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12. März 2026
„Ich sehe zu oft, dass das Maklerdasein behandelt wird wie eine Ware“

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„Ich sehe zu oft, dass das Maklerdasein behandelt wird wie eine Ware“

„Ich sehe zu oft, dass das Maklerdasein behandelt wird wie eine Ware“

Moritz Heilfort setzt mit der paladinum GmbH auf Vertrauen. Dabei spielt Psychologie eine besondere Rolle. „Vertrieb ohne Psychologie ist undenkbar“, sagt er und blickt gleichzeitig auf einen Maklermarkt, in dem seiner Meinung nach aktuell Vertrauen aufgrund bestimmter Player verloren geht.

Interview mit Moritz Heilfort, Geschäftsführer der paladinum GmbH
Herr Heilfort, wir gratulieren zum 3. Platz in der Kategorie Makler­betriebe beim Award Unternehmer-­Ass 2025! Was nehmen Sie für sich davon mit und welche Bedeutung hat der Award für Sie?

Danke. Ich nehme das als Messpunkt, nicht als Schulterklopfen. Ein Award macht uns nicht besser, aber er zeigt: Der Kurs stimmt. Und er ist ein Signal ans Team, denn hier gewinnen nicht „ich“ oder gute Sprüche, sondern saubere Beratung, Servicequalität und konsequentes Qualitätsmanagement.

Inwiefern tragen solche Auszeichnungen auch zu einer Veränderung bei, wie Makler in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden?

Sie können helfen, das Bild zu korrigieren: weg vom Verkäufer-­Klischee, hin zum Beratungsunternehmen mit Verantwortung. Aber Vertrauen entsteht nicht durch Trophäen. Vertrauen entsteht, wenn wir verständlich sprechen, transparent arbeiten, sauber dokumentieren und auch mal klar „Nein“ sagen. Auszeichnungen sollten weniger Show belohnen und mehr Substanz: Kundennutzen, Teamleistung, Stabilität.

Was ist denn das Erfolgsrezept von paladinum? Und welche Strategie verfolgen Sie mit Ihrem Geschäftsmodell?

Unser Erfolgsrezept ist kein Zaubertrick. Es ist ein System: Spezialisierung, Vielseitigkeit und kompromisslose Qualität. Wir kommen stark aus der Welt der Soldatinnen und Soldaten, aber Paladinum ist breiter aufgestellt: Privatkunden, B2B-Sach, betriebliche Vorsorge und Finanzierung. Entscheidend ist: Alles folgt derselben Logik. Standards, Prozesse, Training, Qualitätskontrolle. Unser strategischer Kern ist der Bestandskunde. Wir bauen keine Abschlussmaschine, sondern eine Beratungs- und Serviceorganisation, die dauerhaft liefert. Wenn Qualität stimmt, folgt Wachstum: Zufriedenheit, Empfehlungen, Wiederkauf. Dann wird auch anorganisches Wachstum logisch. Wer Bestände sauber übernehmen und weiterentwickeln kann, für den sind Partnerschaften und Zukäufe Konsequenz, nicht Wette. Dazu passt unser kooperatives Modell der Paladinum Alliance. Die Alliance bündelt Spezialisten, teilt Standards und schafft Infrastruktur: ein Ansprechpartner vorn, ein lieferfähiges Netzwerk dahinter.

Sie haben u. a. Wirtschaftspsychologie studiert. Inwiefern und wo fließen bei Ihnen bewusst psychologische Aspekte im Beruflichen ein?

Am stärksten in Kundenkommunikation und Customer Journey. Wir haben unsere Touchpoints zu Ende gedacht: vom ersten Kontakt über Terminbuchung, Beratung und Servicefälle bis zur Empfehlung. Das haben wir weitestgehend automatisiert, ohne kalt zu werden. Ein Hebel ist Gamification. Nicht als Spielerei, sondern als Mechanik, die Verhalten steuert: Kunden buchen Services zuverlässiger, bleiben im Kontakt und empfehlen häufiger, weil Wege klar sind und es sinnvolle Anlässe gibt. Wenn man das sauber macht, sind Servicepauschalen keine „Einnahmeidee“, sondern die logische Folge. Der Kunde erlebt den Wert regelmäßig. Und Psychologie steckt auch im Marketing. Botschaften, Markenlogiken, Kampagnen. Das setzen wir über verschiedene Marken um, unterstützt durch unsere gruppeneigene Marketingagentur.

Worin sehen Sie die Vorteile, Psychologie mit der Maklertätigkeit zu verbinden? Und was würden Sie ohne dieses Know-how wohl anders machen?

Psychologie ist für mich die Grundlage jeder beratenden Tätigkeit. Vertrieb ohne Psychologie ist ehrlich gesagt undenkbar, weil wir es immer mit Menschen zu tun haben: mit Motiven, Unsicherheiten, Entscheidungsdruck, Verantwortung und manchmal auch mit Verdrängung. Gerade als Makler, wo es häufig um existenzielle Themen geht, ist das nicht „Soft Skill“, sondern Kernkompetenz. Das Spannende ist: Viele wirklich gute Berater sind in dem Bereich Naturtalente. Sie hören zwischen den Zeilen, sie können Sicherheit geben, sie führen Gespräche, ohne zu manipulieren. Das Studium hat mir dafür Sprache und Struktur gegeben – und es hat mir geholfen, Kommunikation und Beratung nicht nur „aus dem Bauch“ zu machen, sondern bewusster. Und ganz persönlich: Ohne dieses Wissen wäre ich vermutlich gar nicht Finanzberater geworden. Weil genau dieser Teil mich fasziniert hat: Menschen in komplexen Entscheidungen zu begleiten und daraus Lösungen zu bauen, die im echten Leben funktionieren, nicht nur auf dem Papier.

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