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16. August 2021
„Bernd“ auch bei R+V schwerstes Unwetter der Geschichte

„Bernd“ auch bei R+V schwerstes Unwetter der Geschichte

Tief „Bernd“ hat bei den Kunden der R+V Versicherung rund 14.000 Schäden in Höhe von 470 Mio. Euro verursacht. Darunter seien viele Großschäden zu verzeichnen, wie aus der Zwischenbilanz hervorgeht, die der Konzern nun präsentiert hat. Das endgültige Schadenausmaß stehe noch lange nicht fest.

Einige Versicherer haben bereits Schätzungen zu den Schäden infolge der Unwetterkatastrophe vorgelegt. Bei der Provinzial etwa geht das Unwetter „Bernd“ als teuerstes Schadenereignis in die Konzerngeschichte ein (AssCompact berichtete). Nun hat auch die R+V eine Zwischenbilanz vorgelegt und verzeichnet mit bislang 14.000 Schäden in Höhe von 470 Mio. Euro ebenfalls einen Negativrekord. Einen Monat nach den Überflutungen ist Tief Bernd die bislang schwerste Unwetterkatastrophe in der Geschichte der R+V. „Das Tief Bernd hat mit seiner Zerstörungswut allein bei unseren Kunden rund 14.000 Schäden in Höhe von 470 Mio. Euro verursacht“, sagt Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung.

Etwa 70% der R+V-Kunden gegen Naturgefahren abgesichert

„Unsere Berater leisten seit Jahren Überzeugungsarbeit beim wichtigen Thema Naturgefahren: Etwa 70% aller R+V-Kunden in den Flutgebieten haben sich dagegen abgesichert“, so Rollinger weiter. Zugleich rief er dazu auf, in der Klimapolitik umzusteuern. Bei den Überschwemmungen 2002 an der Elbe hätten alle noch von einer Jahrhundertflut gesprochen. „Heute wissen wir, dass das nur der Auftakt zu weit heftigeren und bis dato kaum vorstellbaren Naturkatastrophen war.“

Ganzes Ausmaß noch nicht absehbar

Das endgültige Ausmaß der Schäden stehe aber noch lange nicht fest. Wie die R+V weiter mitteilt, würden die Schadenreserven täglich aufgestockt, weil sich bei der Besichtigung vor Ort vielfach zeige, dass die Zerstörungen schlimmer sind als befürchtet. Koordiniert werden alle Aufgaben von der Notruf-Hotline, über die Schadenbearbeitung bis hin zum Einsatz von Gutachtern, Dienstleistern und Schadenregulierern vor Ort in der Hochwassereinsatzzentrale der R+V. Auch die R+V hat alle verfügbaren Mitarbeiter aus dem gesamten Bundesgebiet in den Krisengebieten zusammengezogen. Kunden erhalten Vorauszahlungen für lebensnotwendige Ausgaben, um zerstörten Hausrat ersetzen oder Reparaturen in die Wege leiten zu können.

Vor allem Gebäudeschäden, darunter viele Großschäden

Mit etwa zwei Dritteln entfällt der größte Anteil der Schäden auf zerstörte und beschädigte Gebäude. Laut R+V sind darunter ungewöhnlich viele Großschäden zu verzeichnen, da auch Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime sowie Lebensmittelgeschäfte stark betroffen sind.

Einsatz gegen Giftstoffe und Müll

Infolge der Hochwasserkatastrophe ist auch die Umwelt gefährdet. So verseuchen Diesel und Heizöl Wasser, Gebäude und Böden. Hier sind Spezialisten der KRAVAG Umweltschutz und Sicherheitstechnik GmbH (KUSS) mit eigenen Bau- und Umweltsachverständigen sowie Dienstleistern vor Ort im Dauereinsatz, um beispielsweise volle Tanks und Fahrzeuge aus den Flussbetten zu bergen. Zudem gehe es darum, den Abfall zu entsorgen.

Tausende Fahrzeuge mit Totalschaden

Neben Gebäuden wurden infolge des Unwetters auch tausende Fahrzeuge schwer beschädigt. Laut R+V haben drei von vier Autos einen Totalschaden erlitten. Falls das Fahrzeug nicht mehr auffindbar ist, wird dessen Wert von Sachverständigen unbürokratisch auf Basis der Fahrzeugdaten bestimmt.

Psychologische Unterstützung

Viele betroffene R+V-Kunden, aber auch Gutachter und Schadenregulierer würden angesichts der Katastrophe psychologische Hilfe benötigen. Hier unterstützt die R+V mit Trauma-Experten.

Spenden und Versicherungsschutz für Helfer

Wie der Versicherungskonzern zudem mitteilt, hat die Spendenaktion „Wir helfen den Helfern“ der R+V STIFTUNG über 0,5 Mio. Euro eingebracht. „Die Hälfte der Summe stammt von den R+V-Mitarbeitern. Wir haben vom Unternehmen den Betrag verdoppelt“, sagt Rollinger. Das Geld kommt unabhängigen Organisationen zugute, die den Menschen vor Ort zur Seite stehen.

Den Helfern, die freiwillig und unentgeltlich in den Krisengebieten unterwegs sind, bietet die R+V einen beitragsfreien Unfallschutz. Eine weitere kostenlose Leistung gibt es für R+V-Firmenkunden mit einer Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung: Leisten sie ehrenamtlich Hilfe und verursachen dabei Schäden, springt die Versicherung ein. Auch Schäden an geliehenen oder gemieteten Arbeitsmaschinen sind in Höhe von 3.000 Euro mitversichert.

Bild: © R+V

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