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Corona: Das tun Fondsgesellschaften nun für Vermittler und ihre Kunden

Das Coronavirus hat einen der größten Börsencrashs aller Zeiten ausgelöst. Entsprechend groß ist die Verunsicherung bei Finanzberatern und ihren Kunden. Fondsgesellschaften wollen sie beim richtigen Umgang mit dem Crash unterstützen. AssCompact hat nachgehakt, was sie in dieser Phase für Vermittler und ihre Kunden tun und was sie ihnen nun empfehlen.

Die Coronakrise stellt Finanzanlagenvermittler und ihre Kunden vor große Herausforderungen. Von einem Rekordhoch von 13.795 Punkten ging es für den Dax hinab auf bis zu 8.255 Punkte. Das entspricht einem Crash von über 40%. Allein innerhalb einer Woche sackte der Leitindex um über ein Viertel nach unten. Entsprechend groß ist die Verunsicherung unter den Anlegern. In solchen Zeiten sind auch Fondsgesellschaften gefragt. Sie können Vermittlern und ihren Kunden wichtige Unterstützung in dieser turbulenten Phase bieten. AssCompact hat nachgefragt, wie sie das in der Realität tun.

Informieren, informieren, informieren

Zur Unterstützung gehört in erster Linie eine regelmäßige Kommunikation zu den deutlichen Abwärtsbewegungen und Problemen am Finanzmarkt. „Unsere Vertriebspartner und Anleger können auf uns zählen“, sagt etwa DJE. „Wir veröffentlichen ganz allgemein regelmäßig und ad hoc Statements und Videos auf unserer Website und in den Sozialen Medien.“ Den Vertriebspartnern stellt die Vermögensverwaltung nicht nur Markteinschätzungen und Fonds-Updates zur Verfügung, sondern tritt auch vielfach persönlich in Kontakt mit ihnen.

Kontinuierlich auf dem Laufenden halten

Auch Schroders will den Vertriebspartnern trotz der Herausforderungen durch das Coronavirus zur Seite stehen. Ansprechpartner stünden über ihre regulären E-Mail-Adressen und Telefonnummern zur Verfügung. „Wir werden alles tun, um Sie über das Marktgeschehen und Ihre Portfolios kontinuierlich auf dem Laufenden zu halten und die Anlagen unserer Kunden in dieser Zeit der Ungewissheit zu schützen“, so die britische Fondsgesellschaft in einem Statement des Sales Teams. Alle Büros an 34 Standorten weltweit seien voll funktionsfähig. Hierzu habe die Gesellschaft ein „Split-working“-Modell eingeführt, bei dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten im Büro und im Home Office aufteilen.

Verstärkte Information über Videokonferenzen und Webinare

Ähnlich äußert sich Peter Gorynski, Leiter Retail Flächenvertrieb von Franklin Templeton: „Wir informieren jetzt vor allem über Telefon, Mails und auch verstärkt über Videokonferenzen und Webinare.“ Roundtables und andere Veranstaltungen werden auf digitale Formen wie Webinare umgestellt, um weiter die Einschätzungen zu den aktuellen Entwicklungen an den Märkten sowie Anlagemöglichkeiten mit den Kunden diskutieren zu können. „Die Verunsicherung ist aktuell groß und jeder geht individuell damit um. Gerade jetzt macht es Sinn, näher zusammenzurücken, unsere Vertriebspartner und ihre Kunden zu verstehen und Gedanken und Einschätzungen der Geldanlage auszutauschen – per Telefon oder Videokonferenz am besten“, so Gorynski. „Wir verstehen uns als Sparringspartner auf Augenhöhe, die wissen, dass Marktschocks Gelegenheiten bieten, die langfristig erfolgreiches Investieren ausmachen.“ Das gemeinsame Bewerten der aktuellen Lage helfe vielen, sich über den eigenen Standpunkt klar zu werden.

Was sollten Vermittler in dieser Phase unternehmen?

DJE rät Vermittlern – wie auch allen anderen – einen kühlen Kopf zu bewahren. „Angst oder Panik sind an den Märkten keine guten Ratgeber“, so Sabine Härtl von DJE. „Zwar rechnen wir mit einer kurzfristigen Baisse, aber nicht mit einer anhaltenden Rezession, denn eine solche ist bis heute immer durch mangelnde Liquidität ausgelöst worden. Monetär ist die Situation aber gut. Darum schätzen wir Aktien mittelfristig weiter als attraktiv ein, beobachten die Lage genau und prüfen Kaufgelegenheiten.“

Unsicherheit wird jeden Tag geringer

Ähnlich sieht es Schroders: „Die Märkte beweisen ihre Widerstandsfähigkeit und verarbeiten positive wie negative Nachrichten außergewöhnlich schnell. Es ist die Unsicherheit, die derzeit den größten Schaden verursacht“, lautet die Kernbotschaft von Chief Investment Officer Johanna Kyrklund. „Diese Unsicherheit wird jedoch mit jedem Tag geringer, an dem neue Informationen über das Coronavirus zur Verfügung stehen.“ Über weitere Einschätzungen der Investmentchefin will Schroders die Vertriebspartner rechtzeitig informieren. „Was sollten Vermittler in dieser Phase gegenüber dem Kunden unternehmen?“

Reden, reden, reden

Franklin Templeton ruft Vermittler dazu auf, mit den Kunden zu reden. „Das Know-how von Vermittlern ist jetzt gefragt“, meint Peter Gorynski. „Sowohl in der Bewertung der wirtschaftlichen Situation und deren Auswirkungen, aber genauso auch der emotionale Umgang in der Situation mit Verlusten im Depot.“ Es komme nun darauf an, wie gut Berater und Kunde sich kennen und sich vertrauen. Viele Kunden werden drängende Fragen haben. Franklin Templeton stehe den Vermittlern dabei mit den eigenen Einschätzungen mit Rat und Tat zur Seite.

Auch Chancen und Möglichkeiten sehen

Insgesamt rät auch Franklin Templeton dazu, einen kühlen Kopf zu bewahren. „Entscheidend ist, dass Kunden mit langfristigem Anlagehorizont ihr Depot jetzt nicht vorschnell auflösen und damit oft hohe Verluste kassieren, sondern die Chancen und Möglichkeiten sehen, die sich gerade auftun“, so Gorynski – allerdings natürlich je nach Anlagehorizont. (mh)

Bild: © bluedesign – stock.adobe.com

 

Wegen BaFin-Aufsicht: 50.000 Arbeitsplätze bedroht?

Finanzanlagenvermittler bekommen derzeit gleich von zwei Seiten massiven Gegenwind. Zum einen durch den Crash an den Märkten. Zum anderen durch einen aktuellen Kabinettsentwurf der Bundesregierung. Marktbeobachter sehen dadurch über 50.000 Arbeitsplätze bedroht.

Im Trubel des Coronacrashs und tiefgreifender gesellschaftlicher Schutzmaßnahmen ist ein aktueller Kabinettsentwurf der Bundesregierung etwas in den Hintergrund gerückt. Dabei könnte sich das Gesetz zur Übertragung der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler und Honorar-Finanzanlagenberater als Giftcocktail für die Branche erweisen. Wie der Brancheninformationsdienst „k-mi“ exklusiv berichtet, droht der Verlust von über 50.000 Arbeitsplätzen.

Versagen auf ganzer Linie

Nach Ansicht von k-mi versagt die Bundesregierung bei der geplanten BaFin-Aufsicht bislang auf ganzer Linie. Für Finanzanlagenvermittler sei der Kundenkontakt die Existenzgrundlage. Dieser sei nun von zwei Krisen zeitgleich schwer betroffen: Von Corona und von einer „sinnlosen Regulierung“. Der zuständige Staatssekretär Dr. Jörg Kukies sieht in der Übertragung der Aufsicht auf die BaFin die Chance, die bisher zersplitterte Aufsichtsstruktur zu beseitigen und stattdessen eine einheitliche, spezialisierte und wirksame Aufsicht zu bilden.

Schrittweise Übertragung ab Januar 2021

Der Kabinettsentwurf sieht vor, dass die bisher geltende Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern und Gewerbeämter ab dem 01.01.2021 schrittweise auf die BaFin übertragen wird. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) begründet den Schritt damit, dass auf diesem Wege eine einheitliche und qualitativ hochwertige Finanzaufsicht erreicht werden solle und der Anlegerschutz dadurch gestärkt werde. (mh)

Bild: © Wordley Calvo Stock – stock.adobe.com

 

Das sind die größten Dax-Crashs der Geschichte

Der Dax sackte zu Wochenbeginn innerhalb eines Tages um 7,9% nach unten. Am Donnerstag kam es sogar noch dicker. Die Corona-Crashs sind aber längst nicht die ersten großen Crashs des deutschen Leitindex. AssCompact zeigt die größten Tagesverluste des Dax und ihre Ursachen in einer Bildergalerie.

 
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Coronavirus: Nur kurzfristig zerstörerisch für die Märkte?

Das Coronavirus ist in dieser Woche das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Auch die Experten von Morningstar Equity Analysts haben sich mit den Auswirkungen der Ausbreitungen von COVID-19 beschäftigt. Kurzfristig können die Folgen demnach zerstörerisch sein. Eine schnelle Erholung erscheint aber möglich.

Die vom Coronavirus verursachte Krankheit COVID-19 breitet sich weltweit aus und hat daher auch zu scharfen Marktkorrekturen geführt. Befürchtungen machen sich breit, dass eine globale Rezession droht. Auf der anderen Seite haben bereits mehrere Länder Konjunkturmaßnahmen beschlossen oder angekündigt. Morningstar hat die volkswirtschaftliche Dimension nun anhand dreier Szenarien für die Ausbreitung des Coronavirus untersucht. Dabei haben die Experten unter anderem die Schritte der Pharma-Unternehmen bei der Entwicklung von Impfstoffen analysiert, die für die Grippe-Saison 2021/22 erwartet werden.

Zwischen Grippe und bisherigen Werten

Im Basisszenario gehen die Analysten von einer Sterblichkeitsrate von 0,5% der Infizierten weltweit aus. Diese Quote ist höher als saisonal auftauchende Grippe-Wellen und die Schweinegrippe 2009, aber viel niedriger als die bisher gemeldeten Werte. Zum einen verbessern sich die diagnostischen Möglichkeiten, zum anderen erwarten wir niedrigere Sterblichkeitsraten in den Industrieländern, wo die Gesundheitsversorgung besser ist als in China, dem Schwerpunktland bisher. Dabei haben Menschen im erwerbsfähigen Alter bessere Prognosen als ältere Menschen, bei denen die schwersten Folgen zu erwarten sind.

Hoffen auf die Pharmaindustrie

Morningstar ist optimistisch in Bezug auf die Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungen. Erste Daten aus dem Remedesivir-Programm von Gileads sollten bis April kommen. Das Medikament könnte den Analysten zufolge ein wirkungsvoller Schutz für schwer erkrankte Patienten sein. Unter den Anbietern von Impfstoffen sei Moderna mit seinem Wirkstoff mRNA-273 am weitesten fortgeschritten. Der Einsatz sei aber nicht vor 2021 zu erwarten.

Langfristiges Wachstum der Weltwirtschaft kaum getroffen

Insgesamt sieht Morningstar eine gewichtete durchschnittliche Abschwächung des Wachstums der Weltwirtschaft um 1,5 Prozentpunkte des globalen Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2020. Auf langfristige Sicht dürfte das Wachstum um 0,2 Punkte niedriger ausfallen. Die Langfristfolgen sind nach Einschätzung von Morningstar gering, da die Schäden an der Produktionskapazität gering ausfallen dürften. Das Vertrauen der Konsumenten werde schnell zurückkehren, sobald die Wirkung des Virus nachlässt.

Langfristige Aussichten für China unverändert

Die langfristige BIP-Prognose für China bleibt vor diesem Hintergrund unverändert. Morningstar hatte sie für 2020 bereits um 250 Basispunkte auf ein Wachstum von 2,2% gesenkt. Das wäre die geringste Wachstumsrate seit 1976. Allerdings erwartet Morningstar einen signifikanten Aufholeffekt beim Wachstum in den folgenden Jahren. (mh)

Bild: © jesada – stock.adobe.com

 

Größter privater Vermögensverwalter Norwegens kommt nach Deutschland

Storebrand Asset Management hat die Vertriebszulassung in Deutschland erhalten. Norwegens größter privater Vermögensverwalter startet sein Deutschlandgeschäft mit drei nachhaltigen Aktienfonds. Die Tochter SKAGEN Funds soll dennoch weiter als unabhängiger Fondsmanager mit eigenen Fonds auftreten.

Storebrand Asset Management startet in Deutschland den Vertrieb seiner führenden Anlagelösungen mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Die Gesellschaft bringt zunächst drei ESG-orientierte Aktienfonds auf den Markt: Storebrand Global ESG Plus, Storebrand Global Solutions und Storebrand Global Multifactor. Diese Strategien sind seit Juni 2019 als Teilfonds im Rahmen einer SICAV-Struktur in Luxemburg zugelassen und seit März 2020 nun auch in Deutschland.

Branchenprimus in Norwegen

Mit rund 78 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen ist die Storebrand Gruppe Norwegens größter privater Vermögensverwalter und in Skandinavien führend in den Bereichen nachhaltige Altersvorsorge und Vermögensanlagen. Storebrand war das erste norwegische Unternehmen, das 1995 eine eigene Abteilung für nachhaltiges Investieren gründete und verfügt dadurch über eines der erfahrensten ESG-Teams in Skandinavien.

Zusammenarbeit mit SKAGEN Funds

Die Storebrand Gruppe verfolgt einen Multi-Boutique-Ansatz und vertreibt eigene Fonds sowie Produkte von SKAGEN Funds, Delphi Funds und in Schweden von SPP Funds. Als Teil von Storebrand Asset Management tritt SKAGEN Funds weiterhin als unabhängiger Fondsmanager mit eigenen Fonds auf, kann nun aber zusätzlich zu den eigenen Produkten deutschen Investoren die Fonds von Storebrand anbieten.

Zu den Fonds

Storebrand Global ESG Plus bildet das Chance-Risiko-Profil des MSCI World Index nach, schließt dabei aber fossile Energieträger aus. Der Fonds investiert in Unternehmen, die nach dem Nachhaltigkeitsrating von Storebrand sehr gut abschneiden und vermeidet Unternehmen, die fossile Brennstoffe gewinnen oder CO2-intensiv arbeiten. Daneben wird in Firmen investiert, die vom Klimawandel besonders profitieren. Storebrand Global Solutions ist ein aktiv verwaltetes globales Aktienportfolio, das in Unternehmen investiert, die einen maßgeblichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Der Storebrand Global Multifactor zielt hingegen darauf ab, ein starkes Kapitalwachstum durch einen langfristigen, modellbasierten Investmentansatz zu generieren, der Nachhaltigkeit mit vier gleich gewichteten Risikofaktoren kombiniert: Value, Size, Momentum und Low Volatility. (mh)

Bild: © Negro Elkha – stock.adobe.com

 

Deutsche Börse startet Nachhaltigkeits-Dax

Der Dax ist der bekannteste deutsche Aktienindex. Die Deutsche Börse hat ihm nun einen Bruder geschenkt: den Dax 50 ESG. Er berücksichtigt neben Börsenwert und -umsatz auch Nachhaltigkeitskriterien.

Der deutsche Leitindex Dax hat ein neues Familienmitglied. Der Dax 50 ESG Index berücksichtigt Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, kurz ESG, und bildet die Top-50-Firmen basierend auf ESG-Performance, Börsenwert und -umsatz ab. Ins Leben gerufen wurde der Index von Qontigo, dem Index- und Analytikgeschäft der Gruppe Deutsche Börse.

Steigende Nachfrage der Investoren

„Die Nachfrage nach nachhaltigen Indizes bei Investoren steigt seit Jahren. Wir haben uns deshalb dazu entschieden, einen ESG-Dax-Index zu starten, der dieselben hohen Standards wie sein Namenspate erfüllt“, sagt Stephan Flägel, Global Head of Indices & Benchmarks bei Qontigo. Die Deutsche Börse ist davon überzeugt, dass der Dax 50 ESG der Standard für ESG-Investments in Deutschland wird.

So setzt sich der Dax 50 ESG Index zusammen

Basis des Dax 50 ESG Index ist der bestehende HDax. Der aus 100 Aktien bestehende Index bündelt die Unternehmen von Dax, MDax und TecDax. Bei der Indexerstellung werden normbasierte Ausschlusskriterien angewandt, die den UN-Global-Compact-Prinzipien folgen, außerdem produktbasierte Ausschlusskriterien, die umstrittene Waffen, Tabak, Kohle, Kernkraft und militärische Verträge umfassen. Aus den daraus resultierenden Werten wird eine Rangliste gebildet, die Marktkapitalisierung, Börsenumsatz und eine ESG-Bewertung von Sustainalytics berücksichtigt. Von dieser Liste werden die Top-50-Werte für den Index ausgewählt. Der Index wird alle drei Monate überprüft.

Indexfonds schon in Kürze verfügbar

Wie beim großen Bruder Dax gelten Fast-Exit- und Fast-Entry-Regeln. Diese kommen auch im Falle von Verstößen gegen die Nachhaltigkeitskriterien zum Einsatz. Anleger sollen der Deutschen Börse zufolge schon in wenigen Wochen in den neuen Nachhaltigkeitsindex investieren können. Ein entsprechender ETF stehe bereits in den Startlöchern. (mh)

Bild: © Maksim Kabakou – stock.adobe.com

 

Fidelity ruft Anleihefonds mit reduziertem CO2-Fußabdruck ins Leben

Fidelity hat den Fidelity Funds Sustainable Reduced Carbon Bond Fund (SICAV) aufgelegt. Der Fonds investiert in Anleihen von Emittenten, die ihre CO2-Bilanz verbessern und den Ausstieg aus fossilen Energien vorantreiben wollen.

Mit einer CO2-Konzentration, die während der letzten 800.000 Jahre nie so hoch wie heute war, stellt der Klimawandel für Anleger und Unternehmen laut Fidelity International eine erhebliche Bedrohung dar. Mit dem Klimawandel seien zugleich aber auch Chancen für Anleger verbunden. Die Fondsgesellschaft hat daher den Fidelity Funds Sustainable Reduced Carbon Bond Fund (SICAV) aufgelegt.

CO2-Emissionen reduzieren

Der neue Fonds wird von Kris Atkinson zusammen mit dem Co-Fondsmanager Sajiv Vaid verwaltet. Mit dem Portfolio aus globalen Unternehmensanleihen will der Fonds zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen. Dazu begrenzen die Fondsmanager das Engagement in Unternehmen mit den höchsten CO2-Emissionen und den größten Reserven fossiler Rohstoffe. Auf Basis eines aktiven Anlageansatzes suchen sie gezielt nach Firmen, die sich am Übergang zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell befinden.

Fördern statt ausschließen

„Einige Anleger haben eine Schwarz-Weiß-Sicht auf grüne Investments und ziehen nur Unternehmen mit geringen oder keinen Emissionen in Betracht. Um der Bedrohung durch den Klimawandel zu begegnen, müssen wir als großer Vermögensverwalter Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle ökologischer gestalten, fördern und nicht ausschließen“, kommentiert Kris Atkinson den Ansatz des Fonds. „Durch eine aktive Zusammenarbeit mit ihnen können wir dazu beitragen, dass CO2 reduziert wird, die Unternehmen ihre Strategien für einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorantreiben und sie in eine nachhaltige Zukunft begleiten.“ (mh)

Bild: © malp – stock.adobe.com

 

Das sind die Lieblingsaktien deutscher Fondsmanager

Universal-Investment hat die Aktienportfolios deutscher Fondsmanager unter die Lupe genommen und die zehn beliebtesten Aktien der Fondsprofis aufgezeigt. Neben sieben internationalen Aktien gehören dazu drei deutsche Titel, darunter auch ein Finanzunternehmen. Erstmals schafft es eine Aktie aus Neuseeland in die Top Ten.

Fondsexperten diversifizieren ihre Aktienportfolios immer stärker auch international. Große Wechsel innerhalb der Gruppe der beliebtesten zehn Aktien sind aber nicht zu erkennen. Zu diesem Ergebnis kommt Universal-Investment im Rahmen einer aktuellen Auswertung. Die größte unabhängige Investmentgesellschaft im deutschsprachigen Raum analysiert seit 2012 die Aktienanlagen von Publikumsfonds auf ihrer Plattform.

Erstmals neuseeländische Aktie vertreten

Im August 2019 schaffte es der neuseeländische Betreiber von Seniorenwohnheimen und Kliniken Ryman Healthcare Limited unter die Spitzenreiter. Der Konzern ist auch in Australien tätig. Das ist das erste Mal, dass es ein weder in Europa noch in den USA beheimatetes Unternehmen unter die Lieblinge der Lenker von Publikumsfonds schafft.

Interessante Mischung

Neben Ryman Healthcare zählen sechs weitere internationale sowie drei deutsche Titel zu den Top Ten. „Unsere Kunden bevorzugen aktuell einen interessanten Mix aus großen US-Brands, etwas Dax und einigen auf den ersten Blick eher weniger bekannten Aktien“, kommentiert Katja Müller, Mitglied der Geschäftsleitung und Chief Customer Officer bei Universal-Investment.

BASF und SAP fast durchgehend dabei

Bei den Fondsexperten hoch im Kurs sind Qualitätsaktien mit attraktiven Dividenden und hohen Umsätzen, wie die des Softwareunternehmens SAP und des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF. Beide Marken sind bereits seit dem Start der Analyse mit wenigen Unterbrechungen dabei. Drittel deutscher Titel in den Top Ten ist das Finanzunternehmen Grenke.

US-Aktien gewinnen an Beliebtheit

Das sind die Lieblingsaktien deutscher Fondsmanager
US-Titel sind fester Bestandteil der Lieblingsaktien der Fondsprofis. Mit Apple, Microsoft und Alphabet stehen starke Technologienamen ganz oben. Waren Buffets Holding Berkshire Hathaway ist bereits seit März 2014 stetig unter den Spitzenreitern. Berücksichtigt man, dass der Brauereigigant Anheuser-Busch InBev seine operativen Sitze im belgischen Löwen und in New York City hat, kommt mittlerweile die Hälfte der beliebtesten Aktien aus den USA. Mit L’Occitane International aus Frankreich ist aktuell nur eine weitere europäische Marke unter den Top Ten.
Diese Unternehmen sind nicht mehr dabei

Nicht mehr dabei ist der Luxuskonzern LVMH Moët Hennessy-Louis Vuitton, der im vergangenen Jahr für einige Monate neu dazugekommen war. Nebenwerte oder Schwellenländeraktien spielen keine Rolle. Zu Beginn der Auswertung Anfang 2012 waren ausschließlich deutsche Blue Chips, davon acht Dax-Werte, enthalten. Bald darauf kam das erste ausländische Unternehmen hinzu: der Schweizer Konzern Nestlé. Diese Aktie war seitdem stetig auf der Hitliste. Ende 2019 war sie es allerdings nicht mehr. Insgesamt ist das Aktienvolumen auf der Plattform von Universal-Investment sehr breit gestreut angelegt. Die zehn Top-Titel stehen dabei nur für rund 6% aller Anlagen. (mh)

Bild: © gustavofrazao – stock.adobe.com

 

Erneuter Nackenschlag für die deutsche Aktienkultur

Das Deutsche Aktieninstitut hat neue Zahlen zur Aktienkultur in Deutschland vorgestellt. Obwohl von der jetzigen Abwärtsbewegung noch nichts in Sicht war, war 2019 demnach ein Jahr des Rückschlags für die deutsche Aktienkultur. AssCompact fasst die wichtigsten Daten und Hintergründe in einer Bildergalerie zusammen.

 
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Das sagen Anlageexperten zum Corona-Schock

Das Coronavirus hat die Aktienmärkte in der vergangenen Woche auf Talfahrt geschickt. War das Virus lange nur an den asiatischen Märkten von Bedeutung, schockiert es nun auch die westliche Anlagewelt. Wie sollten sich Anleger nun verhalten? AssCompact fasst einige Expertenstimmen zusammen.

Das Coronavirus hat mittlerweile auch die westlichen Aktienmärkte im Griff. Innerhalb einer Woche sackte etwa der Dax von 13.500 auf unter 12.000 Punkte. Dow Jones, S&P 500 oder Euro Stoxx 50 gerieten ähnlich stark unter Druck. Der gute Auftakt in das Aktienjahr 2020 ist damit dahin. Statt Rekordjagd herrscht Verunsicherung allerorten. Auch zahlreiche Investmentexperten haben sich daher mittlerweile zu Wort gemeldet.

Die Folgen für die Weltwirtschaft

Grund für die Panik an den Märkten ist unter anderem die Sorge, dass sich die Schutzmaßnahmen auf das globale Wirtschaftswachstum auswirken. Pascal Blanqué und Vincent Mortier von Amundi haben sich daher die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wachstumsaussichten 2020 angesehen. „Unser zentrales Szenario ist eine vorübergehende Verschlechterung der Weltwirtschaftslage im ersten Quartal dieses Jahres, mit einem möglichen Übergreifen auf das zweite Quartal, da das nun schwächere Wachstum der Weltwirtschaft letztlich die Industrieproduktion und die Produktionstätigkeit beeinträchtigen sowie einige Auswirkungen auf die Binnennachfrage haben wird“, so die Anlageexperten von Amundi. Im weiteren Verlauf des Jahres rechnen sie aber mit einer Erholung. Die erwartete zyklische Erholung werde sich mit einigen Monaten Verzögerung vollziehen.

Schock dürfte verfliegen

Sébastien Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management, sieht den Corona-Schock zwiegespalten. „Wir vermuten zwar, dass der Corona-Schock wie auch andere eingeordnet und in wenigen Tagen verfliegen wird. Die Aktienmärkte dürften aber das Ende ihrer großen Oktober-Rallye erreicht haben“, so Galy. In die zuvor überschwänglichen Aktienmärkte sickere nun etwas Realismus. Laut Galy werden die Märkte in den kommenden Wochen wieder zu einer auf China zentrierten wirtschaftlichen Erholung zurückkehren – „ähnlich wie bei SARS, nur mit größerer Verzögerung“. Bis dahin sei mit einer etwas volatileren Phase zu rechnen.

Eine typische Korrektur

Grüner Fisher Investments sieht in dem Kurssturz der Vorwoche eine typische Korrekturbewegung. Zwar fielen die im Jahresverlauf 2020 bisher erzielten Zuwächse dem rapiden Marktrückgang in nur wenigen Tagen zum Opfer. Der laufende Bullenmarkt habe seit dem Jahr 2009 aber zahlreiche Korrekturen dieser Art absorbiert, teilweise auch mit deutlich kräftigeren Rücksetzern. Geduldige Anleger wurden langfristig immer wieder belohnt. Auch jetzt sei es nicht an der Zeit, sämtliche Tugenden über Bord zu werfen, die über Jahre hinweg den Anlageerfolg ermöglicht haben.

Coronavirus bisher unterschätzt

Christian Wieschnewski, Portfoliomanager beim Bankhaus Bauer, verweist vor allem auf den Faktor Unsicherheit. „Wenn Kapitalmärkte eines nicht leiden können, ist es Unsicherheit, gespeist vor allem aus dem Fehlen verlässlicher Informationen. Genau dieser Zustand liegt aber jetzt beim Coronavirus vor“, so Wieschnewski. Wohl kaum jemand könne das Ausmaß und die Dimensionen des Virus tatsächlich abschätzen. Dieses Gefühl der Unsicherheit werde noch verstärkt durch die Tatsache, dass der eine oder andere Marktteilnehmer die Bedeutung des Themas bisher offenbar unterschätzt habe. Entsprechend gebe es nun ein „böses Erwachen“. Worst Case sei eine weitere Kurskorrektur von etwa 10% in den europäischen und US-amerikanischen Leitindizes.

Verlässliche Daten statt Spekulationen analysieren

Didier Saint-Georges von Carmignac erkennt in der Coronavirus-Krise ein Beispiel für einen Schwarzen Schwan. Für einen solchen gebe es keine Fälle und Statistiken aus der Vergangenheit. Das mache eine klassische Risikoanalyse nutzlos. Die Krise müsse anhand zuverlässiger und verfügbarer Daten analysiert werden und nicht anhand von Spekulationen über zukünftige Entwicklungen, die heute niemand akkurat vorhersagen könne. Diesbezüglich ist das Coronavirus laut Didier Saint-Georges von der gleichen Natur wie der 11. September 2001, das SARS-Virus 2003 oder Fukushima 2011.

Noch nicht viel passiert ...

Für Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH, steht dagegen auch nach dem Kursrutsch der vergangenen Woche das Risikomanagement im Fokus. „Was viele vergessen: Noch immer liegen die Kurse im S&P 500 höher als im gesamten Jahr 2018“, gibt der Experte zu bedenken. Wer die aktuelle Marktentwicklung im längerfristigen Kontext betrachte und sich statt auf Emotionen auf reine Zahlen und Fakten konzentriere, stelle fest, dass eigentlich gar nicht viel passiert sei. Auf Sicht von zwölf Monaten liege der S&P 500 schließlich noch immer gut 5% im Plus und seine Bewertung nach wie vor deutlich über dem langfristigen Mittelwert. Ähnliches gelte für den Dax.

... das kann aber noch kommen

Zwar sei eigentlich noch gar nicht so viel passiert, das könne aber durchaus noch kommen. Schließlich seien die Bewertungen im historischen Vergleich immer noch sehr hoch. Zudem schwächelte die Weltkonjunktur bereits vor der Covid-19-Krise und deren eigentliche Folgen dürften sich erst in den kommenden Wochen offenbaren. Während die wichtigsten Zinsmärkte bereits im Krisenmodus sind, haben die Aktienmärkte laut Mlinaric eine mögliche Rezession noch nicht eingepreist. Entsprechend wichtig sei eine Absicherung. „Die Absicherung von Portfolios ist wie eine Versicherung: Wenn nichts passiert, ärgert man sich über den Aufwand. Passiert aber etwas, ist man mehr als froh, die wirtschaftlichen Folgen abschwächen zu können“, sagt Mlinaric. (mh)

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