Interview mit Dr. Volker Priebe, Vorstand Privatkunden und Produkte der Allianz Lebensversicherung
Herr Dr. Priebe, die DKM 2026 steht kurz bevor. Erwarten Sie, dass das Altersvorsorgedepot auch bei den Gesprächen mit Vermittlern eine zentrale Rolle spielen wird?
Ja, absolut – das sehen wir jetzt schon in den laufenden Gesprächen mit Vermittlerinnen und Vermittlern und unseren Geschäftspartnern. Die DKM ist als etablierte Branchenmesse zentraler Treffpunkt und der richtige Ort für Orientierung und fachlichen Austausch. Ich freue mich auf intensive Diskussionen darüber, welche Chancen die Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge mit Blick auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen in der Altersvorsorge eröffnet, welche Erwartungen Vermittlerinnen und Vermittler haben und wie sich die neuen Rahmenbedingungen auf Beratung und Vertrieb auswirken werden. Damit wirkt die Messe wie ein Brennglas: Sie verdichtet auf zwei Tage die Themen, die Versicherer und Vermittler in den kommenden Wochen und Monaten weiterhin beschäftigen.
Es geht jetzt aber um mehr als rein fachliche Aspekte, neue Produkte und gesetzliche Regelungen. Wir spüren vielmehr neue Impulse für die gemeinsame Aufgabe, Millionen Menschen für die private Altersvorsorge zu gewinnen. Es ist an uns, es ist an den Vermittlerinnen und Vermittlern im persönlichen Gespräch, die politische Initiative der Reform der geförderten Altersvorsorge in eine echte Aufbruchsstimmung zu überführen, für mehr Vorsorge und Vermögensaufbau in Deutschland.
Eine aktuelle Assekurata-Studie zeigt, dass viele Anbieter bei der Reformumsetzung noch vor Herausforderungen stehen. Die Allianz plant ab Januar 2027 Angebote in allen drei förderfähigen Produktkategorien. Sind Sie dabei auf Kurs? Und gibt es noch regulatorische Unklarheiten?
Allianz Leben arbeitet intensiv an der Entwicklung eines umfassenden Portfolios auf Basis des Altersvorsorgereformgesetzes und wir sind bereits auf der Zielgeraden. Wir werden unseren Kundinnen und Kunden ab 01.01.2027 attraktive Angebote in allen drei förderfähigen Produktkategorien machen: Für den Altersvorsorgevertrag mit 80% Beitragsgarantie, das Altersvorsorgedepot und das Standarddepot.
Die Schwierigkeiten für manche Marktteilnehmer möchte ich so einordnen: Altersvorsorge und vor allem die staatlich geförderten Varianten sind eben weit mehr als ein digitales Depot mit Ein- und Auszahlfunktion. Wir haben mehr als 100 Jahre Erfahrung in der privaten Altersvorsorge und sind bestens vertraut mit den Prozessen der staatlichen Zulagenförderung. Wir setzen mit unserem Vorsorgekonzept InvestFlex ein jahrelang bewährtes und bei den Kunden beliebtes Angebot ein und etablieren unsere Angebote in engem Schulterschluss mit unserer Schwestergesellschaft Allianz Global Investors.
Auf regulatorischer Seite gibt es allerdings in der Tat noch Unklarheiten, etwa fehlt noch die finale Fassung einer Verordnung zu Kostenansätzen und Informationspflichten. Das stellt die Branche durchaus auf der Zielgeraden noch vor Herausforderungen.
Aber: wir sind zum 1. Januar startklar. Und zwar startklar, um unsere Kundinnen und Kunden über Jahrzehnte in der Ansparphase zu begleiten und für sie später ein lebenslanges Einkommen sicherzustellen.
Seite 1 Allianz zum AV-Depot: „Wir sind zum 1. Januar startklar“
Seite 2 Wird der Markt in der privaten Altersvorsorge durch die Reform größer werden oder wird es zunächst vor allem zu einer Umverteilung zwischen den bestehenden Produktanbietern und -kategorien kommen?
Seite 3 Welche Chancen ergeben sich durch die Reform für den Vertrieb und dadurch auch für Vermittler?
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