zinsen weiterhin seitwärts verlaufen. Das ist ein Rückgang von rund 31 Prozentpunkten, denn im Vorquartal rechneten noch drei von vier Befragten mit stabilen Zinsen. (mh)

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Corona-Crash: So haben erfolgreiche Mischfonds die Verluste begrenzt

Die Ratingagentur Scope hat untersucht, welche konservativ ausgerichteten Mischfonds in den vergangenen Wochen die geringsten Verluste hinnehmen mussten. Ergebnis: Der maximale Verlust der zehn Top-Fonds liegt in einer Bandbreite von 1,4% bis 8,2%.

In den vergangenen vier Wochen haben zahlreiche Regierungen weltweit teils drastische Schritte gegen die Ausbreitung des Coronavirus unternommen. Die Unsicherheit in Bezug auf die Gefährlichkeit des Virus und die Dauer der Einschränkung des Wirtschaftslebens hat an den Finanzmärkten zu den heftigsten Reaktionen seit der globalen Finanzkrise geführt.

Bewährungsprobe für Mischfondsmanager

Der massive Kursverfall der vergangenen Wochen war vor allem für Fondsmanager eine Bewährungsprobe. Für sie ist mit dem Crash an den Finanzmärkten die Zeit der Aktivität gekommen. Das gilt insbesondere für Manager von Mischfonds. Ein zentrales Versprechen vieler dieser Produkte ist es schließlich, gerade in Krisenzeiten geeignete Maßnahmen zur Verlustbegrenzung zu ergreifen. Wie gut ihnen das gelungen ist, analysieren derzeit die Experten von Scope.

Konservative Mischfonds machen den Anfang

Die Ratingagentur wird in einer neuen Auswertungsreihe untersuchen, welchen Fonds in der aktuellen Krise die Minimierung der Verluste am besten gelungen ist, sprich welche Fonds die beste „Downside Protection“ aufweisen. Die erste Analyse ist bereits erfolgt und bezieht sich auf die Vergleichsgruppe „Mischfonds Global konservativ“. Sie enthält Mischfonds, die maximal 30% des Fondsvermögens weltweit in Aktien, Aktienfonds und aktienähnliche Wertpapiere investieren.

1,4 bis 8,2% Maximalverlust

Corona-Crash: So haben erfolgreiche Mischfonds die Verluste begrenzt
Für die Auswertung wurden sämtliche Fonds dieser Peergroup mit einem Mindestvermögen von 150 Mio. Euro berücksichtigt. Betrachtet wurde der maximale Verlust im Zeitraum vom 16.02. bis zum 28.03.2020 sowie die Performance vom 01.01. bis zum 28.03.2020 Der maximale Verlust der Top-Fonds reicht demnach von 1,4% beim Lampe SICAV Liquid Return bis hin zu 8,2% beim Deka-BR 35. Zum Vergleich: Der Weltaktienindex MSCI World hat im gleichen Zeitraum in der Spitze 31% eingebüßt. Die Gesamtrendite im Beobachtungszeitraum lag zwischen −0,2% (DWS Concept DJE Alpha Renten Global) und −5,5% (Deka-BR 35).
Vier Maßnahmen zur Verlustreduzierung

Insgesamt haben die Mischfonds damit das Ziel der Verlustreduzierung erfüllt, wenn auch durchaus unterschiedlich gut. Zur Verlustreduzierung haben laut Scope vor allem vier Maßnahmen beigetragen: Flucht in „sichere“ Märkte und Anlageklassen, reduzierte Aktienquoten, Absicherungen durch Derivate und erhöhte Cashpositionen. (mh)

Bild: © leungchopan – stock.adobe.com

 

Wegen COVID-19: Anlegervertrauen bricht ein

Die Sorgen rund um das Coronavirus und der damit verbundene Crash haben das Vertrauen der Anleger in die Aktienmärkte nach unten gedrückt. Das gilt vor allem für Europa. In den USA nähert sich die Anlegerstimmung sogar ihren historischen Tiefstwerten. In Asien hat sich die Stimmung hingegen wieder aufgehellt.

Der Finanzdienstleister State Street ermittelt monatlich und weltweit das Vertrauen der Anleger in die Aktienmärkte. In der aktuellen Ausgabe ist der Investor Confidence Index (ICI) von 78,5 Punkten im Februar auf nur noch 74,5 Punkte im März gesunken. Vor dem Hintergrund des Coronavirus und der damit verbundenen Aktiencrashs ist das kein Wunder.

Einbruch in Europa

Besonders betroffen ist Europa. Der entsprechende Teilindex ist innerhalb eines Monats von 110,6 auf 95,6 Punkte gesunken. Die rasant steigenden Corona-Fallzahlen in Europa haben die Anlegerstimmung somit erstmals seit August wieder unter die neutrale Linie von 100 Punkten gedrückt. Der ICI-Index für Nordamerika war bereits deutlich niedriger, sank aber noch einmal um 2,9 auf 67,8 Punkte. Die Stimmung nähert sich dort damit den historischen Tiefstwerten.

Trendwende in Asien

In Asien ist die Pandemie bereits weiter fortgeschritten. Die Anlagestimmung ist dort im März sogar um 8,7 auf 94,5 Punkte gestiegen. Der ICI spiegelt damit laut State Street wider, dass die Sorgen rund um COVID-19 sich von China weiter nach Europa bewegt haben. Die Experten verweisen darauf, dass die Zahl der aktuellen Fälle in China zurückgegangen sei und sich die Stimmung der Anleger in Asien im März verbessert habe. (mh)

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Wie man Aktienverluste in eine Zusatzrente wandelt

Mit der Corona-Krise und dem Absturz der Aktienmärkte ist für viele Anleger eine alte Börsenweisheit ins Bewusstsein zurückgekehrt: Die Börse ist keine Einbahnstraße. Wie sich Aktienverluste in eine Zusatzrente wandeln lassen, zeigt Jan-Dirk Lücke von der VOW Vermögensmanagement GmbH.

Von Jan-Dirk Lücke, geschäftsführender Gesellschafter der VOW Vermögensmanagement GmbH.

Investmentgewinne sind weder selbstverständlich noch Selbstläufer. Das haben viele Anleger jüngst wieder schmerzhaft erleben müssen. Wie aber damit umgehen, wenn man Verluste am Aktienmarkt realisieren muss, weil die Angst vor weiteren Abstürzen grassiert oder die fondsgebundene Versicherung zu diesem ungünstigen Zeitpunkt abläuft? Wie kann man dem gebeutelten Kunden einen Mehrwert bieten, der gesichert ist und sich nicht erst in einigen Jahren manifestiert?

Steuerrückfluss der Basis-Rente nutzen

Eine Möglichkeit ist der Einsatz der Basis-Rente. Denn hier kann bereits über den Steuerrückfluss der nächstjährigen Steuererklärung der Mehrwert dargestellt werden. Anhand des folgenden Beispiels wird dies deutlich: Nehmen wir an, der Kunde hat 10.000 Euro in ein Depot investiert und nach Realisierung der Verluste 8.000 Euro davon zurückerhalten. Hat er im Jahr 2020 einen Grenzsteuersatz von 40% (ex Soli und Kirchensteuer) und legt diese 8.000 Euro in eine Basis-Rente an, so würde er im Jahr 2021 einen steuerlichen Rückfluss in Höhe von 2.880 Euro erhalten.

So errechnet sich der Steuerrückfluss

Der Steuerrückfluss errechnet sich aus der Anlagesumme von 8.000 Euro multipliziert mit dem Grenzsteuersatz von 40% und der Höhe der steuerlichen Absetzbarkeit im Jahr 2020 von 90%:

8.000 Euro x 40% x 90% = 2.880 Euro

Ohne Berücksichtigung der Anlagekosten wäre damit aus 2.000 Euro Verlust (10.000 Euro angelegt, 8.000 Euro zurückerhalten) ein Gesamtergebnis von plus 880 Euro geworden, wenn man die Anlagekosten außer Acht lässt (Verlust aus Investmentanlage 2.000 Euro, Steuerrückfluss plus 2.880 Euro).

Anlagekosten von untergeordneter Rolle

Da die Basis-Rente jedoch nicht kapitalisierbar ist und mit einer Beitragserhaltungsgarantie ausgestattet werden kann, spielen die Anlagekosten eine untergeordnete Rolle, da zum vereinbarten Rentenbeginn (bei Vereinbarung der Beitragserhaltungsgarantie) mindestens die eingezahlten Beiträge vorhanden sein müssen. Damit wäre der Anlageerfolg (ex Inflation) im schlimmsten Renditefall – es wird nur die Beitragsgarantie erreicht – bei 0%. Alleine aus dem Steuerrückfluss des ersten Jahres ist damit ein positiver Gesamtanlageerfolg darstellbar (8.000 Euro Guthaben in der Basis-Rente und 2.880 Euro Steuerrückfluss).

11 bis 36% „Rendite“

Die „Rendite“ betrüge bei Berücksichtigung des Investmentverlustes immerhin 11% (880 Euro/8.000 Euro), bei Nichtberücksichtigung des Investmentverlustes gar 36% (2.880 Euro/8.000 Euro). Selbst wenn der Steuersatz im Rentenbezug genauso hoch ist wie in der Anlagephase, ergäben sich ein Steuerverschiebungseffekt und eine zusätzliche Anlagemöglichkeit des Steuerrückflusses von 2.880 Euro in den Folgejahren bis zum Renteneintritt. Bei einem höheren Steuersatz verbessert sich die Betrachtung für den Kunden. Die Basis-Rente eignet sich dabei für alle Kunden, deren Rente noch nicht ausfinanziert ist und für Kunden, die Wert auf eine Steuerrückerstattung legen.

Bild: © Axel Bueckert – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Jan-Dirk Lücke

Trotz Börsencrash: Fondsverband stemmt sich gegen Leerverkaufsverbot

Der Dax hat in den vergangenen Tagen so schnell wie noch nie zuvor in seiner Geschichte rund 40% eingebüßt. Einige Marktbeobachter machen dafür auch Leerverkäufe verantwortlich und fordern ein Verbot solcher Geschäfte. Der deutsche Fondsverband BVI will davon hingegen nichts wissen.

Der deutsche Fondsverband BVI wendet sich entschieden gegen ein allgemeines Leerverkaufsverbot in der EU wie er derzeit von einigen Regulierern und Marktteilnehmern gefordert wird. „Ein Leerverkaufsverbot für in der EU gehandelte Wertpapiere macht nur selektiv für bestimmte Unternehmen und Branchen Sinn und selbst dann ist die Wirksamkeit zweifelhaft“, sagt BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter.

Temporäre Leerverkaufsverbote bereits möglich

Der BVI verweist darauf, dass die nationalen Aufsichtsbehörden bereits heute im Einzelfall temporäre Leerverkaufsverbote erlassen können, wenn sie die Marktintegrität oder das Marktvertrauen als bedroht erachten. Der gegenwärtige Kursverfall an den Aktienmärkten habe hingegen fundamentale Ursachen. „Gedeckte Leerverkäufe sind keine Spekulation“, betont Richter.

Meldeschwellen gesenkt

Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA hatte am Montag vorsorglich die Meldeschwellen für das verpflichtende Reporting von Leerverkaufspositionen herabgesetzt. Investoren müssen nun ihren nationalen Aufsichtsbehörden Netto-Leerverkaufspositionen bereits ab 0,1% melden. Zuvor lag die Schwelle bei 0,2%. Der BVI sieht darin eine geeignete Maßnahme, um auf europäischer Ebene einen Überblick zu bekommen und gegebenenfalls weitere Schritte einzuleiten. Solche temporären Eingriffe in den Markt müssten genügen.

Hintergrund

In der vergangenen Woche hatte die französische Wertpapieraufsicht AMF ein Leerverkaufsverbot auf alle in Paris gehandelten Aktien erlassen und es am Mittwoch auf einen Monat verlängert. Belgien, Spanien und Österreich haben ebenfalls ein einmonatiges Leerverkaufsverbot, in Italien gilt das Verbot sogar für drei Monate. (mh)

Bild: © Андрей Яланский – stock.adobe.com