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Deutsche Fondsbranche feiert besten Jahresstart seit 2015

Investmentfonds sammelten deutschlandweit im ersten Quartal 60 Mrd. Euro ein. Das waren die größten Zuflüsse in einem Auftaktquartal seit 2015. Seit 2018 ist das von ihnen insgesamt verwaltete Vermögen damit zudem um 1 Bio. Euro gestiegen.

Den Fondsgesellschaften flossen in Deutschland im ersten Quartal 2021 netto 59,9 Mrd. Euro neue Mittel zu. Das ist das beste Neugeschäft von Anfang Januar bis Ende März seit sechs Jahren. Im Startquartal 2015 erzielten sie 73,2 Mrd. Euro. Die Zuflüsse entfallen 2021 in etwa zu gleichen Teilen auf offene Spezialfonds und Publikumsfonds mit 31,2 bzw. 29,4 Mrd. Euro. Geschlossene Fonds verzeichneten 1,6 Mrd. Euro. Aus Mandaten zogen Anleger netto 2,4 Mrd. Euro ab.

Aktienfonds als Absatztreiber

Offene Publikumsfonds erzielte sogar ihr zweitbestes Neugeschäft in einem Quartal überhaupt. Die Höchstmarke von 32,9 Mrd. Euro datiert auf das erste Quartal 2000 und wurde nur knapp verfehlt. Der Absatztreiber 2021 waren Aktienfonds. Angesichts der Kurssteigerungen an den Börsen haben Anleger netto 22,8 Mrd. Euro in diese Fonds investiert. Zuletzt erzielten Aktienfonds so hohe Zuflüsse zum Jahresauftakt 2000, als ihnen 25 Mrd. Euro zugeflossen waren. Mischfonds folgen auf der Absatzliste 2021 mit 5,9 Mrd. Euro. Immobilienfonds erzielten Zuflüsse von 2,2 Mrd. Euro.

Boom nachhaltiger Fonds

Vom Neugeschäft der offenen Publikumsfonds entfallen 41% auf nachhaltige Produkte. Ihnen flossen im ersten Quartal 12,2 Mrd. Euro zu. Die Fondsbranche verwaltete Ende März 2021 in nachhaltigen Publikums- und Spezialfonds insgesamt 254 Mrd. Euro. Der Zuwachs um 107 Mrd. Euro gegenüber dem Jahresende 2020 erklärt sich dem BVI zufolge unter anderem durch die seit dem 10.03.2021 gültige EU-Offenlegungsverordnung zur Einordnung nachhaltiger Fonds. So stieg allein im März das Vermögen nachhaltiger Fonds in der BVI-Statistik um knapp 100 Mrd. Euro.

Marke von 4 Bio. Euro im Visier

Insgesamt verwaltete die Fondsbranche Ende März 2021 ein Vermögen von 3,95 Bio. Euro. Drei Jahre zuvor waren es 2,99 Bio. Euro. Zu dem Anstieg von rund 1 Bio. Euro haben insbesondere offene Spezialfonds beigetragen. Das von ihnen verwaltete Vermögen institutioneller Anleger ist um 424 Mrd. Euro auf nunmehr 2,02 Bio. Euro gestiegen. Bei den offenen Publikumsfonds betrug der Zuwachs 271 Mrd. Euro auf nun 1,28 Bio. Euro, bei den Mandaten 250 auf 620 Mrd. Euro und bei geschlossenen 21 auf 31 Mrd. Euro. (mh)

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Globale ETF-Zuflüsse knacken die Schwelle von 100 Mrd. Euro

ETFs bleiben ein Verkaufsschlager. Das zeigt ein aktueller Marktreport von Amundi. In ETFs flossen demnach allein im April über 100 Mrd. Euro. Aktienprodukte waren dabei deutlich beliebter als ihre Anleihependants.

Im April lagen die globale ETF-Zuflüsse laut einem Marktbericht von Amundi bei 104 Mrd. Euro. Dabei bleibt die Nachfrage nach den passiven Investments ungebrochen hoch. Aktien waren mit Zuflüssen von 65 Mrd. Euro deutlich beliebter als Anleihen, auf die Zuflüsse in Höhe von 39 Mrd. Euro entfielen. Im Vergleich zum März, als die Mittelzuflüsse in Aktien- und Anleihe-ETFs 108,8 und und 20,2 Mrd. Euro betrugen, hat sich die Anlage- und Risikobereitschaft der Anleger aber etwas abgeschwächt.

Europa besonders stark im Plus

Europäischen Aktien-ETFs flossen im April 9,4 Mrd. Euro an Neugeldern zu. Das war nur etwa halb so viel wie im März. Anleger switchen weiterhin in ESG-Produkte. Globale Indizes erfreuten sich weiterhin großer Beliebtheit (+5,5 Mrd. Euro), während Anleger Gelder aus Asien, den BRIC-Staaten, Lateinamerika und den globalen Schwellenländern 960 Mio. Euro abzogen. Jedoch gab es eine kleine positive Allokation in ETFs auf chinesische Aktien in Höhe von 132 Mio. Euro.

Weitere gefragte Themen

Sektor-, Themen- und Smart-Beta-Strategien flossen im April insgesamt 5,0 Mrd. Euro zu, wobei Value-Strategien und die Finanzbranche 929 bzw. 669 Mio. Euro einsammelten. Dies spiegelt Amundi zufolge den Optimismus der Anleger hinsichtlich einer schnellen wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie wider. Nachhaltige Aktien-ETFs kamen auf Zuflüsse von 4,4 Mrd. Euro. Infolge einer weiter lockeren Zentralbankpolitik und sich verbessernder Fundamentaldaten legten ETFs auf Unternehmensanleihen aus der Eurozone um 1,4 Mrd. Euro zu, wobei ein Drittel in ESG-Produkte floss. (mh)

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Vermögen deutscher Fonds wächst erneut kräftig

Das in deutschen Fonds verwahrte Vermögen ist 2020 erneut stark gestiegen. Insgesamt verwahrten die Depotbanken dem Fondsverband BVI zufolge fast 7% mehr als ein Jahr zuvor. Bei den Marktanteilen gibt es weiter einen klaren Marktführer.

Das von Depotbanken verwahrte Vermögen deutscher Fonds ist im Jahr 2020 um 6,6% gestiegen. Insgesamt betreuten die 35 Verwahrstellen in Deutschland zum Jahresende 2020 ein Vermögen von 2.565 Mrd. Euro. Ein Jahr zuvor waren es 2.406 Mrd. Euro. Die Verwahrstellenstatistik umfasst Angaben zu in Deutschland aufgelegten offenen Wertpapierfonds und Immobilienfonds sowie geschlossenen Investmentfonds gemäß Kapitalanlagegesetzbuch, unabhängig von einer Mitgliedschaft im deutschen Fondsverband BVI. Die Statistik erstellt der BVI in Zusammenarbeit mit dem Praxisforum Depotbanken.

Marktführer baut Spitzenposition aus

Klarer Marktführer der Depotbanken bleibt BNP Paribas mit einem verwahrten Vermögen von 687 Mrd. Euro. Der Spitzenreiter steigerte des verwahrte Vermögen in Deutschland aufgelegter Fonds innerhalb eines Jahres um 44,4 Mrd. Euro. Zweitgrößte Depotbank des Landes ist die State Street Bank. Mit 328 Mrd. Euro verwahrt sie aber bereits nicht einmal halb so viele Gelder wie der Marktführer. Drittgrößte Depotbank war 2020 HSBC Trinkaus & Burkhardt, wo Ende vergangenen Jahres 288 Mrd. Euro verwahrt wurden.

Offene Wertpapierfonds dominieren

31 Verwahrstellen sind im Geschäft mit offenen Wertpapierfonds mit einem Vermögen von 2.281 Mrd. Euro tätig, 11 mit offenen Immobilienfonds mit einem Vermögen von 251 Mrd. Euro. Im Segment der geschlossenen Investmentfonds, die nach den Vorschriften des Kapitalanlagegesetzbuchs aufgelegt sind, betreuen 13 Verwahrstellen ein Netto-Vermögen von 33 Mrd. Euro. (mh)

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Megatrend NFT: Übertriebener Hype oder Revolution?

Digitale Assets bieten auch fernab von Kryptowährungen wie Bitcoin neue Möglichkeiten. Eines der Zauberworte lautet NFT. Was sich dahinter verbirgt und ob NFTs nur ein kurzer Hype sind oder das Potenzial zur Anlagerevolution haben, erläutern Dr. Markus Kaulartz und Dr. Alexander Schmid von CMS Deutschland.

Interview mit Dr. Markus Kaulartz (Counsel) und Dr. Alexander Schmid (Associate), Rechtsanwälte bei der internationalen Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland.
Herr Dr. Kaulartz, Non-fungible Token, kurz NFTs, sind einer der Investmenttrends des Jahres. Wie funktionieren diese?

Dr. Markus Kaulartz: NFT basieren auf der Blockchain-Technologie und ordnen dem jeweiligen Inhaber entweder einen virtuellen oder physischen Vermögenswert zu. Die Blockchain gibt es schon seit mehr als einem Jahrzehnt und sie ist insbesondere von der Kryptowährung Bitcoin bekannt. Anstelle einer zentralen Speicherung in Rechenzentren erlaubt die Blockchain-Technologie eine dezentralisierte Speicherung durch zigtausende Teilnehmer. Dies ermöglicht nicht nur einen besonders hohen Grad an Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit, sondern auch an Manipulationssicherheit der in der Blockchain gespeicherten Informationen.

Warum ist die Blockchain so wichtig?

Dr. Alexander Schmid: Da die Blockchain nichts anderes als eine dezentralisierte Datenablage ist, können dort grundsätzlich beliebige Informationen gespeichert werden. Eine solche Information kann auch sein, dass der Inhaber der Information einen bestimmten Vermögenswert besitzt. Solche Informationen, die einen Vermögenswert verkörpern, werden Token genannt. Dies können Bitcoins oder andere digitale Währungen sein. Dies können aber auch ganz andere Assets sein, beispielsweise aus der „realen Welt“. So kann in der Blockchain hinterlegt werden, dass der jeweilige Inhaber des Tokens Eigentümer einer bestimmten Sache oder eines bestimmten Rechts ist. Durch sogenannte Smart Contracts kann vereinbart werden, dass der Übergang eines Tokens von Teilnehmer A zu Teilnehmer B mit dem Übergang des im Token verkörperten Vermögenswerts einhergeht.

Worin liegt der Unterschied von NFTs zu anderen Token wie Bitcoin?

MK: Auf diesem Prinzip basieren letztendlich auch non-fungible Token als besondere Art von Token, die im Unterschied zu „fungible Token“ – beispielsweise Bitcoins – gerade nicht in beliebiger oder jedenfalls großer Anzahl existieren, sondern einmalig sind. NFTs sind also nicht durch identische NFTs frei austauschbar.

Welche Chancen bieten NFTs?

AS: Durch NFTs wird im digitalen Raum das bislang Unmögliche möglich gemacht: die Schaffung eines „digitalen Originals“, das einmalig ist und eindeutig dem jeweiligen Inhaber zugeordnet werden kann. Die Chancen, die hierdurch entstehen, sind insbesondere in der digitalen Kunst- und Musikwelt greifbar: Während es in der „realen Welt“ von einem Werk stets ein eindeutiges Original gibt, wie zum Beispiel das Gemälde, das der Künstler mit eigenen Händen erschaffen hat, gab es in der digitalen Welt bislang kein Pendant im Sinne eines „digitalen Originals“. Jede Kopie einer JPG-Datei ist identisch zur Vorlage. Musik lässt sich beliebig als MP3-Datei verbreiten.

Dies führte bislang nicht nur zu Problemen hinsichtlich des Nachweises der Urheberinhaberschaft an ausschließlich digital erstellten Werken, sondern führte letztendlich zu umfangreicher Piraterie aufgrund der uneingeschränkten Reproduzierbarkeit von digitalen Werken. Ein Problem, das durch sogenannte Digital Rights Management schon seit mehreren Jahrzehnten versucht wird, in den Griff zu bekommen.

MK: Das Fehlen eines „digitalen Originals“ nimmt dem Urheber eines digital erschaffenen Werks zudem eine wichtige Quelle zur Monetarisierung: Während bei einem physischen Kunstwerk einerseits die urheberrechtlichen Verwertungsrechte abgetreten und verkauft werden können und andererseits das Eigentum am physischen Kunstwerk selbst, beschränkt sich die Monetarisierbarkeit digitaler Kunst mangels Existenz eines digitalen Originals, das verkauft werde könnte, bislang nur auf die Abtretung von Urheberrechten. Hier kann durch NFTs insofern eine Lücke geschlossen werden. Zudem erlauben NFTs, dass der Urheber an jedem Weiterverkauf des Werks von dessen Wertsteigerung profitiert.

Eröffnen NFTs auch außerhalb der Kunst- und Kreativwelt neue Möglichkeiten?

MK: Ja, auch außerhalb der Kunst- und Kreativwelt eröffnen sich durch NFTs völlig neue Möglichkeiten, wenn man sich vor Augen hält, dass sich physische Gegenstände „tokenisieren“ lassen. Grundsätzlich kann jeder Vermögenswert, also jeder Gegenstand und jedes Recht, als Token auf der Blockchain dargestellt werden. Durch sogenannte Fraktionalisierung können aus einem Vermögenswert hunderte oder tausende Token erzeugt und einzeln handelbar gemacht werden. Dies dürfte zukünftig (Privat-)Investoren freuen, wenn diese in bislang unbezahlbare Vermögensanlagen wie Ölgemälde, Oldtimer, Golduhren oder eine Berkshire-Hathaway-Class-A-Aktie investieren können, indem diese einen bruchteilhaften Token an dem Gesamtgegenstand oder -recht erwerben.

Wie könnte die Entwicklung weitergehen?

AS: Der Fantasie, in welche Richtung sich dies noch entwickeln kann und wird, sind grundsätzlich keine Grenzen gesetzt. Wie wäre es mit einem Anteil an einem Einkaufszentrum zur Diversifizierung des Portfolios? Auch die Tokenisierung von Immobilien ist generell denkbar, wenngleich hierbei die Pflichtvorgaben der Grundbuchordnung, also etwa die Pflicht zur notariellen Beurkundung und Eintragung der Eigentümer in das Grundbuch, entweder durch Holding-Strukturen gelöst werden oder aber schlichtweg der Gesetzgeber erst die Bahn für derart innovative Investitionsmöglichkeiten freimachen müsste. Die Vorteile gegenüber herkömmlichen Investitionsmöglichkeiten in Immobilien lägen jedenfalls auf der Hand, nämlich die hohe Liquidität der grundsätzlich frei handelbaren Token, beispielsweise im Gegensatz zum „echten“ Immobilieneigentum oder zu geschlossenen Immobilienfonds auf der einen Seite, und die direkte Investition in Immobilieneigentum beispielsweise im Gegensatz zu REITs auf der anderen Seite.

Was sind die Risiken von NFTs?

MK: Der Handel mit NFTs ist durch Marktplätze wie OpenSea auch für Privatpersonen einfach zugänglich: Heute kann sich jeder eine Krypto-Wallet anlegen und mit dem Kauf von NFTs beginnen. Die rechtliche Komponente ist bislang kaum erforscht und wird beim Kauf von NFTs nur unzureichend vertraglich geregelt. Fragen wie, welche Rechte mit dem Kauf von NFTs eigentlich erworben werden, ob der Kauf von NFTs auch zu Verpflichtungen führen kann, ob beim Handel mit NFTs nicht finanzrechtliche Erlaubnis- und Prospektpflichten zu beachten sind und wie man sich eigentlich davor schützen kann, wenn ein identischer NFT beispielsweise auf einer anderen Blockchain nochmals verkauft wird, werden bislang eher stiefmütterlich behandelt. Es ist daher elementar und liegt auf der Hand, dass diese Rechtsfragen vor jedem Kauf eines NFTs geklärt und per Smart Contracts entsprechende vertragliche Regelungen hinterlegt werden müssen.

Sind NFTs eine Alternative zu bereits etablierteren Token?

AS: Bislang gab es auf der Blockchain hauptsächlich fungible Token, also Token die frei austauschbar sind, da gleiche Token in identischer Form in beliebiger oder jedenfalls großer Anzahl existieren. Prominentestes Beispiel von fungible Token sind Bitcoins oder in der „realen Welt“ Währungen wie der Euro. Non-fungible Token ersetzen die fungible Token nicht, sondern ermöglichen nur ein weiteres Anwendungsgebiet von Blockchains, nämlich die Erschaffung von digitalen Originalen und die eindeutige Zuordnung von bestimmten Assets zu deren Inhabern.

Sind Sie wirklich mehr als eine Spielerei für Nerds?

MK: NFTs werden die Zukunft von Asset-Klassen mitgestalten, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kryptowelt. Die Möglichkeiten, die NFTs bieten, lassen sich heute nur erahnen und die hier genannten Beispiele stellen letztendlich nur das dar, was heute schon gemacht wird oder was auf der Hand liegt. Die denkbaren Einsatzmöglichkeiten gehen aber weit über Urhebernachweise oder den digitalen Handel mit Assets hinaus. Auch Identitätsnachweise wie Personalausweise oder digitale Impfpässe würden sich beispielsweise manipulationssicher per NFT realisieren lassen.

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Ein Interview mit
Dr. Markus Kaulartz
Dr. Alexander Schmid

Jupiter lanciert globalen Aktienfonds

Der Investmentmanager Jupiter Asset Management hat einen neuen Aktienfonds aufgelegt. Der Jupiter NZS Global Equity Growth Unconstrained Fund SICAV ist das Ergebnis einer strategischen Kooperation mit dem US-Partner NZS Capital.

Jupiter AM legt gemeinsam mit seinem strategischen US-Partner NZS Capital den Jupiter NZS Global Equity Growth Unconstrained Fund SICAV auf. Bei dem Fonds handelt es sich um ein globales Aktienportfolio von 50 bis 70 Titeln. Es konzentriert sich auf Unternehmen, die sich in einer komplexen, von Disruption geprägten Welt anpassen und weiterentwickeln können.

Anpassungsfähige und innovative Unternehmen

Der Fonds investiert in Aktien von Unternehmen, die den Wert von Nicht-Nullsummen (Non-Zero-Sum oder NZS) bzw. Win-Win-Ergebnissen zum Nutzen aller Stakeholder – einschließlich Kunden, Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt – maximieren. Verwaltet wird der Fonds von Brad Slingerlend und Brinton Johns, Portfoliomanager bei NZS Capital. Basierend auf der Wissenschaft komplexer adaptiver Systeme setzt die NZS-Anlagephilosophie auf anpassungsfähige und innovative Unternehmen, die gut aufgestellt sind, um den immer schnelleren Wandel von einer analogen zu einer digitalen Weltwirtschaft erfolgreich zu meistern.

Gewichtungen passen sich dem Wandel der Zeit an

Während derzeit vor allem der Technologiesektor die Innovation vorantreibt, wird laut Jupiter AM die Welle der Disruption in den kommenden Jahren jeden Sektor der Wirtschaft erfassen – einschließlich des Industrie-, Konsumgüter-, Finanz-, Energie- und Gesundheitssektors. Die Gewichtungen innerhalb des Portfolios werden daher im Laufe der Zeit angepasst, um diese sich ändernde Dynamik widerzuspiegeln.

Zweigeteilte Portfoliostruktur

Der Kern der NZS-Philosophie des „Complexity Investing“ ist die Konstruktion eines Portfolios, das ein Gleichgewicht zwischen Unternehmen mit zwei Merkmalen schafft: Resilienz und Optionalität. Resilient sind in diesem Kontext solche Unternehmen, die in der Lage sind, sich an Disruption und veränderte Bedingungen anzupassen und weiterzuentwickeln. Unternehmen, die sich durch Optionalität auszeichnen, sind ebenfalls anpassungsfähig, befinden sich aber im Anfangsstadium ihres Lebenszyklus und weisen eine hohe Asymmetrie auf. Der Anteil der resilienten Unternehmen umfasst in der Regel 10 bis 20 Unternehmen mit einer Positionsgröße von jeweils mehr als 2,5%. Die Anzahl der Unternehmen mit einem hohen Grad an Optionalität beläuft sich auf 30 bis 50 Titel, die jeweils weniger als 1,5% des Gesamtportfolios ausmachen. (mh)

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Deutsche investierten 2020 so viel wie nie zuvor in Aktien

Die Deutschen haben 2020 49 Mrd. Euro in Aktien investiert. Das ist doppelt so viel wie im Vorjahr und ein neuer Rekord. Fonds verbuchten zudem die stärksten Zuflüsse seit 2001. Allerdings legten auch die Spareinlagen kräftig zu – obwohl die Zinserträge seit Jahren massiv schrumpfen.

Das Jahr 2020 hatte erhebliche Auswirkungen auf das Anlageverhalten der Deutschen. Hierzulande wurden im Vorjahr 49 Mrd. Euro in Aktien investiert – so viel wie noch nie zuvor innerhalb eines Jahres. Das Anlagevolumen hat sich mit einem Anstieg von 160% gegenüber 2019 deutlich mehr als verdoppelt. Damit sind Aktien beim Wachstum einsamer Spitzenreiter vor anderen Anlageklassen. Das zeigt eine gemeinsame Analyse von  ING Deutschland und Barkow Consulting.

Großes Potenzial für Fortsetzung

Das weitere Potenzial für eine Fortsetzung dieser Entwicklung ist der Studie zufolge groß. Grund ist das anhaltende Zinsdilemma: Zinserträge aus Bankeinlagen befinden sich seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Sinkflug. Von 2008 bis 2021 haben Sie um 93% abgenommen. Lag der Ertrag 2003 noch bei 27,2 Mrd. Euro, sind es 2021 nur noch 2,8 Mrd. Euro. Gleichzeitig ist das Volumen im selben Zeitraum um 73% gestiegen. „2020 war in Deutschland ganz klar das Jahr der Aktienanlage“, sagt Thomas Dwornitzak, Leiter Sparen & Anlegen bei der ING Deutschland. „Chancenorientierte Anlegerinnen und Anleger haben gezielt auf diese Anlageklasse als sinnvolle Ergänzung zum klassischen Sparen gesetzt.“

Potenzial für Aktien und Fonds bleibt groß

Auch Investments in Fonds wie zum Beispiel ETFs, Aktien-, Geldmarkt- oder Immobilienfonds sind 2020 in Deutschland deutlich gestiegen. Sie vereinnahmten im vergangenen Jahr 41 Mrd. Euro und damit fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. „Der massive Zuwachs bei Aktien- und Fondsinvestments erklärt sich auch damit, dass Vermögensaufbau mit klassischem Sparen kaum noch möglich ist“, sagt Thomas Dwornitzak. Dieses Ergebnis ist umso bemerkenswerter, als im gleichen Zeitraum das Volumen der in Spareinlagen angelegten Gelder deutlich auf knapp 2,6 Bio. Euro stieg. „Bei Spareinlagen herrscht offensichtlich ein immer größeres Missverhältnis aus investiertem Volumen und erzieltem Ertrag. Anlegerinnen und Anleger tun gut daran, künftig verstärkt die Chancen des Kapitalmarktes zu nutzen, natürlich ohne dabei mögliche Risiken auszublenden.“

Auch Sparpläne legen kräftig zu

2020 hat auch bei der ING Deutschland das Interesse an Wertpapieren enorm zugenommen. Die Anzahl der Wertpapiertransaktionen erreichte den Rekordwert von 26,9 Millionen. 2019 waren es nur 11,5 Millionen. Ähnlich dynamisch entwickelte sich die Anzahl der abgeschlossenen Wertpapiersparpläne. Sie legte um 60% auf 573.000 zu. „Viele Kundinnen und Kunden haben im vergangenen Jahr das zwischenzeitliche Kurstief als Einstiegsgelegenheit genutzt und Wertpapiere für sich entdeckt“, erläutert Thomas Dwornitzak. Die Bank habe auf dieses Interesse mit der Einführung von Wertpapiersparplänen bereits ab 1 Euro und 800 ETF-Sparplänen ohne Kaufgebühr reagiert.

Deutschland ist Europameister bei der Geldanlage

Insgesamt war Deutschland 2020 mit einem Gesamtvolumen von 388 Mrd. Euro Europameister bei der privaten Geldanlage. Dies entspricht einem Zuwachs von 45% gegenüber 2019. Damit konnte bereits der achte Rekord in Folge erzielt werden. An zweiter Stelle folgt Frankreich mit 261 Mrd. Euro, dann Italien mit 123 Mrd. Euro und Spanien mit 78 Mrd. Euro. Das gesamte private Finanzvermögen in Deutschland ist auf nunmehr fast 7 Bio. Euro gestiegen. Im gleichen Zusammenhang ist die Geldanlage pro Kopf bei den privaten Haushalten in Deutschland 2020 enorm gestiegen. Lag dieser Wert 2019 noch bei rund 3.200 Euro, hat er mit 4.671 Euro fast um ein Drittel zugenommen und liegt damit so hoch wie noch nie. Zum Vergleich: Noch 2013 lag der Wert lediglich bei rund 1.700 Euro. (mh)

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WeltSparen startet nachhaltiges ETF-Angebot

Raisin hat ein ETF-Portfolio gelauncht, das Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Über den Robo-Hybrid ETF Configurator können zudem mehr als 30 nachhaltige ETFs und Anleihen gewählt werden. Vor diesem Hintergrund hat die WeltSparen-Mutter die Deutschen zu nachhaltigen Geldanlagen befragt.

Jeder fünfte Deutsche (20,7%) kennt keine nachhaltigen Finanzprodukte. Das belegt eine repräsentative Umfrage der WeltSparen-Mutter Raisin. 5.000 Deutsche wurden dabei von Civey zu nachhaltigen Geldanlagen befragt. Während sich 15,2% der Bundesbürger mehr nachhaltige Finanzprodukte wünschen, ist nur jedem Zehnten Nachhaltigkeit wichtiger als Rendite. Immerhin investiert aber auch bereits mehr als jeder zehnte Deutsche nachhaltig, unter den Aktien-affinen Deutschen sind es sogar 22,5%.

Teils deutliche Unterschiede

Die Meinungen in der Bevölkerung gehen zum Teil stark auseinander. So ist der Wunsch nach nachhaltiger Geldanlage in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit 28,8% mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt und liegt in den Altersgruppen der 50- bis 64-Jährigen und der über 65-Jährigen dagegen jeweils nur bei knapp unter 10%. Nach dem aktuellen Anlageverhalten gefragt, bestehen große Differenzen zwischen Männern (14,6%) und Frauen (7,9%) sowie zwischen Ostdeutschland (6%) und dem Westen der Republik (12,8%) in Bezug auf den Anteil der Personen, die bereits nachhaltig anlegen.

Neues ESG-Portfolio

Raisin selbst setzt nun mit einem neuen Investmentprodukt auf nachhaltige Geldanlage. Über den kürzlich gestarteten Robo-Hybrid ETF Configurator können ab sofort mehr als 30 nachhaltige ETFs und Anleihen oder das Start-Portfolio mit ESG-ETFs ausgewählt werden. „Viele der nachhaltigen Anlagemöglichkeiten, zum Beispiel aktive Fonds, sind überteuert und entwickeln sich daher unterdurchschnittlich. Raisin ermöglicht eine breit diversifizierte und vor allem kostengünstige Anlage. So müssen Investoren keine Abstriche bei den Renditechancen machen”, erklärt Kim Felix Fomm, Chief Investment Officer bei Raisin, die Idee des neuen Produkts.

600 Einzeltitel ab 50 Euro pro Monat

Das Start-Portfolio besteht aus rund 600 Einzeltiteln und ist bei klar definiertem Nachhaltigkeitsprofil breit und global diversifiziert. Eine Anlage ist ab einem Einzelinvestment in Höhe von 500 Euro oder im Sparplan ab 50 Euro monatlich möglich. Die Verwaltung erfolgt automatisiert nach dem Robo-Prinzip. Die Gesamtkosten des ETF Configurators liegen bei jährlich 0,43% zuzüglich der Fondskosten und umfassen die Konfiguration individueller ETF-Portfolios, Auszahlungen, Änderungen an der Portfoliozusammenstellung, das regelmäßige Rebalancing und den integrierten Sparplan. (mh)

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„Die Kunden brauchen unsere Unterstützung“

Carmignac Gestion feierte während der Weltfinanzkrise große Erfolge. Vor allem der Flaggschifffonds Carmignac Patrimoine war im Anschluss viele Jahre ein absoluter Bestseller. An diese Erfolge will die französische Fondsboutique mit einem erweiterten Produktangebot und langfristiger Produktqualität anknüpfen.

<h5>Interview mit Nils Hemmer, Country Head Deutschland und Österreich, und Gergely Majoros, Mitglied des Investment Committee bei Carmignac Gestion.</h5><h5>Herr Majoros, Carmignac hat kürzlich das Management mehrerer Fonds neu besetzt. Warum?</h5><p>Gergely Majoros: Carmignac ist immer bestrebt, die Ressourcen innerhalb des Teams optimal zu verteilen und es mit neuen Talenten und Angeboten zu verstärken. Diese Beförderungen sind ein natürlicher Schritt, um unsere Investmentfähigkeiten weiter zu stärken. Der kollaborative Ansatz innerhalb des Teams fördert nicht nur aufstrebende Talente, sondern auch eine Kultur der gemischten Expertise. Diese Veränderungen haben das Ziel, unser engmaschiges Expertenteam zu verstärken.</p><h5>Außerdem hat Carmignac einen neuen Fonds vorgestellt. Was ist sein Ziel? </h5><p>GM: Der Carmignac Portfolio Unconstrained EM Debt ist ein sozial verantwortlicher Investmentfonds, der in lokale und externe Anleihen und Währungen in Schwellenländern investiert. Sein flexibler und opportunistischer Ansatz ermöglicht es dem Fonds, eine weitgehend uneingeschränkte, auf Überzeugung basierende Allokationsstrategie zu verfolgen mit dem Ziel, die verschiedenen Chancen, die die Schwellenländer zu bieten haben, in allen Marktlagen aufzudecken. Der Fonds verfolgt zwei Ziele:</p><ul><li>Er strebt eine Outperformance gegenüber Schwellenländer-Anleihemärkten an, dargestellt durch den Referenzindikator JP Morgan GBI – Emerging Markets Global Diversified Composite Unhedged EUR Index, während er gleichzeitig positiv Einfluss auf die Gesellschaft und die Umwelt nimmt. </li><li>Außerdem setzt er einen Total-Return-Ansatz um, der darauf abzielt, über den Anlagehorizont von drei Jahren nachhaltig positive Erträge mit einer attraktiven Sharpe Ratio zu erzielen. </li></ul><p>Daher richtet sich der Fonds an Anleger, die im EM Debt-Universum höhere Renditen als in den Industriestaaten suchen und ein angemessenes Risikomanagement für eine Anlage in dieser Anlageklasse anstreben.</p><h5>Wie sieht Carmignac die Finanzmärkte derzeit?</h5><p>GM: Die Finanzmärkte scheinen eine Phase der Fragilität zu durchlaufen, da sie mit einem möglichen Wende­punkt bei der Inflation konfrontiert sind. Die anhaltende massive Unterstützung der Wirtschaft durch Zentralbanken und Regierungen sowie die Aussicht auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft im Zuge der Einführung von Impfstoffen sprechen möglicherweise für eine nachhaltigere Inflationsdynamik in den kommenden Jahren. Diese Entwicklung ist am besten in den USA zu erkennen, wo die Fed weiterhin signalisiert, geldpolitisch sehr entgegenkommend zu bleiben. Noch wichtiger ist jedoch, dass die neue Biden-Administration im Laufe des Jahres 2021 mehrere Fiskal­programme zur Stimulierung der US-Wirtschaft auflegen will.</p><p>Dieser expansive Rahmen könnte zu einer nachhaltigeren Inflationsdynamik führen, was wiederum zu weiteren Anpassungen aller Anlageklassen an eine „neue Normalität“ nach zehn Jahren deflationärer Trends führen würde. In einem solchen Kontext bleiben Aktien unserer Meinung nach im Vergleich zu Anleihen deutlich attraktiver, auch wenn in den kommenden Monaten mit mehr Volatilität und Markt­rotationen zu rechnen ist.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Viele Anleger wetten auf ein Comeback Asiens und der Schwellenländer im Allgemeinen in diesem Jahr. Welche Anlagebereiche sind aus der Sicht von Carmignac im Moment besonders vielversprechend?--><h5>Viele Anleger wetten auf ein Comeback Asiens und der Schwellenländer im Allgemeinen in diesem Jahr. Welche Anlagebereiche sind aus der Sicht von Carmignac im Moment besonders vielversprechend?</h5><p>GM: Trotz der momentan beispiellosen wirtschaftlichen Unterstützung halten wir es für sehr wahrscheinlich, dass mittelfristig die deflationären Kräfte gegenüber den derzeitigen reflationären Kräften überwiegen. Mit anderen Worten: Die insgesamt schwache Demografie, die schwachen Produktivitätszuwächse und die hohe Verschuldung drängen die Wirt­schaft dahin zurück, wo sie bereits vor der Covid-19-Krise stand: Eine wirtschaftliche Situation, die durch geringes Wachstum und niedrige Inflation gekennzeichnet ist. </p><p>In diesem Szenario erwarten wir, dass man besser in langfristige Wachstumsunternehmen investieren sollte, das heißt in Unternehmen, die in der Lage sind, in den nächsten Jahren sichtbares Wachstum zu liefern, das relativ unabhängig vom Konjunktur­zyklus erreicht werden kann. Speziell in China sehen wir in den nächsten Jahren ein großes Innovationspotenzial und starke Trends, an denen wir gerne teilhaben möchten, etwa das weitere Entstehen von Technologie-Unternehmen, Gesundheitsdienstleistern oder Unternehmen, die im Bereich erneuerbarer Energien tätig sind. </p><h5>Wo sind Sie eher skeptisch? </h5><p>GM: Generell scheinen uns die Anleihemärkte in einem reflationären Umfeld, in dem die Renditen von Staatsanleihen voraussichtlich weiter steigen werden, nicht besonders attraktiv. Wir sind bei Staatsanleihen insgesamt sehr vorsichtig und beabsichtigen, keine langen Laufzeiten in den Portfolios zu halten. </p><p>An den Kreditmärkten sind wir ebenfalls sehr selektiv, da die Spreads insgesamt wieder das Niveau von vor der Krise erreicht haben. Hier gibt es allerdings ein paar wenige Ausnahmen, wo die Renditen weiterhin sehr attraktiv sind, selbst vor dem Hintergrund weiter steigender Staatsanleiherenditen. </p><p>Wir sehen in den Schwellenländern mehr Chancen als in den entwickelten Märkten. Es ist jedoch gerade in diesem Anlageuniversum enorm wichtig, selektiv zu bleiben, da die Covid-19-Krise die Divergenzen zwischen relativen Gewinnern und relativen Verlierern noch zusätzlich verstärkt hat.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Herr Hemmer, Sie sind für den Carmignac-Vertrieb in Deutschland verantwortlich. Welche Rolle spielt Deutschland für Carmignac? --><h5>Herr Hemmer, Sie sind für den Carmignac-Vertrieb in Deutschland verantwortlich. Welche Rolle spielt Deutschland für Carmignac? </h5><p>Nils Hemmer: Deutschland ist der größte Fondsmarkt in Europa und verzeichnet jedes Jahr starke Mittelzuflüsse bei Mandaten und Publikumsfonds. Sparzinsen gibt es nicht mehr, und negative Zinsen für vermögende Kunden werden immer häufiger. Die Kunden brauchen unsere Unterstützung. Carmignac ist seit 2011 in Deutschland vor Ort präsent und die Markenwahrnehmung ist hoch. Mit dem erweiterten Produktangebot und der langfristigen Produktqualität sind wir gut gerüstet, um für Carmignac einen soliden Marktanteil in diesem Land zu sichern. Früher vor allem für unser Retail-Angebot bekannt, gewinnen wir immer mehr an Boden im Fundbuyer-Markt für Vermögensverwaltungen und Dachfonds. Deshalb haben wir auch das Team in Frankfurt verstärkt, um der gestiegenen Nachfrage nach unseren Fonds gerecht zu werden.</p><h5>Wie wichtig ist Carmignac Patrimoine noch für Carmignacs Vertrieb, vor allem in Deutschland?</h5><p>NH: Carmignac Patrimoine ist in Deutschland sehr bekannt, da er die Idee eines Multi-Asset-Fonds in Deutschland etabliert hat. Vor allem bei Finanz­vermittlern und bei fondsgebundenen Versicherungsprodukten spielt er eine große Rolle, und durch die Performance-Erholung im Jahr 2020 konnten wir ihn wieder auf die Empfehlungslisten bringen. Die Kunden schätzen den langfristigen Ansatz auch für Altersvorsorgelösungen.</p><h5>Auf welche anderen Produkte setzt Carmignac in Deutschland?</h5><p>NH: Carmignac ist bekannt für seine Multi-Asset-­Expertise. Daher bieten wir unseren Vertriebspartnern auch zwei Multi-Asset-Produkte innerhalb der Patrimoine-­Familie an, die sogar den Zugang zur ESG-Expertise bieten: Der Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine und der Carmignac Portfolio Patrimoine Europe verfügen beide über ein 5-Sterne-Rating bei Morningstar und bieten unseren Kunden einen einzigartigen Ansatz. Der Carmignac Portfolio Emerging Patrimoine engagiert sich in Schwellenländern und der Carmignac Portfolio Patrimoine Europe verfolgt einen selektiven Ansatz in Europa.</p><p>Für Kunden, die sich mehr für den globalen Aktienmarkt interessieren, bietet der Carmignac Investissement Performancefaktoren, die langfristige Trends und taktische Chancen kombinieren. Carmignac Investissement wird von Scope Ratings mit „A“ bewertet.</p><p>Dieses Interview lesen Sie auch in AssCompact 04/2021, Seite 52 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-04–2021/65451313" target="_blank" >ePaper</a>. </p><p>Bild: © WrightStudio – stock.adobe.com</p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/5C7F29C8-DA55-4D6F-A97C-36E104886C72"></div>

 
Ein Interview mit
Nils Hemmer
Gergely Majoros

Nachhaltige Geldanlage: Aufklärungsbedarf bleibt immens

Geldanlagen, die nachhaltige Kriterien berücksichtigen, sind eines der zentralen Investmentthemen des Jahres. Bei den Verbrauchern herrscht in Sachen ESG-Kriterien aber noch immer immenser Aufklärungsbedarf. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag von Commerz Real.

71% der Bundesbürger kennen „ESG-Kriterien“ nicht. Noch nicht einmal einer von drei Bundesbürgern kann somit etwas mit den Nachhaltigkeitskomponenten Umwelt (environmental), Gesellschaft (social) und gute Unternehmensführung (governance) anfangen. Und selbst von den 25%, die schon einmal davon gehört haben, haben sich lediglich 6% dazu informiert. Das ergab eine repräsentative Umfrage mit über 2.000 Teilnehmern, die das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov Ende März in Deutschland im Auftrag der Commerz Real durchgeführt hat.

Kein reines ESG-Problem

Das Unwissen beruht nicht allein auf der Begrifflichkeit „ESG-Kriterien“. Fast jeder Zweite stimmte in der Umfrage auch der Aussage zu, dass er bis heute nicht wisse, was eine nachhaltige Geldanlage ist. „Dieses Unwissen in der Gesellschaft über nachhaltige Investments und ESG-Kriterien ist eine große Herausforderung für die Finanzbranche und motiviert uns, noch mehr Aufklärung bei Kunden, Geschäftspartnern und potenziellen Anlegern zu leisten“, sagt Viola Joncic, Head of Sustainability bei der Commerz Real. Ein Schritt zu mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit sei die EU-Offenlegungsverordnung.

Im Detail deutliche Unterschiede

Während das Unwissen über „ESG-Kriterien“ grundsätzlich in der gesamten Gesellschaft vorzuherrschen scheint, zeigen sich bei genauerer Analyse aber auch deutliche Unterschiede. Wer sich zum Beispiel für Politik interessiert, kennt auch die Kriterien mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, nämlich zu rund 40%. Bei an Politik uninteressierten Menschen liegt die Wahrscheinlichkeit bei lediglich 11%. Auch bezüglich des Alters gibt es deutliche Unterschiede. So haben von den 18- bis 24-jährigen 43% davon gehört, bei den Befragten ab 55 Jahren hingegen nur 21%.

Zusammenhang mit Immobilienbesitz und Einkommen

Obwohl ein höheres Alter auch die Wahrscheinlichkeit des Immobilienbesitzes erhöht, scheinen sich Wohneigentümer mehr mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen als Mieter. So konnten mehr als 30% der Eigentümer „ESG-Kriterien“ einordnen, während es bei Mietern keine 20% waren. Ähnlich verhält es sich hinsichtlich des Haushaltseinkommens. Bis 2.500 Euro Nettoeinkommen pro Haushalt schwankt das Wissen um „ESG-Kriterien“ um die 20%-Marke. Danach nimmt es schnell zu – und steigt auf mehr als 50% bei einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 10.000 Euro. (mh)

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Profitable Value-Strategie: Die Renaissance wertorientierter Kapitalanlage

Klassisches Value-Investing erwirtschaftete seit der Finanzkrise keine Überrenditen mehr. Durch einen neuen wissenschaftlichen Ansatz und die Berücksichtigung von Veränderungen auf dem Kapitalmarkt konnte nun das alte French-Fama-Modell in einen neuen Ansatz überführt werden, der wieder Überrendite verspricht.

<h5>Von Dr. Manfred Schlumberger, Leiter Portfoliomanagement der StarCapital AG.</h5><p>Zahle weniger für ein Unternehmen, als es eigentlich wert ist. So lässt sich die eigentliche Bedeutung des Value-­Investings prägnant auf den Punkt bringen. Substanzstarke, werthaltige Titel billig zu kaufen, erzielte lange Zeit einen deutlichen Mehrwert. Börsenlegende Warren Buffett perfektionierte diese Strategie. In seiner reinsten Form, also auf Basis des von Fama und French im Jahr 1992 empirisch belegten Value-Faktors, versprachen Unternehmen mit einem niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) herausragende Überrenditen. Zu den typischen Value-Titeln, die lange Zeit die Benchmark outperformten, zählten auch Aktien mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-­Verhältnis (KGV).</p><p>Mit der Finanzkrise von 2008 kehrte sich diese Entwicklung jedoch um. Eine Value-Strategie, die hauptsächlich Kriterien wie KBV und KGV berücksichtigt, gewichtet automatisch strukturschwache Sektoren wie Finanz- oder Energiewerte über und vernachlässigt innovative Unternehmen aus Wachstumsbranchen wie IT, Gesundheit oder Kommunikation. Die Ursachen liegen neben dem Zustandekommen und der Aussagekraft des Buchwertes insbesondere im grundlegenden Wandel der Wirtschaftsstruktur im vergangenen Jahrzehnt: weg von einer fertigungsdominierten hin zu einer dienstleistungsorientierten Wirtschaft.</p><h5>Innovative Firmen fallen durch das Value-Raster</h5><p>Unternehmen kapitalintensiver Branchen, insbesondere Industriegesellschaften, investieren verstärkt in materielle Vermögen wie Fabriken und Maschinen, die in der Bilanz aktiviert und über viele Jahre abgeschrieben werden. Dies führt zu hohen Buchwerten – und wegen der über viele Jahre gestreckten Abschreibungen zu entsprechend hohen buchhalterischen Gewinnen. IT-, Kommunikations- oder Gesundheitsunternehmen hingegen investieren überwiegend in immaterielle Vermögensgüter wie Software, Lizenzen oder Patente, die sie noch im selben Jahr vollständig abschreiben müssen. Die Bilanz bleibt entsprechend schmal und der Gewinn niedrig: Das spiegelt sich in hohen Kurs-Buchwert- und hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen wider. Die Folge: Die meisten der in den vergangenen Jahren so erfolgreichen und innovativen Unternehmen fielen durch das Value-Raster – ein Effekt, der durch die Underperformance traditioneller Value-Faktoren in den letzten Jahren bestätigt wird. </p><h5>Erweiterung um Profitabilitätskennzahl</h5><p>Um Value-Unternehmen mit einer stetigen Outperformance zu identifizieren und gleichzeitig strukturelle Fehlinvestitionen zu vermeiden, hat StarCapital das „reine“ Value-Investing-Modell von Fama und French um eine Profitabilitätskennzahl als Indikator für ein funktionierendes Geschäfts­modell erweitert. Dieser neuartige Ansatz wird als Profitable-Value-Strategie (PV) bezeichnet. Eine solche Modifizierung ist insbesondere bei der Beurteilung niedrig bewerteter Unternehmen sinnvoll. Denn eine Strategie rein nach Bewertung birgt die Gefahr, in Value Traps zu investieren. Dies sind Unternehmen, die zwar niedrig bewertet sind, aber kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell haben oder bereits in wirtschaftliche Schieflage geraten sind. Fundamental betrachtet dient die zusätzliche Betrachtung der Profitmarge als Indikator für ein funktionierendes Geschäfts­modell und soll so strukturelle Fehlinvestitionen verhindern.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Erweiterung der Value-Dimension--><h5>Erweiterung der Value-Dimension</h5><p>In einem umfangreichen Backtest zeigte die Kombination aus der Bruttogewinnmarge und dem Bewertungsmaßstab EV/EBITDA unter Rendite- und Risikogesichtspunkten die besten Ergebnisse. Damit erschließt sich für Value-­Investoren eine zusätzliche Dimension: Neben durchschnittlichen Unternehmen zu Discount-Preisen (die Value-Komponente) erlaubt die Ergänzung dieser Profitabilitätskennzahl nun auch die Identifizierung und Allokation hochprofitabler Unternehmen zu fairen Preisen. Warren Buffet, der als einer der erfolgreichsten Investoren der Welt gilt, bekennt sich selbst zu dieser Form des Value-Investings: „It’s far better to buy a wonderful company at a fair price than a fair company at a wonderful price.“</p><h5>Outperformance von 3,3% p. a.</h5><p>In einer empirischen Rücksimulation ist die PV-Strategie in dem Zeitraum von 1986 bis Ende 2020 um knapp 5.700% gestiegen. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 12,7% in den letzten 34 Jahren. Im gleichen Zeitraum konnte die Benchmark um insgesamt rund 1.990% bzw. 9,4% pro Jahr steigen. Entsprechend erzielte die Profitable-Value-Strategie eine jährliche Outperformance von 3,3% gegenüber der Benchmark. Die Rendite zehrte dabei nicht nur von der Value-starken Periode zwischen der Dotcom-Blase und der Finanzkrise, sondern erwies sich auch im Zeitverlauf davor und danach in der historisch schlechten Value-Periode im letzten Jahrzehnt als robust. </p><h5>Überlegene Performance auch in Krisenzeiten</h5><p>Die PV-Strategie bewährte sich auch in Krisensituationen. Nach Rückschlägen konnten sich die Profitable-Value-Unternehmen innerhalb von 13 Monaten erholen und neue Höchststände erreichen, während der Vergleichsindex aus einem breiten weltweiten Aktienportfolio mit 22 Monaten fast doppelt so lange benötigte. Von den Folgen der Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009 blieb die Strategie zwar ebenfalls nicht verschont, sie konnte aber auch in diesem Bärenmarkt eine Outperformance von 8,5% erzielen. Zugleich konnte die PV-Strategie Verluste nach Drawdowns deutlich schneller aufholen. Dies stimmt optimistisch, dass dieser Ansatz auch in Zukunft in unterschiedlichsten Marktphasen überzeugen kann.</p><h5>Überlegenheit nachgewiesen</h5><p>Um zu beweisen, dass die positiven Ergebnisse nicht nur durch ein Land oder eine Branche determiniert werden, wurde die Strategie zusätzlich separat in verschiedenen Regionen und Sektoren untersucht. Dabei ließ sich ihre Überlegenheit über alle Subuniversen hinweg nachweisen. Die Annahme, dass wir mit dem Ende der Corona-Krise am Beginn einer mindestens 6 bis 18 Monate dauernden starken Value-Periode stehen, verschafft der Profitable-Value-Strategie einen zusätzlichen Rückenwind. P</p><p>Eine Value-Strategie, die hauptsächlich Kriterien wie KBV und KGV berücksichtigt, gewichtet automatisch strukturschwache Sektoren und vernachlässigt dabei innovative Unternehmen.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 04/2021, Seite 54 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-04–2021/65451313" target="_blank" >ePaper</a>. </p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Costello77 – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/0964008B-A479-487A-8262-9989ED796AF4"></div>

 
Ein Artikel von
Manfred Schlumberger