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20. Januar 2026
FemSurance: Veränderung durch Community

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FemSurance: Veränderung durch Community

FemSurance: Veränderung durch Community

Darum geht es

Worum geht es dabei konkret? Um Sichtbarkeit, um Vorbilder – und darum, Lebensrealitäten abzubilden: sowohl die der Vermittlerinnen und Vermittler als auch die der Kundinnen und Kunden. Ein anschauliches Beispiel für blinde Flecken ist die oft zitierte Einführung der Gesundheits-app in iOS 8 im Jahr 2014: Man konnte damals von Vitaldaten über den Blutzuckerspiegel bis hin zu Schlafphasen fast alles erfassen – nur der weibliche Zyklus war nicht vorgesehen. 51% der Bevölkerung wurden schlichtweg vergessen.

Ähnliche Muster sehen wir auch in der Finanz- und Versicherungswelt. Studien zeigen, dass Frauen in der Finanzberatung teilweise anders angesprochen werden, häufiger auf Sicherheit reduziert und seltener konsequent in Richtung Vermögensaufbau und langfristiger finanzieller Unabhängigkeit beraten werden. Gleichzeitig sind Frauen – trotz hoher Verantwortung für Familien­finanzen – in wichtigen Absicherungsprodukten wie Lebens-, Berufsunfähigkeits- oder Einkommensschutzversicherungen zum Teil deutlich unterrepräsentiert.

Beispiel Rente

Das zeigt sich auch in harten Zahlen: In Deutschland erhalten Männer im Schnitt deutlich höhere eigene Rentenansprüche als Frauen. Und selbst dort, wo betriebliche oder private Vorsorge aufgebaut wird, liegen Frauen häufig zurück – etwa, weil sie häufiger in Teilzeit arbeiten, Care-Arbeit übernehmen und Erwerbsbiografien unterbrechen. In vielen betrieblichen Zusatzrenten fallen die Leistungen von Frauen im Schnitt deutlich geringer aus als die von Männern.

Warum auf Frauen fokussieren?

Was ist die ehrliche Antwort auf die Frage „Warum sollten wir uns auf Frauen fokussieren?“?

  • Weil Frauen einen erheblichen Teil der finanziellen Entscheidungen im privaten Umfeld treffen und gleichzeitig in vielen Produkten und Beratungsprozessen unteradressiert sind – wer das ignoriert, verschenkt Umsatz.
  • Weil Unternehmen, die gezielt weibliche Talente in Vertrieb und Führung gewinnen, dem Fachkräftemangel etwas entgegensetzen und bessere, viel­fältiger abgesicherte Entscheidungen treffen.
  • Weil „alle gleich behandeln“ nur dann funktioniert, wenn unterschiedliche Lebensrealitäten zuerst bewusst wahrgenommen und mitgedacht werden – sonst profitieren in der Praxis vor allem diejenigen, auf die die bisherigen Standards zugeschnitten wurden.
  • Und weil Vielfalt kein Wohlfühlthema ist, sondern ein harter Wettbewerbsfaktor für die Zukunftsfähigkeit unserer Branche.

Wir sind mit FemSurance noch lange nicht am Ziel – im Grunde stehen wir erst am Anfang. Auf der DKM werden wir das Format weiter ausbauen. In der AssCompact ist es neben dem Jungmakler eine feste Rubrik. Schritt für Schritt bauen wir rund um FemSurance zudem eine Community für Frauen und Verbündete in der Versicherungsbranche auf – mit Raum für Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Projekte. Unser Ziel ist klar: FemSurance soll kein „Event-Label“ sein, das einmal im Jahr kurz aufpoppt, sondern ein dauerhafter Motor für Vernetzung, Sichtbarkeit und Veränderung in der Branche.

Bühne frei!

Und ich bin sicher: Die stärksten Impulse werden dabei von den Frauen selbst ausgehen, die diese Bühne nutzen – und von den Unternehmen, die das aktiv unterstützen. Ich freue mich, wenn Sie FemSurance auf diesem Weg begleiten – als Leser:in, als Verbündete:r und vielleicht irgendwann auch als Teil dieser wachsenden Community.

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Ein Artikel von
Lisa Knörrer