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5. Mai 2022
Jugend und Altersvorsorge: Wunsch vs. Wirklichkeit

Jugend und Altersvorsorge: Wunsch vs. Wirklichkeit

Auch das Leben und die Vorstellungen der jungen Menschen wurden infolge der Corona-Pandemie durchgewirbelt. Dass sie fürs Alter vorsorgen müssen, wissen die meisten, allerdings fehlt es vielen an den Mitteln. Vor allem Frauen haben daher Angst vor Altersarmut, wie die aktuelle MetallRente Jugendstudie zeigt.

Im Jahr 2019 hat das Versorgungswerk MetallRente Jugendliche zum letzten Mal nach ihren Vorstellungen rund um Finanzen gefragt. Inzwischen hat die Corona-Pandemie das Leben der jungen Erwachsenen gehörig auf den Kopf gestellt. „Die große Mehrheit der jungen Menschen spart trotzdem. Allerdings sehen wir auch wichtige Veränderungen. Der Optimismus der jungen Erwachsenen im Hinblick auf ihr persönliches Leben sinkt und bestätigt eine generelle Tendenz, die sich schon vor Corona abzeichnete. Junge Erwachsene haben einen realistischen Blick auf ihre Vorsorge. So viele wie nie zuvor investieren ihr Geld in Aktien und Fonds. Denn die Angst vor Altersarmut ist präsent. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Politik weiter an, für eine auskömmliche Rente für die eigene Generation zu sorgen“, kommentiert Klaus Hurrelmann, wissenschaftlicher Leiter der Studie.

Der aktuellen MetallRente Jugendstudie zufolge sparen derzeit 86% aller 17- bis 27-Jährigen entweder regelmäßig oder ab und zu. Doch die repräsentative Untersuchung zeigt auch: Einer von sieben jungen Menschen spart nicht, was vor allem daran liegt, dass diese Altersgruppe in der Regel ihr ganzes Geld zum Leben braucht und keinen finanziellen Spielraum zum Sparen hat.

Vor allem weibliche Jugend sorgt sich wegen Altersarmut

Über drei Viertel (78%) der 17- bis 27-Jährigen treibt laut Studie die Sorge um, im Alter nur eine niedrige Rente zu bekommen und arm zu sein. Diese Angst ist vor allem bei den jungen Frauen mit 84% präsenter, bei den jungen Männern liegt sie mit 74% etwas niedriger. Besonders alarmierend ist auch folgende Erkenntnis: Nur noch 29% der jungen Frauen sparen regelmäßig für ihr Alter. Während von den jungen Frauen im Vergleich zu 2010 heute zehn Prozentpunkte weniger regelmäßig vorsorgen, haben junge Männer ihre Anstrengungen deutlich erhöht: Statt 38% legen heute 45% regelmäßig Geld für ihren Ruhestand beiseite.

Vorsorge: Viele wissen um die Notwendigkeit, wenige lassen Taten folgen

Allgemein ist neun von zehn jungen Erwachsenen der MetallRente-Umfrage zufolge zwar klar, dass sie zusätzlich vorsorgen müssen, um sich vor Armut im Alter zu schützen. Aber: Nur die Hälfte der 17- bis 27-Jährigen legt zumindest ab und zu Geld fürs Alter zurück und nur ein knappes Fünftel spart dafür regelmäßig. Von denen, die finanziell gut aufgestellt sind, sorgen zwei Drittel vor. Von denjenigen, die ihre finanzielle Situation als schlecht beschreiben, schafft es nur gut ein Viertel, Geld für die Altersvorsorge aufzuwenden.

Junge Altersvorsorgesparer haben Aktien und Fonds für sich entdeckt

Was die Sparformen angeht, so fördert die aktuelle MetallRente Jugendstudie das Ergebnis zutage, dass – sofern sie vorsorgen können – so viele junge Altersvorsorgesparer wie nie zuvor ihr Geld in Aktien und Fonds anlegen. Im Vergleich zu 2016 hat sich ihr Anteil von 16 auf 50% mehr als verdreifacht. Allerdings gibt es auch hier deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Fast zwei Drittel der jungen Männer (62%) sparen auch mit Aktien und Fonds für ihre Altersvorsorge. Bei den Frauen ist es lediglich ein Drittel (34%) – doch auch dieser Wert hat sich seit der letzten Studie im Jahr 2019 nahezu verdoppelt. Andere Sparformen wie Festgeld (49%), Bausparverträge (38%) oder Riester-Rentenverträge (22%) verlieren in der anhaltenden Niedrigzinsphase zunehmend an Attraktivität. Nur die bAV hält sich in der Beliebtheit der jungen Menschen stabil: Etwas mehr als ein Drittel (37%) sorgt betrieblich fürs Alter vor.

57% der jungen Erwachsenen würden bei der Wahl der Altersvorsorge auf eine garantierte feste Verzinsung verzichten, wenn sie dafür die Aussicht auf eine deutlich höhere Rendite hätten. Feste Zinsen und garantierte Rentenhöhen würden aktuell nur noch 43% präferieren.

Hohes Vertrauen in gesetzliche Rente und bAV

Und wie sieht es mit den sonstigen Vorstellungen der Jugend rund um die Rente aus? Einer Erhöhung des Renteneintrittsalters erteilen die jungen Menschen eine klare Absage. Nur 23% wären bereit, länger als bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten, wenn dies der langfristigen Sicherung der Renten diente. Die große Mehrheit der jungen Menschen fordert vom Staat, seine Verantwortung für die Altersversorgung ihrer Generation wahrzunehmen. „Wenn die Politik es wirklich will, kann es auch in Zukunft eine gute staatliche Rente geben“, meinen inzwischen 88% der jungen Menschen. 2010 waren es nur 74%. Der gesetzlichen Rente vertrauen laut Studie 58% der jungen Erwachsenen „eher“ oder „voll und ganz“. Auch der betrieblichen Altersversorgung (49%) und Lebensversicherungen (46%) bringen die jungen Erwachsenen großes Vertrauen entgegen.

Große Zweifel, ob man sich zukünftig eine Familie wird leisten können

Die Erwartungen junger Menschen an ihre persönliche Zukunft haben sich der aktuellen MetallRente Jugendstudie zufolge nur leicht verschlechtert. So glauben derzeit 88% der befragten 17- bis 27-Jährigen an eine „gute“ oder „sehr gute“ Zukunft. Dennoch nehmen die Zweifel zu, ob man sich in einigen Jahren noch ein gutes Leben leisten kann. Besonders deutlich wird der Pessimismus beim Thema Familiengründung: „Wir haben jetzt zum ersten Mal eine Studie, in der ein Viertel der jungen Erwachsenen sagt, sie wissen nicht, ob sie es sich finanziell leisten können, eine eigene Familie zu gründen. Das hat es in diesem Ausmaß bisher nicht gegeben. Und das signalisiert, dass die jungen Leute äußerst sensibel auf globale Entwicklungen reagieren. Sie stellen sich darauf ein. Ihren Grundoptimismus als junge Generation wollen sie sich aber nicht nehmen lassen“, schlussfolgert Jugendforscher Klaus Hurrelmann. (ad)

Mehr Informationen zur MetallRente Jugendstudie gibt es hier.

Bild: © drubig-photo – stock.adobe.com

 

Leserkommentare

Gespeichert von Wilfried Stras… am 06. Mai 2022 - 09:07

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Wegen der katastrophalen Garantieabsicherung, von WELTFREMDEN Beamten und Politikern in der EU und in D ausgeheckt, sind vor allem nach Draghi, allen Kosten UND der krass gestiegenen Inflation, ausreichende Renten, NIEMALS erreichbar. Wer sowas anbietet und das in Beratungsprotokollen nicht deutlich macht, riskiert STORNOS ab Beginn, aber vor allem haben Bürger keine Chance auf lebenslange adäquate Zusatzvorsorge.

Erstmals ist das mit unserer Jahrhundertidee, für Vorstände die schnell AGIEREN, möglich!

Damit wird eine Rendite von 9% auf 13% bis 15% sehr wahrscheinlich erzielt. Sicherer als Festgeld!