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Die Offenlegungsverordnung wird die Finanzwelt positiv formen

Die Offenlegungsverordnung der EU soll die Transparenz der Nachhaltigkeit von Finanzprodukten verbessern. Ihre Umsetzung wird jedoch Folgen für die gesamte Finanzdienstleistungsbranche haben. Die europäische Vertriebslandschaft wird sich mit der Zeit hin zu nachhaltigkeitsorientierten Produkten verschieben.

<h5>Von Martin Stenger, Sales Director, Business Development Insurance & Retirement Solutions Germany der Franklin Templeton Investment Services GmbH.</h5><p>Investoren sehen seit März wichtige Änderungen in der Art und Weise, wie Vermögensverwalter nachhaltigkeitsbezogene Informatio­nen über ihre Produkte zur Verfügung stellen. Dies ist das Ergebnis einer Vielzahl von regulatorischen Anforderungen, die sich aus der Sus­tainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) – auf Deutsch: Offenlegungsverordnung – der Europäischen Union ableiten lassen. Die neue Regulatorik betrifft nicht nur Vermögensverwalter, sondern auch Versicherer, Pensionskassen und eine ganze Reihe weiterer Finanzmarktteilnehmer.</p><h5>Mehr als Transparenz und Nachvollziehbarkeit</h5><p>Bei der Verordnung geht es um mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit für den Kunden. Greenwashing, also das Vortäuschen von Nachhaltigkeit, wo keine Nachhaltigkeit existiert, soll damit unterbunden werden. </p><p>Die Umsetzung der SFDR wird weitreichende Folgen für die gesamte Finanzdienstleistungsbranche haben. Die Verordnung wird Vermögensver­walter in die Lage versetzen, sich stärker mit Kunden in unserer gemein­samen Verpflichtung zu verbünden, Kapital nachhaltig zu allokieren, um letztlich bessere, im doppelten Sinne nachhaltige Er­gebnisse für alle zu erzielen. Kapitalströme werden also nun seit März – von EU-politischer Instanz so gewollt – in nachhaltige Anlagen umgeleitet. Und die Wirkung dürfte die bisherigen Anstrengungen, un­sere Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten, im positiven Sinne bei Weitem übertreffen.</p><h5>Was bedeutet das für Europas Vertriebslandschaft? </h5><p>Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) werden 77% der institutionellen Anleger in den kommenden 24 Monaten den Kauf von nicht mit den ESG-Prinzipien zu vereinbarenden Produkten einstellen, und bis 2025 werden 7,6 Mrd. Euro in ESG-Produkten angelegt sein. Das ist ein Anstieg von heute 15 auf 57% des Marktanteils europäischer Vermögenswerte. Die Anbieter müssen Informationen auf Ebene des Unternehmens, also ihre eigene Nachhaltigkeitspolitik, offenlegen. Zusätzlich müssen sie aber auch Informationen auf Ebene des Produkts, also zu ihren Finanzprodukten, offen­legen. In beiden Fällen muss die Erwägung wesentlicher nachteiliger Auswirkungen von Anlageentscheidungen auf die Nachhaltigkeitsfaktoren offengelegt werden.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Covid-19 als Beschleuniger--><h5>Covid-19 als Beschleuniger</h5><p>Neben dem regulatorischen Vorstoß trägt auch die globale Covid-19-Pandemie dazu bei, die Welt in Richtung eines nachhaltigen Anlegens zu katapultieren und diesen Prozess zu beschleunigen. Sowohl das Interesse institutioneller Anleger als auch das von Privatanlegern an den ESG-Grundsätzen steigt schnell und hat sich, wohl in unmittelbarem Zusammenhang mit der aktuellen Covid-19-Krise, erheblich beschleunigt. Es wird erwartet, dass der Wettbewerb um Anlegerkapital deutlich Fahrt aufnehmen wird. Daher können es sich Verwalter nicht leisten, Kundenwünsche nach mehr Transparenz im Hinblick darauf, wie ESG-Faktoren berücksichtigt werden, zu ignorieren. </p><p>Franklin Templeton erfüllt die meisten dieser Vorgaben bereits seit vielen Jahren und setzt dabei den Schwerpunkt auf Transparenz und Authentizität. Wir sind überzeugt davon, dass sich die europäische Vertriebslandschaft mit der Zeit klar hin zu nachhaltigkeitsorientierten Produkten verschieben wird, die dann den Standard bilden werden. </p><p>Dies wird auch durch die Ergänzungen des delegierten Rechtsakts der Finanzmarktrichtlinie MiFID II verstärkt, die aktuell noch in der Entwurfsphase ist, in der aber steht, dass Kunden, die angeben, Nachhaltigkeit zu bevorzugen, Produkte im Zusammenhang mit „nachhal­tiger Anlage“ angeboten werden sollten, also Produkte nach Artikel 8 oder Artikel 9. </p><h5>Was bedeutet das für Anleger? </h5><p>Die Realwirtschaft verschiebt sich. Verbraucher suchen nach nachhaltigeren Entscheidungsmöglichkeiten. Nehmen wir etwa den Energiesektor. Erneuerbare Energien waren früher nicht verfügbar. Heute sind sie eine akzeptierte Option. Eine Studie von Franklin Templeton zeigt, wie wichtig jüngeren Beitragszahlern zu Betriebsrentenim Vereinigten Königreich verantwortungsbewusste Anlagen sind. Bis zu 78% sind der Auffassung, dass ihre aktuelle Altersvorsorge nicht im Einklang mit ihren Werten steht, oder sie wissen nicht, ob sie ihren Werten entspricht. 45% würden ihre Beiträge steigern, wenn ihre Alterssicherung Werte für verantwortungsbewusste Anlagen einbeziehen würde. </p><p>Da nun der Öffentlichkeit mehr nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungen zugänglich gemacht werden, sollten Anleger überprüfbare Vorgaben für Nachhaltigkeitsansprüche erhalten. Franklin Templeton setzt seinen Schwerpunkt auf die Einhaltung des Primärrechts. Das hat viel Arbeit und Zusammenarbeit hinter den Kulissen erfordert. Diese Arbeit endet selbstverständlich nicht im März 2021. In Einklang mit dem klaren Bekenntnis von Franklin Templeton zu ESG-Prinzipien und Nachhaltigkeit prüfen wir Anlagelösungen weiter dahingehend, dass eine immer größere Anzahl von ihnen nachhaltigkeitsorientierter wird.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Vielzahl komplett unabhängiger Strategien--><h5>Vielzahl komplett unabhängiger Strategien</h5><p>Dank der jüngsten Eingliederung einiger hochgradig spezialisierter Anlageverwalter in die Franklin-Templeton-Familie sind wir in der glücklichen Lage, eine Vielzahl von ESG-Ansätzen von beispielsweise Brandywine Global, ClearBridge Investments und Martin Currie auf der aktiven Seite wie auch Paris-­Aligned ETF auf der passiven Seite anbieten zu können – und nicht zu vergessen auch einen aktiv gemanagten Green Bond ETF. Jede dieser Strategien ist komplett unabhängig und verfolgt bei der Erfüllung der Offenlegungsvorgaben ihren ganz eigenen Ansatz. Als globaler Anlageverwalter mit einer mehr als 70-jährigen Geschichte als Treuhänder hat sich Franklin Templeton Investments dazu verpflichtet, die Beachtung von ESG-Chancen und -Risiken auf seiner gesamten Plattform zu fördern und zu verstärken. </p><h5>Zusammenfassung</h5><p>Die Verordnung stellt einen Umbruch dar und verändert das Spielfeld für die Finanzbranche von Grund auf, da für unsere Kunden mehr Transparenz und Authentizität möglich werden und Anleger nachhaltigere Anlageentscheidungen treffen können. Franklin Templeton will der Verordnung nicht nur entsprechen, sondern vielmehr eine Führungsrolle einnehmen und dabei Integrität unter Beweis stellen. Ja, es ist noch viel zu tun. Die Arbeit, die erforderlich ist, um sich vollumfänglich an den Zielen der EU auszurichten, wird mehrere Jahre dauern. Wir werden uns weiter in diese Richtung entwickeln, da wir überzeugt sind, dass unsere Kunden das verdienen.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 04/2021, Seite 50 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-04–2021/65451313" target="_blank" >ePaper</a>. </p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © BillionPhotos.com – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/82AC8FE4-3975-4002-AAA9-F514CD38B9BB"></div>

 
Ein Artikel von
Martin Stenger

Neuer DWS-Fonds setzt auf KI und Nachhaltigkeit

Mit einem neuen Aktienfonds will die DWS von drei Megatrends profitieren: Niedrigzinsen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die Auswahl der Einzeltitel beruht maßgeblich auf dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Auch ESG-Kriterien sollen berücksichtigt werden.

Die DWS hat einen neuen Aktienfonds aufgelegt. Die Aktienauswahl DWS Concept ESG Arabesque AI Global Equity beruht maßgeblich auf dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Zudem greift der Fonds vor allem drei Megatrends auf, die die DWS für das kommende Jahrzehnt identifiziert hat: Niedrigzinsen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Der Fonds ist das erste gemeinsame Produkt von DWS und Arabesque AI, einem britischen Unternehmen, das sich auf künstliche Intelligenz spezialisiert hat und mit dem die DWS Anfang 2020 eine strategische Partnerschaft eingegangen ist.

Berücksichtigung von ESG-Kriterien

Er berücksichtigt ESG-Kriterien, verfolgt einen Total-Return-Ansatz und umfasst zwischen 60 und 70 Aktien aus dem MSCI-Welt-Universum. Sein erwarteter Tracking Error liegt zwischen 6 und 7%. Der KI-Ansatz von Arabesque zeichne sich dadurch aus, dass er sehr umfassend ist und sich nicht auf einzelne Märkte, Investmentstile oder Anlageklassen beschränke.

KI plus persönliche Expertise

„Mit dem Produkt kombinieren wir in einem aktiv gemanagten Investmentfonds die Vorteile der künstlichen Intelligenz mit der Expertise unserer Investmentmanager. Durch die Verbindung der einzigartigen Stärken beider Partner können wir die exponentiell wachsende Menge an Daten durch innovative Technologien besser analysieren und so neue Erkenntnisse ableiten“, sagt Manfred Bauer, Leiter der Product Division bei der DWS. Deutschlands größte Fondsgesellschaft ist davon überzeugt, dass KI auch allgemein eine zunehmend wichtige Rolle im Asset Management übernehmen wird. Analysten oder Fondsmanager komplett ersetzen werde sie jedoch nicht. (mh)

Bild: © WrightStudio – stock.adobe.com

 

BaFin warnt vor BaFin-Zertifikaten

Eine aktuelle Meldung der BaFin sorgt derzeit für Aufsehen. Darin warnt die deutsche Finanzaufsicht vor Zertifikaten. Das ist so weit nicht ungewöhnlich. Der vermeintliche Urheber der Zertifikate hingegen schon: die BaFin selbst.

Der BaFin sind mehrere Fälle bekannt geworden, in denen das angebliche Unternehmen Equity-Broker AKTIENGESELLSCHAFT Zertifikate im Namen der BaFin verschickt. Die BaFin weist darauf hin, dass die Zertifikate, die von diesem Unternehmen verschickt werden, Fälschungen sind. Das angebliche Unternehmen kontaktiere Verbraucher telefonisch unter der Telefonnummer +43-720-117383 und verspreche zudem Telefonate mit dem BaFin-Exekutivdirektor Dr. Thorsten Pötzsch.

BaFin wendet sich nie an Einzelpersonen

Die BaFin stellte vor diesem Hintergrund klar, dass sich die Finanzaufsicht nie an einzelne Personen wendet, um sie im Hinblick auf konkrete Bank-, Finanzdienstleistungs- oder Versicherungsgeschäfte zu beraten. Sie beteilige sich auch nicht an der Durchführung solcher Geschäfte, sondern sei ausschließlich im öffentlichen Interesse tätig.

Aufruf zu Ablehnung und Anzeige

Die Kernaufgabe der BaFin ist die Aufsicht über die von ihr zum Geschäftsbetrieb zugelassenen Bank-, Finanzdienstleistungs- und Versicherungsunternehmen. Darüber hinaus befasst sie sich auch mit Grundsatzfragen des Verbraucherschutzes und bearbeitet konkrete Anfragen und Beschwerden zu Banken, Finanzdienstleistern und Versicherungen, aber eben nicht mit der Beratung von und der Vermittlung für Einzelpersonen. Die BaFin bittet alle Personen, die mit dem entsprechenden Angebot in Kontakt kommen, dieses abzulehnen und Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft zu erstatten. (mh)

Bild: © MQ-Illustrations – stock.adobe.com

 

So verändert das Smartphone die private Geldanlage

Nicht erst seit dem Aufkommen der Neobroker boomen Aktiengeschäfte per Smartphone. Wie sich das auf das Anlageverhalten auswirkt, hat das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE untersucht. Demnach hat der Boom selbst für die langfristige Anlagestrategie gravierende Folgen.

Mobiltelefone erleichtern private Investitionen in Wertpapiere erheblich. Gerade mit den neuen und besonders günstigen Neobrokern hat sich der Boom der Aktiengeschäfte über das Smartphone noch einmal verstärkt. Das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE hat sich in einem Working Paper nun mit den Folgen dieser Entwicklung beschäftigt. Private Anleger neigen demnach zum Zocken, wenn sie zur Abwicklung ihrer Wertpapiergeschäfte das Smartphone nutzen.

Ausdruck einer langfristig geänderten Anlagestrategie

Der Untersuchung zufolge wählen Personen bei Transaktionen über mobile Apps eher risikoreiche Wertpapiere mit stark schwankenden Kursen oder kaufen Wertpapiere, die in der Vergangenheit hohe Renditen erzielten, was laut SAFE aber für die künftige Renditeentwicklung kein geeigneter Indikator ist. „Die gestiegene Risikobereitschaft ist nicht durch eine anfängliche, vorübergehende Begeisterung zu erklären, sondern ist Ausdruck einer langfristig geänderten Anlagestrategie“, sagt Andreas Hackethal, Leiter der Forschungsabteilung Household Finance bei SAFE und einer der Autoren des Forschungspapiers.

Übertragung auf andere Transaktionswege

Nachdem Anleger begonnen haben, einen Teil ihrer Wertpapiergeschäfte via App per Smartphone zu erledigen, neigen sie dem SAFE-Paper zufolge nicht nur bei diesen Transaktionen dazu, in riskantere Wertpapiere zu investieren oder Aktientrends nachzujagen. Vielmehr überträgt sich das Verhalten auch auf Transaktionen, die sie über andere Geräte tätigen, etwa an ihrem Computer.

Emotionsgetriebene Käufe in Feierabendlaune

Für ihre Analyse haben die Wissenschaftler mehrere Einflussfaktoren untersucht, die zu risikobereiterem Anlageverhalten beitragen. So ermöglichen es etwa mobile Apps den Anlegern auch außerhalb der Börsenhandelszeiten Wertpapiere zu kaufen und verkaufen. In „Feierabendlaune“ getroffene Entscheidungen könnten dabei eher emotionsgetrieben sein als Entscheidungen, die im Büro in nüchterner Atmosphäre getroffen werden. Weiterhin präsentieren Apps oftmals Anreize in Form von Ranglisten der Top-Aktien der jüngsten Vergangenheit. „Langfristig kann diese Verhaltensänderung zu einer geringeren Effizienz des eigenen Portfolios führen“, so Hackethal weiter. Diese Art Investition gleiche dann eher einem Lottospiel. (mh)

Bild: © Friends Stock – stock.adobe.com

 

„Impact Investment markiert ein neues Zeitalter des Investierens“

Commerz Real hat mit dem klimaVest im vergangenen Jahr erstmals einen Impact-Sachwertefonds für Privatanleger aufgelegt. Er unterscheidet sich grundlegend von der Mehrheit der bisherigen nachhaltigen Fonds. Dennoch oder gerade deshalb hat die Fondsgesellschaft große Ziele für den Fonds.

<h5>Interview mit Tobias Huzarski, Head of Impact Investment von Commerz Real, und Timo Werner, Fondsmanager des Klimavest.</h5><h5>Herr Huzarski, mit klimaVest hat Commerz Real seinen ersten Impact-Sachwertefonds aufgelegt. Was ist ein Impactfonds?</h5><p>Tobias Huzarski: Impactfonds gehen einen Schritt weiter als klassische Nachhaltigkeitsfonds. Letztere umfassen eine ganze Reihe unterschiedlicher Philosophien, Ansätze und Methoden. Der größte Teil und auch der Ursprung liegt in Ausschlusskriterien. Das ist zwar ein absolut wichtiger und auch richtiger Ansatz, um bestimmte Themen wie die Atomkraft oder die Rüstungsindustrien aus­zuschließen, die gesellschaftlich nicht gewollt sind. Es führt aber oft zu einer Diskrepanz zwischen der Erwartung der Anleger und den tatsächlichen Inhalten. Ein Beispiel: In den zehn größten nachhaltigen US-Fonds die machen Tech-Riesen wie Facebook, Amazon, Netflix oder Google 17% der Portfolios aus. Das sind nicht unbedingt Unternehmen, an die Kunden bei Nachhaltigkeit den­ken. Impact verfolgt einen anderen Ansatz.</p><h5>Welchen?</h5><p>TH: Impact Investment markiert ein neues Zeitalter des Investierens, und zwar in mehrfacher Hinsicht: Erstens geht es beim Impact Investment nicht mehr nur darum, die negativen Auswirkungen von wirtschaftlichen Tätigkeiten abzumildern, sondern durch die Investitionen gezielt bestimmte Projekte und Unternehmen zu unterstützen, die nachweislich eine gesellschaftliche Verbesserung fördern, wie zum Beispiel in die Reduzierung des globalen CO2-Ausstoßes. Das tun wir mit dem klimaVest, indem wir zum Beispiel in Solar- und Windparks investieren. </p><p>Der zweite wichtige Punkt ist, dass man sich anschauen muss, was mit dem angelegten Geld passiert. Wenn ich eine Aktie kaufe, landet das Geld lediglich beim Verkäufer. Beim klimaVest fließt es stattdessen in bestimmte Projekte. Hinzu kommt ein dritter wich­tiger Punkt.</p><h5>Wie sieht dieser aus?</h5><p>TH: Messbar zur Abschwächung des Klimawandels beizutragen. Konkret wollen wir pro 10.000 Euro den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um drei bis vier Tonnen reduzieren. Drei Viertel der menschengemachten Treibhausgabe sind CO2. Wir brauchen also dringend Maßnahmen, wie wir den CO2-Ausstoß verringern können. Und deswegen haben wir uns bei der Impact-Messung auf diesen Wert fokussiert. Sich konkrete Ziele zu setzen, ist aber nur die eine Seite der Medaille. Wichtig ist auch, transparent darüber zu informieren. Deswegen erhalten unsere Anleger regelmäßige Reportings über den vermiedenen CO2-Ausstoß. Auch bezüglich der ESG-Kriterien im Allgemeinen wird das Reporting deutlich ausführlicher ausfallen als bei anderen Fonds. </p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Warum hat Commerz Real sich für die Auflegung eines solchen Fonds entschieden?--><h5>Warum hat Commerz Real sich für die Auflegung eines solchen Fonds entschieden?</h5><p>Timo Werner: Wir wollten in erster Linie einen Fonds für Privatanleger auflegen, der in erneuerbare Energien investiert und der neben der klassischen Rendite einen aktiven, messbaren Beitrag zum Klimaschutz leistet. Doch es war gar nicht so einfach, ein Vehikel zu finden, das diese Art von Investment für Privatanleger überhaupt ermöglicht. Infra­strukturinvestments waren lange Zeit ein exklusiver Club für institutionelle Investoren. Das geeignete Vehikel haben wir mit dem European Long Term Investment Fund, kurz ELTIF, gefunden. ELTIF ermöglicht es Privatanlegern, flexibel und mit überschaubaren Summen in das Thema zu investieren. </p><h5>Worin genau investiert der Fonds?</h5><p>TW: Kern des Portfolios sind Investments in Solar- und Windparks. Das ist der primäre Fokus des klimaVest, denn es sind etablierte und gut berechenbare Technologien mit verlässlichen Track Records aus der Vergangenheit. Sie profitieren nicht nur von staatlichen Förderungen wie etwa festen Einspeisevergütungen, sondern zum Beispiel auch davon, dass große Unternehmen mittlerweile direkte Stromlieferverträge mit Energieparks abschließen, um ihre Server mit grünem Strom zu versorgen. Sekundär wollen wir mittel- bis langfristig auch in nachhaltige Infrastruktur und Mobilität investieren, etwa in moderne Stromnetze oder Stromspeicher. Auch der saubere öffentliche Schienen- und Nahverkehr sowie die Forstwirtschaft haben wir perspektivisch auf der Agenda.</p><h5>Inwieweit spielte die sogenannte EU-Taxonomie-Verordnung eine Rolle bei der Fondsauflage?</h5><p>TH: Die Taxonomie spielt eine zentrale Rolle. Sie definiert einheitliche Kriterien für Nachhaltigkeit und ist damit eine Art Lexikon für nachhaltiges Investieren. Deshalb orientieren wir uns an diesen Kriterien, statt einen eigenen Nachhaltigkeitsbegriff zu definieren. Zudem bezieht sich die Taxonomie auf Nachhaltigkeit in konkreten Investitionen wie Wind- oder Solarparks und nicht auf Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene. Das ist für uns als Impact-Fonds, der in konkrete Sachwertobjekte investiert, sehr relevant, weil die Taxonomie für uns eine sehr gute Guideline ist, um konsistent mit dem EU Green Deal zu agieren. Der klimaVest und die EU-Taxonomie bilden somit im Grunde eine Symbiose. </p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Sind nachhaltiges Investieren und Impact Investing mehr als nur ein Trend?--><h5>Sind nachhaltiges Investieren und Impact Investing mehr als nur ein Trend?</h5><p>TH: Ja, sind sie. Langfristig wäre es ideal, wenn Impact Investing sich überflüssig macht, indem gesellschaftliche Wirkung und finanzielle Rendite selbstverständlich, standard­mäßig Hand in Hand gehen. Impact Investing grenzt sich ja bisher nur deswegen von anderen Investments ab, weil es noch keine perfekte branchen- und europaweite Integration von ESG-Kriterien gibt. Allerdings geht die Entwicklung genau in diese Richtung. Die Offenlegungsverordnung hat dazu sicher ihren Teil beigetragen, und auch die MiFID-II-Reformen werden dazu beitragen. Berater müssen in Zukunft schließlich erklären, welche nachhaltigen Alternativen es zu nicht-nachhaltigen Produkten gibt. Gesellschaftliche Wirkung und finanzielle Rendite dürften sich somit in Zukunft deutlich stärker miteinander verzahnen.</p><h5>Welche Renditen sind mit solch einer Strategie möglich?</h5><p>TW: Zielrendite des Fonds sind 3 bis 4% pro Jahr nach Kosten. Diese soll sich aus einem Wachstum des Fondswertes und regelmäßigen Ausschüttungen an die Anleger zusammensetzen. Wir planen eine jährliche Ausschüttung von 1,5 bis 2%. Dass diese mittel- bis langfristig realistisch und machbar ist, zeigen nicht zuletzt unsere anderen Fonds, die wir schon seit Jahren im Management haben. Der Rest des Gewinns verbleibt im Fonds und wird für weitere Investitionen genutzt und soll so für einen Zinseszinseffekt beim Anleger sorgen. Natürlich können die Anleger auch ihre Ausschüttungen wieder in den Fonds reinvestieren. Und wenn ein Anleger das Geld kurzfristig doch brauchen sollte, kann er seine Anteile auch jederzeit zurückgeben, da der Fonds täglich handelbar ist.</p><h5>Der Fonds soll nicht nur in der Nische eingesetzt werden, sondern sich zu einem Flaggschiff mit einem Volumen von 25 Mrd. Euro entwickeln. Ist das nicht etwas ambitioniert?</h5><p>TW: Unser Ziel ist es, 10 Mrd. Euro Eigenkapital einzusammeln. Das wird nicht von heute auf morgen und auch nicht im ersten oder zweiten Jahr geschehen. Die erste Resonanz ist aber positiv. Seit Fondsstart im November haben wir über 250 Mio. Euro Eigenkapital eingesammelt – und das bisher ohne Drittvertrieb, sondern nur über die Commerzbank. Wenn man das hochskaliert und noch den Drittvertrieb hinzunimmt, ist das Ziel von 10 Mrd. Euro Eigenkapital in zehn Jahren durchaus realistisch. </p><p>Mit diesen 10 Mrd. Euro wollen wir durch den gezielten Einsatz von Fremdkapital Investitionen im Volumen von 25 Mrd. Euro tätigen, um so noch mehr Objekte finanzieren zu können und nicht nur höhere Renditen, sondern auch einen höheren Impact zu genieren. Wenn man bedenkt, wie stark das Thema Nachhaltigkeit in allen Gesellschaftsbereichen an Bedeutung gewinnt, dürfte das keineswegs zu ambitioniert sein.</p><p>Dieses Interview lesen Sie auch in AssCompact 03/2021, Seite 60 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-03–2021/65329687" target="_blank" >ePaper</a>. </p><p>Bild: © Stockwerk-Fotodesign – stock.adobe.com</p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/54379A77-153D-4943-87B7-F5774F57227A"></div>

 
Ein Interview mit
Tobias Huzarski
Timo Werner

Investmentfonds waren im ersten Quartal stark gefragt

Die Nachfrage nach Investmentfonds war in Deutschland im ersten Quartal sehr hoch. Das ist eines der zentralen Ergebnisse des aktuellen Fondsbarometers von ebase. Vor allem an Aktienfonds, Mischfonds und ETFs war das Interesse zum Jahresauftakt groß.

Im ersten Quartal 2021 zeigte sich die Investmentfondsnachfrage der Kunden der ebase erneut auf einem hohen Niveau. Die Handelsaktivitäten lagen deutlich über dem bereits sehr handelsintensiven Vorjahr. „Die Fondsnachfrage hat im ersten Quartal nahtlos an das letzte Jahr angeschlossen und bewegt sich ebenso wie die weltweiten Börsen auf einem sehr erfreulichen Niveau“, kommentiert Kai Friedrich, CEO der ebase.

Aus Sparern werden Investoren

Der sich im letzten Jahr vorsichtig abzeichnende Trend, dass mehr und mehr Deutsche von Sparern zu Investoren werden, hat sich ebase zufolge somit in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres fortgesetzt. Dass die Handelsaktivität der ebase-Kunden im ersten Quartal 2021 deutlich über dem Durchschnitt des Vorjahres lag – sowohl was das gesamte Fondsgeschäft der ebase betrifft, als auch speziell den Handel mit ETFs – sei insbesondere vor dem Hintergrund des bereits sehr handelsintensiven Jahres 2020 eine beachtliche Entwicklung. Schließlich war aufgrund der coronabedingten massiven Markteinbrüche die Handelsaktivität zum Ende des ersten Quartals 2020 bereits auf sehr hohem Niveau.

Run auf Aktienfonds

Das ausgeprägte Interesse an Fondsinvestments sowie die offensivere Ausrichtung zahlreicher Kundendepots zeigte sich eindrücklich an der großen Nachfrage nach Aktienfonds. Der Kaufquotient von Aktienfonds belief sich im ersten Quartal 2021 auf 1,40. Damit übertrafen die Aktienfonds-Käufe die Verkäufe um 40%. Im Vordergrund standen hierbei Fonds, die in asiatische Aktien investieren (Kaufquotient: 2,16), sowie globale Fonds (Kaufquotient: 1,58). Fonds für deutsche bzw. europäische Aktien waren demgegenüber mit Kaufquotienten von 0,77 bzw. 0,89 weniger gefragt, bei ihnen überwogen die Anteilsverkäufe.

Auch Mischfonds und ETFs stark nachgefragt

Bei Mischfonds zeigte sich mit einem Kaufquotienten von 1,64 ebenfalls ein klar überwiegendes Kaufinteresse. „Hier waren Fonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland bzw. Europa allerdings anders als bei Aktienfonds sehr viel stärker gefragt“, bestätigt Friedrich. Die Kaufquotienten lagen bei 1,60 bzw. 1,51. Auch die Nachfrage nach ETFs war erneut hoch. Das ETF-Handelsvolumen war in den ersten drei Monaten des Jahres knapp 40% höher als im Durchschnitt des Jahres 2020 – und das bei einem Kaufquotienten von 1,79. (mh)

Bild: © Monster Ztudio – stock.adobe.com

 

Umfrage sieht großes Potenzial für Crowdinvesting in Deutschland

Achtstein Invest hat bei Yougov eine Umfrage zu Crowdinvesting in Auftrag gegeben. Viele Befragte kennen Crowdinvesting demnach noch nicht, würden es nach einer Erklärung aber gerade bei Immobilieninvestments attraktiv finden. Somit bestehe noch großes Aufholpotenzial.

Obwohl der Markt für Crowdinvestments in Deutschland seit Jahren boomt, ist vielen Menschen die Anlageform noch gänzlich unbekannt. 53% der Deutschen haben von Crowdinvesting im Immobilienbereich noch nie gehört. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Achtstein Invest AG, einer neuen Crowdinvesting-Plattform für Privatanleger. Weitere 12% der Befragten kennen den Begriff, wissen jedoch nicht genau, was darunter zu verstehen ist.

Viele Befragte halten Crowdinvesting für attraktiv

Wird Verbrauchern die Anlageform erklärt, steigt deren Investitionsbereitschaft deutlich an. Nach einer kurzen Erläuterung des Investitionsmodells hielten 32% der Umfrageteilnehmer Crowdinvesting für eine attraktive Möglichkeit, um vom Wachstum der deutschen Immobilienmärkte zu profitieren. Nur 21% waren gegenteiliger Meinung. 47% wollten noch keine eindeutige Aussage treffen.

Riesiges ungenutztes Potenzial

„Anleger halten Crowdinvesting für hochattraktiv, vorausgesetzt sie werden von den Anbietern über die Details aufgeklärt. Gleichzeitig sehen wir in Deutschland noch ein riesiges ungenutztes Potenzial für alternative Investmentmöglichkeiten, welches es zu heben gilt“, kommentiert Jürgen Mertens, CEO von Achtstein Invest die Zahlen. Das Ergebnis der Befragung sei ein klarer Auftrag an die Branche. Achtstein Invest selbst will genau hier mit einer digitalen Vermarktungskampagne ansetzen. Private Kleinanleger, die aktuell kaum Zinsen auf ihr Erspartes bekommen, müssten über die Vorteile von Crowdinvesting stärker als bisher aufgeklärt werden. „Sie können auf diesem Weg in enorm renditestarke Immobilien investieren, was bisher hauptsächlich institutionellen Anlegern möglich war“, so Mertens.

Profiteur der Pandemie

Auch ein zweiter Befund deutet auf künftiges Wachstumspotenzial für Crowdinvesting hin. Immerhin 31% der Befragten glauben, dass im Zuge der Corona-Pandemie digitale Anlagemöglichkeiten wie Crowdinvesting gegenüber klassischen Investments bevorzugt genutzt werden. 25% sind diesbezüglich skeptisch. Laut der Umfrage sind viele Menschen bereit, größere Anlagesummen als die Mindestsummen von teilweise nur 100 Euro zu investieren. So kann sich von den investitionsbereiten Befragten eine relative Mehrheit von 43% vorstellen, Beträge von 1.001 bis 10.000 Euro in Crowdinvestments anzulegen. Weitere 32% würden zumindest bis zu 1.000 Euro investieren. (mh)

Bild: © monropic – stock.adobe.com

 

ETFs: Die passive Revolution

Einst als Nische belächelt, erobern ETFs immer mehr Bereiche der Geldanlage, und das nicht nur wegen ihrer niedrigen Kosten. Ihre Einsatzgebiete gehen längst über Standardindizes hinaus – und so haben sie auch für Berater, Versicherungen und Vermittler großes Potenzial.

<p>John Bogle ist den meisten Deutschen wohl kaum ein Begriff. Dabei hat er 1976 eine Revolution losgetreten. Eine Revolution, die die Finanzwelt heute mehr denn je aufhorchen lässt. Bogle legte 1976 den ersten Fonds auf, der einen Börsenindex nachbildet. Was mit einem Produkt auf den S&P 500 begann, hat die Fondswelt wie kaum eine andere Neuentwicklung verändert. ETFs sind die größte Wachstumsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte. Zuletzt lagen die durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten bei 20%. Insgesamt haben ETFs rund ein Fünftel des gesamten Fondsmarktes erobert.</p><h5>Kosten, Kosten, Kosten</h5><p>ETFs punkten vor allem mit einem Argument: Kosten. Fallen für aktiv verwaltete Fonds in aller Regel über 1% und oft sogar über 2% pro Jahr an, fangen die Jahresgebühren für ETFs schon im Promillebereich an. Selbst exotische Investments oder smarte Portfoliolösungen kosten weniger als 1% pro Jahr. Dieses Argument überzeugt immer mehr Anleger und hat dadurch einen massiven Preiswettbewerb in der Fondsbranche ausgelöst. </p><h5>Mehr als nur Standardindizes</h5><p>Selbst komplexe Investmentansätze lassen sich über Indexinvestments abbilden. Smart Beta lautet hier oft das Zauberwort. Auch Nachhaltigkeit spielt bei ETFs natürlich eine immer wichtigere Rolle. Große Indexanbieter wie MSCI, S&P oder die Deutsche Börse arbeiten bei solchen speziellen Ansätzen oft direkter Zusammenarbeit mit den Fondsgesellschaften zusammen und entwickeln passgenaue Indizes. Dadurch lassen sich selbst recht enge thematische Investments wie etwa in Cannabis oder digitale Bildung realisieren. </p><h5>Wie gemacht für Versicherungen </h5><p>Doch nicht nur das Spektrum der abgebildeten Indizes hat sich deutlich erweitert, sondern auch die Einsatzgebiete. ETFs sind heute längst nicht mehr nur als Direktanlage oder Sparplan gefragt – wenngleich gerade letztere stark boomen. Auch in der Provisionsvermittlung haben sie noch immenses Aufholpotenzial. Zudem sind sie bereits ein fester Bestandteil vieler fondsgebundener Lebensversicherungen, denn gerade mit Versicherungslösungen sich die günstigen und breit gestreuten ETF-Investments clever kombinieren.</p><h5>Bereit für die nächste Evolutionsstufe</h5><p>Bei allen Vorzügen haben ETFs aber natürlich auch Nachteile. So nimmt der überwiegende Teil der passiven Produkte Abwärtsbewegungen eins zu eins mit. Das ist vor allem psychologisch problematisch, da viele Anleger dann in Panik im schlechtesten Moment aus ihren Investments aussteigen: wenn es an den Märkten kracht. Dieser Herdentrieb liegt in der Natur des Menschen. Er lässt sich daher nicht abschaffen. Er lässt sich aber begrenzen, wenn man den Auslöser der Panik eindämmt: die Verluste. Abhilfe können etwa Vermögensverwaltungen oder Dachfonds auf ETF-Basis leisten. Insbesondere bei den digitalen Vertretern sind die passiven Fonds beliebt. Kombiniert mit Algorithmen oder künstlicher Intelligenz wollen sie die Abwärtsrisiken der ETFs reduzieren. Gelingt das langfristig nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis, dürften ETF die nächste Evolutionsstufe zünden und der von John Bogle gestarteten Revolution zu noch deutlich höheren Marktanteilen verhelfen. (mh)</p><p><i class="font-twelve-italic" >© Tierney – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/58358F8C-3FCC-4C1A-9051-3D8B1315BFCD"></div>

 

Amundi baut den Deutschland-Vertrieb um

Amundi hat den Vertrieb über Vertriebspartner an Retailkunden in Deutschland umgebaut. Mehrere Positionen wurden neu besetzt oder gar neu geschaffen. Dadurch soll ein noch besserer Service in der Betreuung über alle Vertriebsbereiche hinweg geboten werden können.

Der größte europäische Asset Manager stellt seinen Vertrieb über Vertriebspartner an Retailkunden in Deutschland um. In der neuen Aufstellung übernimmt Hermann Pfeifer die Leitung für den Vertrieb von aktiven wie passiven Produkten über Vertriebspartner an Retailkunden von Amundi Deutschland. In dieser Funktion berichten Thomas Wiedenmann, Head of ETF, Indexing and Smart Beta Sales Germany, Austria and Eastern Europe, und Alexander Koch als Head of 3rd Party Distribution in neuen Positionen an ihn.

Neuer Geschäftsbereich ESG Business

Neu geschaffen hat Amundi Deutschland den Bereich ESG Business. Er wird geleitet von Dr. Andreas Steinert, der 2018 zu Amundi Deutschland wechselte und dort bis dato den Bereich 3rd Party Distribution verantwortete. Das institutionelle Geschäft bleibt derweil unter der Leitung von Tobias Löschmann. Als Head of Institutional Clients bei Amundi Deutschland berichtet er unverändert direkt an Christian Pellis, den CEO von Amundi Deutschland.

Noch besserer Service und weiteres Wachstum als Ziel

„Nach dem sehr erfolgreichen letzten Jahr mit 14,1 Mrd. Euro Nettomittelzuflüssen sowie der erfreulichen Entwicklung des Geschäfts seit Jahresbeginn, haben wir mit der jetzt vorgenommenen Veränderung eine Aufstellung, um unseren Kunden in Deutschland einen noch besseren Service in der Betreuung über alle Vertriebsbereiche hinweg bieten und weiter wachsen zu können“, sagt Christian Pellis, CEO Amundi Deutschland. (mh)

Bild: © wor_woot – stock.adobe.com

 

Robo Advisor gewinnen langsam an Bekanntheit

Digitale Vermögensverwaltungen beginnen sich in Deutschland zu etablieren. Jeder dritte Deutsche kann inzwischen mit dem Begriff Robo Advisor etwas anfangen. Das zeigt eine aktuelle Studie der B2B-Direktbank ebase.

Die Bedeutung des digitalen Vermögensmanagements hat in Deutschland in den letzten zwölf Monaten weiter zugenommen. Der aktuellen Studie „Robo Advice in Deutschland – Status quo und Entwicklungsperspektiven 2021“ zufolge, die das Marktforschungsinstitut Toluna zum dritten Mal im Auftrag der European Bank for Financial Services (kurz: ebase®) aus Aschheim bei München erstellt hat, sind inzwischen rund 31% der Deutschen mit dem Begriff Robo Advisor vertraut. „Die Umfrage zeigt, dass Robo Advice als moderne Anlageform zusehends an Bekanntheit gewinnt“, resümiert ebase-CEO Kai Friedrich.

Höhere Bekanntheit bei höher Gebildeten und höheren Einkommen

„Eine überdurchschnittlich große Bekanntheit besitzen Robo-Advisor-Angebote bei Personen mit höherer Schulbildung oder höherem Einkommen sowie auch Anlegern mit hoher Risikobereitschaft“, so Friedrich weiter. Diese Kundengruppen können sich auch in größerem Maß vorstellen, einen Robo Advisor für ihre eigene Geldanlage zu nutzen. „Dies trifft auf immerhin 75% derjenigen zu, die mit dem Begriff Robo Advisor vertraut sind“, präzisiert der ebase-CEO. Auch dies zeige, welches Wachstumspotenzial Robo Advice in Deutschland noch habe.

Corona-Lockdown als Beschleuniger

Die wachsende Bekanntheit und das gestiegene Interesse an Robo-Advisor-Angeboten sind nach Ansicht von Friedrich auch im Zusammenhang mit dem Corona-Lockdown zu sehen. Dieser habe dazu geführt, dass sich mehr Menschen – auch bei der Geldanlage – mit Online-Angeboten befasst hätten. „Die gewünschten Informationen zu Robo-Advisor-Angeboten sind online einfach zu finden und zumeist gut verständlich – zudem sind die Angebote bestenfalls relativ selbsterklärend abzuschließen“, erklärt Friedrich.

Darauf legen die Kunden wert

Bei der Wahl eines Robo Advisors legen die Kunden den Fokus vor allem auf geringe Gebühren (für 68% der Befragten wichtig bis sehr wichtig), Transparenz (66%), eine nachvollziehbare Anlagestrategie (64%) sowie gute Bewertungen durch neutrale Instanzen, beispielsweise die Stiftung Warentest oder Analysehäuser (63%). Daneben stehen eine mehrjährige Erfahrung des Anbieters am Markt (62%) sowie der bisherige Anlageerfolg (59%) im Fokus. Rein digitale Anlageangebote kommen, ungeachtet der guten Wachstumsperspektiven, aktuell nur für eine vergleichbar kleine Kundengruppe praktisch infrage. Die Mehrheit wünscht eine Kombination aus digitaler und persönlicher Betreuung, bei der es zu einer Konvergenz von digitalen Leistungen mit einer persönlichen Beratung kommt. (mh)

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