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23. August 2021
Digitale Zielgruppenprodukte als Chance in der Gewerbeversicherung

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Digitale Zielgruppenprodukte als Chance in der Gewerbeversicherung

1. Risikoerfassung und Bedarfsanalyse

Dreh- und Angelpunkt ist eine möglichst individuelle Bedarfsanalyse und Risikoerfassung. Digitale Produkte und Tools bieten die Möglichkeit, Bedarf und Risiko eines Kunden individuell, einfach und zielgruppengerecht zu erfassen. Enormes Potenzial steckt in der Clusterung von Risikofragen nach Unternehmensgröße.

Gerade bei kleineren Unternehmen kann auf einige Fragen verzichtet werden, um die Komplexität der Risikoerfassung zu verringern. Denn die gestellten Fragen bei der Risikoerfassung passen oft nicht zur Zielgruppe. So ist es beispielsweise kontraproduktiv, einen Friseur zu fragen, ob er auch Klingeltöne vertreibt.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen aus einer vereinfachten, aber für den Kunden machbaren Risikoerfassung bzw. Bedarfsanalyse ist es möglich, dem Kunden auf digitalem Weg eine passende Absicherung zu bieten. Ebenso lassen sich neue Produktkombinationen digital anbieten, die aufgrund der Erfahrung nach Bedarf der einzelnen Zielgruppen bestimmt werden. Denn durch die gesammelten Daten der Zielgruppen mithilfe digitaler Produkte werden neue Zusammenhänge in der Risiko­erfassung und Bedarfsanalyse über den einzelnen Kunden hinaus sichtbar.

2. Produktkonzeption und Produktdesign

Die Digitalisierung ermöglicht zwei wesentliche Hebel für die Erfüllung der Kundenbedürfnisse im Bereich der Gewerbeversicherungen. Zum einen werden Versicherungsunternehmen dazu befähigt, ihre Produktgestaltung weg vom Spartendenken hin zum integrierten Kundendenken auszurichten und zu organisieren.

Dies bedeutet, dass Versicherer nicht mehr ihre Organisationsstruktur an den einzelnen Produkten ausrichten, sondern an den O Bedürfnissen der jeweiligen Branchen. Ziel ist es, in den Zielgruppen ganzheitlich zu denken und die Produkte ebenso ganzheitlich zu gestalten. Dadurch können Versicherungsmakler und Kunden die Produkte idealerweise modular zusammenstellen – entweder mit einem oder aber auch mit mehreren Versicherungspartnern.

Zum anderen ist es gerade im kleinteiligen Gewerbesegment ratsam, Produkte zwar nach Zielgruppen aufzustellen, aber innerhalb dieser möglichst viel Gestaltungsraum für die Bedürfnisse des Kunden zu lassen, um ihm die gewünschte Sicherheit zu bieten. In der Kundenwelt ist es oft der Fall, dass ein Solo-Selbstständiger teilweise ähnliche, aber doch unterschiedliche Tätigkeiten ausübt. So verlegt ein Handwerker zwar hauptberuflich Fliesen, jedoch führt er auch Malerarbeiten durch. Oder ein IT-Berater bietet neben seiner Beratertätigkeit die Einrichtung eines Webshops an. Dadurch lässt sich gerade das kleinste Segment der Gewerbekunden nicht exakt auf eine Tätigkeit begrenzen, weshalb diese Kunden bei der Absicherung ihrer Tätigkeit mehr Freiraum benötigen. Gleichzeitig verhilft dies dem Versicherer zu einer einfacheren Preisgestaltung, -berechnung und einem simpleren Underwriting.

3. Abwicklung und Operations

In der Gewerbeversicherung mit kleinen Kunden ist es besonders wichtig, von Anfang bis Ende digital zu denken und die Prozesse digital zu gestalten. Gerade im Bereich der Abwicklung ist dies noch nicht im gewünschten Maße umgesetzt. Es gibt Akteure am Markt, die sich mit dem Thema beschäftigen und bereits gute Ansätze haben, aber der Aufholbedarf vieler Versicherer bei der Digitalisierung der Gewerbeversicherung ist groß. Zwar hat mittlerweile fast jeder Versicherer digitale Möglichkeiten zur Angebotsberechnung für einfache Risiken. Für Makler ist es aber nicht zumutbar, auf die einzelnen Webportale der unterschiedlichen Versicherungspartner zuzugreifen und die benötigten Angebote einzuholen.

 
Ein Artikel von
Tobias Wenhart