ASCORE: So geht es den Kompositversicherern | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

ASCORE: So geht es den Kompositversicherern
26. November 2019

ASCORE: So geht es den Kompositversicherern

Im Rahmen ihres Komposit-Unternehmensscorings hat ASCORE 73 Versicherungsgesellschaften anhand von 21 Kriterien analysiert. Das Verfahren hinter der Berechnung einzelner Kriterien wurde dabei überarbeitet. Die Ergebnisse: Neun Anbieter erhalten die Höchstbewertung „hervorragend“ (sechs Kompasse), elf Anbieter konnten sich um eine Wertungsklasse verbessern.


Im Rahmen ihres Komposit-Unternehmensscorings hat ASCORE 73 Versicherungsgesellschaften anhand von 21 Kriterien analysiert. Das Verfahren hinter der Berechnung einzelner Kriterien wurde dabei überarbeitet. Die Ergebnisse: Neun Anbieter erhalten die Höchstbewertung „hervorragend“ (sechs Kompasse), elf Anbieter konnten sich um eine Wertungsklasse verbessern.

ASCORE: So geht es den Kompositversicherern

Im Oktober hatte das Analysehaus ASCORE seine Unternehmensscorings für die Lebens- und Krankenversicherer veröffentlicht. Seit Mitte November gibt es nun auch das Komposit-Unternehmensscoring. In dessen Rahmen haben die Hamburger Bilanzexperten 21 Kennzahlen von 73 Versicherungsgesellschaften unter die Lupe genommen. Zehn der Kennzahlen sind bewertungsrelevant, elf werden nur nachrichtlich ausgewiesen und fließen nicht in die Bewertung mit ein. So wurde zum Beispiel die SCR-Quote der Muttergesellschaft mitbetrachtet aber nicht für die Bewertung herangezogen. Analog zum PKV-Unternehmensscoring gibt es auch hier die vier Bewertungsbereiche „Erfahrung“, „Sicherheit“, „Erfolg“ und „Bestand“. Je höher die Anzahl der im Bereich bewertungsrelevanten Kriterien, desto höher die Gewichtung des Bereichs. Für jedes erfüllte Kriterium vergibt ASCORE bei der Auswertung einen ganzen oder einen halben Punkt. Dafür werden pro Kriterium eine Benchmark und eine Toleranz definiert. Am Ende steht eine Gesamtpunktzahl, die in Kompassen gemessen wird.

Höchstwertung von sechs Kompassen für neun Gesellschaften

Verglichen mit dem Vorjahresscoring konnten elf Anbieter um eine Wertungsklasse verbessern. Die Spitzenwertung von sechs Kompassen („hervorragend“) erhielten neun Gesellschaften. Es sind in alphabetischer Reihenfolge Concordia, Debeka, Die Haftpflichtkasse, InterRisk, LVM, NV-Versicherungen, VHV, VOLKSWOHL BUND und Württembergische. Für neun Anbieter fiel das Gesamturteil schlechter aus als im Scoring von 2018. 16% der Gesellschaften schlossen diesmal mit „befriedigend“ oder schlechter ab.

Wurzelansatz bei den Bestandskennzahlen

Die Verfahren hinter der Berechnung einzelner Kriterien hat ASCORE grundlegend überarbeitet. So wurde bei den Bestandskennzahlen nicht mehr die prozentuale Veränderung betrachtet, sondern ein sogenannter „Wurzelansatz“ verwendet. Die absolute Veränderung wird hier ins Verhältnis zur Wurzel des Vorjahreswertes gesetzt. So können Gesellschaften unterschiedlicher Größe besser verglichen werden.

Außerdem wird nun bei den SCR-Kennzahlen anstatt der Netto-SCR-Quote eine SCR-Quote inklusive Volatilitätsanpassungen bewertet. Im Gegensatz zur Netto-SCR-Quote bzw. SCR-Quote ohne Berücksichtigung von Volatilitätsanpassungen und Übergangsmaßnahmen, erlaubt dies – besonders bei der Verwendung von internen Modellen – eine realistischere Abbildung der berücksichtigten Risiken des Versicherers.

Im Vergleich zum Vorjahresscoring ist laut den ASCORE-Analysten im Komposit-Bereich die Kapitalanlage-Ergebnis-Quote, die das Kapitalanlageergebnis im Verhältnis zu den verdienten Bruttobeiträgen misst, gesunken: von 9,50% im Jahr 2017 auf 8,19% im Jahr 2018. Bei der Netto-Schadenquote sei im Vergleich zum Vorjahr hingegen nur eine geringfügige Senkung festzustellen: 68,46% im Jahr 2018 nach 69,02% im Jahr 2017. Da die Kostenquote relativ stabil geblieben sei, sei auch die Combined Ratio bzw. die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (ein Indikator für die Ausgaben des jeweiligen Unternehmens durch Kosten und Schäden) auf dem Vorjahresniveau geblieben. Branchenweit betrug sie 2018 94,47% nach 94,81% im Jahr 2017.

Veränderung der Anzahl der Verträge: Aktuelles Jahr viel schlechter als das Vorjahr

Bei der Bestandskennzahl „Veränderung der Anzahl der Verträge“ ist das aktuelle Jahr laut ASCORE viel schlechter ausgefallen als das Vorjahr. Nach dem oben beschriebenen Wurzelansatz berechnet, ist 2018 branchenweit ein Wachstum von 7,34 zu beobachten, im Jahr 2017 betrug die Anzahl noch 23,69. Im Gegensatz dazu sei die Wachstumskennzahl bei den gebuchten Beiträgen im Jahr 2018 etwas höher als im Vorjahr: Sie ist von 8.176,28 in 2017 auf 8.750,93 in 2018 gestiegen.

Die vollständige Ergebnisliste des ASCORE Komposit-Unternehmensscorings kann hier abgerufen werden.

Lesen Sie auch: Neues Scoring: Diese Lebensversicherer sind "herausragend" und Dieses PKV-Quartett punktet im Anbietervergleich

Bild: © pakorn – stock.adobe.com




Ähnliche News

Die Unternehmensberatung Bain & Company hat eine Studie zum deutschen Versicherungsmarkt vorgestellt. Darin zeigt sie unter anderem, wie sich die Kundenerwartungen an die Sach- und Lebensversicherer verändern – und wie Versicherer darauf reagieren müssen, um gegen die zunehmende Konkurrenz branchenfremder Unternehmen zu bestehen. weiterlesen
Weihnachten steht vor der Tür. So mancher nutzt die freien Tage zum Skifahren. Zum Start in den Winterurlaub sollten die richtigen Versicherungen ins Gepäck, damit aus dem Pistenspaß kein teures Vergnügen wird. weiterlesen
Das Berliner Label Urban Drivestyle und das InsurTech Coya haben eine Kooperation vereinbart: Urban-Drivestyle-Kunden erhalten einen exklusiven Rabatt beim Abschluss einer Coya-E-Bike-Versicherung. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.