Baukindergeld: Mission erfüllt oder milliardenschwere Fehlsubvention? | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

Baukindergeld: Mission erfüllt oder milliardenschwere Fehlsubvention?
14. August 2019

Baukindergeld: Mission erfüllt oder milliardenschwere Fehlsubvention?

Rund ein Jahr nach der Einführung nimmt der Streit um das Baukindergeld wieder Fahrt auf. Ist es eine zielgerichtete Förderung, die Familien den Weg in die eigenen vier Wände erleichtert, oder doch eine milliardenschwere Fehlsubvention? Darüber streiten sich aktuell die Experten von LBS und Deutscher Mieterbund.

2 / 3


Rund ein Jahr nach der Einführung nimmt der Streit um das Baukindergeld wieder Fahrt auf. Ist es eine zielgerichtete Förderung, die Familien den Weg in die eigenen vier Wände erleichtert, oder doch eine milliardenschwere Fehlsubvention? Darüber streiten sich aktuell die Experten von LBS und Deutscher Mieterbund.


Baukindergeld: Mission erfüllt oder milliardenschwere Fehlsubvention?
Falsch und teuer

Der Deutsche Mieterbund teilt das positive Urteil Guthmanns zum Baukindergeld überhaupt nicht. In einer aktuellen Stellungnahme erklärt Präsident Lukas Siebenkotten das Baukindergeld als milliardenschwere Fehlsubvention. „Das Baukindergeld ist falsch, teuer und eine milliardenschwere Fehlsubvention ohne positive wohnungspolitische Auswirkungen“, so Siebenkotten.

Wohnungsneubau wir nicht angereizt

Der Präsident des Deutschen Mieterbunds bezieht sich dabei auf einer gerade veröffentlichten Auswertung des Bundesinnenministeriums. „Der staatliche Zuschuss, der bisher an 43.000 Familien gezahlt wird, trägt zur Eigentumsbildung dieser Haushalte bei. Der dringend notwendige Wohnungsneubau wird aber nicht angereizt“, kritisiert Siebenkotten. Der notwendige Wohnungsneubau, insbesondere in den Städten und Ballungsgebieten, werde durch das etwa 10 Mrd. teure Baukindergeld nicht gefördert. Er verweist bei seiner Kritik unter anderem auf den hohen Anteil der Anträge für Bestandsimmobilien.

84% der Anträge beziehen sich auf Bestandsimmobilien

In der Tat bezogen sich 84% der bis Ende März 2019 gestellten Baukindergeldanträge auf den Kauf bestehender Immobilien. Guthmann sieht das nicht als Beleg dafür, dass das Baukindergeld kaum etwas dazu beitrage, neuen Wohnraum zu schaffen. Er wirft hierfür vor allem zwei Gründe in den Ring. Erstens könnten die Anträge erst nach dem Einzug ins neue Heim und zudem nur für Baugenehmigungen, die ab 2018 erteilt wurden, gestellt werden. Der Großteil dieser Häuser dürfte aber noch nicht fertiggestellt sein. Zweitens verschiebe sich das Verhältnis bereits. Die von September bis Dezember 2018 gestellten Anträgen auf Baukindergeld betrafen nur zu 13% einen Neubau, im ersten Quartal 2019 ist der Anteil auf 22% gestiegen.



Kommentare

von Manfred Gröning am 14.08.2019 um 14:39 Uhr
Wie wollen Familien mit 20-60.000 Euro zVEK denn die Finanzierung bewältigen ?
Jeder Finanzierungsberater sieht hier doch schon die Versteigerung kommen. Wenn dann noch eine geringe Tilgung gewählt wird, denn wirft schon die geringste negative Veränderung vom Einkommen oder die kommende Inflation diese Finanzierung um. Was soll so eine Verschwendung von Steuergeld ??

Seiten


Ähnliche News

Nachhaltigkeit spielt auch für Immobilieninvestoren zunehmend eine Rolle. Die Empira Gruppe hat deshalb nun analysiert, welche deutschen Standorte für nachhaltige Investments in Wohnimmobilien besonders passend sind – und welche eher nicht. weiterlesen
Hypoport hat eine weitere Übernahme getätigt: die empirica-systeme GmbH. Die Gruppe will dadurch ihre Kompetenz im Bereich der Immobiliendatenbanken und Immobilienbewertung stärken. Allen voran die Value AG als Komplettanbieter für finanzwirtschaftliche Immobilienbewertungen soll davon profitieren. weiterlesen
Der deutsche Immobilienmarkt befindet sich seit mehreren Jahren in einem Superzyklus. Die Experten von Savills haben sich in ihrem jährlichen Ausblick damit beschäftigt, ob er auch 2020 und darüber hinaus anhalten wird. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.