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19. Juni 2026
Altersvorsorgedepot fordert Lebensversicherer und Makler heraus
Altersvorsorgedepot fordert Lebensversicherer und Makler heraus

Altersvorsorgedepot fordert Lebensversicherer und Makler heraus

Das Altersvorsorgedepot bringt Bewegung in den Markt und stellt Lebensversicherer sowie Versicherungsmakler vor neue Herausforderungen. Eine aktuelle AssCompact Studie zeigt, wie Makler die Chancen für die Lebensversicherung und ihr Altersvorsorgegeschäft einschätzen.

Welche Potenziale bietet das Altersvorsorgedepot für die Lebensversicherung und für Versicherungsmakler? Diese Frage beschäftigt die Branche seit Verabschiedung der Altersvorsorgereform. Ein Blick in die aktuelle AssCompact TRENDS-Studie zeigt, wie Versicherungsmakler die Situation einschätzen.

Zurückhaltende Erwartungen der Makler

Die Ergebnisse fallen eher zurückhaltend aus: Lediglich 19,6% der befragten Versicherungsmakler und Mehrfachagenten erwarten, dass die Lebensversicherung aufgrund der Reform als Altersvorsorgeprodukt gestärkt wird. Stattdessen gehen viele davon aus, dass ETFs der Lebensversicherung weiterhin den Rang ablaufen. Für 78,9% der Befragten stellen ETFs die wichtigste Konkurrenz im Altersvorsorgemarkt dar. Und 57,2% sagen, dass Altersvorsorgeprodukte wie ETFs im Rahmen der Reform gegenüber der Lebensversicherung bevorzugt werden.

Kürzliche Umfragen bescheinigen dabei dem Altersvorsorgedepot ein großes Interesse auf Seiten der Sparer. Auch rund die Hälfte der Versicherungsmakler plant, das Altersvorsorgedepot in ihre Beratung zu integrieren.

Begrenzte Wachstumschancen und neue Hürden

Die aktuelle AssCompact TRENDS-Studie zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild: Nur knapp jeder vierte Makler erkennt darin konkrete Wachstumschancen für das eigene Altersvorsorgegeschäft. Zudem könnte das geplante staatliche Standardprodukt zum Hemmschuh werden: 28,8% der Befragten sehen hier potenzielle Probleme für ihr Geschäft.

Gleichzeitig rechnen viele Vermittler mit steigenden Anforderungen in der Beratung. So erwarten 55,1%, dass Gespräche im Vertrieb von Lebensversicherungen komplexer und zeitintensiver werden. Ein wesentlicher Treiber dürfte dabei auch die stärkere Fokussierung auf Kosten sein. 71,5% der Makler gehen davon aus, dass Kosten von Lebensversicherungen künftig eine bedeutende Rolle in der Beratung spielen werden und diese sind nun mal erklärungsbedürftig.

Wechselpotenzial aus der Riester-Rente

Ein weiterer Aspekt ist die mögliche Wechselbewegung von der Riester-Rente hin zum Altersvorsorgedepot. Etwa zwei Drittel der befragten Makler (67,2%) geht davon aus, dass ein solcher Trend einsetzen wird. Damit dürfte zugleich ein erheblicher zusätzlicher Beratungsbedarf entstehen. Aus Sicht der Vermittler birgt diese Entwicklung jedoch auch Chancen: 71% erwarten von einer möglichen Wechselwelle und dem Beratungsbedarf profitieren zu können.

Uneinheitliches Bild zur Lebensversicherung

Ein ganz einheitliches Bild zur Rolle der Lebensversicherung ergibt sich laut Studie jedoch nicht. Einerseits nennen Versicherungsmakler vor allem hohe Kosten und vergleichsweise geringe Renditen als Gründe, warum sich viele Sparer gegen die Lebensversicherung und für ETFs entscheiden.

Andererseits sehen die Vermittler auch klare Stärken bei den Policen: Insbesondere bei lebenslanger Absicherung, steuerlichen Vorteilen und Garantien wird die Lebensversicherung weiterhin im Vorteil gesehen.

So fällt das Gesamtbild trotz teils verhaltener Umfragewerte weniger eindeutig aus, als es auf den ersten Blick scheint. Neben kritischen Einschätzungen finden sich in der Studie auch zahlreiche Stimmen, die die Lebensversicherung nach wie vor als sinnvolle Spar- und Absicherungslösung bewerten.

Blick auf neue Produkte

Insofern richtet sich der Blick nun auf die neuen Produkte, die im Zuge der Altersvorsorgereform entwickelt werden. Entscheidend wird dabei sein, ob es den Lebensversicherern gelingt, ihre Kosten zu senken und zugleich mehr Flexibilität in ihre Angebote zu integrieren. (bh)

Über die Studie

Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact TRENDS II/2026“ wurde vom 31.03.2026 bis 15.04.2026 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 256 Vermittlerinnen und Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann auf asscompact.de erworben werden.