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22. Juni 2021
50 Jahre Fondspolice und der Nerv der Zeit

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50 Jahre Fondspolice und der Nerv der Zeit

Vor 50 Jahren ging die WWK mit ihrer ersten Fondspolice auf den Markt. Ein Blick in die Historie zeigt die bisherige Entwicklung auf, die aktuell im iCPPI-Modell des Versicherers mündet. Aber demnächst wird es Neuerungen geben. Der Versicherer erwartet zudem 2021 noch rege Riester-Nachfrage.

Interview mit Rainer Gebhart, Vertriebsvorstand der WWK Versicherungen
Die WWK war einer der Pioniere im Bereich der Fondspolicen. Schildern Sie uns doch bitte kurz die Historie.

Die Anfänge liegen im Jahr 1971. Die WWK begann schon damals mit großen, sachwertorientierten Finanzvertrieben ins Geschäft zu kommen. Bei uns wie bei diesen Häusern lautete bereits damals die Philosophie „Sachwert schlägt Geldwert“. Eine langfristige Altersvorsorge unterliegt immer drei Gefahren: dem Emittentenrisiko, sprich dass der Risikoträger pleitegeht, einer Währungsreform oder einer galoppierenden Inflation. Diese Risiken können eine klassische Kapitalversicherung aushebeln. Die Philosophie der WWK war deshalb lieber Sachwerte, also Aktienfonds, in eine Versicherung zu packen. Die WWK war damals einer der ersten Versicherer, die das neue sachwertorientierte Verständnis professionell mit der Fonds­police als Sparprodukt für breite Bevölkerungskreise umgesetzt hat.

Fondspolicen haben im Laufe der Zeit einige Wandlungen durchgemacht. Wie ging es bei der WWK weiter?

Bei der ersten Generation konnte nur jeweils ein Investmentfonds in der Police bespart werden, ohne Mischmöglichkeit. Aus heutiger Sicht ist das kaum mehr vorstellbar, aber das war damals technisch gar nicht anders machbar. Für acht bis zehn Jahre blieb es bei vier Anbietern am Markt, dann wurden Fondspolicen zum Trend.

Die Aktienmärkte prosperierten, die Medien propagierten Sachwertinvestitionen und weitere Versicherer merkten, dass es sich lohnt, da mitzuspielen. Der Wettbewerb hat das Geschäft entscheidend beflügelt. Höhepunkt der Entwicklung war für die WWK die Einführung der als „individual Constant Proportion Portfolio Insurance – iCPPI“ bekannte dynamische Portfolio-Absicherungsstrategie, die kunden­individuell für jeden Kundenvertrag zum Einsatz kommt. Deren Implementierung war technisch anspruchsvoll, ermöglicht aber vollständige Beitragsgarantien bei gleichzeitig hohen Ertragschancen durch die Partizipation an der Entwicklung der globalen Aktienmärkte.

Garantien und Sicherheit, aber auch weitere Features wurden in den Produkten mit der Zeit wichtiger.

Garantien haben in den letzten Jahren den Markt dominiert. Dies ist in hohem Maße der speziellen Anlagekultur der Deutschen geschuldet. Viele Umfragen zeigen, dass die Rückzahlung des eingezahlten Kapitals in allen Altersgruppen das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage ist. Allerdings verfolgen die Anbieter bei der Gestaltung von Altersvorsorgeprodukten mit Beitragsgarantie verschiedene Ansätze, die auf unterschiedlichen Philosophien der Produktentwickler basieren oder von der technischen Umsetzbarkeit der Lösungen abhängen.

Mit unseren Fondsrenten der Produktgeneration WWK IntelliProtect® stellten wir unseren Kunden seit dem Jahr 2009 ein vom gesamten Produktdesign nicht nur äußerst flexibles, sondern auch sehr renditestarkes, fonds­gebundenes Altersvorsorgeprodukt zur Verfügung. Hauptziel ist es, einen möglichst hohen Kapitalanlageertrag zu generieren und gleichzeitig die individuell gewünschten Garantieleistungen zu gewährleisten. Die notwendigen Portfolioumschichtungen werden dabei kunden­individuell und börsentäglich durchgeführt. Das hat unseren Kunden in der Vergangenheit sehr hohe Investitionsquoten in die gewählten Investment­fonds und damit hohe Renditen ermöglicht – auch in extrem volatilen Marktphasen wie beispielsweise im Frühjahr 2020.

Die nächste Frage ist nun, wie man in Zukunft bei einem Höchstrechnungszins von 0,25% noch Garantien erzeugen kann. Gerade bei den geförderten Produkten ist das ein Problem und was heißt das für die Branche?

Das Bundesfinanzministerium ist der Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung und der BaFin gefolgt und hat die Absenkung des Höchstrechnungszinses von 0,9 auf 0,25% per Erlass geregelt. Damit dürfte die Darstellung einer 100%-Bruttobeitragsgarantie in der gesamten Branche für Riester-Renten nach Aussage von Mathematikern unmöglich werden. Auch in der bAV wäre eine Garantie der gesamten Bruttobeiträge im Rahmen einer Beitragszusage mit Mindestleistung dann wohl nicht mehr darstellbar.

Aus diesem Grund befürworten wir eine Absenkung des Garan­tieniveaus, wie bereits von etlichen Experten vorgeschlagen. Da es unser Kernprodukt WWK IntelliProtect® 2.0 heute schon mit variablen Garantie-niveaus zwischen 50 und 100% der eingezahlten Beiträge gibt, sind wir überzeugt, auf Veränderungen auch zeitnah reagieren zu können. Darüber hinaus werden wir 2022 – nach einer Absenkung des Rechnungszinses – für unsere Kunden und Vertriebspartner mit einer neuen fondsgebundenen Versicherung gewinnbringende Impulse setzen.

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Seite 2 Aber verkaufen Sie Riester noch?

 
Interview mit
Rainer Gebhart