Wie es der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aktuell ergeht, das kann man fast täglichen Medienberichten entnehmen: Eine große Lücke klafft in der Finanzierung, die Bundesregierung versucht, mit einem Reformpaket gegenzusteuern.
Wie sieht es in der privaten Krankenversicherung (PKV) aus? Die Lage der PKV hat sich die Assekurata Assekuranz Rating-Agentur angesehen und im Rahmen ihres gerade veröffentlichen Assekurata-Marktausblicks zur privaten Krankenversicherung 2026 auch einen Ausblick gewagt.
2025 ist PKV zum dritten Mal in Folge gewachsen
So gibt es erst einmal eine positive Nachricht: Bereits zum dritten Mal in Folge ist die Branche gewachsen: Im Jahr 2025 stieg die Anzahl der vollversicherten Personen, die von der GKV in die PKV wechselten, von 184.500 Personen im Vorjahr auf 206.300 an – was der Vollversicherung immerhin ein Plus von 0,5% auf fast 8,8 Millionen Menschen bescherte.
Auch in der Zusatzversicherung sieht es gut aus. Die Zahl der Verträge stieg um 2,2% auf aktuell 32 Millionen Stück. Wie bereits im Vorjahr ist die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ein maßgeblicher Treiber. Lag der Anteil der bKV am Zusatzversicherungsgeschäft vor zehn Jahren noch bei 2,4%, ist er mittlerweile auf 8,8% angestiegen. Die Bedeutung der bKV steigt von Jahr zu Jahr an: Aktuell bieten 60.600 ihren Mitarbeitern eine bKV an, das entspricht einem Wachstum von 16% gegenüber dem Vorjahr.
Leistungsausgaben seit 2018 fast um die Hälfte gewachsen
Das Wachstum hat sich auch 2025 in einem Rekordzuwachs an Beitragseinnahmen niedergeschlagen. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um weitere 7,3% auf 54,4 Mrd. Euro an. Neben dem Wachstum waren allerdings auch erneut überdurchschnittlich hohe Beitragsanpassungen für die höheren Einnahmen verantwortlich. Denn auch die Ausgaben sind für die PKV-Unternehmen deutlich angestiegen, und zwar um knapp über 7% auf 42,1 Mrd. Euro, seit dem Jahr 2018 sind die sogar um gut 44% angestiegen. Zum Vergleich: In der GKV ist im gleichen Zeitraum ein Anstieg der Leistungsausgaben von fast 49% von 226,2 Mrd. Euro auf 336,4 Mrd. Euro zu beobachten.
Die Herausforderungen der beiden Systeme sind dabei relativ ähnlich. Beiden machen die allgemeine medizinische und demografische Entwicklung zu schaffen. Neben dem medizinischem Fortschritt treiben auch Fachkräftemangel, steigende Krankenhauskosten und Arzneimittelinnovationen die Ausgaben, und das in beiden Systemen.
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