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22. Juli 2026
Mietangebote in Großstädten deutlich eingebrochen
Mietangebote in Großstädten deutlich eingebrochen

Mietangebote in Großstädten deutlich eingebrochen

Während die Kaufpreise stagnieren und die Mieten spürbar zulegen, liegt das Angebot an Mietwohnungen in den meisten Großstädten weit unter dem Niveau von 2022. Dies zeigt der Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für das zweite Quartal 2026.

Der Immobilienmarkt hierzulande zeichnet sich weiter durch steigende Mieten und stagnierende Kaufpreise aus. Die Kaufpreise von Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser sind im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um jeweils nur 0,8% gestiegen. Die Angebotsmieten haben hingegen bundesweit um 4% und damit nach wie vor deutlich zugelegt. Besonders stark haben die Mieten in Köln angezogen (+7,9%), gefolgt von Hamburg (+5,5%) und Leipzig (+5,4%). Damit haben sich die Mieten deutlich schneller erhöht als die Inflation (2,6%).

Mietwohnungen als Mangelware

Auf dem Mietmarkt werden die Angebote laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) knapp. Demnach sind bundesweit noch immer knapp 12% weniger Mietwohnungen inseriert als Anfang 2022. In einzelnen Großstädten fällt der Einbruch weit dramatischer aus: In Hamburg hat sich Mietangebot in den vergangenen vier Jahren mit einem Minus von 57% mehr als halbiert. In Frankfurt am Main sind 43% weniger Inserate zu verzeichnen, in Leipzig 40% weniger. Eine Ausnahme bildet lediglich Berlin. Die Hauptstadt weist ein Plus von 43% gegenüber 2022 auf. Den Experten des IW zufolge fällt dieser Anstieg aber nur deshalb so hoch aus, weil der Mietendeckel das Angebot zuvor drastisch abgewürgt hatte. Allein im ersten Quartal nach Einführung des Mietendeckels hatte sich das Angebot in der Hauptstadt um 39% verringert.

 

Mietangebote in Großstädten deutlich eingebrochen

 

Mehr Eigentumswohnungen zum Kauf im Angebot

Ein anderes Bild ergibt sich auf dem Kaufmarkt: Bundesweit werden fast doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140% mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert als Anfang 2022. Das liege laut IW nicht daran, dass mehr gebaut werde. Höhere Finanzierungskosten würden den Kreis der Käufer verkleinern und die Vermarktungszeiten verlängern. Die Objekte würden es häufiger in die Portale schaffen und dort auch länger verbleiben.

Zu wenig Bewegung auf dem Mietmarkt

Angehende Mieter sehen sich mit einem knappen Angebot und steigenden Preise konfrontiert. Kaufinteressenten scheitern häufig an der Finanzierung. Beides zusammen blockiere laut IW den Markt: Bei hohen Neuvertragsmieten würden Haushalte länger in ihren Wohnungen bleiben und immer weniger Immobilien würden frei werden. Darüber hinaus bleiben viele Menschen in Wohnungen, die nicht zu ihrer Lebenssituation passen, weil sie an ihren günstigen Mieten festhalten wollen.

„Auf dem Mietmarkt fehlt nicht nur Neubau, sondern auch Bewegung im Bestand“, erklärt IW-Immobilienökonom Pekka Sagner. „Die Umzugsmobilität ist zu gering – bestehender Wohnraum wird nicht umfänglich genutzt. Noch strengere Mietregeln würden diesen Effekt verstärken und das Angebot für Wohnungssuchende weiter verknappen.“ (tik)

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