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Das sind die nachhaltigsten Impact-Fonds

Das Institut für Vermögensaufbau (IVA) hat exklusiv für das Handelsblatt 46 Artikel-9-Fonds unter die Lupe genommen. Welche „dunkelgrünen“ Fonds halten nach Analystenmeinung, was sie versprechen? Die Antwort in einer AssCompact Bildergalerie.

 
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Greenwashing-Verdacht bei Großbank

Goldman Sachs hat Probleme mit der US-Börsenaufsicht. Die US-Großbank sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, Greenwashing betrieben zu haben. Zuletzt hatten ähnlich lautende Vorwürfe gegen die DWS bereits zum Abgang von CEO Wöhrmann geführt.

Der Vorwurf, Greenwashing zu betreiben, hatte zuletzt die Fondstochter der Deutschen Bank besonders hart getroffen und schließlich auch zum Abgang von DWS-CEO Asoka Wöhrmann beigetragen (AssCompact berichtete). Aber nicht nur das deutsche Branchenschwergewicht hat aktuell mit Greenwashing-Anschuldigungen zu kämpfen.

Ermittlungen gegen Goldman Sachs

Wie das Handelsblatt basierend auf US-Medienangaben berichtet, hat die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC laufende Untersuchungen gegen Goldman Sachs, wegen des Verdachts auf Greenwashing bei Fondsprodukten, ausgeweitet.

Nachhaltigkeit nur als Lippenbekenntnis?

Unter anderem sei die Großbank wegen der Umbenennung zweier Fonds ins Fadenkreuz der Aufsichtsbehörde geraten. So sei beispielsweise der Goldman-Sachs-Fonds „Blue Chip“ im Juni 2020 in „US Equity ESG“ umgetauft worden, wie das Wall Street Journal berichtet. Die Umfirmierung unter dem Label ESG habe jedoch an der Zusammensetzung des Fonds wenig geändert. Unter anderem seien die größten Beteiligungen unverändert geblieben.

Top-Positionen kein Einzelfall

Was jedoch nicht außer Acht gelassen werden sollte: Die Top-Unternehmensbeteiligungen, die sich nach der Umfirmierung nicht nennenswert verändert haben sollen, umfassen Anteile an den Tech-Schwergewichten Microsoft, Apple und der Google-Mutter Alphabet. Die Beteiligungen an diesen Unternehmen stehen bei vielen Fonds, die sich an der Marktkapitalisierung orientieren, weit oben im Portfolio – ganz gleich, ob es sich um ein Produkt mit ESG-Siegel handelt oder eines ohne.

USA hinkt bei ESG-Regulierung (noch) hinterher

Grundsätzlich problematisch bei der Ahndung von Greenwashing in den USA ist, dass die rechtlichen Vorgaben für nachhaltige Anlagestrategien dort noch nicht so weit ausgearbeitet sind wie in der EU. Das soll sich jedoch bald ändern. Die SEC hat mittlerweile bereits Pläne für eine schärfere Nachweispflicht für ESG-Ansätze vorgelegt.

Weitere Reformen in der Pipeline

Es sind nicht die einzigen tiefgreifenden Änderungen, die die Behörde unter Gary Gensler angestoßen hat. Auch der Wettbewerb unter den Brokerhäusern soll gefördert werden. Das Mittel der Wahl für die SEC: Die Auktionierung von Wertpapierorders. Mehr dazu hier. (tku)

Bild: © qingwa – stock.adobe.com

 

Diese Fonds konnten im Mai überzeugen

Morningstar hat die Performance von aktiv gemanagten Investmentfonds im Monat Mai analysiert. Wenig überraschend konnten Fonds mit zahlreichen Titeln aus dem Energiesektor erneut punkten. Schlecht lief es jedoch bei US-Wachstumswerten – und auch Gold enttäuschte.

Nachdem Morningstar bereits die Performance von in Europa domizilierten ETFs für den Mai unter die Lupe genommen hat (AssCompact berichtete), legt das Analysehaus nun auch ein Fazit bei den aktiv gemanagten Investmentfonds nach. Kaum verwunderlich: Auch hier konnten Fonds mit Schwerpunkt im Energiesektor enorm hohe Renditen erzielen.

Energiefonds mit zweistelligem Wachstum

Ganz besonders trifft das auf ein Produkt des weltgrößten Vermögensverwalters zu. Der BlackRock Global Funds – World Energy konnte im Mai 13,07% Rendite verbuchen. Kein anderer Fonds war ansonsten in der Lage, zweistelliges Wachstum zu verzeichnen. Seit Jahresbeginn konnte der Fonds sogar mehr als 61% zulegen.

Rohstofffonds schneiden gut ab

Auf den Plätzen 2 und 3 folgen zwei Fonds von JPMorgan mit Fokus auf Rohstoffe. Dabei handelt es sich um den JPM Natural Resources (+7,53%) und den JPM Global Natural Resources (6,38%).

Bunt gemischtes Top-Feld

Auf den weiteren Top-Plätzen sind auch weltweit anlegende Fonds, Fonds mit Fokus auf Europa sowie Fonds mit Großbritannien-Schwerpunkt vertreten. Sie erreichen auf Monatssicht jedoch nur eine Rendite von 5% oder weniger.

Schwieriger Markt für US-Wachstumswerte

Unter den Fonds mit der schlechtesten Performance im Mai taucht ein Name immer wieder auf: Morgan Stanley. Investmentfonds des Fondsanbieters rangieren in der Morningstar-Auswertung auf Platz 1, 2 und 3. Besonders hart traf es dabei den MS INVF US Growth. Der mehr als 3 Mrd. US-Dollar schwere Fonds investiert in US-Wachstumswerte aus dem Segment Large Caps. Er musste im Mai Verluste von 22,54% hinnehmen.

Tech-Fokus ist hinderlich

Ebenfalls weniger gut lief es für zwei Fonds mit Tech-Fokus aus dem Hause T. Rowe Price. Der T. Rowe Price Funds SICAV – Global Technology Equity Fund und der T. Rowe Price Funds OEIC Global Technology Equity Fund verloren im Mai 17% bzw. mehr als 14%.

Goldfonds ebenfalls klar im Minus

Auch zwei Produkte von Baillie Gifford schneiden in der Auswertung mit einem Minus von etwas über 9% schlecht ab. Des Weiteren fällt ein Gold-Fonds von BlackRock negativ auf. Der BGF World Gold verzeichnet aufgrund der Goldpreisentwicklung im Mai zwar einen Verlust von 9,63%, seit Jahresbeginn beträgt sein Minus jedoch bisher nur 1,95%. (tku)

Bild: © TimeShops – stock.adobe.com

 

Asset-Klasse Volatilität – Einordnung Volatilitätsstrategien

Das Auf und Ab an den internationalen Börsen verunsichert Anleger. Doch eine hohe Volatilität muss nicht von Nachteil sein. Der Portfolio-Manager Marin Arapovic erläutert, wie Volatilität vom Unsicherheitsfaktor zum Renditebringer gemacht werden kann, indem man Volatilität als eigene Asset-Klasse betrachtet.

Ein Artikel von Marin Arapovic, CFA, Portfolio-Manager bei der CCPM AG

Das aktuelle Marktumfeld sowie die erhöhte makro- und geldpolitische Unsicherheit birgt Chancen für Investoren, die über den Tellerrand traditioneller Anlageklassen hinausblicken. Klassischerweise drückt die Volatilität eines Assets die Schwankungsbreite der Wertentwicklung aus. Der bekannteste Volatilitätsindex VIX gibt die erwartete Schwankung des amerikanischen Aktienindex S&P 500 an und wird aus börsengehandelten S&P-500-Optionspreisen bestimmt. Volatilität per se ist jedoch auch über unterschiedliche Strategien im Fondsmantel investierbar, die spezifische Profile und Bedürfnisse von Investoren in der heutigen Zeit treffen.

Im Volatilitätshandel lässt sich eine Analogie zu Versicherungen ziehen. Eine Long-Position in Volatilität kann mit dem Kauf einer Versicherung gegen deren unerwarteten Anstieg verglichen werden. Investoren versichern sich so gegen unerwartete Korrekturen am Aktienmarkt. Aufgrund der hohen Nachfrage nach dieser Versicherung muss hierfür eine Risikoprämie gezahlt werden. Dies führt dazu, dass die gekaufte (implizite) Volatilität im Normalfall über der im Nachhinein tatsächlich eingetretenen (realisierten) Volatilität liegt.

Risikoprämie für Volatilität

Die Differenz zwischen der impliziten und der tatsächlich realisierten Volatilität wird als Volatilitätsrisikoprämie (VRP) bezeichnet und kann vereinnahmt werden. Diese Prämie ist in der Wissenschaft vielfach beschrieben und die Existenz empirisch nachweisbar.

Long-Volatilitätsstrategien treten als Käufer von Volatilität, sprich als Nachfrager von Absicherungen auf. In schwankungsärmeren und üblicherweise steigenden Marktphasen, wenn der Versicherungsfall ausbleibt, tritt in der Regel eine negative Wertentwicklung ein, da eine Prämie für die Absicherung bezahlt wurde. Bei einem starken Anstieg der Volatilität (z. B. Corona-Crash) können diese Strategien hingegen überproportional profitieren.

Auf der Gegenseite treten Short-Volatilitätsstrategien als Verkäufer von Volatilität, sprich Anbieter der Versicherung auf. Die Strategien werden auch als „Prämiensammler“ bezeichnet, da sie aus dem Verkauf der Volatilität eine Prämie vereinnahmen. In ruhigeren Aktienmarktphasen vereinnahmen diese Strategien die VRP und erzielen positive Erträge. Stressphasen am Kapitalmarkt sind allerdings eine Feuerprobe für die Effektivität des Risikomanagements. Infolge der letzten größeren Kurskorrekturen haben mehrere dieser Strategien Probleme bekommen, die teilweise mittelbar zur Einstellung mancher Fonds führten.

Die Relative-Value-Strategien wiederum nutzen unterschiedliche (aktive) Ansätze, um abseits von steigender oder fallender Volatilität vom Handel mit ihr zu profitieren. Diese Ansätze können je nach Ausgestaltung spannende Alternativen für das Portfolio bieten.

Unter anderem können Strategien eine Absicherung gegen mittlere Kursverwerfungen (wie Long-Volatilität) bieten, ohne die üblicherweise hohen Absicherungskosten. Somit muss für die gewünschten absichernden Eigenschaften nicht zwangsläufig eine längerfristig negative Ertragserwartung in Kauf genommen werden.

Rückblick

Die 2010er-Jahre waren für klassische Prämiensammler vorteilhaft, da fast durchgängig ein positives Umfeld für risikobehaftete Anlagen (steigende Aktienmärkte) bestand. Absicherungen wie Long-Volatilitätsstrategien litten unter den Prämienausgaben, ohne dass dem ein nennenswerter Anstieg der Volatilität gegenüberstand. Schlussendlich trat kein Versicherungsfall ein – die gezahlten Prämien gingen verloren.

Während des Corona-Crashs oder auch im ersten Quartal 2022 hingegen kam es zu Korrekturen am Aktienmarkt. Diese Korrekturen führten mittelbar zu einem Anstieg der impliziten Volatilität. Während Absicherungsstrategien von diesem Umfeld profitieren konnten, markierten Short-Volatilitätsstrategien deutliche Kursverluste. Um bei der Analogie von Versicherungen zu bleiben: Im Schadenfall (Anstieg der Volatilität) muss der Anbieter der Versicherung (Short-Seite) den Schaden regulieren.

Relative-Value-Strategien konnten von dem schwankenden Marktumfeld profitieren – unabhängig von der grundlegenden Entwicklung der Volatilität. Marktneutrale Volatilitätsstrategien konnten sowohl im vergangenen positiven Aktienmarktumfeld der 2010er-Jahre als auch 2020 und im ersten Quartal 2022 trotz des „Schadenfalls“ positive Erträge erwirtschaften. Dies gelingt durch ein ausgewogenes Verhältnis von gleichzeitigem Kauf von Absicherung und der Vereinnahmung der VRP, faktisch einer Kombination von Versicherer und Rückversicherer.

Fazit

Das Spektrum an Volatilitätsstrategien ist heterogen und bietet mehr als reine Long- oder Short-Strategien. Die Selektion der passenden Strategie sollte nicht ausschließlich von der Performance, sondern vielmehr von den Effekten sowie dem Einsatzzweck im Gesamtportfoliokontext abhängen.

Absicherungen mithilfe von Long-­Volatilitätsstrategien gegen hochvolatile Phasen gehen aufgrund der Prämienausgaben, isoliert betrachtet, üblicherweise mit einer langfristig negativen Ertragserwartung einher. Dennoch kann eine Allokation sinnvoll sein, da Drawdowns im Gesamtportfoliokontext abgeschwächt werden und sich dadurch in Summe bessere Rendite-Risiko-Kennzahlen ergeben können.

Short-Volatilitätsstrategien bieten aufgrund der Systematik langfristig eine positive Ertragserwartung. Allerdings wird das Risikobudget im „Schadenfall“ auf die Probe gestellt. Zudem fällt der Diversifikationseffekt aufgrund des weitgehenden Gleichlaufs mit Aktien im Gesamtportfoliokontext geringer aus.

Praktische Umsetzung

Marktneutrale Ansätze aus dem Bereich der Relative-Value-Strategien sind beispielsweise durch den Athena UI Fonds (WKN: A0Q2SF) oder den Gamma Plus Fonds (WKN: A2PYPV) auch für Privat­anleger verfügbar. Diese Fonds unterscheiden sich von klassischen Prämiensammlern und Long-Volatilitätsstrategien. Durch geschickte Nutzung der VRP kann von negativen Aktienmärkten profitiert und langfristig dennoch eine positive Renditeentwicklung geboten werden. Solche Konzepte können in volatileren Phasen mit erhöhten Aktienbewertungen sowie ertragsschwachen Renten als eigenständige Renditequelle zur Diversifikation interessant sein und bieten bei Korrekturen zusätzlich eine Stabilisierung des Gesamtportfolios.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 05/2022, S. 60 f., und in unserem ePaper.

Bild: © Rudzhan – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Marin Arapovic

Neobroker: US-Börsenaufsicht plant tiefgreifende Änderungen

Geht es den Neobrokern in den USA bald an den Kragen? Eine Reformplan der Börsenaufsicht SEC deutet zumindest auf gravierende Veränderungen für das Geschäftsmodell von Robinhood und Konsorten hin.

Der Chef der US-Börsenaufsicht, Gary Gensler, hat am Mittwoch auf einer Fachtagung einen Plan zur Reform des US-Aktienmarkts vorgestellt. Das berichtet unter anderem das Handelsblatt, basierend auf Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. Im Reformplan enthalten: Ein Vorschlag, der zu mehr Wettbewerb unter den Brokerhäusern führen soll und das Ende des Rückvergütungsmodells Payment for Orderflow (PFOF) bedeuten könnte.

Orders sollen auktioniert werden

Künftig soll es nicht mehr gestattet sein, Aufträge von Kleinanlegern an große Handelshäuser weiterzuleiten und hierfür eine Rückvergütung nach dem Modell PFOF zu erhalten. Stattdessen ist geplant, die Orders an Auktionsplattformen weiterzuleiten. Den Zuschlag soll dann der Anbieter erhalten, der das beste Angebot unterbreitet.

Turbulenzen um Meme-Aktien

Die Pläne machen deutlich, dass sich nicht nur die EU-Kommission an dem Vergütungsmodell PFOF stößt (AssCompact berichtete). Als Auslöser für das Aktiv-werden der US-Börsenaufsicht gelten die Turbulenzen, die Anfang 2021 rund um sogenannte Meme-Aktien ausgebrochen waren. Bekanntestes Beispiel damals: die GameStop-Aktie, die von Hedgefonds im großen Stil leerverkauft wurde. Die Folge: ein Short-Squeeze. Dabei müssen die Leerverkäufer sich zwangsweise wieder mit den geshorteten Titeln eindecken und treiben die steigenden Kurse somit weiter.

Robinhood-Aktie unter Druck

Der US-Neobroker Robinhood hatte damals den Handel mit der GameStop-Aktie stark eingeschränkt. Bereits vor der Fachtagung, auf der Gensler seine Reformpläne untermauert hatte, sackte der Wert der Robinhood-Aktie aufgrund von Berichterstattung über das Vorhaben der SEC ab. Der Wert des Neobrokers nähert sich mittlerweile demjenigen viel kleinerer Mitbewerber wie Trade Republic an, wie AssCompact bereits hier berichtete. (tku)

Bild: © Tobias Arhelger – stock.adobe.com

 

ETFs: Die Tops und die Flops im Mai

Morningstar hat sich die Performance von in Europa domizilierten ETFs für den Monat Mai angesehen. Das Ergebnis: Wenig überraschend boomen gerade Produkte mit Fokus auf den Energiesektor. Krypto-ETFs hingegen sind abgestürzt – bis auf eine riesige Ausnahme: TRON.

Das Analysehaus Morningstar hat sich damit auseinandergesetzt, welche ETFs im Mai besonders gut und welche außergewöhnlich schlecht performt haben. Betrachtet wurden jedoch nur Produkte, die in Europa domiziliert sind.

Hohe Renditen im Energiesektor

Auf der Gewinnerseite zeichnen die Ergebnisse den Trend aus dem Vormonat weiter. Auch diesmal können Fonds, die ihren Fokus auf den Energiesektor legen, punkten. Derartige ETFs belegen in der Auswertung von Morningstar die Plätze 2 bis 15 und konnten bis zu 14,45% Gesamtrendite erzielen.

Ausreißer auf Platz 1

Der einzige Ausreißer aus dieser Phalanx an Energie-Fonds unter den am besten performenden ETFs findet sich ausgerechnet auf Platz 1 wieder. Hinzu kommt noch, dass es sich dabei um einen Vertreter aus dem Krypto-Ökosystem handelt, das ansonsten im Mai ordentlich Federn lassen musste.

Kryptoprodukt ganz vorne

Mit einer Gesamtrendite von 18,49% war der VanEck TRON ETN im Mai mit großem Abstand der Top-Performer unter den in Europa domizilierten ETF-Produkten. Dabei handelt es sich um ein Papier, das erst im September 2021 aufgelegt wurde und den MVIS CryptoCompare TRON VWAP Close-Index abbildet. Dieser Index misst die Wertentwicklung eines Portfolios digitaler Vermögenswerte, das in TRON investiert. Bei TRON wiederum handelt es sich um eines der größten Blockchain-Systeme der Welt.

Neuer Stablecoin

Warum haben sich Investments in dieses Blockchain-Projekt aber so gut entwickelt? Das lag unter anderem daran, dass TRON von der Einführung seines neuen Stablecoins USDD profitieren konnte (unter einem Stablecoin versteht man eine Kryptowährung, die wiederum an eine Reservewährung gekoppelt ist).

Viel Schatten in der Kryptowelt

Die Einführung des USDD, der – wie der Name schon vermuten lässt – an den US-Dollar gekoppelt ist, birgt jedoch nicht nur Vorteile für das Projekt. Immerhin ist das System hinter diesem Stablecoin aktuell ähnlich zu LUNA strukturiert. LUNA wiederum, der Stablecoin hinter dem Blockchain-Projekt Terra, hatte die komplette Kryptowelt im Mai in eine große Krise gestürzt und den augenblicklich vorherrschenden Kryptowinter eingeläutet.

Kryptowinter dominiert Flop-Liste

Genau dieser Kryptowinter ist auch verantwortlich für die Zusammensetzung der aktuellen ETF-Flop-Liste, die Morningstar ebenfalls ermittelt hat. Für den Mai 2022 landen hier auf 14 von 15 Plätzen Krypto-ETFs. Für Anleger, die in den VanEck Terra ETN investiert hatten, sah es besonders bitter aus. Ihre ETF-Anteile wurden im Zuge des LUNA-Desasters wertlos. In Kombination mit der Management-Gebühr von 1,5% für das Produkt ergibt sich ein Gesamtverlust von 100% für den Monat Mai.

Russland-ETFs leiden weiter

Auf dem 3. Platz der Flop-Liste findet sich der einzige ETF ohne Kryptobezug. Der Invesco RDX ETF musste im Mai Verluste von mehr als 59% verkraften. Der RDX ist ein von der Wiener Börse entwickelter Index, der die Wertentwicklung der wichtigsten russischen Titel nachzeichnet. (tku)

Bild: © Dmitry – stock.adobe.com

 

Start-up für Altersvorsorge stellt Insolvenzantrag

Das Altersvorsorge-Start-up Vantik hat einen vorläufigen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen, dessen CEO einst den Tod vermittlerbasierter Vertriebsstrukturen prognostiziert hatte, sucht nun nach neuen Investoren. Zuvor war eine Finanzierungsrunde gescheitert.

Das deutsche Start-up Vantik hatte sich zum Ziel gesetzt, die Altersvorsorge mobil zu machen. Zu diesem Zweck brachte das Unternehmen eine Kreditkarte auf den Markt, deren Cashback automatisch in Fonds investiert wurde.

Finanzierungsrunde geplatzt

2018 hatte CEO Til Klein anlässlich der Neuausrichtung des unternehmenseigenen Vantik-Fonds das Sterben der vermittlerbasierten Vertriebsstrukturen prognostiziert. Nachdem unternehmenseigenen Angaben zufolge, eine geplante Finanzierungsrunde überraschend geplatzt war, musste Vantik nun einen vorläufigen Insolvenzantrag stellen.

Suche nach neuen Investoren

Vantik gibt an, dass der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgesetzt wird. Das Ziel sei es, das Unternehmen zu sanieren. Im Augenblick arbeite man mit Hochdruck daran, Vantik gemeinsam mit neuen Investoren aus der Insolvenz herauszuführen. (tku)

Bild: © Alexander Limbach – stock.adobe.com

 

Neobroker Trade Republic nun 5 Mrd. Euro wert

Trade Republic hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Das deutsche FinTech trotzt dem aktuell schwierigen Marktumfeld und ist nun 5 Mrd. Euro wert. Der Neobroker gelangt damit in Schlagweite zu seinem US-amerikanischen Konkurrenten Robin Hood.

Wenn es um Fondsprodukte geht, sehen sich Vermittler seit einigen Jahren zunehmend der Konkurrenz durch „Do it yourself“-Investoren ausgesetzt. Die gab es zwar auch schon vorher, das Aufkommen der Neobroker mit ihren niedrigen Ordergebühren und kostenfreien Sparplanausführungen hat diesen Trend jedoch weiter beschleunigt.

Trade Republic mit Bewertung von 5 Mrd. Euro

Das Schwergewicht am deutschen Neobroker-Markt, Trade Republic, meldet nun, dass es seine Bewertung im Rahmen einer aktuellen Finanzierungsrunde weiter steigern konnte. Demnach kommt der Branchenführer mittlerweile auf einen Unternehmenswert von ungefähr 5 Mrd. Euro.

Marktumfeld herausfordernd

Noch im Mai 2021 erreichte Trade Republic im Rahmen seiner vorherigen Finanzierungsrunde nur eine Bewertung von 4,3 Mrd. Euro. Diese Steigerung innerhalb eines Jahres mag für ein junges FinTech nicht herausragend erscheinen. Jedoch muss bei der Betrachtung der Zahlen bedacht werden, dass die Erholung nach dem Corona-Crash 2020 einen Boom bei den Neobrokern ausgelöst hatte. Dieser Boom erhielt 2022 aufgrund verschiedener Faktoren einen Dämpfer. Einen Dämpfer, der sich auf die Bewertung des deutschen FinTechs jedoch nicht maßgeblich ausgewirkt hat. So sagt auch Christian Hecker, einer der Gründer von Trade Republic: „Die Verbesserung unserer Bewertung ist in Anbetracht des aktuellen Marktumfelds ein echter Beweis für unsere Fortschritte in den letzten zwölf Monaten und zeigt das riesige Potenzial.“

US-Konkurrent mit massiven Einbußen

Zum Vergleich: Der US-amerikanische Neobroker Robinhood, der als Vorbild für Trade Republic gilt, kam 2021 noch auf einen Börsenwert von 45 Mrd. US-Dollar. Mittlerweile steht das schwer unter die Räder gekommene Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 7,2 Mrd. Euro bzw. 7,6 Mrd. US-Dollar kaum noch besser da als der deutsche Konkurrent, wie einer Auswertung des Branchendienstes finanz-szene.de entnommen werden kann.

Vergleichbare Bewertung trotz deutlich weniger Kunden

Hinzu kommt, dass Trade Republic aktuell eine drastisch niedrigere Kundenzahl aufweist als Robinhood. Beim deutschen FinTech wird von zwei bis drei Millionen Kunden ausgegangen, wohingegen der US-Neobroker auf knapp 23 Millionen Nutzer kommt. Dieser Unterschied bei den Nutzerzahlen setzt die Bewertung in ein ganz anderes Licht und offenbart die Wachstumspotenziale des deutschen FinTechs.

Unsicherheit durch EU-Regulierungsbestreben

Dem weiteren Wachstum bei Trade Republic könnte allerdings ein Verbot des Rückvergütungsmodells „Payment for Orderflow“ in die Parade fahren. An einem derartigen Verbot wird gerade auf EU-Ebene gearbeitet. Deutschland hat sich gegen das Verbot positioniert (AssCompact berichtete). Mittlerweile hat auch die BaFin zu verstehen gegeben, dass Payment for Orderflow nicht zwingend zu Nachteilen für Verbraucher führt, wie hier nachzulesen ist. Ob das Rückvergütungsverbot dennoch kommt, ist aktuell noch unklar. (tku)

Bild: © OrthsMedien – stock.adobe.com

 

Nur wenige Deutsche verbinden Geldanlage mit Nachhaltigkeit

Für viele Deutsche besitzt Nachhaltigkeit mittlerweile einen hohen Stellenwert. Doch was bereits für das Alltagshandeln gilt, trifft auf die Geldanlage bei Weitem noch nicht zu. Vermittler können bei „grünen“ Investments eine wichtige Rolle einnehmen, wie eine aktuelle Studie von Union Investment zeigt.

Nachhaltigkeit hat für die Menschen in Deutschland einen hohen Stellenwert. Zwei Drittel (67%) der im Rahmen einer Studie Befragten geben an, dass ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist. Doch nur ein Zehntel der Befragten berücksichtigt bereits heute Nachhaltigkeit als ein entscheidendes Auswahlkriterium bei der Geldanlage. Dies geht aus einer Befragung im Auftrag der Investmentgesellschaft Union Investment hervor.

Getrennte Welten zwischen Handlung und Kapital

Geldanlage und Nachhaltigkeit werden laut Studie bislang überwiegend als getrennte Welten wahrgenommen. Während die Befragten in Bezug auf Finanzanlagen meist selbstbezogene Motive wie die Sicherung des eigenen Vermögens nennen, stehen beim Thema Nachhaltigkeit die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Umwelt und Gesellschaft im Vordergrund. Wenig überraschend dabei: Das spontane Verständnis von Nachhaltigkeit prägen vor allem ökologische Aspekte, deutlich stärker als soziale Faktoren oder eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Bei Finanzanlagen dominieren dagegen nach wie vor klassische Sparziele wie der Wunsch nach Rendite und Sicherheit in Verbindung mit den Anlagemotiven Vermögensaufbau und Altersvorsorge – und damit keine umwelt- oder klimafreundlichen Motive.

Informationsdefizite als Hindernis

Die Ergebnisse der Befragung scheinen somit auf den ersten Blick nicht auf ein großes Potenzial nachhaltiger Geldanlagen im deutschen Markt hinzudeuten. Jedoch wandelt sich das Bild erheblich, nachdem die Befragten nähere Informationen zu nachhaltigen Finanzanlagen erhalten haben. Auf dieser Grundlage ist fast die Hälfte der Befragten (47%) der Ansicht, dass sich Finanzanlagen und Nachhaltigkeit gut verbinden lassen. Und 32% der informierten Befragten – ein Plus von 22% gegenüber dem ursprünglichen Anteil – geben nun an, dass sie bei der Auswahl von Finanzanlagen auf Nachhaltigkeit achten wollen. Von den Befragten sind sogar 41% zur Überzeugung gelangt, Nachhaltigkeit durch Kapitalanlagen fördern zu können. Vermittler und Finanzberater, die mittels eines Beratungsgesprächs etwaige Informationsdefizite bei potenziellen Anlegern ausräumen, können damit bei der Wahl „grüner“ Investments eine entscheidende Rolle einnehmen.

Zur Studie

Für die Studie wurden 3.500 Privatpersonen ab 18 Jahren in Deutschland befragt, die Geldanlagen (Aktien, Fonds, ETFs, Zertifikate) besitzen oder in den nächsten zwölf Monaten zu erwerben planen, mit einem Haushaltsnettoeinkommen ab 1.500 Euro. Die Befragung durch das Rheingold Institut erfolgte vom vierten Quartal 2021 bis Ende des ersten Quartals 2022. Die Validität der Ergebnisse wurde anlässlich des Krieges in der Ukraine durch eine ergänzende Nachbefragung im März 2022 geprüft und bestätigt. Die Studie ist in dieser Gruppe bevölkerungsrepräsentativ. (as)

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Greenwashing? Durchsuchung bei DWS

Im Zusammenhang mit Greenwashing-Vorwürfen ist mit Durchsuchungen der Deutsche-Bank-Zentrale und von DWS-Räumen begonnen worden. Ausgelöst wurden die Ermittlungen, die sich im Moment gegen Unbekannt richten, von Aussagen der früheren DWS-Nachhaltigkeitsbeauftragten.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge haben Staatsanwaltschaft, Polizei und Finanzaufsicht im Zusammenhang mit Greenwashing-Vorwürfen mit einer Durchsuchung der Deutsche-Bank-Zentrale und von Räumen der Fondstochter DWS begonnen. Es sollen Angaben zu Nachhaltigkeitskriterien zu hoch angesetzt worden sein, in Sachen Umwelt- und Klimaschutz soll der Vermögensverwalter in Wirklichkeit nicht so weit fortgeschritten sein wie angegeben.

Wie tagesschau.de und Handelsblatt am gestrigen Dienstag berichten, geht es nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt um den Vorwurf des Kapitalanlagebetrugs. Die Ermittlungen liefen seit Jahresanfang und richteten sich noch gegen Unbekannt, wie Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem Handelsblatt sagte. Bisher gebe es keine namentlich Beschuldigten.

Auslöser der Ermittlungen waren Aussagen der früheren DWS-Nachhaltigkeitsbeauftragten aus dem vergangenen Jahr. Die DWS hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Ein DWS-Sprecher bestätigte laut tagesschau.de die Durchsuchungen und erklärte auf Anfrage, man habe in dieser Angelegenheit kontinuierlich und umfassend mit allen relevanten Regulierungsbehörden zusammengearbeitet und werde dies auch weiterhin tun. (ad)

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