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„Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Kunden einen Bausparvertrag haben“
20. Juli 2020

„Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Kunden einen Bausparvertrag haben“

Bausparen ist etwas aus der Mode gekommen. Christian Andreas, Spezialmakler für Bausparen und Wohn-Riester, zufolge kann es sich für Kunden wie Vermittler aber nach wie vor in vielen Fällen lohnen. Gerade in Kombination mit dem Wohn-Riester spiele Bausparen seine Stärken aus. Die neue Wohnungsbauprämie dürfte ihm zusätzliche Attraktivität verleihen.

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Bausparen ist etwas aus der Mode gekommen. Christian Andreas, Spezialmakler für Bausparen und Wohn-Riester, zufolge kann es sich für Kunden wie Vermittler aber nach wie vor in vielen Fällen lohnen. Gerade in Kombination mit dem Wohn-Riester spiele Bausparen seine Stärken aus. Die neue Wohnungsbauprämie dürfte ihm zusätzliche Attraktivität verleihen.


„Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Kunden einen Bausparvertrag haben“
Wie wichtig ist gerade beim Bau­sparen eine professionelle Beratung?

Ein paar Basics reichen, um hier und da mal über einen Bausparvertrag zu stolpern. Für den Makler ist es wichtig zu wissen, wo sich Bausparen lohnt und auf welche Bausparkasse er bauen kann. Der Deutsche liebt Sicherheit und der Berater kann ihm diese anbieten. Wichtig ist dabei auch, dass man die Kirche im Dorf lässt und Bausparsummen empfiehlt, die angemessen sind. Große Bausparsummen gehören nur bei einer Baufinanzierung mit dazu.

Wie hat sich das Bauspargeschäft in den letzten Jahren geändert?

Es ist nicht einfacher geworden. Wo früher noch Renditetarife attraktiv waren, gibt es diese inzwischen so gut wie nicht mehr. Was sich auf jeden Fall massiv geändert hat, ist die Nachfrage nach Modernisierungsdarlehen. Diese Darlehen haben stark angezogen. Und gerade hier hat der Bausparvertrag seine große Stärke. Entweder jetzt und hier im Rahmen von Modernisierungsdarlehen oder als Rücklage für spätere Vorhaben. Mit der neuen Prämie macht der Kunde in seinem Guthaben ein Plus und hat dazu die Option eines Bauspardarlehens, welches bis 30.000 Euro blanko gewährt wird. Rückzahlungen des Darlehens sind jederzeit kostenlos möglich.

Kann Bausparen auch für Versicherungsvermittler ein attraktives Zusatzgeschäft sein?

Die Berater sollten das anders betrachten. Wenn der Berater nicht die VL und die staatliche Prämie anspricht und mitnimmt, dann macht es die Bank, und wenn es die Bank macht, dann macht die Bank auch noch andere Sachen.

Sie setzen insbesondere auch auf Wohn-Riester. Warum ist gerade die Kombination von Wohn-Riester und Bausparen interessant?

Wohn-Riester lohnt sich im Rahmen einer Baufinanzierung besonders, um Restschulden abzulösen – trotz Besteuerung im Alter. Hier sind im richtigen Tarif Grenzzinsen von unter 0% möglich. Fragt man den Kunden, ob er möchte, dass sich der Staat mit beispielsweise 70 Euro an der Tilgung vom Haus beteiligt, so habe ich noch keinen Kunden erlebt der „Nein“ sagt.

Natürlich hat Wohn-Riester auch seine Fußnoten, die insbesondere bei einer Scheidung zum Tragen kommen. Trotzdem lohnt es sich mathematisch, einen frei besparten Wohn-Riester-Vertrag im Rahmen einer Bau­finanzierung abzuschließen. Von Kombimodellen mit Wohn-Riester bin ich allerdings nicht begeistert. (mh)

Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 07/2020 auf Seite 82f und in unserem ePaper.

Bild: © magele-picture – stock.adobe.com


Christian Andreas Christian Andreas


Kommentare

von Stefan Groß (170599) am 20.07.2020 um 08:37 Uhr
Dieser Bericht ist für die Vermittler, die von Bausparprovisonen leben natürlich schön zu lesen. Bitte aber in solchen Berichten auch beide Seiten der Medaillen aufzeigen; gerade für Makler, die dieses Produkt nicht sooft vermitteln. Ich sehe hier große Haftungspotenziale für Makler, die z.B. einen "Wohnriester" vermitteln.
Wem ist schon bekannt, dass es z.T. erhebliche steuerliche und starke Nachteile mit sich bringt, einen "Wohnriester" abzuschließen. Von der Problematik der Veräußerung des Objektes will ich erst gar nicht reden (z.B. nur noch selbst nutzbar und nicht mehr vermietbar ab Rentenbeginn, virtuelles Steuerbuch beim Finanzamt und Versteuerung bis z.T. 85 Lebensjahr, etc.).
Ein Bankberater weist i.d.R. meist sowieso nicht auf die Problemstellung hin (jedenfalls hab ich in den ganzen miesen Produkten auf dem Markt bei Kunden noch kein Protokoll gelesen, wo das so war) und die wenigsten "Riesterberater" stecken tief genug in der Materie drin, um sich damit auszukennen.
Meine Meinung: (zum Bausparvertrag im Allgemeinen) und zu dem Wohnriester im Besonderen: Bitte bloß die Finger weg von diesem Mist. Alle angeblichen Vorteile eines Bausparvertrages (niedrigere Darlehenszinsen, etc.) bekommt man auch auf lange Sicht bei dem Zinsniveau auch von jeder anderen Bank; Bonität vorausgesetzt. Und ohne ausreichende Bonität sollte man sowie nicht finanzieren. Der Bausparvertrag ist so ziemlich das letzte Produkt, was die Menschheit braucht. Das war mal anders in Hochzinsphasen, aber die sind lange durch. Vermittler sollten da umdenken, denn mit gesundem Menschenverstand ist eigentlich klar: Eine Hochzinsphase wird es in absehbarer Zukunft nicht mehr geben;
und deshalb braucht es auch keinen Bausparvertrag mehr. Aller vermeintlicher Experten und Beteuerungen aller Bauspargesellschaften, die Ihre Produkte los werden möchten zum Trotz. Es hilft nur umdenken. Da zitiere ich den berühmten Satz von Herrn Gorbatschow: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben oder das geflügelte Wort: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Der Bausparvertrag ist ein Anachronismus dieser Zeit

von Ludwig Barthel am 20.07.2020 um 10:31 Uhr
nichts hinzuzufügen! Außer, dass in der Niedrigzinsphase riesige Kapitalsummen verschwendet werden, weil Mitarbeiter - nur um den Arbeitgeberzuschuss vwL zu bekommen - einen 08/15 Bausparvertrag ihrer Bank abschließen, der in der Sparphase Null Prozent Verzinsung abwirft, also realen Geldwertverlust verursacht. Diese Bausparverträge sind nicht darauf angelegt, das Darlehen zu nutzen (in der Niedrigszinsphase sowie Unsinn!), sondern das Sparkapital nach der Bindungsdauer auszuzahlen. Die Bausparkassen freuen sich ... Ich verzichte an dieser Stelle auf eine Renditeberechnung, wenn die vwL in die bAV gehen. Dagegen sind die im Beitrag "spitz" berechneten angeblichen Kostenvorteile eines Bausparvertrags regelrecht "peanuts"! Diese Form der vwL-Nutzung sollte m.E. verboten werden, § 138 BGB lässt grüßen!

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