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Von der Bärenmarktrallye zum Bullenmarkt

Die US-Inflationszahlen fallen. Ist das schon das Ende des Bärenmarkts? Ausgemacht ist das zwar noch nicht, aber einstweilen steigen die Aktienindizes weltweit. Die Hoffnung auf eine weniger strikte Geldpolitik der Fed treibt die Kurse.

Die Leitzinsanhebungen zeigen Wirkung – zumindest in den USA. Nachdem die US-Notenbank die Leitzinsen Monat für Monat stark angehoben hat, reagieren die Inflationswerte nun zum ersten Mal nennenswert. Die US-Inflation lag demnach im Oktober nur noch bei 7,7% und ist damit deutlich niedriger ausgefallen als im Vorfeld erwartet.

Euphorie an den Märkten

Die Reaktion der Märkte auf diese erfreulichen Zahlen: Euphorie. Der US-Leitindex S&P 500 stieg am Donnerstag nach Veröffentlichung der Zahlen um 5,5%. Auch für den Dax ging es nach oben. Er kletterte um 3,5% und übersprang die 14.000-Punktemarke deutlich. Einzelne Titel legten zweistellig zu.

Hoffnung auf Pause bei Zinserhöhungen steigt

Die Zahlen wecken unter den Anlegern die Hoffnung, dass der harte Kurs der Fed bald ein Ende finden könnte. Laut Tiffany Wilding vom Vermögensverwalter PIMCO festige der Inflationsbericht die Erwartung, dass die Fed bei einem Leitzins in der Spanne von 4,50 bis 5,00% zumindest eine Pause bei den Zinserhöhungen einlegen dürfte. Aktuell weist der US-Leitzins eine Spanne von 3,75 bis 4,00% auf.

Wendepunkt an den Märkten

Die Reaktionen des Marktes untermauern auch weiter, dass die Midterm-Wahlen im Vergleich zur Notenbankpolitik der Fed von untergeordneter Bedeutung sind. Während die Wahlen die Märkte eher kalt gelassen hatten, fiel die Reaktion auf die Inflationsdaten heftig aus. „Die eigentlichen Entscheidungen über Wohl und Wehe der Wirtschaft werden nicht von der US-Politik gefällt, sondern von der US-Notenbank“, so Mathias Beil, Leiter Private Banking bei der Hamburger Sutor Bank. Die Preissteigerungen in den USA hatten im September noch 8,2% betragen. Auch wenn der Rückgang noch nicht groß ist, stelle er laut Beil doch einen Wendepunkt dar.

Rallye erfasst auch andere Asset-Klassen

Die durch die Zahlen ausgelöste Rallye erfasste auch andere Asset-Klassen, sodass sogar die zuletzt arg gebeutelten Kryptowährungen zulegen konnten, die für einen zunehmenden Anteil der Deutschen als Investment interessanter werden (AssCompact berichtete).

Insgesamt war es für Aktien der beste Tag seit zwei Jahren. „Was für ein unvergesslicher Tag für alle Asset-Klassen“, so zitiert das Handelsblatt den bekannten Marktexperten, Mohamed El-Erian, der unter anderem die Allianz berät.

Risiko der Rezession ist noch nicht ausgestanden

Aber auch wenn der Bärenmarkt vorerst beendet sein sollte, heißt das nicht, dass eine stärker als erwartet ausfallende Rezession die Märkte nicht wieder auf Talfahrt schicken könnte. Doch Matthias Beil von der Sutor Bank macht den Anlegern Mut: „Die Wahrscheinlichkeit dafür sinkt mehr und mehr und es wird immer klarer, dass auf Sicht die Kurse weiter steigen können. […] Gut möglich, dass wer jetzt an der Seitenlinie stehen bleibt, dies bald bereut und sich dann teurer in den Markt zurückkaufen muss.“ (tku)

Bild: © iamchamp – stock.adobe.com

 

Neuer US-Immobilienfonds für Privatanleger

Der Anbieter von US-Immobilienfonds, Jamestown, hat ein neues Produkt auf den deutschen Markt gebracht. Der Jamestown 32 soll zunächst 2% und ab 2024 sogar 4% an jährlichen Ausschüttungen anstreben. Investiert wird in vermietete Gewerbe- und Mietwohnobjekte.

Der US-Immobilienfondsanbieter Jamestown bringt einen neuen Publikumsfonds auf den deutschen Markt. Der Jamestown 32 hat zum Ziel, qualitativ hochwertige, vermietete Einzelhandels-, Büro- und Mietwohnobjekte in den wichtigsten Metropolen der USA zu erwerben.

Anbieter will Kriegskasse füllen

„Wir sammeln jetzt Kapital bei den Anlegern ein, um bei den zu erwartenden Opportunitäten schnell zuschlagen zu können“, so Jamestown Geschäftsführer Fabian Spindler. „Nach unserer Einschätzung werden spätestens Mitte 2023 die Verkäufer von Immobilien gesunkene Preise akzeptieren. Diese Chance möchten wir nutzen und zu diesem Zeitpunkt mit ausreichend Kapital versorgt sein.“

Jährliche Ausschüttungen

Für die Anleger des Fonds sind jährliche Ausschüttungen von 2% ab Einzahlung und von 4% im Jahr ab 2024 angestrebt, aus Objektverkäufen will Jamestown nach einer geplanten Fondslaufzeit von sieben bis zwölf Jahren weitere 110% ausschütten, jeweils vor Steuern und bezogen auf das investierte Eigenkapital. Den Vorgängerfonds Jamestown 31 hatten mehr als 9.000 Anleger mit 610 Mio. US-Dollar Eigenkapital gezeichnet. Privatanleger können sich ab sofort am Jamestown 32 beteiligen.

Über Jamestown

Jamestown ist ein deutsch-amerikanisches Immobilienunternehmen, das in den letzten 39 Jahren Transaktionen im Wert von über 40 Mrd. US-Dollar durchgeführt. Das Unternehmen ist Marktführer für geschlossene US-Immobilienfonds für Privatanleger in Deutschland und hat bereits 38 Fonds. Zum 01.06.2022 verwaltete Jamestown ein Vermögen von 13,1 Mrd. US-Dollar in den USA und Europa. (tku)

Bild: © Tierney – stock.adobe.com

 

Fondswirtschaft verwaltet Billionen für die Altersvorsorge

Die deutsche Fondswirtschaft verwaltet 1.700 Mrd. Euro an Vermögen zu Altersvorsorgezwecken. Das hat der Branchenverband BVI bekanntgegeben. Damit dient fast die Hälfte aller Assets under Management der deutschen Fondswirtschaft dem Zweck der Altersvorsorge.

Die Fondswirtschaft ist der größte Verwalter von Altersvorsorgekapital in Deutschland. Das geht aus einer Erhebung des deutschen Fondsverbands BVI hervor. Demnach verwalteten die BVI-Mitglieder zur Jahresmitte 1.730 Mrd. Euro für Altersvorsorgezwecke. Das sind 45% des von der Branche insgesamt verwalteten Vermögens von rund 3.900 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Zur Jahresmitte 2017 lag der Anteil bei 40%. Seitdem ist das Vermögen für Altersvorsorgezwecke um 600 Mrd. Euro gewachsen.

Kapital steckt häufig in Fondsprodukten

„Die Menschen haben zwar oft über Kapitallebensversicherungen oder ihre Betriebsrente einen anderen Zugang, aber verwaltet wird letztlich ein großer Teil dieses Kapitals in Fonds“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI.

Ein Drittel entfällt auf kapitalbildende Lebensversicherungen

Hinter dem für die Altersvorsorge verwalteten Vermögen der Fondsgesellschaften stehen insbesondere kapitalbildende Lebensversicherungen mit 570 Mrd. Euro. Auf die betriebliche Altersvorsorge entfallen 490 Mrd. Euro; dazu gehören vor allem Direktzusagen (240 Mrd. Euro) und Pensionskassen (180 Mrd. Euro).

Für berufsständische Versorgungswerke von zum Beispiel Ärzten, Apothekern und Rechtsanwälten verwalten die Fondsgesellschaften 380 Mrd. Euro. Auf die Zusatzversorgung der Beschäftigten bei Bund, Ländern und Gemeinden sowie den Kirchen entfallen 160 Mrd. Euro. Im Rahmen von konventionellen und staatlich geförderten Fondssparplänen (Riester- und VL-Fondssparpläne) verwalten die Fondsgesellschaften 130 Mrd. Euro. (tku)

Bild: © Khongtham – stock.adobe.com

 

Wir brauchen kluge, expansive Finanzpolitik

Der Top-Ökonom Marcel Fratzscher meint, dass gerade jetzt – in Zeiten hoher Inflation – kluge Finanzpolitik gefragt ist, die den Schwächsten unter die Arme greift. Die Leitzinsanhebungen der EZB hingegen werden seiner Ansicht nach kurzfristig kaum zur Preisstabilität beitragen – richtig seien sie dennoch.

<h5>Interview mit Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D., Präsident des DIW Berlin</h5><h5>Herr Fratzscher, der IWF hat die Konjunkturprognose für Deutschland drastisch gesenkt. Für 2023 wird nun davon ausgegangen, dass das deutsche BIP um 0,3% schrumpft. Wie hart wird uns die Rezession treffen?</h5><p>Die Hoffnung – und ich sage bewusst Hoffnung – ist, dass die Rezession, in der wir uns wahrscheinlich jetzt schon befinden, relativ milde bleiben wird. Auch unsere Prognose für nächstes Jahr liegt bei einem Minus von 0,5% für das Gesamtjahr. Das ist erst mal keine sehr tiefe Rezession, aber wir rechnen hier mit einem optimistischen Szenario. Die Risiken sind jedoch klar nach unten gerichtet. Eine negative Abweichung ist sehr viel wahrscheinlicher als eine positive Überraschung. Die Eskalation des Krieges in der Ukraine, weiterhin hohe Energiepreise, ein zu zögerliches Handeln der Finanzpolitik – all das sind Risiken, die dazu führen könnten, dass die Rezession deutlich tiefer ausfallen könnte. Und auch die Gefahr von Unternehmensinsolvenzen steht im Raum. Was der Ausdruck milde Rezession aber verbirgt: Sowohl die Menschen als auch die Unternehmen werden sehr unterschiedlich betroffen sein. Insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen – nicht nur die energieintensiven – und Menschen mit geringem Einkommen werden einen viel höheren Preis zahlen müssen. Die werden wirklich leiden. </p><h5>Und das, obwohl Sie schon ein optimistisches Szenario zugrunde gelegt haben?</h5><p>Ja, das liegt daran, dass die hohen Energiepreise und die Inflation die wichtigsten Gründe für diese wirtschaftliche Schwäche sind – und die treffen Menschen mit geringem Einkommen überproportional härter. Menschen mit geringem Einkommen haben einen drei- bis viermal stärkeren Anstieg ihrer Kosten im Vergleich zu Menschen mit sehr hohem Einkommen zu verkraften. Das heißt, die individuelle Inflation von Menschen mit geringem Einkommen ist ungleich höher – und zusätzlich verfügen sie kaum über nennenswerte Rücklagen. Ähnliches gilt auch für energieintensive Unternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen im Einzelhandel, die jetzt darunter leiden, dass die Menschen weniger konsumieren, während die eigenen gestiegenen Kosten nicht an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden können. Diese Kombination führt dazu, dass die einkommensschwächsten und verletzlichsten Menschen und Unternehmen einen besonders hohen Preis zahlen werden.</p><h5>Was treibt die Inflation außer den steigenden Energiepreisen noch?</h5><p>70 bis 80% der aktuell hohen Inflation sind importiert über hohe Energiepreise und andere Vorleistungen, die auf die weiterhin gestörten globalen Lieferketten zurückzuführen sind. Das sind Faktoren, die außerhalb des Einflusses der Eurozone bzw. von Deutschland liegen. Nur ein sehr geringer Teil ist wirklich selbst gemacht. Das sollte bei genauerer Betrachtung niemanden überraschen: Immerhin sehen wir eine Nachfrageschwäche, keinen Nachfrage-Boom. Der private Konsum geht zurück und wird sich perspektivisch noch einmal deutlich abschwächen. Und auch die Unternehmen investieren weniger. Der Grund für die Inflation kann also nicht auf der Nachfrageseite liegen. </p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Wenn die Inflation größtenteils importiert ist, können aber weder Politik noch die Notenbanken viel daran ändern, oder?--><h5>Wenn die Inflation größtenteils importiert ist, können aber weder Politik noch die Notenbanken viel daran ändern, oder?</h5><p>Traditionell sind in erster Linie die Zentralbanken dafür verantwortlich, Preisstabilität zu gewährleisten. Das kann die EZB aber im Augenblick nicht – in den USA ist die Situation übrigens komplett anders gelagert. Gegen eine importierte Inflation kann die Zentralbank nichts machen. Egal, ob die Zinsen jetzt bei 1,25%, bei 5% oder 10% liegen – das wird kaum etwas ändern. Im Augenblick ist es noch wichtiger als sonst, dass die Finanzpolitik und die Geldpolitik eng kooperieren. Und das bedeutet vor allem, dass wir jetzt eine expa­nsive Finanzpolitik brauchen, um eine noch tiefere Rezession zu verhindern. Insbesondere Menschen mit geringem Einkommen benötigen Unterstützung, damit sie ihren Konsum aufrechterhalten können. Unternehmen benötigen Unterstützung, um ihre Investitionen nicht komplett einbrechen zu lassen. Und einzelne Maßnahmen sind auch in der Lage, die Inflation effektiv zu senken. Im Falle des Gaspreisdeckels zum Beispiel rechnen wir beim DIW damit, dass allein diese Maßnahme bis zu zwei Prozentpunkte weniger Inflation bewirken wird. </p><h5>Wie das?</h5><p>Weil die Gaspreise eben auch in vielen anderen Leistungen stecken – vom Bäckerbrötchen bis zum beheizten Ladengeschäft. So gesehen ist es im Augenblick hauptsächlich die Finanzpolitik, die mit klugen Maßnahmen wirtschaftlich stabilisieren und Inflation reduzieren kann. </p><h5>Die EZB hat also keinen Hebel, die importierte Inflation zu begrenzen. Sind die Leitzinsanhebungen dann überhaupt sinnvoll oder ist das nur Symbolik? </h5><p>Nein, das ist nicht nur Symbolik. Es ist richtig, was die EZB macht, denn es geht nicht darum, die Inflation in den nächsten 12 bis 18 Monaten massiv zu verändern. Das kann die EZB gar nicht. Es geht vielmehr darum zu versichern, dass die EZB nach Abklingen dieses Preisschocks möglichst schnell wieder zum Ziel der Preisstabilität zurückkehrt. Es geht also in erster Linie darum, dass die Inflationserwartungen der Unternehmen, der Beschäftigten und der Gewerkschaften niedrig bleiben. Gingen die Menschen davon aus, dass nun jedes Jahr 10% Inflation zu erwarten sind, müssten die Unternehmen ihre Preise stärker anheben und die Gewerkschaften und Beschäftigten würden ihre Lohnforderungen deutlich erhöhen. Und dann wäre es für die EZB viel schwieriger, wieder zur Zielinflationsrate von 2% und somit zur Preisstabilität zurückzukehren. Gleichzeitig will die EZB diese Rezession aber nicht noch weiter verschärfen, indem sie die Zinsen zu schnell und zu stark erhöht. </p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Inwiefern würde das die Rezession verschärfen? --><h5>Inwiefern würde das die Rezession verschärfen? </h5><p>Ein plötzliches Anziehen bei den Zinsen führt zu deutlich teureren Krediten. Das wiederum erschwert Investitionen und auch der Konsum bricht ein. Damit würde die Rezession noch tiefer. Die EZB muss also einerseits dafür sorgen, dass die niedrigen Inflationserwartungen verankert bleiben, aber gleichzeitig darf sie die Rezession mit ihren Maßnahmen nicht weiter befeuern – eine Gratwanderung. </p><h5>Sie sagten vorher, die Lage in den USA sei eine andere. Was meinen Sie damit?</h5><p>Die Situation in den USA ist vor allem aus zwei Gründen grundlegend anders: Erstens sind die USA viel weniger stark von dem Energiepreisschock des Krieges betroffen, weil sie weiter weg und, was fossile Energieträger angeht, autonom sind. In Deutschland hingegen importierten wir vor Kriegsbeginn über 50% unseres Erdgases und mehr als 30% unseres Erdöls aus Russland, was natürlich eine immense Abhängigkeit nach sich zog. Zweitens hatten die Amerikaner durch ihre massiv expansive Finanzpolitik in den Jahren 2020 und 2021 – sowohl unter Trump als auch unter Biden – ein viel stärkeres Wirtschaftswachstum, einen viel stärkeren Beschäftigungsanstieg und eine viel stärkere Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten. In den USA bestand also bereits das Risiko einer Überhitzung, während Europa sich wirtschaftlich noch gar nicht von der Corona-Pandemie erholt hatte. In der Eurozone dürften bis zu 80% der Inflation importiert sein. In den USA hingegen wurden wohl eher 80% der Inflation selbst verursacht. </p><h5>Die US-amerikanische Federal Reserve kann also im Gegensatz zur EZB effektiv etwas gegen die Inflation unternehmen?</h5><p>Ja, aber die Fed ist spät dran. Man kann durchaus sagen, dass die amerikanische Notenbank wahrscheinlich sehr viel früher hätte anfangen müssen, die Leit­zinsen anzuheben – wahrscheinlich schon im letzten Jahr. Für die Eurozone hingegen lasse ich dieses Argument nicht gelten. Letztes Jahr existierte keine seriöse Prognose, die eine Inflationsrate deutlich über 2% vorausgesagt hätte. So gesehen unterscheidet sich die Inflation in den USA von jener im Euroraum fundamental.</p><p>Dieses Interview lesen Sie auch in AssCompact 11/2022, S. 66 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/de/profiles/53e4066999da-asscompact/editio…; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p>Lesen Sie auch: <a href="https://www.asscompact.de/nachrichten/marcel-fratzscher-erkl%C3%A4rt-di…; target="_blank" >Marcel Fratzscher erklärt die aktuellen Krisenzeiten</a></p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Atlas – stock.adobe.com bzw. Prof. Marcel Fratzscher, Ph. D., DIW Berlin</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/D76819AB-6138-4388-B128-A8F32DDEEF9D"></div>

 
Ein Interview mit
Prof. Marcel Fratzscher, Ph.D

Passive Anleger sollen Stimmrechte aktiv ausüben können

Der Vermögensverwalter BlackRock plant, sein Programm Voting Choice perspektivisch auch auf Privatanleger auszuweiten. Mithilfe dieses Tools sollen Anteilseigner passiver Investmentprodukte dem Vermögensverwalter mitteilen, wie er die Stimmrechte stellvertretend auszuüben hat.

Anbieter von passiven Investmentprodukten wie klassischen Indexfonds oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs) wird immer wieder vorgeworfen, die Stimmrechte der jeweiligen Anteilseigner nicht adäquat auszuüben. Gerade für Branchenschwergewichte wie BlackRock, Vanguard oder Amundi ist das Thema Stimmrechtsausübung ein heikles.

Einander widersprechende Interessen

Immerhin sind die Fondsgesellschaften über verschiedene Produkte mit verschiedenen Zielgruppen häufig stellvertretend für die Anteilseigner an demselben Unternehmen beteiligt. Jemand, der sich für einen Impact-Fonds entschieden hat, dürfte aber eine ganz andere Erwartungshaltung bezüglich der Ausübung der eigenen Stimmrechte haben, als der Investor, der sich einen herkömmlichen Artikel-6-Fonds ins Depot gelegt hat.

Vorwurf: (Mangelndes) Engagement

Lange Zeit hatte sich der größte Vermögensverwalter der Welt, BlackRock, auf die Fahnen geschrieben, bei den Unternehmen, an denen man beteiligt ist, grundsätzlich auf mehr Engagement in puncto Umweltschutz und Kampf gegen den Klimawandel hinzuwirken. Mit diesem Versprechen handelte sich der Investmentriese zuletzt jedoch Kritik ein. Während es von aktivistischer Seite hieß, BlackRock zeige nicht genug Engagement im Vergleich zu anderen Vermögensverwaltern, deutete die Kritik verschiedener republikanisch regierter US-Bundesstaaten in die gegensätzliche Richtung. Sie warfen BlackRock vor, zu aktivistisch zu handeln und dadurch die Öl-, Kohle- und Gasindustrie zu schwächen. Die Konsequenz daraus: Die Pensionskassen der Bundesstaaten entzogen dem Vermögensverwalter Gelder.

Konservativ geprägte Staaten ziehen Gelder ab

Zuletzt hatte Missouri ungefähr 500 Mio. US-Dollar abgezogen. Zuvor hatten Louisiana, South Carolina, Utah, Arkansas sowie Texas bereits ähnliche Schritte unternommen, wie das Handelsblatt in einer Zusammenfassung des Konflikts erwähnt. Demnach seien BlackRock auf diesem Wege bereits 1,5 Mrd. US-Dollar an Vermögen entzogen worden.

Voting Choice soll Willen der Anteilseigner berücksichtigen

Nun hat das Unternehmen aber eine elegantere Lösung beim Thema Stimmrechtsausübung in Aussicht gestellt: Die Anteilseigner könnten künftig selbst entscheiden, wie BlackRock stellvertretend für sie abstimmen solle. Ermöglicht werde das durch das Programm Voting Choice. Über dieses Tool können seit einem Jahr bestimmte institutionelle Investoren dem Vermögensverwalter mitteilen, wie die eigenen Stimmrechte ausgeübt werden sollen. BlackRock-CEO Larry Fink kündigte nun an, dass das Tool perspektivisch auch für Privatanleger zur Verfügung stehen solle. Laut Berichten von Bloomberg arbeitet der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt, Vanguard, ebenfalls an einer ähnlichen Lösung zur Stimmrechtsausübung. (tku)

Bild: © MichaelJBerlin – stock.adobe.com

 

So erging es Nachhaltigkeitsfonds im dritten Quartal

Immer mehr Fondsvermögen wird nachhaltig investiert. Und das obwohl Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen netto Mittelabflüsse verbuchen müssen. Wie das möglich ist, hat sich Morningstar in einem Quartalsbericht näher angesehen. Das Stichwort lautet: Reklassifizierung.

Das Analysehaus Morningstar hat sich angesehen, wie es den verschiedenen Kategorien an Nachhaltigkeitsfonds im dritten Quartal 2022 ergangen ist. Die Ergebnisse hat die Ratingagentur unter dem Titel „SFDR Article 8 and Article 9 Funds: Q3 2022 in Review“ veröffentlicht.

Mehr als die Hälfte der Fonds investiert nachhaltig

Insgesamt lässt sich konstatieren, dass in Europa Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen weiter auf dem Vormarsch sind. Das Vermögen in Artikel-8- und Artikel-9-Fonds gemäß EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) stieg im dritten Quartal 2022 um knapp 3% auf 4,3 Bio. Euro. Der Marktanteil von Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen erreichte Ende September 53,5%.

Mittelabflüsse überwiegen

Das Plus ist jedoch nicht mit hohen Mittelzuflüssen zu erklären. Artikel-8-Fonds verzeichneten in Q3 2022 nämlich Mittelabflüsse in Höhe von 28,7 Mrd. Euro. Impact-Fonds laut Artikel 9 konnten hingegen mit 12,6 Mrd. Euro zwar deutliche Zuflüsse generieren, aber die Gesamtbilanz für die Nachhaltigkeitsfonds nicht ausgleichen.

Reklassifizierung bestehender Produkte

Wie kommt der gestiegene Anteil der Nachhaltigkeitsfonds am Gesamtmarkt dann zustande? Zum einen hängt das mit der Statusänderung zahlreicher Produkte und zum anderen mit dem Launch einiger neuer Fonds zusammen.

Von den 335 neu lancierten Fonds waren 189 Produkte gemäß Artikel 8 oder 9 SFDR klassifiziert. Noch beeindruckender hingegen ist die Zahl der Fonds, die umklassifiziert wurde. Dabei waren 342 von 383 Statusänderungen Höherstufungen. Mehrheitlich handelte es sich um normale Artikel-6-Fonds, die zu Artikel-8-Produkten wurden (315). Doch der Trend führt nicht automatisch hin zu mehr Nachhaltigkeit. 41 Artikel-9-Fonds wurden zu Artikel-8-Produkten herabgestuft. Gleichzeitig kamen nur 27 neue Artikel-9-Fonds hinzu. (tku)

Bild: © thekob5123 – stock.adobe.com

 

Sparplanoffensive bei Direktbank und Neobroker

Trade Republic und die Consorsbank erweitern ihr Sparplanangebot massiv. Beim Neobroker liegt der Fokus auf neuen ETF-Anbietern, die ins Programm aufgenommen werden. Bei der Direktbank hingegen wird die Zahl der per Sparplan verfügbaren Aktien nahezu verzehnfacht.

Privatanleger sind derzeit zurückhaltender, wenn es um Investitionen geht, wie eine Auswertung von eToro kürzlich ergab, über die AssCompact berichtete. Das hält die Anbieter jedoch nicht davon ab, neue Angebote ins Programm aufzunehmen. Sowohl Trade Republic als auch die Consorsbank stocken ihre Sparplanangebote massiv auf.

Trade Republic mit drei neuen Fondsanbietern

Der größte Neobroker Deutschlands, Trade Republic, hat seine Plattform für weitere Anbieter geöffnet. Mit der Produktpalette der Fondsanbieter VanEck, Invesco und Vanguard kommen rund 1.000 neue ETF-Angebote auf die Plattform. Trade Republic nimmt nun für sich in Anspruch, mit knapp 2.400 ETFs und 2.500 gebührenfreien Aktiensparplänen die größte Sparplattform Europas darzustellen.

Themeninvestments und Bruchteilhandel

Des Weiteren hat Trade Republic auch angekündigt, ab November bestimmte Themen und Megatrends über exklusive Produkte investierbar zu machen und Sparpläne ab einem Euro anzubieten. Die Möglichkeit, Aktienbruchteile auch im Direkthandel und nicht nur in Form von Sparplanausführungen zu erwerben, hatte Trade Republic bereits zuvor scharf geschaltet.

Consors mit vielen neuen Aktiensparplänen

In die gleiche Kerbe schlägt die Consorsbank mit ihrem neuen Sparplanangebot. Das Tochterunternehmen der BNP Paribas hat angekündigt, die Zahl der sparplanfähigen Aktien von zuvor 580 auf über 5.000 aufgestockt zu haben. Demnach hätten Kunden nun die Möglichkeit, in nahezu alle Aktien per Sparplan zu investieren, die am Börsenplatz Tradegate verfügbar sind.

Die Sparpläne sind ab einer Rate von 10 Euro pro Ausführung verfügbar. Im Gegensatz zum zuvor genannten Angebot von Trade Republic sind die Sparplanausführungen jedoch nicht kostenfrei – es fallen 1,5% des Sparbetrags als Gebühr an. (tku)

Bild: © keBu.Medien – stock.adobe.com

 

Wide-Moat-Investments: Burggräben gegen unruhige Zeiten

Attraktiv bewertete Unternehmen mit einem „wirtschaftlichen Burggraben“, also nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen, können in Zeiten, in denen es an den Aktienmärkten volatil zugeht, ihre Stärken unter Beweis stellen. Martijn Rozemuller von VanEck erklärt, welche Rolle der Burggraben-Ansatz für Investoren spielt.

Ein Artikel von Martijn Rozemuller, CEO of Europe bei VanEck

Die drei großen Krisen – Corona, die russische Invasion in der Ukraine sowie die steigende Inflation – haben den Aktienmärkten zuletzt zu schaffen gemacht. Während die Corona-Pandemie jedoch mittlerweile weitestgehend eingepreist ist, sorgen der Krieg sowie vor allem die hohen Inflationsraten weltweit für Unsicherheit. Der Höhenflug, den vor allem Growth-Aktien in den vergangenen Jahren erlebt haben, scheint ein Ende gefunden zu haben, und Anleger suchen nun nach Unternehmen, die über robuste Geschäftsmodelle verfügen und sich durch Qualität auszeichnen. Das allein muss jedoch kein langfristiger Erfolgsfaktor sein – Geschäftsmodelle lassen sich schließlich kopieren und Produkte mit hoher Qualität auch von anderen Unternehmen herstellen. Anleger stehen damit vor der Herausforderung, jene Unternehmen zu identifizieren, die nicht nur für sich betrachtet Qualität bieten, sondern sich mit starken und langfristigen Wettbewerbsvorteilen auch von ihren Konkurrenten absetzen. Gerade in unsicheren Zeiten wie diesen zeigen sich solche Aktien als sehr robust.

Der erfolgreiche Star-Investor Warren Buffett hat hierzu den Begriff des „Economic Moat“ geprägt: Bildlich gesprochen ist das ein wirtschaftlicher Burggraben, mit dem sich ein Unternehmen aufgrund der Stärke seines Geschäftsmodells von seinen Konkurrenten abgrenzen kann und aufgrund seiner Marktstellung über eine starke Preissetzungsmacht verfügt. Damit kann es auch in wirtschaftlich unruhigen Zeiten wie etwa bei hohen Inflationsraten, wie wir sie aktuell weltweit sehen, einen guten Cashflow erwirtschaften und die eigene Rentabilität stärken.

Anzeichen eines Burggrabens

Anleger sollten auf diese fünf Aspekte achten, denn sie können einem Unternehmen einen solchen Economic Moat, also Wettbewerbsvorteil, verschaffen:

Wechselkosten

Wenn Kunden an das Ökosystem eines Unternehmens gebunden werden, verleiht dies dem Unternehmen Preismacht. Neben rein finanziellen Kosten kann auch ein hoher Wechselaufwand in Form von Arbeit, Zeit oder einer zu überwindenden psychologischen Hemmschwelle den Wettbewerbsvorteil ausmachen. Das Softwareunternehmen Salesforce beispielsweise bietet cloudbasierte Lösungen für eine erleichterte Kundengewinnung und -bindung. Ein Plattformwechsel wäre für Kunden mit einem hohen organisatorischen Risiko verbunden und die Einführung einer neuen Anwendung würde für sie mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand sowie Produktivitätseinbußen einhergehen.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Diese sind nicht immer leicht zu quantifizieren. Es kann sich hierbei um Faktoren wie Markenbekanntheit, Patente oder Lizenzen handeln. Diese können verhindern, dass Wettbewerber Produkte kopieren, oder einem Unternehmen die Möglichkeit geben, hohe Preise zu verlangen. Starbucks beispielsweise ist ein führendes Einzelhandelsunternehmen für Kaffeespezialitäten. Der immaterielle Vermögenswert der Marke ermöglicht in Kombination mit bedeutenden Größenvorteilen Premium-Preise und das Unternehmen kann sein Konzept mit der weithin anerkannten Marke weltweit erfolgreich replizieren.

Netzwerkeffekte

Hierbei steigert sich der Wert eines Produkts oder einer Dienstleistung, wenn es oder sie von mehr Menschen benutzt wird. Beispiel Alphabet: Das Technologieunternehmen profitiert stark vom Netzwerkeffekt seiner Produkte wie etwa der Google-Suchmaschine, dem Smartphone-Betriebssystem Android, Google Maps oder YouTube. Google ist die weltweit meistgenutzte Suchmaschine und durch seine Nutzer ist ein Netzwerk entstanden, das für andere Unternehmen nur sehr schwer zu replizieren ist.

Kostenvorteile

Unternehmen, die in der Lage sind, Produkte oder Dienstleistungen zu niedrigeren Kosten als ihre Wettbewerber zu produzieren, können oft zum gleichen Preis wie ihre Konkurrenten verkaufen, einen zusätzlichen Gewinn erzielen oder ihre Wettbewerber unterbieten. So hat beispielsweise die weltweit größte Brauerei, Anheuser-Busch, durch ihre Größe in Südamerika und Afrika eine enorme Verhandlungsmacht und profitiert gleichzeitig von durchschnittlich niedrigen Produktionskosten, was einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellt.

Skaleneffekte

Potenzielle neue Wettbewerber haben wenig Anreiz, in einen Markt von begrenzter Größe einzusteigen, weil dadurch der branchenweite Ertrag unter die Kapitalkosten sinken würde. Der integrierte Energieversorger Dominion Energy Inc. bietet Stromerzeugung, Erdgasfernleitung, Erdgasspeicherung und Pipelines für den Transport und die Distribution von Erdgas sowie Übertragungs- und Verteilungsleitungen für Elektrizität. Mit dem Bau von Pipelines verschafft sich das Unternehmen eine starke Marktstellung, denn: Wenn eine Pipeline erst einmal gebaut ist, gibt es wenig Anreize für den Markteintritt eines Wettbewerbers.

Einzelaktien bleiben auch mit Burggraben riskant

So breit der Burggraben jedoch auch sein mag: Das Einzelaktienrisiko können selbst Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen nicht vollständig ausgleichen. Um Risiken zu streuen, ist es aus Anlegersicht sinnvoll, über einen Portfolioansatz in eine breite Auswahl an Unternehmen zu investieren, die über einen Burggraben verfügen. Eine Möglichkeit dazu sind ETFs von VanEck, die genau diese Strategie in einer US- und einer globalen Variante widerspiegeln. Doch auch hier bleibt das Aktienmarktrisiko bestehen: Fällt der gesamte Aktienmarkt, dürften auch die Kurse der Wide-Moat-Titel zurückgehen. VanEck hat derzeit 71 Positionen in seinem global investierenden Wide-Moat-Portfolio – das sind mehr als in vielen anderen aktuellen Themen-ETFs stecken. Dennoch bleibt auch hier ein Konzentrationsrisiko bestehen. Und wie bei Investitionen in internationale Werte üblich, besteht auch ein Fremdwährungs­risiko: Davon betroffen ist jeder Anleger, der Investitionen in einer Fremdwährung tätigt – also etwa ein deutscher Anleger, der eine US-Aktie kauft. Doch die Kehrseite des Risikos ist die Rendite. Und wie Warren Buffet schon sagte: „Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun.“

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 10/2022, S. 58 f., und in unserem ePaper.

Bild: © veneratio – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Martijn Rozemuller

Kommentar: Der freundliche Global Player von nebenan

Die Stadtsparkasse Düsseldorf hat einen Megatrend-Fonds aufgelegt. Der Fonds ist nachhaltig und orientiert sich an sechs renditeträchtigen Trendthemen. Abgebildet werden diese Megatrends über ETFs und Einzeltitel. Es drängt sich jedoch die Frage nach dem Warum auf...

<h5>Ein Kommentar von Tom Kufner, AssCompact</h5><p>Hier werden Sie es nicht gelesen haben, aber vielleicht sind Sie anderweitig darüber gestolpert: Die Stadtsparkasse Düsseldorf hat einen Megatrend-Fonds aufgelegt. Das Produkt trägt den prägnanten Titel „Stadtsparkasse Düsseldorf Megatrends“. Der Fonds ist nachhaltig gemäß Artikel 8 SFDR und orientiert sich laut Mitteilung der Düsseldorfer Sparkasse an sechs renditeträchtigen Trendthemen. Abgebildet werden diese Megatrends über ETFs und Einzeltitel. Das ambitionierte Ziel: die Performance des globalen Aktienmarkts langfristig zu schlagen. Und das zu laufenden Kosten von „nur“ 1,75% pro Jahr – der Ausgabeaufschlag kommt noch on top. </p><p>Es drängt sich die Frage nach dem Warum auf: Weshalb lanciert eine regionale Sparkasse überhaupt einen Fonds? Warum greift die Sparkasse nicht stattdessen auf den Megatrend-Fonds aus dem Wertpapierhaus der Sparkassen (Deka) zurück, der bereits seit Jahrzehnten am Markt ist und sich nicht aus ETFs, sondern Einzel­titeln zusammensetzt? Und warum ist das Produkt der Düsseldorfer, wenngleich es doch auf kostengünstigen ETFs basiert, teurerer als der Deka-Fonds? Ein Teil der Antwort dürfte sich in der Nachhaltigkeitsklassifizierung des Fonds finden lassen. Beim Deka-Produkt handelt es sich schließlich um einen schnöden Artikel-6-Fonds – keine Nachhaltigkeitsmerkmale werden berücksichtigt. Das sieht beim „Stadtsparkasse Düsseldorf Megatrends“ anders aus. Worin abgesehen davon jedoch die wertschöpfende Dienstleistung liegen mag, die man sich mit 1,75% p. a. entlohnen lässt, leuchtet nicht ein – vor allem angesichts dessen, dass der Fonds sich zu mehr als 53% aus acht ETFs mit niedrigen Gebühren zusammensetzt. </p><p>Für die Megatrends wie Smart City und Big Data könnte die Auflage des Fonds derweil sogar ein schlechtes Omen sein, falls sich der Witz bewahrheiten sollte, der laut dem renommierten Fondsmanager Andreas Beck (GlobalPortfolioOne) lange Zeit in der Szene kursierte: Woran lässt sich erkennen, dass ein Trend vorbei ist? Die Deka legt einen Fonds dazu auf. Nun ist auch noch die Stadtsparkasse Düsseldorf aufgesprungen.</p><p>Diesen Kommentar lesen Sie auch in AssCompact 10/2022, s. 52, und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/de/profiles/53e4066999da-asscompact/editio…; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Olivier Le Moal – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/97AB007C-1D9B-4A14-B1B4-C1D766489E37"></div>