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Ökosystem Digital Health: Krankenversicherer als Vorreiter

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Ökosystem Digital Health: Krankenversicherer als Vorreiter

Mit zunehmender Digitalisierung und Vernetzung ist es für private Krankenversicherer höchste Zeit, ihre Position stärker zu definieren und sich als Orchestrator in den Mittelpunkt eines Ökosystems zu setzen. Alternativ können sie sich als relevanter Schlüsselpartner für den Gesundheitssektor positionieren.

Ein Beitrag von Markus Heyen, Leiter des Bereichs Versicherungen bei der Unternehmensberatung Accenture

Digitalisierung im Gesundheitswesen wurde lange Zeit mit dem kleinen Chip auf der Krankenversicherungskarte gleichgesetzt. Doch diese Vorstellung ist längst veraltet. Innovative Technologien ermöglichen neue digitale Geschäftsmodelle und Angebote. Der europäische Markt für digitale Gesundheitsanwendungen soll sich von aktuell 61 Mrd. Euro bis zum Jahr 2026 auf mehr als 200 Mrd. Euro vergrößern, wovon der deutsche Marktanteil bei über 30% liegen wird.

Apps, Telemedizin & Co.

Vor allem digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie bei­spiels­­weise Gesundheits-Apps, Symptomtagebücher oder Diagnoseunterstützungsprogramme wachsen stark. Wichtige Elemente im digitalen Gesundheitsmarkt sind unter anderem die Telemedizin, die elektronische Patientenakte (ePA) sowie Health Gadgets wie Fitnesstracker oder Geräte zum Messen von Blutzucker, Herzschlag oder Sauerstoffsättigung. All diese Initiativen haben ein gemeinsames Ziel: die Gesundheitsversorgung der Patienten zu verbessern. Dabei bewegen sich alle Akteure des Gesundheitswesens in einem stark fragmentierten Markt, in den künftig eine Vielzahl weiterer Teilnehmer mit neuen Angeboten vorstoßen wird. Die Branchengrenzen innerhalb des Gesundheitsmarktes verschwimmen zunehmend.

Bedarf an digitalen Angeboten ist vorhanden

Mit der Einführung des digitalen Versorgungsgesetzes (DVG) hat das Bundesministerium für Gesundheit bereits Ende 2019 den Startschuss für den Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen gegeben. Das erklärte Ziel: die Innovationskraft des Gesundheitswesens zu fördern – zum Wohle der Patienten. Aus dem Einsatz digitaler Technologien ergeben sich neue Chancen. Um diese zu nutzen, sollten auch private Krankenversicherer ihre Rollen im Gesundheitssystem neu definieren und über Partnerschaften, Ökosysteme und Plattformen nachdenken. Sie verfügen derzeit nicht nur über bekannte Marken und ein höheres Maß an Vertrauen, das sich neue Health-App-Anbieter erst noch erarbeiten müssten, sondern auch über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz als Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Akteuren und Funktionen im Gesundheitssektor.

Gesundheitsversorgung profitiert von Digitalisierung

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens bringt Vorteile für die Patienten. Sie profitieren vor allem von schnellerer Versorgung bei akuten Krankheiten und besserer Koordination von Behandlungsmöglichkeiten. Die vergangenen zwölf Monate der Pandemie offenbarten, welches Potenzial die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung birgt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Patienten digitalen Angeboten aufgeschlossen gegenüberstehen.

Die Bereitschaft, diese neuen Möglichkeiten zu nutzen, geht weit über Apps auf Rezept, Online-­Terminvereinbarungen und Videosprechstunden hinaus. Patienten sind vor allem an einfachen und möglichst barrierefreien Lösungen interessiert, die ihnen ein umfassendes Angebot sowie schnelle Ergebnisse liefern. Derzeit sind es Einzellösungen, die spezielle Teile der Versorgung abdecken. Doch sowohl international als auch in Deutschland wird dies verstärkt angegangen. Der PKV-Verband hat dafür einen Fonds ins Leben gerufen, um innovative Lösungen zu fördern.

Angebote aus verschiedenen Bereichen vernetzen

Von der Symptomerkennung und Diagnose bis hin zur Therapie und dem Management chronischer Krankheiten und Prävention werden Patienten von unterschiedlichen Ansprechpartnern wie Ärzten, Apothekern oder Krankenversicherern begleitet. Sie brauchen dabei aktuell durchschnittlich acht unterschiedliche Apps, wenn sie digitale Unterstützung im Umgang mit ihrer Krankheit nutzen möchten. Hier wäre es hilfreich und effizienter, Angebote aus verschiedenen Bereichen zu koordinieren und zu vernetzen.

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Ein Artikel von
Markus Heyen