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Baukindergeld: Mission erfüllt oder milliardenschwere Fehlsubvention?
14. August 2019

Baukindergeld: Mission erfüllt oder milliardenschwere Fehlsubvention?

Rund ein Jahr nach der Einführung nimmt der Streit um das Baukindergeld wieder Fahrt auf. Ist es eine zielgerichtete Förderung, die Familien den Weg in die eigenen vier Wände erleichtert, oder doch eine milliardenschwere Fehlsubvention? Darüber streiten sich aktuell die Experten von LBS und Deutscher Mieterbund.

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Rund ein Jahr nach der Einführung nimmt der Streit um das Baukindergeld wieder Fahrt auf. Ist es eine zielgerichtete Förderung, die Familien den Weg in die eigenen vier Wände erleichtert, oder doch eine milliardenschwere Fehlsubvention? Darüber streiten sich aktuell die Experten von LBS und Deutscher Mieterbund.


Baukindergeld: Mission erfüllt oder milliardenschwere Fehlsubvention?
Baukindergeld verschärft Wohnungssituation

„Die Förderung des Kaufs von Eigentumswohnungen treibt die Kaufpreise für Eigentumswohnungen weiter in die Höhe“, hält Siebenkotten dagegen. Viel schlimmer sei aber, dass insbesondere in Großstädten jetzt wieder verstärkt Miet- in Eigentumswohnungen umgewandelt und die bisherigen Mieter aus ihren Wohnungen verdrängt würden. Durch dieses „Kaufkindergeld“ werde aber nicht eine einzige Wohnung gebaut.“

Mitnahmeeffekte auf dem Land

In den Regionen abseits der Metropolen seien die befürchteten Mitnahmeeffekte nicht nur in der Theorie groß. „Hier sind die Mitnahmeeffekte groß, werden vor allem die Haushalte unterstützt, die sowieso bauen wollten“, meint Siebenkotten. Ohnehin ergebe es wohnungspolitisch überhaupt keinen Sinn, Wohnungsneubau in Regionen mit ausgeglichenen Märkten anzureizen. Er fordert daher die mehr als 10 Mrd. Euro für das Baukindergeld lieber in Mittel für den sozialen Wohnungsbau zu geben.

Nicht Aufgabe des Baukindergelds

Axel Guthmann zufolge ist es aber gar nicht Aufgabe des Baukindergelds in erster Linie die Bautätigkeit anzukurbeln. Es solle vielmehr auch jenen Familien den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen, die andernfalls an der Eigenkapitalhürde scheitern würden. Das sei nicht zuletzt deshalb sinnvoll, weil das mietfreie Wohnen als Baustein der Altersvorsorge immer wichtiger werde. Diese Ziel habe das Baukindergeld treffsicher erfüllt. Guthmann verweist diesbezüglich auf eine Studie des Berliner Forschungsinstituts empirica. Demnach können sich dank des Baukindergelds zusätzlich rund 58.000 junge Familien, die derzeit zur Miete wohnen, die eigenen vier Wände leisten. „Die Zahl der potenziellen Ersterwerber von Wohneigentum ist damit um satte 32% gestiegen“, so Guthmann. Damit habe das Baukindergeld eines seiner wesentlichen Ziele klar erfüllt. (mh)

Bild: © moritz – stock.adobe.com



Kommentare

von Manfred Gröning am 14.08.2019 um 14:39 Uhr
Wie wollen Familien mit 20-60.000 Euro zVEK denn die Finanzierung bewältigen ?
Jeder Finanzierungsberater sieht hier doch schon die Versteigerung kommen. Wenn dann noch eine geringe Tilgung gewählt wird, denn wirft schon die geringste negative Veränderung vom Einkommen oder die kommende Inflation diese Finanzierung um. Was soll so eine Verschwendung von Steuergeld ??

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