Sie erwähnten eben das Thema Zweitwohnungen. Was macht Bozen und Umgebung gerade für internationale Käufer so attraktiv?
Ganz klar: Wer hier kauft, ist nicht auf der Suche nach schneller Rendite, sondern nach Sicherheit. Südtirol ist ein „Safe Haven“. Die Renditen aus Vermietung liegen mit circa 3% deutlich unter Süditalien oder anderen europäischen Städten. Was Bozen und Umgebung so attraktiv macht, ist die Substanz: Die Immobilienpreise sind wie bereits geschildert extrem stabil und auch ein hohes Maß an Rechtssicherheit ist gegeben – vor allem dank des österreichischen Grundbuchsystems nach Katastern. Hinzu kommt der Lifestyle: Käufer erwerben hier ein Stück Lebensqualität, das seinen Wert behält bzw. sogar noch steigert.
Gibt es Regionen, die besonders beliebt sind?
Tatsächlich lassen sich die internationalen Immobiliengesuche in zwei Kategorien aufteilen – die „Genießer“ und die „Aktiven“. Erstere zieht es ins Burggrafenamt – speziell nach Bozen, Meran, Dorf Tirol oder Schenna. Interessenten suchen hier das mediterrane Flair bei perfekter Infrastruktur. Die „Aktiven“ wiederum wollen zumeist in die Dolomiten, etwa ins Gadertal, Gröden oder ins Hochpustertal.
Wichtig ist aber fast immer: Ländliche Lage ja, aber nicht ohne Infrastruktur. Eine gute Anbindung an Restaurants, Lifte und Geschäfte ist für internationale Käufer meist Pflicht. Die abgeschiedene Berghütte ohne Zufahrt ist eher ein Nischenprodukt.
Welche Immobilienart steht also bei Käufern im Fokus?
Ganz oben auf der Wunschliste stehen Immobilien, die das typische Alpengefühl vermitteln, aber dennoch modernen Komfort bieten – also Chalets und hochwertige Penthouses mit viel Holz und Naturstein. Entscheidend ist der Zustand: Die meisten internationalen Käufer bevorzugen schlüsselfertige Immobilien. Denn eine Baustelle aus der Ferne zu betreuen, ist meist nicht gewünscht. Auch historische Höfe sind begehrt, aber durch die strengen Gesetze für Nicht-Landwirte nur schwer zu bekommen.
Steht beim Erwerb die Eigennutzung im Vordergrund oder die Vermietung?
Es geht eindeutig vorrangig um Eigennutzung als Zweit- bzw. Ferienwohnsitz. Das Motiv hinter einem Immobilienkauf in der Region ist eher die emotionale Rendite – der eigene Rückzugsort in den Bergen. Reine Investoren, die nur auf Mieteinnahmen aus sind, sehen wir hier eher selten, da sich das bei den hiesigen Kaufpreisen kaum rechnet und die Gesetze die touristische Vermietung oft stark einschränken.
Was sollten Kunden beim Immobilienkauf beachten – gerade auch angesichts der erwähnten Gesetzgebung?
Ein Begriff, den jeder internationale Kaufinteressent hier kennen sollte, ist Konventionierung. Diese besagt, dass viele Wohnungen Einheimischen vorbehalten sind und demnach nicht als Ferien- oder Zweitwohnsitz genutzt werden dürfen. Hier passieren meist die größten Fehler, wenn sich Interessenten vorab nicht ausreichend informieren. Nicht-Ansässige müssen folglich gezielt nach frei verfügbaren Wohnungen suchen – und die sind rar und dementsprechend teurer. Außerdem sollten Interessenten die Nebenkosten nicht unterschätzen: Die Gemeindeimmobiliensteuer für Zweitwohnungen in Südtirol ist mittlerweile sehr hoch, da die Gemeinden Leerstand vermeiden wollen. Des Weiteren ist eine italienische Steuernummer – also die codice fiscale – verpflichtend, denn nur mit ihr lässt sich ein Immobilienkauf in Südtirol realisieren.
Seite 1 Das Tor zu den Dolomiten: Immobilienkauf rund um Bozen
Seite 2 Sie erwähnten eben das Thema Zweitwohnungen. Was macht Bozen und Umgebung gerade für internationale Käufer so attraktiv?
Seite 3 Wie leicht oder schwer ist es denn für internationale Kunden, eine Finanzierung in Südtirol zu erhalten?
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können