Digitalisierung: Fortschritt mit Reibungsverlusten
TB Es wäre ungerecht, nur zu kritisieren. Der Datenaustausch über den BiPRO-Dokumentenservice hat sich in den letzten Jahren spürbar verbessert – quantitativ wie qualitativ. Parallel zur klassischen Maklerbetreuung ist mit dem technischen Support eine weitere wichtige Betreuungseinheit entstanden, die in der Zusammenarbeit mit Versicherern zunehmend an Bedeutung gewinnt. Allerdings: Der Aufwand, die Schnittstellen maklerseitig aktiv zu halten, ist erheblich. Und Doppellieferungen in Papierform kommen leider noch immer vor.
Underwriting und Prolongation: Engpässe am Jahresende
SF Ein weiteres Dauerthema ist das Underwriting – besonders gegen Ende der Prolongationsphase. Immer häufiger hören wir: Wir konzentrieren uns nur noch auf die größten Angebote, in der Regel von Großmaklern. Oder wir bekommen schlicht keine Angebote und keine Rückmeldungen mehr. Ernsthaft nachgedacht werden sollte darüber, die Hauptfälligkeit bei schwierigen Risiken weg vom 1. Januar zu verlagern. Das würde die Arbeitsspitzen auf beiden Seiten entzerren.
Regulatorik: Compliance als Daueraufgabe
TB Schließlich die Regulatorik – ein Thema, das uns alle bindet. Regelmäßige Passwortänderungen, Account-Überprüfungen in den Webportalen der Versicherer, wachsende Sicherheitsanforderungen, die Administration digitaler Strecken: Der Compliance-Aufwand wächst kontinuierlich. Das ist notwendig – aber es bindet Ressourcen, die andernorts fehlen.
Ausblick: Anspruchsvoll, aber nicht aussichtslos
TB Dass die direkte Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Maklern in den nächsten Jahren einfacher wird, ist nicht zu erwarten. Der demografische Wandel wird den Fachkräftemangel verschärfen und die Verlagerung auf digitale Kommunikationsstrecken weiter beschleunigen. Die IT-Anwendungen werden besser – die Administration der vielen Schnittstellen wird aber fordernd bleiben.
Hier könnte der geplante BiPRO-Hub ein echter Fortschritt sein: ein zentraler, standardisierter Zugang, der den Schnittstellendschungel lichtet und den Verwaltungsaufwand auf Maklerseite spürbar reduziert. Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung – und ein Zeichen dafür, dass Direktanbindung nicht nur Pflicht, sondern auch Chance sein kann.
JM Vielen Dank für den Austausch! Dort vorne ist unser Hotel.
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Seite 1 Direktanbindung im Wandel: Was Makler von Versicherern erwarten
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Thomas Billerbeck
Julius Mittag
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