Pool- oder Direktanbindung?
Beinahe kontrovers ging es in Andreas Wollermanns als Diskussionsrunde konzipiertem Workshop zum Thema Pools zu. Er stellte die Frage: Pool- oder Direktanbindung? Daraus entstand eine durchaus emotionale Debatte über die Vor- und Nachteile, die Pools liefern, und ergaben sich außerdem neue Fragen, die dabei, vor allem für den einzelnen Makler selbst, geklärt werden müssen: Wie abhängig fühle ich mich bei einer Poolanbindung wirklich? Wie viel Geschäft mache ich bei einem einzelnen Versicherer? Wie viele Kosten nehmen mir Pools wirklich ab, da ich mich nicht um ein eigenes MVP und eigene Vergleichstools kümmern muss? Geht dadurch meine unternehmerische Abhängigkeit wirklich verloren?
Das Fazit lässt sich wohl so fassen, dass sich Direktanbindungen vor allem dann lohnen, wenn man über einen Versicherer viel Geschäft macht, während sich für breiter aufgestellte Makler, die ihr Geschäft auf viele verschiedene Produktgeber verteilen, eine Poolanbindung mehr lohnt – was natürlich nicht pauschal gilt.
Hoher Besuch
Mit dabei war auch Dr. Claus Hunold, Marketing- und Vertriebsvorstand bei der Haftpflichtkasse, der den Jungmaklern für eine Q&A-Session Rede und Antwort stand. Die Jungmakler waren sehr interessiert an Hunolds Erfahrungen in der Versicherungsbranche, seinen Ansichten zum Thema KI und was zukünftig für die Haftpflichtkasse geplant ist. So erläuterte Hunold etwa, dass man bei der Haftpflichtkasse zukünftig plane, in die Gewerbeversicherung einzusteigen, bspw. in die Vermögensschadenhaftpflicht und Hausrat für Kleingewerbe.
Auch zum Thema Pools äußerte sich Hunold. Für ihn sei es enorm wichtig, dass ein Pool dem Versicherer weiter Zugang zu den Maklern gewährt, denn wenn der Versicherer mit dem Makler nicht in Kontakt treten könne, dann habe der Makler auch nichts davon. Hunolds Empfehlung: Für die Versicherer, mit denen man favorisiert Geschäft macht, sollte man sich eine Direktanbindung anlegen.
Datenplattform für Makler
Tobias Knörrer stellte außerdem zusammen mit Makler-Urgestein Michael Richthammer Pläne der bbg für eine Art Maklerdaten-Plattform vor, auf der öffentlich zugängliche Daten von Maklerunternehmen gesammelt und zur Verfügung gestellt werden, um das Interesse von Jungmakler-Seite genauer zu eruieren. Die Rückmeldungen waren sehr positiv – allerdings mit einem kleinen Twist: Die Jungmakler sahen darin weniger eine Möglichkeit für den Konkurrenzvergleich („Wie stehe ich im Vergleich zu anderen Maklern finanziell da?“), sondern eher ein Tool, um andere Maklerunternehmen zu finden, mit denen sich potenziell eine spannende, ergiebige Zusammenarbeit ergeben könnte.
Viele Jungmakler kommen aus der AO-Welt, wo es eher mit ausgefahrenen Ellenbogen zugehen würde, wie ein Jungmakler erklärte. Der Austausch in der Jungmakler-Community, könnte durch solch eine Plattform noch zusätzlich gefördert, nicht aber ersetzt werden.
MasterClass 2027
Die MasterClass dürfte mittlerweile als feste Größe in der Jungmakler-Community gelten, getrieben durch den Austausch zwischen „Jungmakler-Veteranen“ und Branchen-Neulingen sowie Vertretern von Versicherern. Auch nächstes Jahr wird die MasterClass wieder im FREIgeist in Göttingen stattfinden, dann zum fünfjährigen Jubiläum. (mki)
Lesen Sie auch: Wie Makler die nicht-familieninterne Nachfolge schaffen
Seite 1 Automatisierung, KI und Pools: Was die junge Maklerbranche bewegt
Seite 2 Pool- oder Direktanbindung?
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können
