Kommen wir zu Ihrem neuen Projekt. Warum haben Sie sich entschieden, diese Firmen zu gründen?
SH Bastian und ich sind beide in eine echte Unternehmerfamilie hineingeboren, die seit den 60er-Jahren und somit seit Generationen in der Versicherungsbranche tätig ist. Das Versicherungsgeschäft ist das, was wir am besten können und lieben. Deshalb war es für uns nie eine Frage, dass wir unser Leben in dieser Branche verbringen wollen.
Wir haben unsere Aufgaben intern nach unseren Qualifikationen aufgeteilt. Während mein Bruder Bastian verantwortlich ist für die Versicherungstechnik, das Placement und das Underwriting sowie die vielen Verhandlungen mit den Versicherern und Großkunden, kümmere ich mich schwerpunktmäßig um den kompletten Betrieb sowie die Sparten Leben, Kranken und GehaltsExtras. Gemeinsam sind wir für den Vertrieb verantwortlich.
Für Ihren Vater Bernd Helmsauer gilt derzeit ein Wettbewerbsverbot. Sie sind davon also nicht betroffen?
BH Für uns als Brüder gilt kein Wettbewerbsverbot. Nach der oben genannten mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht steht nun ebenfalls fest, dass wir nach dem 31.12.2025 keinem Wettbewerbsverbot aus einem Arbeitsvertrag noch aus § 60 HGB unterliegen.
Darüber hinaus stehen wir in keiner vertraglichen Verbindung zu unserem Vater. Er ist weder als Organ, als Mitarbeiter oder als Berater noch in irgendeiner anderen Form für uns tätig. Er hält sich strikt an sein Wettbewerbsverbot, dessen Dauer wahrscheinlich gerichtlich geklärt werden muss. Seit der oben genannten Verhandlung steht allerdings auch fest und ist protokolliert, dass Herr Dr. Tischendorf zum Zeitpunkt der Verhandlung keine positive Kenntnis davon hatte, dass unser Vater gegen ein mögliches Wettbewerbsverbot verstößt.
Es scheint, als sei der Aufbau Ihrer Unternehmen ziemlich schnell und reibungslos verlaufen. Warum ging das alles so zügig?
SH Wir hatten zur Unternehmensgründung so gut wie keine Vorbereitungszeit, weil die Ereignisse sich Ende letzten Jahres überschlagen haben. Tatsächlich hat alles perfekt funktioniert und wir haben bereits am 30. Januar unsere Zulassung als Versicherungsmakler erhalten. Parallel dazu haben wir die Versicherer über unser Vorhaben transparent informiert und mit jedem einzelnen Zielversicherer schon im Januar Wachstumsstrategien vereinbart.
Außerdem haben wir schnell viele Kollegen und Kolleginnen von der Helmsauer Gruppe für uns gewinnen können und viele der neuen Kolleginnen und Kollegen sind auch auf uns zugekommen, weil sie in uns die Zukunft sehen. Innerhalb kürzester Zeit haben über 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeitsverträge bei uns unterschrieben und wir gehen davon aus, dass wir bis Ende des Jahres über 120 Kolleginnen und Kollegen haben werden. Dies hat uns natürlich sehr gefreut und den Aufbau enorm beschleunigt. Die Begeisterung und Loyalität, die uns dabei entgegengebracht wurde, war und ist überwältigend. Dies hat uns gezeigt, dass unser Name und unsere Werte unverändert eine hohe Bedeutung haben.
Exemplarisch für die Kurzfristigkeit war, dass wir am 31.12.2025 unseren Firmenwagen abgegeben haben und dann erst einmal ohne Auto dastanden – wenn wir es wirklich schon viel früher gewusst hätten, hätten wir uns darum auch noch kümmern können. Außerdem war der erste Firmensitz im Wohnzimmer meiner Mietwohnung in Nürnberg. Da wird es mit rund 90 Kolleginnen und Kollegen ein bisschen kuschelig (lacht).
Seite 1 Helmsauer-Brüder: „Ein Investor ist für uns sicher keine Option“
Seite 2 Kommen wir zu Ihrem neuen Projekt. Warum haben Sie sich entschieden, diese Firmen zu gründen?
Seite 3 Sie haben in kurzer Zeit sechs Unternehmen gegründet – was waren die ersten Meilensteine?
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können
